News-Blog : Wie geht es an den Schulen nach den Osterferien weiter?

Noch ist in vielen Bundesländern ungewiss, wann und wie die Schulen nach den Osterferien wieder öffnen. Am Montag sollte eigentlich die nächste Bund-Länder-Schalte stattfinden, bei der auch Regelungen für den Unterrichtsbetrieb hätten abgestimmt werden können, aber diese Beratungen wurden am Freitag kurzfristig abgesagt. Dafür ist nun eine „Notbremse” geplant. Wann sie greift, ist noch nicht klar. Klar ist hingegen: Die Abiturprüfungen finden in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie statt. Das hat die Kultusministerkonferenz in der vergangenen Woche noch mal bekräftigt. Zu den Schulöffnungen und Schulschließungen hat sie sich nicht auf bundesweit einheitliche Vorgaben verständigt – abgesehen von zwei Tests pro Woche. Die meisten Bundesländer haben inzwischen auch die Einführung einer Testpflicht angekündigt. Das Schulportal informiert in diesem News-Blog täglich über die neuesten Entwicklungen an den Schulen. Und wie ist Ihre Meinung zum Vorgehen an den Schulen? Machen Sie mit bei unserer aktuellen Umfrage!

Annette Kuhn / 13. April 2021
Schulöffnungen Federtasche mit Corona-Test
Wann die Schulen wieder für alle Kinder öffnen, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass es in den meisten Bundesländern an den Schulen dann eine Testpflicht gibt.
©Julian Stratenschulte/dpa

Umfrage zu Schulöffnungen

Wie ist Ihre Meinung: Sollte es bundesweit einheitliche und verbindliche Regeln und Kriterien geben, wann und wie die Schulen öffnen?
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Aktueller Stand in den Bundesländern

Nach wochenlangen Schließungen hatten zunächst neben den Abschlussklassen die meisten Kinder an Grundschulen wieder Unterricht in der Schule, anschließend waren auch einige ältere Jahrgänge im Wechselbetrieb zurückgekehrt. Manche Schülerinnen und Schüler haben aber seit Mitte Dezember ihre Schule nicht mehr von innen gesehen. Ob nach den Osterferien weitere  Öffnungsschritte möglich sind, hängt auch von der Zahl der Corona-Neuinfektionen ab. In einigen Regionen hatten die Schulen schon vor den Osterferien wieder geschlossen. Die meisten Bundesländer koppeln die Öffnungen von Schulen nach den Osterferien inzwischen an eine Testpflicht. Hier der aktuelle Stand in den Bundesländern zu Schulöffnungen und Schulschließungen, Corona-Teststrategien an Schulen, Impfungen für Lehrkräfte und Abschlussprüfungen:

Chronik: Überregionale Entscheidungen und Reaktionen

„Notbremse” an den Schulen, 10. April: Die ursprünglich für Montag geplanten Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise wurden abgesagt, dafür ist nun eine bundesweite „Notbremse” geplant. Dafür soll das Infektionsschutzgesetz verschärft und festgelegt werden, was künftig bundeseinheitlich gelten soll, wenn in einem Land- oder Stadtkreis die Sieben-Tages-Inzidenz über den Wert von 100 steigt. Nach mehreren Medienberichten gibt es ein Entwurfspapier, das bereits am kommenden Dienstag im Bundeskabinett verabschiedet werden soll. Für die Schulen bedeutet das: Schulen und Kitas dürfen nur bei einer Inzidenz unter 200 offen bleiben. Bei einem niedrigeren Wert dürfen die Schülerinnen und Schüler nur am Unterricht teilnehmen, wenn sie zweimal pro Woche einen Corona-Test machen.

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Kritik an Abiturprüfungen, 10. April: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat die Entscheidung der Kultusministerkonferenz zum Abhalten der Abiturprüfungen in diesem Jahr kritisiert. „Anders als die Kultusministerkonferenz wäre ich dafür, das Gesamtjahr zu benoten und keine Abiturprüfungen abzuhalten, weil diese ohnehin kaum vergleichbar wären mit früheren Jahrgängen”, sagte Esken der „Rheinischen Post” „Allerdings müsste das dann auch für die anderen Schulabschlüsse gelten, also für Real- und Hauptschulabschlüsse.” Sie wundere sich darüber, dass bei der Debatte alle anderen Abschlüsse unter den Tisch fallen, sagte die SPD-Chefin.

Die Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland sollen ihre Prüfungen auf Beschluss der Kultusministerkonferenz von Donnerstagabend in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie ablegen.

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Kultusministerkonferenz, 8. April: Mehrere Stunden haben die Kultusministerinnen und Kultusminister am Donnerstag über die Corona-Lage an den Schulen beraten. Verständigt hat sich das Gremium schließlich auf auf folgende Eckpunkte:

  • Die Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland sollen ihre Prüfungen in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie ablegen. Die Kultusministerkonferenz sieht die Jugendlichen auch gut auf die Prüfungen vorbereitet.
  • An den Schulen sollen die Testmöglichkeiten bundesweit so ausgebaut werden, dass allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften zwei Corona-Tests pro Woche zur Verfügung stehen.
  • Bei der Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebs sollen vor allem die Jahrgänge berücksichtigt werden, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen.
  • Um Lernrückstände in anderen Jahrgängen zu kompensieren, setzen die Länder auf das vom Bundesbildungsministerium geplante Förderprogramm.

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Schulöffnungen nach den Osterferien, 8. April: Vor den Beratungen der Kultusministerinnen und Kultusminister an diesem Donnerstag haben Lehrerverbände und Schülervertreter einheitliche Regeln bei Schulöffnungen und Corona-Tests gefordert. „Der Ball liegt jetzt bei den Kultusministern”, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Sie können jetzt zeigen, ob sie es schaffen, mehr als ein Jahr nach Beginn der Pandemie endlich bundeseinheitliche Vorgaben zum Thema Schule vorzulegen.” Oberhalb einer Inzidenz von 100 müssten die Schulen aus seiner Sicht geschlossen werden. Wenn allerdings zusätzlich zu flächendeckenden Corona-Tests die Impfkampagne unter Lehrkräften weit fortgeschritten sei, sollten Schulträger und Gesundheitsbehörden abwägen dürfen, ob auch bei höherer Inzidenz Schulöffnungen möglich seien.

Der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, forderte: „Die Kultusministerinnen und Kultusminister müssen sich auf eine einheitliche, für alle verbindliche Linie beim Thema Schulöffnungen verständigen.” In Corona-Hotspots mit Inzidenzen von mehr als 100 müsse es verbindlich Distanzunterricht geben – mit Ausnahmen für Abiturjahrgänge und Abschlussklassen.

Auch der Beamtenbund dbb hat die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder zu klaren Regeln gegen eine weitere Zuspitzung der Corona-Lage durch offene Schulen aufgefordert. „Von der Kultusministerkonferenz fordern wir klare Entscheidungen: Wenn die Schulen in der dritten Welle geöffnet sein sollen, müssen die Lehrkräfte auch geimpft und die Schülerinnen und Schüler getestet werden”, sagte der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Silberbach sagte: „Wer nicht getestet werden kann oder will, muss vom Präsenzunterricht ausgeschlossen werden. Andernfalls setzen wir alle Beteiligen einem zu großen Risiko aus, und die Infektionszahlen drohen nach den Osterferien zu explodieren.”

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Schulöffnungen, 7. April: Nach den Osterferien sollten Kommunen, Gesundheitsämter und Schulträger nach Überzeugung des Deutschen Lehrerverbands am besten selbst entscheiden, ob sie den Fernunterricht beenden oder nicht. Für einen Präsenzunterricht müssten aber strenge Vorgaben gelten, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger den „Stuttgarter Nachrichten”. „Wir müssen flexibel vorgehen und können nur dort, wo zusätzliche Maßnahmen des Gesundheitsschutzes möglich sind – etwa Lehrerimpfungen oder verpflichtende Schnelltests – die Schulen auch bei etwas höheren Inzidenzen offen halten. Das sollte vor Ort entschieden werden.” Bei sehr hohen Inzidenzen sei dies sicher nicht möglich.

Nach Einschätzung Meidingers droht zwar bei strengen Vorgaben ein Flickenteppich von offenen und geschlossenen Schulen von Landkreis zu Landkreis. „Aber der beruht auf Vorgaben, die sich streng nach wissenschaftlichen Kriterien und vereinbarten Standards orientieren: Inzidenzzahlen, Impfquoten und der Anzahl obligatorischer Schnelltests”, sagte der Verbandschef.

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Abiturprüfungen, 5. April: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. „Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen”, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Dann könnten zum Beispiel die Leistungen aus dem Unterricht zur Grundlage der Notengebung gemacht werden.” Tepe sagte weiter, sollten Prüfungen wegen der Corona-Pandemie ausfallen, müssten die Abiture trotzdem von den Bundesländern gegenseitig anerkannt werden.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD), lehnt die Absage der Prüfungen hingegen ab. „Niemand sollte die Jugendlichen, die jetzt vor dem Abschluss stehen, zusätzlich zur normalen Prüfungsnervosität verunsichern”, betonte Ernst am Ostermontag auf Anfrage. Sie betonte, dass alle mit Hochdruck an sicheren Bedingungen für die Durchführung der Prüfungen arbeiteten. Die KMK habe mit ihrem Beschluss zum Abitur 2021 vom 21. Januar einen Rahmen verabredet, der die Vergleichbarkeit sicherstelle, aber Spielräume schaffe, um auf die Einschränkungen der Pandemie Rücksicht zu nehmen.

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Schulbetrieb nach den Osterferien, 3. April: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) blickt vor dem Hintergrund steigender Corona-Zahlen mit großer Sorge auf den weiteren Schulbetrieb in Deutschland nach den Osterferien. „Es wird überall eine Gratwanderung sein und sehr vom regionalen Infektionsverlauf gerade auch unter den Kindern und Jugendlichen abhängen”, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Sie sprach sich für Wechselunterricht „mit einem guten Test- und Hygienekonzept” bei Inzidenzen bis 100 aus. Nach Ostern müssten Schülerinnen und Schüler zwei Mal pro Woche getestet werden. In einigen Bundesländern sind bereits entsprechende Testpflichten geplant.

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Bundesweit einheitliches Vorgehen an Schulen gefordert, 2. April: Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet will eine bundesweit einheitliche Regelung erreichen, wie es für die Schulen in der Corona-Pandemie nach den Osterferien weitergeht. Diese sollten die Länder selbst treffen und nicht der Bund. „„Es kann einen Konsens der Kultusministerkonferenz geben, den wir alle verbindlich umsetzen.”

Ob die Schulen nach den Osterferien wieder öffnen werden, ist Laschet zufolge noch nicht entschieden. Bis zum Schulbeginn müsse eine bundeseinheitliche Antwort gefunden werden. Er gehe davon aus, dass sich die Kultusministerinnen und Kultusminister abstimmen und „wir bis zum Ende der nächsten Woche Klarheit haben, wie es mit dem Schulstart und den sicheren Bedingungen ist”.

Nötig sei in jedem Fall eine umfassende Teststrategie. „Zu welchem Zeitpunkt die Schulen auch immer öffnen – es muss sichergestellt sein, dass zweimal die Woche in jeder Schule jeglicher Schulform getestet werden kann.” Nicht akzeptabel ist es aus Laschets Sicht, wenn Schülerinnen und Schüler Tests verweigern. „Da brauchen wir aus meiner Sicht eine Testpflicht. Jedes Kind, das in die Schule kommt, muss getestet werden. Das ist die Voraussetzung, um einen sicheren Schulunterricht zu erteilen.”

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Nachhilfeprogramm, 27. März: Das Aufholen coronabedingter Lernrückstände von Schülerinnen und Schülern erfordert nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zusätzliche öffentliche Mittel von rund 1,5 Milliarden Euro, wie die „Rheinische Post” berichtet. Die Studie geht dem Bericht zufolge von rund 1,5 Millionen Schülern aus, bei denen durch die Krise ein stark erhöhter Förderbedarf entstanden ist. Die Autoren rechnen mit einem durchschnittlichen Förderbedarf von rund 100 Stunden pro betroffenem Kind und kommen so auf die Milliardensumme.

Über ein Förderprogramm beraten Bund und Länder bereits seit einigen Wochen: Im Gespräch ist eine „Nachhilfe-Milliarde”. Dies sei der Bedarf für die Kernfächer, erklärte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die SPD-geführten Länder schlagen vor, rund jedem fünften der 11 Millionen Schülerinnen und Schüler zusätzlichen Unterricht anzubieten – entweder über ein ganzes Schuljahr zwei Stunden pro Woche oder über ein halbes Schuljahr vier Stunden. Nach Angaben des Deutschen Lehrerverbands sind seit Beginn der Pandemie mehr als 500 Unterrichtsstunden weggefallen.

Karliczek sagte: „20 bis 25 Prozent der Schüler haben vermutlich große Lernrückstände – vielleicht sogar dramatische.” Möglichst schon zu den Sommerferien, spätestens zum neuen Schuljahr würden entsprechende Förderangebote bereitgestellt, für Deutsch, Mathematik und möglicherweise die erste Fremdsprache. Zielgruppe seien vor allem Schülerinnen und Schüler, bei denen ein Wechsel bevorstehe – entweder auf eine weiterführende Schule oder in eine Ausbildung. Der jeweilige Bedarf müsse „vorher in einer Lernstandserhebung ermittelt werden”.

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Lernförderprogramme, 24. März: Trotz des massiven Unterrichtsausfalls wegen der Corona-Einschränkungen gibt der Deutsche Lehrerverband das laufende Schuljahr nicht verloren. „Abhaken muss man dieses Schuljahr nicht. Das wäre auch eine unzulässige Negierung der großen Anstrengungen und des Engagements von Schülern und Lehrkräften im Distanzunterricht”, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur.

Er wolle die entstandenen Lücken nicht kleinreden. Aber wenn die Politik jetzt endlich handele und ein umfassendes Lernförderprogramm auf den Weg bringe, gebe es eine gute Chance, im nächsten und übernächsten Schuljahr Lerndefizite aufzuholen. Bund und Länder verhandeln derzeit über ein solches Programm, das bis zu eine Milliarde Euro kosten könnte. Die SPD-Länder hatten vorgeschlagen, dass etwa jedem fünften der rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler ein Angebot für eine Lernförderung gemacht werden könnte – entweder zwei zusätzliche Stunden pro Woche über ein ganzes Schuljahr oder vier Stunden über ein halbes Schuljahr.

Mit Blick auf den weiteren Schulbetrieb sagte Meidinger, Öffnungen auch bei höheren Corona-Zahlen seien nur verantwortbar, wenn eine umfassende Testung gewährleistet sei und die Lehrkräfte geimpft seien.

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Bund-Länder-Beratungen, 23. März: Bund und Länder wollen Corona-Tests für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte ausweiten und streben „baldmöglichst zwei Testungen pro Woche” an. Das geht aus dem gemeinsamen Beschluss hervor, den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach elfstündigen Beratungen der Bund-Länder-Runde in der Nacht vorgestellt hat.

Seit Kurzem werden an den Schulen Corona-Selbsttests ausgegeben. Die Verteilung und Organisation läuft regional unterschiedlich gut, und über die praktische Umsetzung wird vielerorts noch diskutiert, beispielsweise über die Frage, ob die Tests zu Hause oder in der Schule stattfinden sollen. Rechnerisch würden bei zwei Tests pro Woche für das komplette Kita- und Schulpersonal sowie alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland mehr als 20 Millionen Tests wöchentlich benötigt.

Zur Organisation des weiteren Betriebs von Schulen und Kitas, etwa zu möglichen Schließungen oder anderen Einschränkungen traf die Bund-Länder-Runde keine konkreten Vereinbarungen. Die Länder regeln diese Fragen damit weiterhin in Eigenregie. Die nächste Bund-Länder-Beratung zu den Corona-Maßnahmen soll am 12. April stattfinden.

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Schulschließungen, 23. März: Eine Mehrheit der Deutschen wäre einer Umfrage zufolge dafür, dass Schulen und Kitas angesichts der aktuellen Corona-Lage wieder geschlossen würden. 52 Prozent würden dies „eher” oder „voll und ganz” befürworten, wie eine aktuelle Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab. 34 Prozent würden einen solchen Schritt „eher” oder „voll und ganz” ablehnen, 14 Prozent machten keine Angabe. Westdeutsche (55 Prozent) sprechen sich demnach häufiger für eine Schließung aus als Ostdeutsche (41 Prozent).

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Probleme durch Distanzunterricht, 11. März: Die lange Phase der Schulschließungen und des damit verbundenen Distanzunterrichts bergen nach Einschätzung von Bildungsexpertinnen und Bildungsexperten vor allem bei Grundschulkindern das Risiko der Ausbildung von Lernschwierigkeiten. Je jünger Kinder seien, desto stärker seien sie beim Einstieg in die Schriftsprache und Mathematik auf individuelles Feedback angewiesen, sagte Marcus Hasselhorn vom Frankfurter DIPF Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar verhinderten in Deutschland rigide Datenschutzbestimmungen aussagekräftige Analysen zur Lernsituation der Kinder, sagte Hasselhorn. Daher stütze sich das DIPF bei seinen Empfehlungen auf Daten aus Nachbarländern wie der Schweiz mit einem ähnlichen Schulsystem wie Deutschland. Kürzlich seien dort Analysen der durch die Schulschließung bedingten Leistungseinbußen bei rund 350.000 Schülerinnen und Schülern vorgelegt worden. Auf Basis dieser Daten geht das Institut davon aus, dass auch hierzulande derzeit rund 15 Prozent der Kinder an Grundschulen nicht die Mindeststandards im Lesen, Schreiben und Rechnen erfüllen, wie Hasselhorn sagte.

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Bund-Länder-Beratungen zu den Corona-Maßnahmen, 4. März: Nach mehr als neunstündiger Beratung traten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor die Presse, um das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zu verkünden. Die weiteren Öffnungsschritte sind demnach in den kommenden Wochen von der 7-Tage-Inzidenz abhängig. Liegt sie bei unter 50, sind demnach im Zwei-Wochen-Rhythmus mehr Öffnungen möglich, als wenn die Inzidenz über 50 ist. Ab einer Inzidenz von 100 sollen Öffnungsschritte wieder um eine Stufe zurückgenommen werden. Die Schulen waren bei der Pressekonferenz kein Thema. Hier wurde auf die Länderhoheit verwiesen. „Über die schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht an Schulen entscheiden die Länder im Rahmen ihrer Kultushoheit. Für einen sicheren Schulbetrieb stellen die Länder sicher, dass das Personal in Schulen sowie alle Schülerinnen und Schulen pro Präsenzwoche mindestens einen kostenlosen Schnelltest erhalten”, heißt es in der Veröffentlichung der Bundesregierung zu den neuen Regelungen. Die Kultusministerkonferenz hatte sich bereits am Montagabend darauf verständigt, nach den Grundschulen auch die weiterführenden Schulen schrittweise zu öffnen, „sofern es die Infektionslage weiterhin zulässt”.

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Bund-Länder-Beratung, 10. Februar: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder haben am Mittwoch mehrere Stunden über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie beraten. Die bisherigen Regeln laufen am 14. Februar aus. Nach mehrstündigen Beratungen wurde in der anschließenden Pressekonferenz verkündet: Die meisten Lockdown-Maßnahmen werden bis  7. März verlängert. Ausnahmen soll es im Februar lediglich für die Schulen und Kitas geben. Demnach können zunächst Grundschulen bereits ab 15. Februar den Betrieb schrittweise wieder aufnehmen. Eine bundesweit einheitliche Regelung, wann die Schulen wie ihren Präsenzbetrieb wieder aufnehmen, soll es allerdings nicht geben. Die Bundeskanzlerin verwies hier auf die Kultushoheit der Länder. Zu erwarten sind also unterschiedliche Regelungen bei den Schulöffnungen in den Ländern.

Die Bundeskanzlerin äußerte sich auch zu den Impfungen von Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern. Sie kündigte an, bei der nächsten Fortschreibung der Impfverordnung die Gesundheitsministerien prüfen zu lassen, ob diese Beschäftigten früher als bisher geplant Impfungen bekommen können. Sie könnten dann möglicherweise statt in Gruppe 3 schon in Gruppe 2 vorgesehen werden.

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Leitfaden für Schulöffnungen, 8. Februar: Masken, regelmäßiges Lüften, die Bildung fester Gruppen, ein entzerrter Schülerverkehr und andere Infektionsschutzmaßnahmen können einen Schulbetrieb unter Corona-Bedingungen möglich machen. Das wird nun in einem gemeinsamen Leitfaden verschiedener wissenschaftlicher Fachgesellschaften, Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertreter aus dem Schulbereich bestätigt. Das Papier zur Prävention und Kontrolle von Corona-Übertragungen in Schulen wurde am Montag von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) in Berlin vorgestellt. Um den Zeitpunkt möglicher Schulöffnungen nach dem Lockdown geht es darin nicht.

Es werden in dem Papier auch keine neuen Maßnahmen präsentiert, sondern Dinge genauer betrachtet, die während der Pandemie bereits an den Schulen umgesetzt werden und wurden. Ausgewertet wurden 40 vorliegende Studien aus verschiedenen Ländern zum Nutzen solcher Maßnahmen. Nun liegt eine gemeinsame Einschätzung auf breiter Basis vor, ob sie etwas bringen. Das Papier richtet sich an Ministerien, Behörden, Schulen, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und Eltern.

Als wirkungsvoll erachtet und empfohlen wird demnach je nach Infektionsgeschehen die Bildung sogenannter Kohorten an Schulen, also die Einteilung von Schülerinnen und Schülern in feste große Gruppen und eine Trennung, etwa jahrgangs- oder klassenweise. Bei höheren Ansteckungszahlen wird Klassenteilung und Wechselunterricht empfohlen. Bei der Rückkehr in den Präsenzunterricht sollen zuerst Grundschulen dran sein.

Die Leitlinie empfiehlt ab hohem Infektionsgeschehen auch das Tragen von medizinischen Masken in Schulen. „Mit Maskentragen gehen geringe gesundheitliche Nebenwirkungen einher. Es gibt keine Evidenz für mögliche Schäden durch Tragen einer Maske”, heißt es in dem Papier. Bei hohen Corona-Zahlen wird zudem eine Entzerrung des Schülerverkehrs und das Tragen von OP-Masken im Schulbus empfohlen. Konkrete Inzidenzzahlen werden in der Leitlinie nicht genannt.

Zudem gibt es Empfehlungen für Musik- und Sportunterricht und zum Umgang mit erkälteten Schülerinnen und Schülern.

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KMK zu Abschlüssen, 21. Januar: Wegen der anhaltenden Ausnahmesituation an den Schulen in Folge der Corona-Pandemie haben sich die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder auf einen gemeinsamen Rahmen für Prüfungen im laufenden Schuljahr verständigt. In einer Schaltkonferenz vereinbarten sie am Donnerstag, dass auch die in diesem Corona-Schuljahr erworbenen Abschlüsse „denen früherer und späterer Jahrgänge gleichwertig sind und gegenseitig anerkannt werden”.

In dem Beschluss wird zudem bekräftigt, dass die Prüfungen für das Abitur trotz der jetzigen Schulschließungen stattfinden sollen. Die Länder sollen außerdem sicherstellen, dass die Abschlüsse im Sekundarbereich eins, also etwa Haupt- oder Realschulabschlüsse, erlangt werden können. „An Berufsschulen sind Prüfungen durchzuführen, soweit es das Infektionsgeschehen zulässt”, heißt es weiter.

Die Länder können Schülerinnen und Schülern der Vereinbarung zufolge auch die Möglichkeit eröffnen, das Schuljahr zu wiederholen, ohne dass dies auf die Verweildauer angerechnet wird – „insbesondere in der gymnasialen Oberstufe”, wie es heißt.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sagte zu den getroffenen Verabredungen: „Unser heutiger Beschluss ist von dem Leitgedanken getragen, dass Schülerinnen und Schülern in diesem von der Pandemie geprägten Schuljahr keine Nachteile für ihre weitere Bildungsbiografie entstehen dürfen.”

Grundsätzlich handelt es sich bei der Verabredung der KMK um einen rechtlich nicht bindenden gemeinsamen Rahmen. Die Bundesländer sind für Schulpolitik selbst verantwortlich und entscheiden am Ende selbstständig, wie genau sie in der Corona-Pandemie und aufgrund der Beeinträchtigungen durch die Schulschließungen weiter vorgehen.

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Studie Digitalunterricht, 19. Januar: Die Initiative D21 hat in der Studie „Digitaler Unterricht während Corona” untersucht, welche Erfahrungen alle Schulbeteiligten in der Corona-Zeit bis zum Sommer gemacht haben. Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte erlebten beim digitalen Unterricht demnach konkrete Hürden. Das häufigste Problem war demnach die uneinheitliche Vorgehensweise, wie und wo Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt wurde (42 Prozent). Die Hälfte gab an, dass nur die Übermittlung des Materials digital erfolgte, die Lehrmittel und Bearbeitung ansonsten aber analog blieben. Schülerinnen und Schüler erlebten außerdem eine mangelnde Selbstorganisation als große Belastung. Wie allerdings die Folgebefragung für das Deutsche Schulbarometer zeigt, die im Dezember durchgeführt wurde, haben Lehrkräfte bis zum zweiten Lockdown ihre Kompetenzen für digitalen Unterricht deutlich erweitert und auch die Schülerinnen und Schüler inzwischen stärker befähigt, eigenverantwortlich zu arbeiten. 
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Kultusministerkonferenz, 4. Januar: Die Kultusministerkonferenz hat sich heute in einer Videoschaltkonferenz dazu beraten, wie es an den Schulen nach den im Dezember zunächst bis 10. Januar beschlossenen Schulschließungen weitergehen soll. Konkrete Beschlüsse wurden nicht gefasst. Allerdings hat sie sich auf einen Stufenplan zu Schulöffnungen verständigt, den sie in die morgige Beratung der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einbringen will. Zunächst betrachten es die Kultusministerinnen und Kultusminister aufgrund der nach wie vor hohen 7-Tage-Inzidenzwerte und der nicht sicheren Einschätzung des Infektionsgeschehens in Folge der Feiertage als notwendig, „unter Umständen die im Dezember beschlossenen Maßnahmen in Deutschland oder in einzelnen Ländern fortgeführt werden müssen”, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

In ihrem Beschluss betont die Kultusministerkonferenz, dass die Öffnung von Schulen höchste Bedeutung habe. „Sollte es zu Lockerungen der im Dezember 2020 beschlossenen Maßnahmen kommen, müssen die Schulen von Anfang an dabei sein.” Distanzunterricht in den Schulen über einen längeren Zeitraum bleibe nicht ohne negative Folgen für die Bildungsbiographien und die soziale Teilhabe der Kinder und Jugendlichen. Die Kultusministerinnen und Kultusminister betonen daher die Bedeutung einer schnellen Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an den Schulen.

Dazu sagte die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz und brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD): „Die Kultusministerkonferenz bekräftigt die große pädagogische Bedeutung des Präsenzunterrichts für die Schülerinnen und Schüler. Wenn sich in den Ländern Spielräume für Lockerungen ergeben, sollen die Grundschülerinnen und Grundschüler bzw. die unteren Jahrgänge als erstes wieder die Schule besuchen können. Für die Abschlussklassen sollen mit Blick auf die Abschlüsse und Prüfungen weiterhin Ausnahmen vom Distanzunterricht möglich sein.“

Wenn die Schulen wieder geöffnet werden, spricht sich die KMK für folgenden Stufenplan aus:

  • Stufe 1: Präsenzunterricht für Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1 bis 6. Die weiteren Jahrgänge der weiterführenden Schulen bleiben im Distanzunterricht.
  • Stufe 2: Ergänzend zu Stufe 1 gibt es Hybridunterricht (Wechselmodelle) für Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden und beruflichen weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 7 (durch Halbierung der Klassengrößen).
  • Stufe 3: Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen.

Ausnahmen sollen zudem für Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen möglich sein, um die Vorbereitung auf Prüfungen angemessen begleiten zu können. Wie es aus Kreisen der Kultusministerinnen und Kultusminister hieß, soll es mit diesem Beschluss möglich werden, dass Länder ihre Schulen bereits in der kommenden Woche für die Klassen 1 bis 6, 10 und 12 öffnen.

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Bund-Länder-Beschluss, 13. Dezember: Nach nur einer Stunde Videokonferenz traten am Sonntagvormittag traten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der zurzeit amtierender Chef der Ministerpräsidentenrunde ist, vor die Presse. Sie verkündeten einen harten Lockdown, der ab Mittwoch, 16. Dezember gelten soll Das heißt auch: Ab diesem Tag sind die Schulen wieder geschlossen. Die Schulschließungen betreffen alle Jahrgänge. „Wir sind zum Handeln gezwungen”, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der anschließenden Pressekonferenz. Notbetreuungen würden trotz der Schulschließungen bereitgestellt und Regelungen zum Distanzlernen angeboten werden. Lediglich für Abschlussklassen „können gesonderte Regelungen erlassen werden”, sagte sie. Die Maßnahmen sollen bis mindestens 10. Januar andauern. Ziel bleibe es, die Inzidenz runterzubringen. Sie nannte als angestrebten Wert eine 7-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen oder weniger. Mit dpa

Umfrage zum Wechselunterricht

An den meisten Schulen gibt es jetzt  Wechselunterricht  – also einen Wechsel von Unterricht in der Schule und Lernen zu Hause. Das Modell wird kontrovers diskutiert. Die einen Schulen sehen darin einen guten Weg, weil Schülerinnen und Schüler zumindest zeitweise wieder in der Schule sein können und Sozialkontakte haben. Andere Schulen – gerade solche, die beim Digitalunterricht inzwischen gut aufgestellt sind – kritisieren das Modell, weil es schulorganisatorisch schwer umsetzbar sei. Viele Schulen würden daher gern selbst darüber entscheiden, wie und wann sie den Präsenzunterricht wieder aufnehmen. Wir haben bis 5. April nach Ihrer Meinung gefragt. Die Abstimmung ist inzwischen geschlossen. Hier sehen Sie das Ergebnis:

4199 Personen haben an der Abstimmung teilgenommen.