News-Blog : Schulschließungen: Wie es an den Schulen im Lockdown weitergeht

Die Schulen sollen bis 14. Februar geschlossen bleiben. Wegen der Corona-Pandemie wurde in der vergangenen Woche die Verlängerung des Lockdowns beschlossen. Es bleibt also weiter bei Schulschließungen und Fernunterricht – mit Ausnahmen. „Wir müssen auf eine restriktive Umsetzung dieses Beschlusses dringen”, betonte die Bundeskanzlerin in der vergangenen Woche. Die Fortführung der Schulschließungen begründete sie auch damit, dass es Hinweise dafür gebe, dass sich die neuen Virusmutationen auch unter Kindern und Jugendlichen stärker verbreiten können, als das bei dem bisherigen Virus der Fall sei. Doch trotz des Rufes nach einem einheitlichere Vorgehen, scheren manche Bundesländer schon wieder aus. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte sofort an, dass in seinem Land die Grundschulen voraussichtlich vom 1. Februar an schrittweise wieder öffnen – „wenn die Infektionslage das zulässt”. In Niedersachsen gibt es bereits an Grundschulen ein Wechselmodell. Thüringens Kultusminister warnt hingegen, dass die Schulschließungen bis Ostern dauern könnten. Das Schulportal informiert täglich in diesem News-Blog über die neuesten Entwicklungen an den Schulen im Lockdown, darüber, welche Auswirkungen die Schulschließungen auf die Abschlussprüfungen haben und wie es nach dem Lockdown an den Schulen weitergehen soll.

Annette Kuhn / 25. Januar 2021 / 1 Kommentar
Lockdown und Schule Stühle auf den Tischen im Klassenraum
Wann und in welcher Form die Schulen wieder öffnen werden, ist beim derzeitigen Infektionsgeschehen noch völlig unklar.
©Jan Woitas/dpa

Schulöffnungen, 25. Januar: Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz und brandenburgische Bildungsministerin, Britta Ernst (SPD), hält erste Schulöffnungen Anfang Februar für möglich. „Sicher nicht vollständig”, schränkte sie in der „Rheinischen Post” ein. „Aber ich halte das bei entsprechender Infektionslage beispielsweise mit Wechselunterricht für möglich. Allerdings kann das anfangs auch nur für Abschlussklassen und die ersten Klassenstufen gelten. Distanzunterricht über einen langen Zeitraum tut insbesondere den Grundschulkindern nicht gut.” Weiter sagte sie: „Kein Land sollte auf ein anderes warten müssen, um seine Schulen zu öffnen”, und sie verwies dabei auf ein sehr unterschiedliches Corona-Infektionsgeschehen in den Bundesländern.

Die SPD-Politikerin sprach sich im Interview zudem für Lernangebote in den Sommerferien aus: „In den Sommerferien sollten Schulen Angebote machen, auch um Lernstoff nachzuholen, der im Distanzunterricht auf der Strecke blieb. Das hat es ja auch im letzten Jahr schon in vielen Bundesländern gegeben.”

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Sind die Schulen jetzt besser auf den Fernunterricht vorbereitet?

Spannende Ergebnisse bietet die Folgebefragung von Lehrkräften für das Deutsche Schulbarometer Spezial zur Corona-Krise

Zur Umfrage

Stand in den Bundesländern, 25. Januar: Der Lockdown wird bis Mitte Februar verlängert und sogar noch verschärft. Das bedeutet: Auch die Schulschließungen bleiben bis 14. Februar weiter bestehen. Für die meisten Schülerinnen und Schüler gibt es also weiter Fernunterricht. Zuletzt waren die Regelungen zu den Schulen in der Corona-Krise in den einzelnen Bundesländern aber sehr unterschiedlich. In Niedersachsen sind die ersten Grundschülerinnen und Grundschüler seit 18. Januar wieder in den Präsenzunterricht zurückgekehrt. Allerdings wurde dort die Präsenzpflicht aufgehoben. Für Baden-Württemberg kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wiederum direkt nach der Vorstellung des Bund-Länder-Beschlusses an, die Grundschulen ab 1. Februar zu öffnen, wenn das Corona-Infektionsgeschehen dies erlaube. Ob jetzt tatsächlich mehr Einheitlichkeit in Bezug auf die Schulen in den Ländern zu erreichen ist, bleibt abzuwarten. Zu klären wird auch noch sein, wie die Einschränkungen im Unterrichtsbetrieb aufgrund der Schulschließungen kompensiert werden können und welche Auswirkungen die Verlängerung des Lockdowns für die Abiturprüfungen und andere Schulabschlüsse hat. Zu diesem Thema hat sich die Kultusministerkonferenz inzwischen zwar auf ein einheitliches Vorgehen verständigt, dennoch kann es Abweichungen zwischen den Ländern geben. Hier der aktuelle Stand in den Bundesländern im Lockdown und wie es an den Schulen danach weitergehen soll:

Lehrerverband, 24. Januar: Der Präsident des Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hat mit drastischen Worten die Bildungspolitik in Deutschland kritisiert. „Wir haben doch jetzt alle gemerkt, dass schulpolitische Probleme jahrzehntelang bloß verschleppt und nicht gelöst wurden”, sagte Meidinger der „Augsburger Allgemeinen” auch mit Blick auf die Corona-Krise. „Wenn die Politik etwa das Problem des Lehrermangels vorher gelöst hätte, dann wäre es aktuell einfacher, Risikopersonen unter den Lehrkräften zu ersetzen oder den Unterricht aufrechtzuerhalten, wenn Lehrer in Quarantäne müssen.” Die Bildungspolitik sei von „gescheiterten Reformen, Fehlern und einem katastrophalen Krisenmanagement” geprägt wie wenige andere Bereiche.

Konkret kritisierte Meidinger etwa, dass die Länder bei der Vergleichbarkeit von Abschlussprüfungen kaum Fortschritte gemacht hätten. „Eine Note 2,1 in Bremen zählt genauso viel wie eine 2,1 in Sachsen. Dabei liegen 15-jährige Bremer im Schnitt zwei Lernjahre hinter 15-jährigen Sachsen oder Bayern zurück. Ein Umzug von einem ins andere Bundesland ist oft mit enormen Schwierigkeiten verbunden.”

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Datenschutz, 22. Januar: Nach Einschätzung von Thüringens Landesdatenschutzbeauftragten Lutz Hasse sollten Schulen vorerst keine Videokonferenz-Anbieter nutzen, die ihre Server in den USA stehen haben. „Bestimmte Systeme sind aus meiner Sicht kritisch zu sehen, wenn sie ihre Server in den USA stehen haben und dort Daten verarbeitet werden”, sagte Hasse der Deutschen Presse-Agentur.

Er verwies auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom Juli hin, das die EU-US-Datenschutzvereinbarung „Privacy Shield” für nichtig erklärte. In der „Privacy Shield” wurde geregelt, dass Unternehmen personenbezogene Daten unter bestimmten Schutzvorkehrungen von EU-Ländern in die USA übermitteln dürfen. „Diese Rechtsgrundlage ist entfallen”, sagte Hasse.

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KMK zu Abschlüssen, 21. Januar: Wegen der anhaltenden Ausnahmesituation an den Schulen in Folge der Corona-Pandemie haben sich die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder auf einen gemeinsamen Rahmen für Prüfungen im laufenden Schuljahr verständigt. In einer Schaltkonferenz vereinbarten sie am Donnerstag, dass auch die in diesem Corona-Schuljahr erworbenen Abschlüsse „denen früherer und späterer Jahrgänge gleichwertig sind und gegenseitig anerkannt werden”.

In dem Beschluss wird zudem bekräftigt, dass die Prüfungen für das Abitur trotz der jetzigen Schulschließungen stattfinden sollen. Die Länder sollen außerdem sicherstellen, dass die Abschlüsse im Sekundarbereich eins, also etwa Haupt- oder Realschulabschlüsse, erlangt werden können. „An Berufsschulen sind Prüfungen durchzuführen, soweit es das Infektionsgeschehen zulässt”, heißt es weiter.

Die Länder können Schülerinnen und Schülern der Vereinbarung zufolge auch die Möglichkeit eröffnen, das Schuljahr zu wiederholen, ohne dass dies auf die Verweildauer angerechnet wird – „insbesondere in der gymnasialen Oberstufe”, wie es heißt.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sagte zu den getroffenen Verabredungen: „Unser heutiger Beschluss ist von dem Leitgedanken getragen, dass Schülerinnen und Schülern in diesem von der Pandemie geprägten Schuljahr keine Nachteile für ihre weitere Bildungsbiografie entstehen dürfen.”

Grundsätzlich handelt es sich bei der Verabredung der KMK um einen rechtlich nicht bindenden gemeinsamen Rahmen. Die Bundesländer sind für Schulpolitik selbst verantwortlich und entscheiden am Ende selbstständig, wie genau sie in der Corona-Pandemie und aufgrund der Beeinträchtigungen durch die Schulschließungen weiter vorgehen.

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Handlungsempfehlungen, 21. Januar: Eine von der Friedrich-Ebert-Stiftung eingesetzte Kommission hat Empfehlungen dazu erarbeitet, wie Bildungsbenachteiligungen angesichts der jetzigen Schulschließungen kurzfristig und perspektivisch vermieden werden können. Die Kommission aus Bildungsexpertinnen und -experten gibt Empfehlungen zu fünf Handlungsfeldern: der kurzfristigen Schulplanung und -organisation, der Gestaltung von Wechselunterricht, der Sicherung fairer Prüfungschancen, der digitalen Bildung, der Ressourcenverteilung und der Lehrkräftefortbildung.

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Lernunterstützung, 21. Januar: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) fordert zusätzliche Angebote für benachteiligte Schülerinnen und Schüler in der Corona-Krise. „Ich habe den Ländern angeboten, dass wir solche Programme in den Ferien wieder auflegen können”, sagte Karliczek dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie verwies darauf, dass einige Bundesländer schon nach dem vergangenen Schuljahr Empfehlungen in den Zeugnissen gegeben hätten, an sogenannten Summer Schools teilzunehmen.

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Reaktionen auf Bund-Länder-Beschluss, 20. Januar: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Die Schulen und Kitas weiterhin nahezu vollständig geschlossen zu halten, gehört sicherlich zu den härtesten politischen Entscheidungen zu Beginn dieses Jahres.” Aber sie sei angesichts der Entwicklung der Corona-Pandemie notwendig.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) forderte klare Perspektiven für Kinder und Eltern im Lockdown. „Sobald es das Infektionsgeschehen zulässt, müssen Kinderbetreuungsangebote dann mit als erstes wieder öffnen”, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hofft nach eigenen Worten darauf, dass Mitte Februar an den Schulen „der große Einstieg wieder gelingt”, wie er in der „Augsburger Allgemeinen” sagte. Die Entscheidung von Bund und Ländern, die Schulen bis zum 14. Februar weitgehend geschlossen zu halten, trägt der Verband demnach mit. „An den Schulen jetzt zu lockern und sie dann innerhalb kürzester Zeit wieder dichtzumachen, wäre das verkehrteste, was man tun kann.” Meidinger erneuerte seinen Vorschlag für ein freiwilliges Zusatzjahr, in dem die Schülerinnen und Schüler, die besonders von den Schulschließungen und die damit verbundenen Ausfälle betroffen seien, den Stoff wieder aufholen könnten. Gegebenenfalls könnten sie in Gruppen zusammengefasst und mit einem speziell auf sie zugeschnittenen Stundenplan versorgt werden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert den Bund-Länder-Beschluss zur Bekämpfung der Corona-Pandemie scharf, da dieser zu viele Schlupflöcher habe. Sie fürchte einen „föderalen Flickenteppich in der Bildung”. Grundsätzlich begrüße die GEW aber, dass die Präsenzpflicht für Schulen und Kitas zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiterhin ausgesetzt sei.

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Studie Digitalunterricht, 19. Januar: Die Initiative D21 hat in der Studie „Digitaler Unterricht während Corona” untersucht, welche Erfahrungen alle Schulbeteiligten in der Corona-Zeit bis zum Sommer gemacht haben. Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte erlebten beim digitalen Unterricht demnach konkrete Hürden. Das häufigste Problem war demnach die uneinheitliche Vorgehensweise, wie und wo Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt wurde (42 Prozent). Die Hälfte gab an, dass nur die Übermittlung des Materials digital erfolgte, die Lehrmittel und Bearbeitung ansonsten aber analog blieben. Schülerinnen und Schüler erlebten außerdem eine mangelnde Selbstorganisation als große Belastung. Wie allerdings die Folgebefragung für das Deutsche Schulbarometer zeigt, die im Dezember durchgeführt wurde, haben Lehrkräfte bis zum zweiten Lockdown ihre Kompetenzen für digitalen Unterricht deutlich erweitert und auch die Schülerinnen und Schüler inzwischen stärker befähigt, eigenverantwortlich zu arbeiten. 
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KMK-Präsidentin, 18. Januar: Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), hat vor den nächsten Corona-Beratungen von Bund und Ländern am Dienstag vor zu starken Einschränkungen an Schulen gewarnt. „Die Ausnahmeregel für die Abschlussklassen muss bleiben, sonst wird es Probleme bei den Abschlüssen, dem mittleren Schulabschluss und dem Abitur, geben”, sagte sie am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Schülerinnen und Schüler dürften keine Nachteile aufgrund des Lockdowns und der Schulschließungen erfahren. „Es hat oberste Priorität, allen Absolventinnen und Absolventen faire und gerechte Chancen für den Erwerb des angestrebten Schulabschlusses zu geben.”

Die meisten Schulen in Deutschland sind seit Mitte Dezember geschlossen oder es wurde die Anwesenheitspflicht ausgesetzt. Für Abschlussklassen darf es aber Ausnahmen geben. Teilweise findet deshalb Unterricht an den Schulen für Klassen statt, die vor Prüfungen stehen. Sobald es die Corona-Zahlen zulassen, sollen möglichst auch Grundschülerinnen und Grundschüler zurückkehren.

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Kinderkrankentage, 18. Januar: In einer Sondersitzung am Montag hat der Bundesrat die Aufstockung der Kinderkrankentage in der Corona-Krise beschlossen. Mütter und Väter können also die Kinderkrankentage in diesem Jahr auch einsetzen, wenn sie wegen der Kita- und Schulschließungen nicht arbeiten können. Die Anzahl der Krankentage wird dafür von 10 auf 20 pro Elternteil verdoppelt, für Alleinerziehende von 20 auf 40. Die Regelung tritt rückwirkend zum 5. Januar in Kraft.

Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes. Normalerweise zahlt es die gesetzliche Krankenkasse, wenn Eltern wegen der Pflege eines kranken unter zwölfjährigen Kindes nicht arbeiten können. Bei Kindern mit Behinderung gilt das über diese Altersgrenze hinaus.

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Der Verantwortliche für die internationalen Pisa-Studien, OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher, hat sich für die Öffnung von Grundschulen und Kindergärten in der Pandemie ausgesprochen. „Selbst in der gegenwärtigen Infektionslage habe ich wenig Verständnis dafür, dass Grundschulen und Kindergärten flächendeckend geschlossen werden”, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”.

„Schulschließungen haben langfristig schwerwiegende Folgen, vor allem in den ersten Schuljahren und vor allem für Kinder aus sozial benachteiligtem Umfeld“, erklärte er. Auch Frankreich schränke das Leben ein und habe die zweite Corona-Welle gebrochen, ohne die Schulen zu schließen.

Er wandte sich gegen Vorschläge, an das Ende der Schulzeit ein Jahr anzuhängen. „Das hieße ja, wir setzen jetzt nicht alles daran, Lernverluste aufzuholen, sondern schreiben das Schuljahr einfach ab.” Auch den Vorschlag, das Sitzenbleiben auszusetzen, lehnte er ab. „Entscheidend ist, dass Schulen Lerndefizite früh erkennen und gezielt ausgleichen. Dann erübrigt sich das Sitzenbleiben.”

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Auswirkungen Lockdown, 16. Januar: Der Lockdown wegen der Corona-Pandemie wird dem Kinderhilfsprojekt Arche zufolge bei sozial benachteiligten Kindern tiefe Spuren hinterlassen. „Die Folgen des Lockdowns sind fatal”, sagte der Hamburger Projektleiter Tobias Lucht der Deutschen Presse-Agentur. Schon beim ersten Lockdown im Frühjahr seien durch die Schulschließungen die Defizite bei vielen Kindern so groß gewesen, dass sie kaum mehr aufgeholt werden konnten.

Er hoffe daher, dass die Schulen Präsenzunterricht anbieten können – in welcher Form auch immer. „Unterricht auf Distanz über mehrere Monate funktioniert nicht”, sagte Lucht. „Für viele Kinder sind ihre Lehrer oft die einzigen Bezugspersonen”, meinte der Pädagoge. Die Arche ist ein christliches Kinderhilfswerk mit Einrichtungen in zahlreichen deutschen Städten, darunter Berlin, Frankfurt und Hamburg.

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Schulabschlüsse, 15. Januar: Der Präsident des Lehrerverbands will in der Corona-Krise an den Abschlussprüfungen festhalten. „Wir sollten alles tun, um den Schülerinnen und Schülern den Makel eines Not-Abiturs oder eines Not-Realschulabschlusses zu ersparen”, sagte Heinz-Peter Meidinger der „Passauer Neuen Presse”.

Sollten die Abschlussprüfungen als Folge der Schulschließungen ausfallen, seien die Zeugnisse der Absolventen nicht vergleichbar und weniger wert. „Da droht dann der unsichtbare, aber verhängnisvolle Corona-Stempel auf den Abschlusszertifikaten”, warnte Meidinger. Im Zweifel sollten die Prüfungen lieber noch einmal verschoben werden.

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Sitzenbleiben, 15. Januar: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) äußert sich kritisch zu Forderungen nach einem Verzicht auf das Sitzenbleiben im Corona-Schuljahr. „Ein Schuljahr zu wiederholen, ist für die Betroffenen nicht schön. Dies passiert allerdings unabhängig von der Pandemie”, sagte Karliczek der „Rheinischen Post”. Damit solle die Chance verbunden werden, wieder einen besseren Anschluss an den Lernstoff zu bekommen, also neue Chancen eröffnen. Sie halte nichts davon, diese Möglichkeit generell auszuschließen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte sich dafür ausgesprochen, aufgrund der Corona-Einschränkungen  in diesem Schuljahr auf das Sitzenbleiben zu verzichten.

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Impfungen, 15. Januar: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands hält es für sinnvoll, Lehrkräfte schon früher als bisher geplant gegen das Coronavirus zu impfen. „Nach den derzeitigen Plänen sollen Lehrerinnen und Lehrer erst im zweiten Quartal dieses Jahres geimpft werden. Das halten wir für zu spät”, sagte Heinz-Peter Meidinger dem „Focus”. Zumindest für ältere Lehrkräfte über 60 Jahren sollte es frühere Impftermine geben. Zugleich betonte Meidinger, dass die Impfbereitschaft unter den Pädagogen groß sei. Eine hohe Impfquote könne daher leicht erreicht werden.

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Lehrerlaptops, 15. Januar: Von dem 500 Millionen Euro schweren Bundesprogramm zur Finanzierung von Dienstlaptops für Lehrerinnen und Lehrer ist noch kein Geld abgerufen worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Antwort des Bundesbildungsministeriums stammt vom 13. Januar. Darin heißt es, es konnten noch keine Mittel ausgezahlt werden, weil die entsprechende Vereinbarung zwischen Bund und Ländern über das 500-Millionen-Paket noch nicht von allen Bundesländern unterzeichnet worden und damit noch nicht in Kraft sei. Aus welchen Ländern die Unterschriften noch fehlen, wird nicht genannt.

Das Dienstlaptop-Programm hatten Vertreter der Länder, SPD-Chefin Saskia Esken und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im August bei einem „Schulgipfel” im Kanzleramt angestoßen. Neben einem 500-Millionen-Programm zur Ausstattung von bedürftigen Schülerinnen und Schülern mit Laptops zum Ausleihen und weiteren 500 Millionen zur Finanzierung von IT-Administratoren für die Schulen ist es die dritte Aufstockung des sogenannten Digitalpakts Schule. Dieses Förderprogramm mit ursprünglich fünf Milliarden Euro vom Bund wurde 2019 für den Aufbau der digitalen Infrastruktur an den Schulen aufgelegt, etwa zur Installation von schuleigenem WLAN oder zur Anschaffung von Smartboards.

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Schülervertretung, 15. Januar: Die Bundesschülerkonferenz warnt vor gravierenden Folgen bei Problemen mit dem Fernunterricht während der Schulschließungen. „Bund und Länder müssen jetzt Geld in die Hand nehmen und Serverkapazitäten massiv ausbauen. Sonst enden diese Wochen in einem Desaster”, sagte Generalsekretär Dario Schramm der Deutschen Presse-Agentur.

Die Art und Weise, wie der Unterricht momentan im Lockdown gestaltet werde, hänge sehr stark von den Lehrerinnen und Lehrern ab, sagte Schramm zur Frage, inwieweit zum Beispiel Videokonferenzen stattfinden und was Aufgabenumfang und Unterstützungsangebote betrifft. Lehrkräfte gäben in einer überwältigenden Mehrheit aber ihr Bestes. „Wie sollen sie auch den ,perfekten’ digitalen Unterricht auf die Beine stellen, so ganz ohne vernünftige Fortbildungen und eine funktionierende Technik?”

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Notabitur, 14. Januar: Die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst (SPD), will Abiturientinnen und Abiturienten trotz der Corona-Pandemie und der jetzigen Schulschließungen ein vollwertiges Abitur ermöglichen. „Wir werden uns innerhalb der KMK mit allen Bundesländern austauschen, wie wir unter Beibehaltung unserer gemeinsamen Standards das Abitur auch unter diesen Rahmenbedingungen gerecht durchführen können”, sagte Ernst der „Welt”.

Die Schülerinnen und Schüler, die in diesem Jahr ihren Abschluss machen, müssten die Sicherheit haben, dass sie nicht benachteiligt werden. „Ein Notabitur hätte fatale Folgen. Wir brauchen eine gleichwertige Hochschulzugangsberechtigung.” Ob die bisherigen Maßnahmen an den Schulen nachjustiert werden müssten, hänge von der weiteren Entwicklung der Corona-Infektionszahlen ab, sagte Ernst, die auch Bildungsministerin in Brandenburg ist.

„Sollten die harten Einschränkungen im Schulbetrieb jetzt noch viel länger dauern, müssen wir uns das Thema Abschlüsse noch einmal vornehmen.” In Berlin und Brandenburg sei schon entschieden worden, dass die dortigen Schulen beim Abitur eine Aufgabe mehr zur Auswahl bekommen.

Auf die Forderung von Schülerverbänden angesichts der Schulschließungen und dadurch entstandenen Unterrichtsausfälle einen Nachteilsausgleich zu gewähren, um so die Chancengleichheit im Studium zu gewährleisten, wollte die KMK-Präsidentin dem Bericht zufolge erst einmal nicht eingehen. Die Diskussion darüber sei verfrüht. Versäumten Unterrichtsstoff durch Anhängen eines weiteren Schuljahrs zu kompensieren, sei nicht notwendig, sagte Ernst.

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Schulöffnung, 14. Januar: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat davor gewarnt, Schulen und Kitas langfristig geschlossen zu halten. „Diese Schließung oder starke Einschränkung von Kitas und Schulen darf natürlich keine langfristige Option sein”, sagte sie am Donnerstag. Die Situation führe zu großen Belastungen für die Kindergesundheit. Giffey nannte Bewegungsmangel, Übergewicht und Vereinsamung. „Das alles müssen wir im Blick haben, wenn wir über den Januar hinausdenken.” Jetzt sei man aber in einer so ernsten Situation, dass es ohne Kontaktbeschränkungen und Einschränkungen nicht gehe. In den kommenden Wochen müsse man aber wieder zu anderen Lösungen kommen, es brauche einen Betrieb von Kitas und Schulen im Sinne des Kindeswohls.

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Neue Corona-Studien, 14. Januar: Wieder einmal sind neue Studien zur Corona-Ansteckungsgefahr bei Kindern veröffentlicht. Nach Erkenntnissen von Medizinern aus Mecklenburg-Vorpommern sind Kinder demnach keine Pandemietreiber. Verantwortlich für Infektionen bei Schülerinnen und Schülern seien insbesondere Kontakte mit positiv Getesteten und ungeordnete Zusammenkünfte außerhalb des Haushaltes und der Schule, heißt es in einer Studie von Medizinern der Universitäten Rostock und Greifswald sowie dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus). Die Studie soll Anfang Februar im Ärzteblatt MV veröffentlicht werden. Die These der Mediziner in Mecklenburg-Vorpommern werde dadurch belegt, dass es im zweiten Halbjahr mit 47 Lehrkräften und 162 Schülerinnen und Schülern eine hohe Zahl positiv getesteter Fälle an einzelnen Schulen gegeben habe, gleichzeitig aber nur sechs Ausbrüche mit mehr als zehn Infizierten.

Auch die  jüngsten Ergebnisse einer großangelegten Studie in Island deuten darauf hin, dass Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren sich etwa halb so häufig mit dem Coronavirus infizieren und es weitergeben wie Erwachsene. Meldedaten aus Deutschland bestätigen dies tendenziell, erläutert der Epidemiologe Timo Ulrichs von der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin. Die unter 15-Jährigen seien bei den neu gemeldeten Infektionen unterrepräsentiert.

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KMK-Präsidentin zum Abitur, 13. Januar: Abschlussklassen, die vor dem Abitur stehen, werden nach Einschätzung der neuen Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst (SPD), trotz der Corona-Lage und trotz der Schulschließungen in diesem Jahr ihre Prüfungen ablegen können. „Nach den bisherigen Rahmenbedingungen gehen wir davon aus, dass wir das Abitur gut durchführen können”, sagte die brandenburgische Bildungsministerin am Mittwoch im SWR. „Wir haben im letzten Jahr bei geschlossenen Schulen das Abitur durchgeführt und die Abstände und Hygieneregeln gewahrt.” Man werde auch in diesem Jahr alles dafür tun, dass es stattfindet.

Die neue KMK-Präsidentin schloss allerdings nicht aus, dass es Änderungen beim Abitur geben könnte. In der KMK werde auch Plan A, B und C erörtert, sagte sie. „Wenn das Infektionsgeschehen uns im Februar, März und vielleicht April noch so im Griff hält, dass der Präsenzunterricht sehr eingeschränkt ist, werden wir über Modifikationen nachdenken.” So sei etwa in Berlin und Brandenburg bereits entschieden worden, dass Schulen für die Abiturprüfungen eine Aufgabe mehr bekommen. Sie könnten so eine Vorauswahl treffen, vor dem Hintergrund des Unterrichts, der wirklich gut vermittelt worden sei. Die Standards des Abiturs würden aber nicht in Frage gestellt.

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Abschlüsse, 13. Januar: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) fordert eine gleichwertige Anerkennung von Schulabschlüssen, die unter dem Eindruck der Corona-Pandemie standen. „Wir müssen dafür sorgen, dass auch im Schuljahr 2020/2021 die Bildungsziele so weit wie möglich erreicht werden”, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Und wir müssen – ebenfalls im Interesse der jungen Leute – sicherstellen, dass die Prüfungen in diesem Jahr in der Bewertung durch Betriebe und Hochschulen gleichwertig zu allen anderen Jahren anerkannt werden.”

Verantwortliche müssten derzeit ein besonderes Augenmerk auf Schülerinnen und Schüler in Abschlussklassen legen, sagte Karliczek. Eine Alternative zu den Schulschließungen sieht die Ministerin wegen der derzeitigen Corona-Infektionslage allerdings nicht.

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Für Familien gibt es nun mehr Klarheit bei den geplanten zusätzlichen Kinderkrankentagen in diesem Jahr. Die Extra-Tage sollen nicht nur bei Kita- und Schulschließungen genutzt werden können, sondern auch, wenn lediglich die Präsenzpflicht an den Schulen ausgesetzt ist, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Dienstag mit.

Das Kinderkrankengeld können demnach auch Eltern beantragen, die theoretisch im Homeoffice arbeiten könnten. „Gleichzeitig die Kinder beschulen und von zu Hause aus arbeiten bringt gerade junge Familien in Pandemie-Zeiten häufig an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Deswegen wollen wir es diesen Eltern ermöglichen, sich unkompliziert und ohne finanzielle Verluste um ihre Kinder zu Hause zu kümmern”, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag.

Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Kinderkrankentage sei, dass es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind im Lockdown betreuen kann. Anspruch darauf sollen nur gesetzlich Versicherte haben. Um ihn geltend zu machen, reicht demnach eine Bescheinigung der Kita oder der Schule, die bei der Krankenkasse eingereicht werden muss.

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Probleme mit Lernplattformen, 11. Januar: Für die meisten Bundesländer, in denen an diesem Montag der Unterrichtsbetrieb nach den Weihnachtsferien gestartet ist, gab es Probleme bei den Lernplattformen. Da die meisten Schülerinnen und Schüler wegen der Schulschließungen zu Hause lernen, müssen sie online ihre Aufgaben abrufen oder an Videokonferenzen teilnehmen. Das hat aber in vielen Ländern nicht reibungslos geklappt. Probleme wurden zum Beispiel aus Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gemeldet.

Angesichts der andauernden Schwierigkeiten mit Lernplattformen wirbt die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD), um Verständnis bei frustrierten Kindern und Eltern. Dass Server in Schulen manchmal nicht funktionierten, sei ärgerlich, sagte die brandenburgische Bildungsministerin am Montagabend in den ARD-Tagesthemen. „Aber was wir in den vergangenen fünf bis acht Jahren versäumt haben an Initiativen für die digitale Bildung, holen wir nicht in sechs bis neun Monaten auf.” Sie fügte an: „Ich gebe zu, wir wären gerne woanders.”

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Bundesfamilienministerin, 11. Januar: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat die Bundesländer dazu aufgerufen, sich in der Corona-Pandemie auf möglichst einheitliche Regelungen für Schulen und Kitas zu verständigen. „Eltern wünschen sich bei allen Maßnahmen, die wir jetzt treffen, ein möglichst bundesweit einheitliches und verlässliches Vorgehen”, sagte sie der „Rheinischen Post”. Sie setze sich für einen „einen gemeinsamen Rahmen” ein, wie es in den Ländern nach den Kita- und Schulschließungen perspektivisch weitergehen könne.

„Bei allem richtigen Bemühen um Bildungsgerechtigkeit und Vereinbarkeit ist im Moment nicht die Zeit für Lockerungen”, sagte Giffey weiter. Sie plädierte für die Wiederauflage eines klaren Stufenplans zur Rückkehr in den Regelbetrieb. „Im vergangenen Jahr haben wir mit dem von Bund und Ländern erarbeiteten Stufenplan zur Rückkehr in den Regelbetrieb gute Erfahrungen gemacht. Dieses abgestimmte gemeinsame Vorgehen hat Klarheit und Perspektive gegeben. So etwas wäre auch für dieses Jahr wieder angezeigt.”

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Kinderschutzbund, 11. Januar: Der Deutsche Kinderschutzbund übt scharfe Kritik an den Corona-Maßnahmen der Länder an den Schulen im Lockdown. „Es ist mir ein Rätsel, warum die Länder den Sommer nicht genutzt haben, klare und verbindliche Regelungen für Präsenzbetrieb, Wechselunterricht und Fernunterricht zu entwickeln und die Schulen entsprechend auszustatten”, sagte Präsident Heinz Hilgers der „Rheinischen Post”. „Das ist ein Versagen, das die Akzeptanz in die notwendigen Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung zu mindern droht.”

Es sei nicht verantwortlich, Schulen um jeden Preis öffnen zu wollen und dieses Versprechen dann binnen Stunden oder Tagen wieder kassieren zu müssen. „Ich appelliere weiterhin an die Landesbildungsministerinnen und -minister, sich auf ein realistisches und verbindliches Vorgehen zu verständigen und Kinder und ihren Familien so zumindest mittelfristige Planungssicherheit zu verschaffen.”

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Anja Karliczek, 9. Januar: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat mehr Einfluss des Bundes in der Bildungspolitik gefordert. „Für die Digitalisierung der Schulen können wir im Moment nur Geld für Investitionen geben”, sagte die CDU-Politikerin dem „Spiegel”. „Eine inhaltliche Zusammenarbeit, selbst wenn sich Bund und Länder einig wären, ist derzeit nicht möglich. Das kann doch kein Zukunftsmodell sein. Deshalb müssen wir auch über neue Formen der Zusammenarbeit nachdenken. Die Corona-Zeit lehrt uns das doch.”

Als Zielmarke für eine Neuregelung nannte sie das Jahr 2024. Dann laufe der Digitalpakt aus. „Spätestens dann sollte feststehen, wie es weitergeht. Machen wir uns nichts vor: Das Thema Digitalisierung ist dann nicht erledigt. Auch nicht die Herausforderungen etwa bei Inklusion, Integration und der Entkopplung von Bildungserfolg und sozialer Herkunft. Die Zusammenarbeit im Föderalismus sollte sich deshalb weiterentwickeln”, sagte Karliczek.

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Studenten in die Schule, 9. Januar: Die neue Juso-Chefin Jessica Rosenthal hat vorgeschlagen, Lehramtsstudentinnen und -studenten in der Corona-Krise als zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer einzusetzen. So könnten kleinere Lerngruppen gebildet und die Infektionsgefahr verringert werden, sagte die 28-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Wir können die Studierenden einstellen, die ja sowieso oft gerade ihre Nebenjobs verloren haben.” Bund und Länder sollten Hotels und Messegelände anmieten und die Klassen aufteilen.

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Bundesregierung, 8. Januar: Die Bundesregierung hat dazu aufgerufen, die mit den Bundesländern gemeinsam getroffenen Corona-Beschlüsse zur Verschärfung und Verlängerung des Lockdowns auch umzusetzen. „In der derzeitigen Situation ist aus unserer Sicht eine konsequente Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse auch mit Blick auf die noch ansteckendere Virusvariante (…) unerlässlich und das gilt auch für die Beschlüsse zu den Schulen”, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

Seibert antwortete auf Nachfragen zum Vorgehen in den Ländern bei den Schulen. So hatte etwa der Berliner Senat beschlossen, ab 11. Januar schrittweise wieder Wechselunterricht an Schulen anzubieten, also eine Kombination aus Lernen zu Hause und in den Schulen in kleinen Gruppen. „Es sollte nach Ansicht der Bundesregierung jetzt eben nicht um eine möglichst weite, extensive Auslegung der Beschlüsse gehen, sondern darum, dass wir alles tun, um diese Beschlüsse durchzuhalten und ihren Zweck damit zu erreichen”, sagte Seibert.

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Kinderkrankentage, 8. Januar: Nach dem Bund-Länder-Beschluss zur Verdoppelung der Kinderkrankentage für Eltern, bleiben zunächst viele praktische Fragen offen. „Wir werden zeitnah einen Vorschlag für eine gesetzliche Regelung vorlegen”, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Donnerstag auf Nachfrage zu den Details der geplanten Regelung. Am Freitag hieß es, man sei in Abstimmung mit den anderen Ressorts in der Regierung. Dabei geht es auch um die Finanzierung. Das Gesundheitsministerium rechnet mit Kosten in Höhe von rund 500 Millionen Euro für die Ausweitung des Kinderkrankengelds. Das sei aber auch abhängig von der Inanspruchnahme. Das Ministerium ist dafür, dass die Pläne aus Steuermitteln finanziert werden, damit die Krankenkassen nicht auf den Kosten sitzen bleiben.

Die Kinderkrankentage pro Elternteil sollen in diesem Jahr von 10 auf 20 erhöht werden, für Alleinerziehende von 20 auf 40. Eltern sollen die Krankentage ausdrücklich auch nehmen können, wenn ihre Kinder nicht krank sind, sondern wenn sie wegen der Kita- oder Schulschließungen zu Hause bleiben und ihre Kinder betreuen müssen. Laut Familienministerin Franziska Giffey (SPD) soll das auch gelten, wenn die Einrichtung gar nicht komplett geschlossen ist, Eltern aber der Bitte nachkommen, ihre Kinder zu Hause zu lassen.

Kinderkrankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse normalerweise, wenn Eltern wegen der Pflege eines kranken Kindes nicht arbeiten gehen können. Es beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes. Offen ist aber zum Beispiel, über welche Bescheinigung die Kinderkrankentage abgewickelt werden, wenn es gar nicht um eine Krankschreibung geht und ob nur die zusätzlichen Krankentage für die Betreuung im Lockdown gedacht sind oder alle. Unklar ist auch, ob privatversicherte Eltern einen Anspruch bekommen und ob die Regelung auch für die Eltern gelten soll, die im Homeoffice arbeiten.

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Kinderbetreuung, 7. Januar: Etwa acht Millionen Kinder müssen in Deutschland jetzt wegen der Kita- und Schulschließungen zu Hause betreut werden. Der verlängerte Corona-Lockdown mit weiter geschlossenen Schulen und Kitas stellt vor allem berufstätige Eltern mit jungen Kindern vor zusätzliche Betreuungsprobleme. Das Statistische Bundesamt nannte am Donnerstag für das Jahr 2019 die Zahl von rund fünf Millionen Paarfamilien mit Kindern unter elf Jahren und mindestens einem Erwerbstätigen. Dazu kommen noch 581.000 berufstätige Alleinerziehende mit jüngeren Kindern.

Bei zwei von drei der genannten Paare arbeiteten beide Elternteile. Von den Alleinerziehenden waren 90 Prozent Frauen und 41 Prozent arbeiteten Vollzeit. Nach weiteren Zahlen gingen im vergangenen Schuljahr in Deutschland rund 4,5 Millionen Kinder in die Klassen 1 bis 6 und weitere 3,7 Millionen wurden in Kindertagesstätten betreut.

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Bundesbildungsministerin, 6. Januar: Anja Karliczek (CDU) hat die Beschlüsse von Bund und Ländern für eine Verlängerung und Verschärfung des Corona-Lockdowns als notwendig bezeichnet. „Und es ist, glaube ich, auch richtig, dass man erstmal den Präsenzunterricht an den Schulen nicht überall sofort wieder aufnehmen kann”, fügte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Berlin hinzu. Schulen seien vielleicht keine Treiber der Pandemie, sie seien aber Teil des Infektionsgeschehens.

Gefragt nach ihrer Meinung zum Vorgehen Baden-Württembergs, das abweichend vom jüngsten Bund-Länder-Beschluss Grundschulen, wenn die Infektionszahlen es zulassen, bereits am 18. Januar wieder öffnen will, verwies Karliczek auf die Vereinbarungen der Kultusminister der Länder. Diese hatten in einem Beschluss eine zeitliche Begrenzung des Lockdowns an den Schulen vermieden und verabredet, dass eine Rückkehr in den Präsenzunterricht beginnend mit den Grundschülerinnen und Grundschülern möglich ist, „sollten es die Situationen in den einzelnen Ländern zulassen”.

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Schulschließungen, 5. Januar: Der Lockdown wird bis zum 31. Januar verlängert und sogar noch verschärft. Das verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), als sie am Dienstagabend nach dreistündiger Beratung mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder vor die Presse trat. Damit bleiben auch die Schulschließungen bis mindestens Ende des Monats bestehen. Die Kinder sollen über Fernunterricht lernen. In den Schulen soll es lediglich eine Notbetreuung geben. Die von den Ländern im Dezember ergriffenen Maßnahmen für die Schulen müssten damit verlängert werden, betonte die Kanzlerin.

Um Eltern zu entlasten, sollen sie wie schon 2020 die Möglichkeit bekommen, zusätzlich zu den zehn Tagen, die ihnen für die Betreuung ihrer Kinder sonst im Krankheitsfall zur Verfügung stehen, weitere zehn Tage in Anspruch zu nehmen, wenn sie zum Beispiel aufgrund der Schulschließungen in der Corona-Pandemie keine andere Betreuungsmöglichkeit haben. Bei Alleinerziehenden sind es 20 Tage.

Am 25. Januar wollen sich Bund und Länder wieder über das weitere Vorgehen beraten. Wie es dann ab 1. Februar an den Schulen weitergeht, lasse sich jetzt noch nicht sagen, betonte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach den Beratungen. Er wolle „keine falschen Hoffnungen wecken”, sagte er. Die Kultusministerkonferenz hatte sich gestern darauf verständigt, dass der Unterrichtsbetrieb wieder schrittweise an die Schulen zurückkehrt. Zuerst sollten dafür die Abschlussklassen und die Grundschuljahrgänge in den Präsenzunterricht an die Schulen zurückkehren. Auch die KMK nannte dafür aber noch keinen Zeitpunkt und keine Inzidenzzahlen, ab wann welche Stufe greift.

Die Bundesländer müssen den heutigen Beschluss zu den Schulen jetzt umsetzen. Länder wie Baden-Württemberg, deren Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) zum Beispiel zuletzt darauf gepocht hat, ab 11. Januar zumindest für Grundschülerinnen und Grundschülern wieder Präsenzunterricht anzubieten, konnten sich offenbar nicht durchsetzen und müssen sich jetzt an die bundesweiten Beschlüsse anpassen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will allerdings trotz des verschärften Corona-Lockdowns Grundschulen in Baden-Württemberg ab 18. Januar unter Umständen wieder öffnen. Für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen gebe es entsprechend der Vereinbarung von Bund und Ländern bis Ende Januar keinen Präsenzunterricht, sagte Kretschmann am Dienstagabend in Stuttgart. Auch die Grundschulen blieben in der ersten Woche nach den Weihnachtsferien zunächst geschlossen. „Unser Ziel ist es allerdings, Kitas und Grundschulen ab dem 18. Januar wieder zu öffnen, wenn wir nächste Woche Klarheit über die Infektionszahlen haben und es vertretbar ist.”

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Kultusministerkonferenz, 5. Januar: Nach Ansicht der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst (SPD), bieten die von Bund und Ländern getroffenen Beschlüsse zum Lockdown und zu den Schulschließungen Spielräume. „Die KMK hat sich Montag einmütig dafür ausgesprochen, dass in den Bundesländern, in denen es das Infektionsgeschehen erlaubt, in einer ersten Stufe die Grundschulen zum Präsenzunterricht zurückkehren können”, teilte die Brandenburger Bildungsministerin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam mit. Das finde sich im Beschluss der Regierungschefs von Bund und Ländern nicht explizit wieder. „Der Beschluss bietet jedoch Spielräume, die in den Ländern entsprechend genutzt werden können.” Wie diese konkret aussehen, ließ sie zunächst offen.

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14629 Personen haben an der Abstimmung teilgenommen.

Lernplattformen, 5. Januar: In vielen Bundesländern gab es zum Unterrichtsstart wieder Probleme mit den Lernplattformen. Wegen der Schulschließungen lernen die meisten Schülerinnen und Schüler im Fernunterricht und rufen zum Beispiel ihre Aufgaben über Lernplattformen ab. Störungen wurden am Montag und Dienstag aus Berlin, aus Rheinland-Pfalz und aus Sachsen gemeldet. In Sachsen wurde offenbar am Montag ein Hackerangriff auf die Plattform Lernsax abgewehrt, in Rheinland-Pfalz kam es auf der Plattform Moodle zu sehr langen Ladezeiten, auch Berlins Lernraum war am Montag und Dienstag überlastet.

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Kultusministerkonferenz, 4. Januar: Die Kultusministerkonferenz hat sich heute in einer Videoschaltkonferenz dazu beraten, wie es an den Schulen nach den im Dezember zunächst bis 10. Januar beschlossenen Schulschließungen weitergehen soll. Konkrete Beschlüsse wurden nicht gefasst. Allerdings hat sie sich auf einen Stufenplan zu Schulöffnungen verständigt, den sie in die morgige Beratung der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einbringen will. Zunächst betrachten es die Kultusministerinnen und Kultusminister aufgrund der nach wie vor hohen 7-Tage-Inzidenzwerte und der nicht sicheren Einschätzung des Infektionsgeschehens in Folge der Feiertage als notwendig, „unter Umständen die im Dezember beschlossenen Maßnahmen in Deutschland oder in einzelnen Ländern fortgeführt werden müssen”, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

In ihrem Beschluss betont die Kultusministerkonferenz, dass die Öffnung von Schulen höchste Bedeutung habe. „Sollte es zu Lockerungen der im Dezember 2020 beschlossenen Maßnahmen kommen, müssen die Schulen von Anfang an dabei sein.” Distanzunterricht in den Schulen über einen längeren Zeitraum bleibe nicht ohne negative Folgen für die Bildungsbiographien und die soziale Teilhabe der Kinder und Jugendlichen. Die Kultusministerinnen und Kultusminister betonen daher die Bedeutung einer schnellen Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an den Schulen.

Dazu sagte die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz und brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD): „Die Kultusministerkonferenz bekräftigt die große pädagogische Bedeutung des Präsenzunterrichts für die Schülerinnen und Schüler. Wenn sich in den Ländern Spielräume für Lockerungen ergeben, sollen die Grundschülerinnen und Grundschüler bzw. die unteren Jahrgänge als erstes wieder die Schule besuchen können. Für die Abschlussklassen sollen mit Blick auf die Abschlüsse und Prüfungen weiterhin Ausnahmen vom Distanzunterricht möglich sein.“

Wenn die Schulen wieder geöffnet werden, spricht sich die KMK für folgenden Stufenplan aus:

  • Stufe 1: Präsenzunterricht für Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1 bis 6. Die weiteren Jahrgänge der weiterführenden Schulen bleiben im Distanzunterricht.
  • Stufe 2: Ergänzend zu Stufe 1 gibt es Hybridunterricht (Wechselmodelle) für Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden und beruflichen weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 7 (durch Halbierung der Klassengrößen).
  • Stufe 3: Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen.

Ausnahmen sollen zudem für Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen möglich sein, um die Vorbereitung auf Prüfungen angemessen begleiten zu können. Wie es aus Kreisen der Kultusministerinnen und Kultusminister hieß, soll es mit diesem Beschluss möglich werden, dass Länder ihre Schulen bereits in der kommenden Woche für die Klassen 1 bis 6, 10 und 12 öffnen.

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Berlin, 4. Januar: Der Fernunterricht in Berlin startete nach den Weihnachtsferien holprig. Für viele Schülerinnen und Schüler hat es am Montagmorgen Verzögerungen gegeben. Betroffen war das System Lernraum Berlin. „Bei der Anmeldung dauert es etwas länger als normal”, teilte der Benutzer-Support am frühen Morgen mit. Das System laufe aber. Nutzerinnen und Nutzer beklagten sich unterdessen auf Twitter, dass sie sich nicht anmelden konnten oder lange Wartezeiten hatten.

Bei der Berliner Plattform Lernraum, die Zehntausende nutzen, hatte es vor Weihnachten bereits Schwierigkeiten gegeben. In den Ferien wurde an Verbesserungen des Systems gearbeitet. Von Sonntagnachmittag bis Montagfrüh war es für Wartungsarbeiten vorübergehend geschlossen. Auch in anderen Bundesländern hatte es mit Beginn der Schulschließungen vor Weihnachten erhebliche Probleme gegeben.

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Bundesschülerkonferenz, 4. Januar: Die Bundesschülerkonferenz fordert einen Unterrichtsbetrieb nach dem 10. Januar im Wechselmodell. „Wir müssen die Schulen jetzt auf Wechselmodelle vorbereiten und jüngere Schülerinnen und Schüler sowie Abschlussklassen hierbei bevorzugen”, sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, am Montag anlässlich der Beratungen der Kultusminister zur Corona-Lage. Außerdem forderte er einen Nachteilsausgleich für die anstehenden Abschlussprüfungen.

Schramm verlangte „klare Ansagen von Seiten der Kultusministerkonferenz” und kritisierte, dass die Schülerinnen und Schüler die gesamten Ferien im Ungewissen verbracht hätten: „Die Kultusministerkonferenz tagt 17 Tage nach Ferienbeginn, ich hätte erwartet, dass sie die Ferien von Beginn an zum Ausarbeiten von Konzepten und Gesprächen mit Verbänden genutzt hätten.

Auch der Landesschülerrat Niedersachsen plädiert nach den Schulschließungen für den Wechselunterricht. „Wir haben gesehen, wie schwerwiegend die Folgen der Schulschließungen im Frühjahr für die psychische Gesundheit und den Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler waren. Schulschließungen müssen dringend vermieden werden”, so Florian Reetz, Vorsitzender des Landesschülerrates in einer Pressemitteilung. Außerdem forderte der Landesschülerrat einen Fahrplan zum Unterrichtsbetrieb über das Ende dieses Schulhalbjahres, also über das Ende dieses Monats hinaus.

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Lehrerverband, 3. Januar: Vor der Tagung der Kultusministerkonferenz am Montag fordert der Deutsche Lehrerverband einen bundesweit gültigen Hygienestufenplan für Schulen abhängig vom Corona-Infektionsgeschehen. „Die Kultusministerinnen und -minister haben schlicht ihre Hausaufgaben im Sommer und Herbst nicht ordentlich erledigt”, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger n-tv am Sonntag. Ein bundesweiter Stufenplan müsse klar regeln, wie der Schulbetrieb abhängig vom Inzidenzgeschehen zu organisieren sei. Dabei könnte man sich auf Empfehlungen des Robert Koch-Instituts stützen.

Alle Schulministerien hätten zu Beginn des Schuljahres einen großen Fehler gemacht, sagte Meidinger: „Sie haben sich ausschließlich auf das Szenario des Präsenzunterrichts konzentriert und den Eindruck erweckt, dass es keinen neuerlichen Lockdown mit Auswirkungen auf die Schulen geben werde.”

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Nach Ansicht des Deutschen Realschullehrerverbands müssen nach den Weihnachtsferien klare Regeln zu Wechsel- und Distanzunterricht abhängig von den Corona-Infektionszahlen gelten. „Präsenzunterricht bis 50, Wechselunterricht ab 50 und Fernunterricht ab 100 würden wir als Richtwert ins Feld schlagen”, sagte der Vorsitzende des Deutschen und des Bayerischen Realschullehrerverbands, Jürgen Böhm, der Deutschen Presse-Agentur.

Auch über einen Wert von 150 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen könne man noch diskutieren. „Aber es müssen jetzt klare Ansagen gemacht werden, wie wir in den nächsten Wochen und Monaten handeln”, betonte Böhm. Es mache keinen Sinn, die Schüler nach den Ferien wieder dicht gedrängt in Bussen durch die Gegend zu fahren, so lange die Ansteckungsraten so hoch seien.

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Impfung für Lehrkräfte, 2. Januar: Die Schulleitungsvereinigung NRW fordert, dass Lehrerinnen und Lehrer früher als derzeit vorgesehen geimpft werden. Medizinisches Personal und Pflegepersonal in Hotspots müssten sicherlich Vorrang haben, aber es könne auch nicht sein, dass Lehrerinnen und Lehrer irgendwann im Sommer drankämen, sagte der Vorsitzende der Schulleitungsvereinigung NRW, Harald Willert, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

In einem Brief an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schrieb Willert: „Wer flächendeckenden Präsenzunterricht bei 200er-Inzidenzwerten fordert, muss dafür sorgen, dass diejenigen, die diesen Unterricht erteilen, vorher geimpft wurden.” Überall dort, wo die Impfungen nicht rechtzeitig zum Schulbeginn nach den Weihnachtsferien ermöglicht werden könnten, müssten die Schulleiterinnen und Schulleiter selbstständig über die Organisation des Unterrichts ab 11. Januar entscheiden.

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Lehrerverband, 2. Januar: Im Hinblick auf das Treffen der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten mit der Bundeskanzlerin am 5. Januar appellieren die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und der Deutsche Lehrerverband (DL) gemeinsam an die Politik, alles dafür zu tun, damit Unterricht im neuen Jahr wieder unter verantwortbaren Bedingungen stattfinden kann.

Den Vorschlag, die Weihnachtsferien bis Ende Januar zu verlängern und dafür die Sommerferien zu verkürzen, lehnen beide Dachverbände in einer gemeinsamen Pressemitteilung ab. Dazu sagte der Präsident des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger: „Eine Verlängerung von Ferien ist nichts anderes als eine weitere Phase der Schulschließung, in der wir Kinder und Jugendliche sich selbst überlassen und unseren Bildungsauftrag nicht wahrnehmen. Außerdem führen solche Vorschläge nicht zu mehr Verlässlichkeit von Schule, sondern zu mehr Verunsicherung!“

Um komplette Schulschließungen zu vermeiden fordern die beiden Verbände einen bundesweiten Stufenplan, „der abhängig vom Infektionsgeschehen und der Altersstufe klar festlegt, welche Gesundheitsschutzmaßnahmen notwendig sind und welche schulorganisatorischen Konsequenzen daraus folgen”. Also wann Präsenzunterricht mit oder ohne Maskenpflicht, Wechselunterricht oder phasenweiser Distanzunterricht stattfindet. Außerdem fordern sie eine Verbesserung des Infektionsschutzes an Schulen, zum Beispiel durch eine bessere Belüftbarkeit der Klassenräume, einen besseren Transport in Schulbussen, mehr geeignete Atemschutzmasken und mehr Schnelltests.

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SPD-Gesundheitsexperte, 2. Januar: Kurz vor der am Mittwoch anstehenden neuen Beratung zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie fordern immer mehr Politikerinnen und Politiker sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Verlängerung der Corona-Beschränkungen über den 10. Januar hinaus – und damit auch eine Verlängerung der Schulschließungen.

Zu den klaren Lockdown-Befürwortern zählt auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Doch gerade er befürwortet jetzt unter bestimmten Bedingungen eine Wiederöffnung von Kitas und Grundschulen ab der zweiten Januarhälfte. „Voraussetzung wäre, dass alle anderen Klassenstufen geteilt würden und wechselnd Präsenz- und Digitalunterricht erhalten”, sagt er der „Rheinischen Post”. Alternativ schlägt Lauterbach vor, dass für alle Klassenstufen oberhalb der Grundschule die Schulschließungen weiter bestehen und sie ausschließlich Fernunterricht bekommen.

Eine generelle Öffnung der Schulen lehnt er jedoch ab. Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder ab zwölf Jahren genauso ansteckend seien wie Erwachsene. Es bestünde dann die Gefahr, dass der angestrebte Wert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner pro Woche trotz des Lockdowns nicht erreicht werde.

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Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, pocht auf eine schnellstmögliche Öffnung der Schulen in der Corona-Pandemie und stellt sich damit hinter Susanne Eisenmann (CDU), die Kultusministerin von Baden-Württemberg. Im Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte er: „Susanne Eisenmann hat den Mut, etwas Richtiges zu sagen, dass nämlich die Schulen so schnell wie möglich wieder geöffnet werden müssen.”

Eisenmann ist Spitzenkandidatin der CDU zur Landtagswahl im März 2021 in Baden-Württemberg. Sie hatte gefordert, die Schulschließungen nicht fortzusetzen, sondern Grundschulen schon ab dem 11. Januar wieder zu öffnen.

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Die Schulpsychologen dringen mit Blick auf die wachsende Zahl von Schulverweigerern auf eine rasche Öffnung der Schulen nach dem Lockdown. „Wir haben schon nach dem ersten Shutdown eine dramatische Zunahme der Fälle von Schulverweigerung bemerkt”, sagte die Vorsitzende des Verbandes der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen Baden-Württemberg (LSBW), Nina Großmann.

Schüler aller Altersgruppen gewöhnten sich zu Hause an das Nichtstun, vernachlässigten ihre Aufgaben und fühlten sich bei der Rückkehr auf die Schulbank überfordert. Auch während während der Schulschließungen stünden die Telefone nicht still, sagte Großmann der Deutschen Presse-Agentur. Ein Viertel der Fälle in den 28 Beratungsstellen im Land sei derzeit auf dieses Phänomen zurückzuführen, erläuterte die Diplom-Psychologin aus Gerlingen bei Stuttgart. Vor der Corona-Krise lag dieser Anteil bei etwa fünf Prozent.

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Eine konkrete Perspektive, wie es nach den Schulschließungen weitergeht, wird es frühestens in der kommenden Woche geben. Am Dienstag beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Bereits jetzt deutet sich immer mehr an, dass die Maßnahmen verlängert werden. Einen Tag vor dem Gespräch der Kanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten wollen sich die Kultusministerinnen und Kultusminister der Bundesländer zu einer möglichen Verlängerung der Schulschließungen und zum weiteren Unterrichtsbetrieb nach den Weihnachtsferien abstimmen.

Einzelne Bundesländer haben sich dazu bereits geäußert. So hat zum Beispiel Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) die zunächst bis zum Ende der Weihnachtsferien am 4. Januar  beschlossene Aufhebung der Anwesenheitspflicht für die erste Unterrichtswoche verlängert. Und er hält auch danach einen normalen Unterrichtsbetrieb für unwahrscheinlich. Auch in Berlin und Brandenburg soll es zunächst nur Fernunterricht geben. Ausgenommen von dieser Regelung sind hier nur die Abschlussklassen.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) macht sich hingegen dafür stark, möglichst schnell nach den Schulschließungen zum Präsenzunterricht zurückzukehren und will die Schulen nach Ferienende in ihrem Bundesland ab 11. Januar wieder für alle Schülerinnen und Schüler öffnen. Ihr Vorstoß hat über Baden-Württemberg hinaus heftige Kritik ausgelöst. Auch der Präsident des Lehrerverbandes Heinz-Peter-Meidinger glaubt, dass es nach den Weihnachtsferien zunächst keinen Normalbetrieb an den Schulen geben wird und die Schulschließungen zunächst weitgehend bleiben werden. Man müsse sich nach wie vor entweder auf Distanzunterricht oder bestenfalls Wechselbetrieb vorbereiten.

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Brandenburg, 30. Dezember: Für alle Schülerinnen und Schüler findet in Brandenburg in der ersten Januarwoche ausschließlich Distanzunterricht statt, das heißt sie lernen zu Hause „unter Anleitung durch die Lehrkräfte”, wie es in einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung heißt. Horte sollen geschlossen bleiben und nur eine Notbetreuung anbieten.

Für die meisten Schülerinnen und Schüler dauern die Schulschließungen also an. Ausnahmen soll es nur für die Abschlussklassen geben. Sie sollen wieder im Präsenzunterricht beschult werden. Das betrifft die Schülerinnen und Schüler in der zehnten Klassen und diejenigen, die in diesem Schuljahr die Sekundarstufe II abschließen. Auch an Förderschulen soll es wieder Präsenzunterricht.

Wie es dann ab 11. Januar an Brandenburgs Schulen insgesamt weitergeht, soll in der ersten Kalenderwoche des neuen Jahres mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen abgestimmt werden.

Der Brandenburger Pädagogen-Verband sieht allerdings noch viele Unklarheiten. „Wie soll die Mischung zwischen Distanz- und Präsenzunterricht laufen?”, fragt Hartmut Stäker, Präsident des brandenburgischen Pädagogen-Verbandes. Die Festlegung, welche Aufgaben die Mitarbeiter übernehmen, bleibe jeder Schulleitung überlassen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat am Abend in der RBB-Sendung „Brandenburg Aktuell” gesagt, er nehme an, dass bis zu den Winterferien, die in Brandenburg in der ersten Februarwoche sind, „wir erstmal im Distanzunterricht bleiben werden”. Das heißt die Schulschließungen bleiben bis dahin größtenteils bestehen.

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Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) rechnet nicht damit, dass der reguläre Unterricht in der Schule vor dem 18. Januar beginnen kann. Sie wünsche sich zwar, „dass die Schülerinnen und Schüler, insbesondere in der Primarstufe und in den abschlussrelevanten Jahrgängen, wieder möglichst schnell in den Präsenzunterricht wechseln können”, teilte sie am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Doch eine Entscheidung darüber könne nicht unabhängig vom Infektionsgeschehen getroffen werden. Daher sagte sie: „Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass wir in Berlin die Phase des schulisch angeleiteten Lernens zu Hause noch bis zum 17. Januar verlängern müssen.” Eine Ausnahme solle es nur für die Abschlussjahrgänge geben. Für sie sollte es Wechselunterricht geben. Für alle anderen werden die Schulschließungen erst einmal weiter gelten.

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ecklenburg-Vorpommerns erst einmal Fernunterricht haben. „Die Präsenzpflicht an den Schulen ist wie in den Tagen vor den Weihnachtsferien für alle Schülerinnen und Schüler aufgehoben”, sagte der Sprecher des Bildungsministeriums, Henning Lipski, am Mittwoch. Für Kinder bis zur sechsten Klasse, die nicht zu Hause betreut werden können, seien die Schulen ab dem 4. Januar geöffnet. „Diese Schülerinnen und Schüler bleiben in der Schule in ihrem Klassenverband und bearbeiten die gleichen Aufgaben wie jene Schülerinnen und Schüler, die von zu Hause lernen.”

Wer jedoch in den Weihnachtsferien in einer deutschen Region mit einem Inzidenzwert von mehr als 200 war, darf nicht in die Schule kommen, wie es weiter hieß. Dies gelte auch nach Besuchen in ausländischen Risikogebieten. Ausnahmen gebe es etwa nach Treffen innerhalb der Kernfamilie in einem solchen Gebiet.

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Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat kurz vor dem Jahresende noch einmal seine Einschätzung bekräftigt, dass es nach den Weihnachtsferien zunächst keinen Normalbetrieb an den Schulen geben wird. Allen sei klar, dass das im Januar nach den Ferien nicht möglich sein werde, sagte er am Mittwoch bei ntv. Die Infektionslage werde eine Öffnung der Schulen nicht zulassen. Deswegen müsse man sich nach den Schulschließungen entweder auf Distanzunterricht oder bestenfalls auf Wechselbetrieb vorbereiten.

Meidinger sprach sich dafür aus, gegebenenfalls Abschlussprüfungen nach hinten zu verschieben. „Man muss sehen, wie man diesen Nachteil ausgleicht. Wir haben ja einige Bundesländer, die schon ihre Abschlussprüfungstermine verschoben haben.” Es müsse überlegt werden, ob sie wegen der Schulschließungen nochmals verschoben werden müssten und was getan werden müsse, um die Schülerinnen und Schüler fit zu bekommen für die Prüfungen.

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Wie weit Schülerinnen und Schüler durch die Corona-Pandemie und die dadurch erfolgten Schulschließungen zurückgefallen sind, ist aus Sicht von Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst schwer einzuschätzen. „Aber alle Länder haben Pläne gemacht, wie man den versäumten Unterricht aufholen kann”, sagte die SPD-Politikerin, die in diesem Jahr die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz (KMK) übernimmt, dem „Handelsblatt” In Brandenburg könne der wegen der Schulschließungen nicht vermittelte Unterrichtsstoff im normalen Unterricht aufgeholt werden. „Extra-Unterricht etwa am Sonnabend wird nur in Einzelfällen nötig”, sagte Ernst.

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Die meisten Schülerinnen und Schüler in Hamburg lernen nach den Weihnachtsferien erst einmal zu Hause. Die Anwesenheitspflicht in den Hamburger Schulen wird wegen der Corona-Pandemie bis mindestens 17. Januar aufgehoben. Das hat der Senat am Dienstag beschlossen. Damit gelte weiterhin ein eingeschränkter Schulbetrieb. Die Eltern wurden aufgefordert, ihre Kinder wann immer möglich zu Hause zu betreuen. Es ist aber auch möglich, die Kinder zur Betreuung und zum Unterricht in die Schule zu schicken, sofern dies zwingend notwendig ist.

Bisher galt die Aufhebung der Anwesenheitspflicht in Hamburg bis zum 10. Januar. Darüber hinaus geht der Senat davon aus, dass auch in den letzten beiden Januarwochen kein regulärer Präsenzunterricht in allen Klassenstufen stattfinden kann. Die endgültige Entscheidung darüber werde der Senat nach Abstimmung mit den anderen Bundesländern sowie unter Berücksichtigung der Infektionslage im Januar treffen.

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Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) will den Präsenzunterricht vor allem für die Abschlussklassen und für die jüngeren Jahrgänge nach dem 10. Januar wieder aufnehmen. Wie viel Präsenzunterricht nach der ersten Schulwoche möglich sein wird, hänge jedoch in hohem Maße von der Entwicklung der Corona-Infektionszahlen ab, sagte sie der „Schweriner Volkszeitung”.

Am kommenden Montag beginnt in Mecklenburg-Vorpommern wieder die Schule. In der ersten Schulwoche ist die Präsenzpflicht für alle Jahrgangsstufen landesweit aufgehoben worden. Sofern möglich, sollen Kinder von zu Hause aus betreut werden. Sie bekommen dann Aufgaben. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 können, sofern ihre Eltern sie nicht betreuen können, in die Schule kommen. Wie es dann vom 11. Januar an weitergeht, ist noch unklar.

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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich gegen eine Rückkehr zum normalen Schulbetrieb nach dem 10. Januar ausgesprochen. „Nach dem Lockdown darf es keine Rückkehr zum regulären Präsenzunterricht geben. Maske, Lüften plus 30 Kinder geht nicht, ansonsten droht wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen”, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post”.

Er forderte „bundesweit geteilte Klassen, zusätzliche Unterstützung für Lernschwächere, ausnahmslose Maskenpflicht in den Schulgebäuden und verkürzte Sommerferien zum Ausgleich der Defizite”. Verkürzte Sommerferien hatte vor Kurzem auch schon der Deutsche Kinderschutzbund gefordert und sich im Gegenzug für eine Verlängerung der Schulschließungen und damit eine Verlängerung der Weihnachtsferien bis Ende Januar ausgesprochen.

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Der ab 4. Januar geplante Fernunterricht in Rheinland-Pfalz soll nicht nur mit digitalen Mitteln, sondern auch mit herkömmlichen Lehrmaterialien unterstützt werden. „Egal ob digital oder analog, wichtig ist, dass sich unsere Schulen darauf vorbereitet haben”, sagte Staatssekretär Hans Beckmann (SPD) am Montag. Dazu gebe es Handreichungen des Pädagogischen Landesinstituts, die inzwischen auch in vielen anderen Bundesländern übernommen worden seien.

Der Landeselternbeirat erklärte am Montag, es müsse für alle Schülerinnen und Schüler sichergestellt sein, dem Fernunterricht zu folgen – auch für diejenigen, „die nicht die digitalen Möglichkeiten haben”. Arbeitsunterlagen für die neue Woche sollten bereits samstags bei den Schülern ankommen, damit diese sie zusammen mit den Eltern besprechen könnten.

In der Handreichung des Pädagogischen Landesinstituts für den Fernunterricht wird Lehrkräften geraten, mit individuellen Förderplänen auf die besondere Situation von Kindern und Jugendlichen einzugehen. „Schülerinnen und Schüler, deren häusliche Lernsituation nicht förderlich ist, können in ihre Schule kommen sowie all jene bis zur siebten Klasse, die zu Hause nicht betreut werden können”, erklärte Beckmann.

Fernunterricht ist in Rheinland-Pfalz für die ersten beiden Schulwochen des neuen Jahres vorgesehen. Am 4. Januar will die Kultusministerkonferenz der Länder in einer Schaltkonferenz über die aktuelle Lage und eine mögliche Verlängerung der Schulschließungen beraten, dann zum ersten Mal nicht mehr unter dem Vorsitz der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), sondern geleitet von der neuen KMK-Präsidentin Britta Ernst (SPD) aus Brandenburg.

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Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) setzt sich mit aller Macht für die Wiedereröffnung zumindest von Grundschulen und Kitas nach dem 10. Januar ein. „Ich gehe davon aus und werbe sehr dafür, dass wir Kitas und Grundschulen in jedem Fall wieder in Präsenz öffnen und auch Klasse 5, 6 und 7 sowie die Abschlussklassen im Blick haben – unabhängig von den Inzidenzzahlen”, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Gerade mit kleineren Kindern in der Grundschule sei digitaler Unterricht im Grunde nicht möglich. „Präsenzunterricht ist durch nichts zu ersetzen.” Von einer Verlängerung oder Verschiebung der Weihnachtsferien halte sie gar nichts.

Eisenmanns Äußerung stieß bei der Opposition auf Unverständnis. SPD-Chef Andreas Stoch hält nichts von einer Wiedereröffnung von Schulen unabhängig von Inzidenzzahlen. „Da fliegt jedem das Dach weg, der nur im Entferntesten mit Medizin oder Bildung zu tun hat”, sagte Stoch am Montag. Eisenmann stelle sich damit radikal gegen jede wissenschaftliche Empfehlung, sagte Stoch. Die Inzidenzen seien immer noch viel zu hoch, die Infektionsketten nicht kontrollierbar. Es gebe mehr Möglichkeiten als die komplette Öffnung und komplette Schulschließungen. Stoch fordert Stufenmodelle mit Wechselunterricht und zusätzliche Raummöglichkeiten wie Turnhallen und Foyers für jüngere Schüler.

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Thüringen, 28. Dezember: Abschlussklassen und Schulkinder bis einschließlich der sechsten Klassen sollten nach Meinung des Bildungsministers als erste wieder in die Schulen zurückkehren dürfen. Ob das schon ab 11. Januar so kommt, ist aber noch unklar. Für die Zeit nach dem derzeit gültigen harten Corona-Lockdown hat Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) zunächst Wechselunterricht vorgeschlagen.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) äußerte sich skeptisch mit Blick auf eine mögliche Öffnung der Schulen nach dem 10. Januar. „Solange wir kein wirkliches Sinken der Infektionszahlen haben, sehe ich auch noch nicht das Öffnen der Schulen”, sagte Werner. Man müsse aber Bedingungen schaffen, wie Besprechungen mit Lehrern für Abschlusskandidaten organisiert werden könnten und wie eine Notbetreuung auch in der Zeit der Schulschließungen gestaltet werden könne.

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Vor Beginn des Fernunterrichts an den rheinland-pfälzischen Schulen am 4. Januar ist die Ausstattung von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften mit digitalen Endgeräten zwar besser als bei den Schulschließungen im Frühjahr, allerdings wurde bislang nur ein Teil der verfügbaren Mittel aus dem Digitalpakt dafür abgerufen. Nahezu vollständig bewilligt sind hingegen die Mittel aus dem Sofortausstattungsprogramm dieses Jahres.

Nach Auskunft des Bildungsministerium waren Mitte Dezember knapp ein Viertel (23 Prozent) der Mittel aus dem Digitalpakt beantragt und gut zehn Prozent bewilligt. Tatsächlich abgerufen von den kommunalen Schulträgern waren bis dahin nur etwas mehr als 0,1 Prozent – rund 295.000 Euro. Förderfähig sind sechs Bereiche von Investitionen, darunter die WLAN-Abdeckung, Präsentationsgeräte wie interaktive Tafeln und mobile Endgeräte wie Tablet-Computer und Notebooks. Zu den förderfähigen Landesinvestitionen zählen unter anderem der Aufbau und die Weiterentwicklung von Lernplattformen im Netz und Strukturen für die professionelle Administration und Wartung digitaler Systeme.

Verzögert hat sich nach Angaben des Bildungsministeriums die Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt für Lehrergeräte, so dass diese Mittel des Bundes bis Mitte Dezember auch noch nicht abgerufen werden konnten. Rheinland-Pfalz habe aber mit Landesmitteln bereits 3.000 dienstliche Notebooks für Lehrkräfte angeschafft, die aus gesundheitlichen Gründen von zu Hause aus unterrichten.

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Die Landesschülervertretung in Nordrhein-Westfalen fordert ausgedünnte Lehrpläne für das neue Jahr. Der infolge der Schulschließungen verpasste Stoff sei bei einem engmaschigen Lehrplan nicht mehr nachzuholen. „Deswegen muss man sagen: Wir kürzen die Pläne. Thema XY wird ersatzlos gestrichen, um die anderen Themen vernünftig zu behandeln”, sagte Sophie Halley, Vorstand der Landesschülervertretung, der Deutschen Presse-Agentur. Nur mit entschlackten Plänen könnten Kinder nach der Pandemie zurück zur Normalität finden. Kinder und Jugendliche stünden unter Druck, weil sich durch den ausgefallenen Unterricht ein Themen-Rückstau bilde.

Mit Distanzunterricht hat die Schülervertretung zudem „ein riesiges Problem”, weil die notwendigen Medien nicht vorhanden seien. Die digitale Ausstattung an Schulen ist fast immer auf Overhead-Projektoren und Beamer beschränkt”, so Halley.

Die Landesschülervertretung fordert zudem, dass nur Abschlussjahrgänge und Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe benotet werden sollen. Abiturientinnen und Abiturienten sollen entscheiden dürfen, ob sie die Abiturklausuren schreiben oder stattdessen eine Durchschnittsnote bisher erbrachter Leistungen als Abschlussnote bekommen.

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Der Lehrplan sollte nach Vorstellung der größten Lehrervereinigung in Bayern coronabedingt verschlankt werden. „Ferner müssen unbedingt zeitnah weitere verbindliche Lehrplaninhalte, die Gegenstand der Abschlussprüfungen sind, gestrichen werden”, forderte der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) am Mittwoch in München in einer Pressemitteilung.

Wie Abschlussprüfungen für den Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule, den Mittleren Schulabschlusses oder das Abitur ausgestaltet werden müssen, sollte rechtlich klar geregelt werden. Jede Schule sei von Corona unterschiedlich stark betroffen – es brauche daher verschiedene Konzepte. „Ein bloßer Aufschub, um Druck und Stress bei allen Beteiligten zu vermindern, reicht hier keinesfalls aus”, so der BLLV.

Mit modularisierten individuellen Förderangeboten sollte laut BLLV versucht werden, die derzeitige Bildungsungerechtigkeit unter den Kindern trotz der Schulschließungen wenigstens etwas aufzufangen. „Es darf nicht sein, dass den Schülerinnen und Schülern in den Folgeschuljahren Nachteile entstehen, die aus den durch Wechsel- und Distanzunterricht oder Quarantäne-Fehlzeiten verursachten Lernrückständen resultieren”, sagte Verbandspräsidentin Simone Fleischmann.

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Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) ist optimistisch, dass der Schulunterricht in Bayern technisch besser wird. „Ich bin auf jeden Fall zuversichtlich, dass wir einen guten Distanzunterricht hinbekommen”, sagte der Minister der „Augsburger Allgemeinen” (Mittwoch-Ausgabe). Das umstrittene und zuletzt stark absturzgefährdete System Mebis solle in den bevorstehenden drei Ferienwochen weiter ertüchtigt werden, sagte Piazolo.

Zudem solle es nach den Ferien eine zeitliche Entzerrung bei der Nutzung geben, damit nicht alle gleichzeitig darauf zugreifen. Zudem solle es eine Erweiterung des Instrumenten-Kastens geben.

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An diesem Mittwoch beginnen auch in Thüringen die Weihnachtsferien. Die rund 245.000 Schülerinnen und Schüler sind allerdings schon seit mindestens einer Woche wegen der bundesweiten Schulschließungen zu Hause. In den meisten anderen Bundesländern, die erst heute in die Weihnachtsferien gestartet wären, wurde der Ferienbeginn vorgezogen.

Thüringens Lehrkräfte starten nach Einschätzung des Lehrerverbandes geschafft in die Weihnachtsferien. Die Corona-Pandemie habe für die Lehrer eine zusätzliche Belastung bedeutet, sagte Rolf Busch, Vorsitzender des Thüringer Lehrerverbandes. Gerade der sogenannte Distanzunterricht, bei dem die Schülerinnen und Schüler zu Hause lernen und zum Beispiel per Videokonferenzen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern Aufgaben besprechen, sei für die Lehrkräfte anstrengend.

Busch forderte mit Blick auf die Zeit nach den Weihnachtsferien klarere Regeln für die Notbetreuung. In der vergangenen Woche konnten nicht nur Eltern bestimmter Berufsgruppen ihre Kinder in die Notbetreuung geben, sondern alle, die glaubhaft machen konnten, dass sie ihre Kinder nicht selbst betreuen können. Die Entscheidung darüber sollten die Schulleitungen treffen. Busch nannte diese Regelung realitätsfern. In der Praxis bleibe den Schulleitungen meist nichts anderes übrig, als jeden Antrag der Eltern auch zu akzeptieren.

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Der Deutsche Lehrerverband geht nicht davon aus, dass es nach den Weihnachtsferien an den Schulen in Deutschland wieder wie gewohnt weitergeht. „Wir rechnen nicht damit, dass vollständiger Präsenzunterricht ab dem 11. Januar wieder möglich ist”, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. Abhängig vom Corona-Infektionsgeschehen werde es weiterhin eine Phase des Wechselunterrichts mit halbierten Klassen, Hybridunterricht oder auch Phasen des reinen Distanzunterrichts geben müssen.

Meidinger forderte einen bundesweit gültigen Hygienestufenplan, der klar regele, ab welchem regionalem Inzidenzgeschehen an Schulen welche Gesundheitsschutzmaßnahmen ergriffen werden müssten, von der Maskenpflicht im Unterricht über die Halbierung von Klassen bis hin zu Unterricht zu Hause. „Nur so bekommen wir auch wieder mehr Berechenbarkeit in den Schulbetrieb und Schulleitungen könnten sich bei steigenden Infektionszahlen rechtzeitig auf die nächste Stufe einstellen.” Bisher regeln das die Bundesländer selbst in eigenen Vorgaben für ihre Schulen.

Der Lehrerverbandspräsident rief die Bildungspolitik zudem zu einer Kraftanstrengung bei der Digitalisierung auf und forderte schnelles Internet an allen Schulen und eine „in allen Ländern voll funktionsfähige Lernplattform”. Außerdem erneuerte er seinen Vorschlag für ein zusätzliches Schuljahr wegen der Corona-Krise: „Es wird nach meiner festen Überzeugung viele Schülerinnen und Schüler geben, denen man die Chance auf ein freiwilliges Zusatzjahr einräumen muss, um ihre Chance auf einen erfolgreichen Schulabschluss zu wahren.”

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Mit Blick auf voraussichtlich weitere coronabedingte Einschränkungen an den Schulen im zweiten Schulhalbjahr hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) dazu aufgerufen, besonders auf die schwächeren Schüler zu achten. „Was mir die größten Sorgen macht, ist die Frage, ob die Schülerinnen und Schüler, die schon ohnehin Probleme in der Schule hatten, in ihrer Entwicklung in den vergangenen Monaten noch weiter zurückgefallen sind. Auf diese Gruppe sollte 2021 besonders geachtet werden”, sagte die Bundesbildungsministerin der Deutschen Presse-Agentur.

Es gebe leider ohnehin schon den Trend, dass die Leistungen der Gruppe, die Schwierigkeiten hätten, noch schlechter würden. „Darum müssen die für Schule Verantwortlichen auf diese Gruppe in den nächsten Monaten noch einmal besonders achten.”

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Schulschließungen
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU)
©Bernd von Jutrczenka/dpa

Nordrhein-Westfalen, 22. Dezember: Angesichts der weiter grassierenden Corona-Pandemie ist nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) noch nicht klar, ob es 2021 ein reguläres Abitur geben kann. Das Abitur 2021 gehöre zu den „Unwägbarkeiten” der Pandemie, sagte Laschet am Dienstag in Düsseldorf. Prognosen, die über den 10. Januar hinausgingen, seien nicht möglich. Laschet verwies aber darauf, dass im ablaufenden Jahr 2020 trotz der Corona-Pandemie deutschlandweit ein reguläres Abitur ermöglicht worden sei. „Wir tun alles, dass das nächstes Jahr auch möglich wird”, betonte Laschet, „aber garantieren kann ich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht.”

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Die Entscheidung über den Weiterbetrieb der Schulen nach dem harten Corona-Lockdown am 11. Januar fällt erst wenige Tage vorher. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) teilte am Dienstag in Stuttgart mit, dass man die Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 5. Januar abwarten wolle. „Unser grundsätzliches Ziel ist, so viel Präsenzunterricht wie möglich anzubieten”, erklärte die Ministerin und betonte: „Der Lernerfolg ist im Präsenzunterricht am größten. Zudem dürfen wir soziale und psychologische Aspekte nicht vergessen. Schule gibt Kindern und Jugendlichen gerade in der schwierigen Pandemie-Situation Struktur und Halt.”

In einem Schreiben an die Schulen informierte die Ministerin außerdem darüber, dass die Halbjahreszeugnisse diesmal nicht schon zum 10. Februar ausgegeben werden müssen, sondern bis Ende des Monats Zeit dafür sei. Hintergrund sei, dass in der Zeit vom 16. bis zum 23. Dezember teilweise Klassenarbeiten angesetzt waren, die nicht geschrieben werden konnten. „Um die Lage an den Schulen etwas zu entspannen, haben wir entschieden, den Schulen mehr Zeit für die Ausgabe der Halbjahreszeugnisse zu geben.”

Von der Verlängerung seien allerdings die Klassen ausgenommen, bei denen eine Entscheidung über die weitere Schullaufbahn ansteht. „Das betrifft die vierte Klasse in der Grundschule, wo die Grundschulempfehlung ansteht, sowie die Klasse 8 und 9 der Gemeinschaftsschulen, in denen ebenfalls eine Entscheidung über die weitere Schullaufbahn erfolgt.”

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Nordrhein-Westfalen, 22. Dezember: Die Schulleitungsvereinigung Nordrhein-Westfalen wirft dem Schulministerium mangelndes Vertrauen in die Schulen vor Ort in der Corona-Pandemie vor. Der Verband reagierte damit auf Ankündigungen von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) vom Montag. Gebauer hatte drei Szenarien für den Schulbeginn im neuen Jahr skizziert. Abhängig von den Infektionszahlen könne es Einschränkungen geben, die aber konkret erst am 5. Januar 2021 bei der Sitzung der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin getroffen werden. Die zentrale Forderung der Verbandes laute, dass Schulen zum Schulbeginn 2021 unter „den dann aktuellen, lokalen Bedingungen vor Ort entscheiden, wie der Unterrichtsbetrieb organisiert und aufrechterhalten” werden könne.

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Kultusministerkonferenz, 21. Dezember: Die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder werden voraussichtlich am 4. Januar über das weitere Vorgehen an den Schulen in der Corona-Pandemie beraten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Kultusministerkonferenz (KMK). Einen Tag später sind Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder geplant. Dabei soll es um die Zeit nach dem zunächst bis 10. Januar geplanten Lockdown gehen. Bisher ist noch weitgehend offen, in welcher Form der Unterricht ab dem 11. Januar weitergeht.

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Bayern, 21. Dezember: Wegen der nicht absehbaren Folgen der Corona-Krise für das laufende Schuljahr kann an Bayerns Realschulen und Gymnasien die Zahl der Prüfungen reduziert werden. „Mir ist vor allem sehr wichtig, dass wir eine Ballung von Leistungsnachweisen verhindern. Deswegen schaffen wir faire und flexible Regelungen zur Reduzierung von Leistungsnachweisen”, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Montag in München. Es dürfe nicht sein, dass die Schülerinnen und Schüler wegen längerer Phasen von Wechsel- oder Distanzunterricht unter Druck geraten.

Konkret sieht die Neuregelung für Gymnasien und Realschulen vor, dass die Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen für sich entscheiden können, ob und wie sie die vorgeschriebene Zahl an sogenannten großen Leistungsnachweisen senken. „Die konkrete Entscheidung trifft das Lehrkräfteteam unter genauer Abwägung der Situation in der einzelnen Klasse”, teilte das Ministerium mit. Bei den Leistungsnachweisen könne die Ausgangslage auch an einer Schule von Klasse zu Klasse unterschiedlich sein.

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Rheinland-Pfalz, 21. Dezember: Die Schulen in Rheinland-Pfalz müssen sich bei einer weiterhin schnellen Ausbreitung der Corona-Pandemie auf einen längeren Fernunterricht einstellen als bislang geplant. „Wenn die Infektionszahlen nach dem 15. 1. hoch bleiben, muss grundsätzlich auch der Fernunterricht fortgesetzt werden”, sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Montag in einer digitalen Sondersitzung des Bildungsausschusses. Ziel bleibe es aber, vor allem in den unteren Jahrgängen und den Abschlussklassen schnell wieder in den Präsenzunterricht an den Schulen zu gelangen.

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Nordrhein-Westfalen, 21. Dezember: In einer Mail an alle Schulen hat das Ministerium für Schule und Bildung in Nordrhein-Westfalen am Montag ein Stufenmodell zur Gestaltung des Schulunterrichts nach den Schulschließungen im neuen Jahr vorgestellt. Wie der Unterricht dann ablaufen soll, hängt vom Infektionsgeschehen ab. In Stufe 1 – bei einer 7-Tage-Inzidenz unter 200 – soll demnach landesweit für alle Schulformen und Schulstufen Präsenzunterricht stattfinden. In Stufe 1+ sind Erweiterungen im Rahmen der in Nordrhein-Westfalen gültigen Hotspotstrategie für besonders vom Infektionsgeschehen betroffene Schulen in Kommunen mit einer 7-Tages-Inzidenz oberhalb von 200 vorgesehen. Außerdem können die Ordnungsbehörden in den Kreisen oder kreisfreien Städten in Abstimmung mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und dem Ministerium für Schule und Bildung schulspezifische Einschränkungen des Schulbetriebs anordnen. Das kann ein Wechselmodell von Präsenz- und Distanzunterricht ab der Jahrgangsstufe 8. Abschlussklassen sollen davon ausgenommen sein. Stufe 2 macht eine Grundsatzentscheidung der Landesregierung erforderlich. Sie kann landesweit einen eingeschränkten Schulbetrieb beispielsweise mit einem Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht ab der Jahrgangsstufe 8 (mit Ausnahme von Abschlussklassen) vorsehen. Bei einer besonders kritischen Infektionslage könnte es zudem notwendig werden, dass die Landesregierung über noch weitergehende Einschränkungen entscheiden müsste.

„Mit unserem derzeitigen Stufenmodell kommen wir dem Wunsch vieler Schulen nach größtmöglicher Planungssicherheit und einer frühzeitigen Information nach. Auch wenn wir heute noch nicht sagen können, wie sich das Infektionsgeschehen zu Beginn des neuen Jahres darstellen wird und deshalb weitergehende Präzisierungen ausdrücklich nicht auszuschließen sind, so geben wir den Schulen schon jetzt einen Rahmen für ihre Planungen”, so Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in einer Presseinformation von Montag. Sie machte gleichzeitig deutlich, dass die Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung des Schulstarts unmittelbar nach der für den 5. Januar 2021 geplanten Sitzung der Regierungschefinnen und Regierungschefs mit der Bundeskanzlerin getroffen wird.

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In der Corona-Pandemie dürfen die Schulen Niedersachsens im kommenden Jahr statt des Zentralabiturs auf eigene Aufgabenstellungen in der Abiturprüfung setzen. Das gelte für Schulen, die besonders von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betroffen seien, sagte eine Sprecherin des Kultusministeriums der „Neuen Osnabrücker Zeitung” (Montag-Ausgabe). Damit weiche das Land ausnahmsweise vom Grundsatz ab, landesweit zentral gestellte Aufgaben zu verwenden. Eine  bundesweite Anerkennung des Abschlusses in Absprache mit den anderen Bundesländern seien sichergestellt. „Wir haben Vorkehrungen getroffen, dass trotz der Corona-Pandemie alle Abschlüsse auf hohem Qualitätsniveau gemacht werden können”, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) der Zeitung. Das gelte für das Abitur sowie für die Haupt-, Real-, und Förderschulabschlüsse. Es werde keinen „Corona-Makel” geben, alle Abschlüsse seien gleichwertig mit denjenigen der Vorjahre.

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Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) hat in der Corona-Pandemie eine Verlängerung der Weihnachtsferien bis Ende Januar gefordert. „Es ist kaum damit zu rechnen, dass bis zum 10. Januar eine grundlegende Besserung eintritt”, sagte der DKSB-Präsident Heinz Hilgers der „Rheinischen Post” (Montag-Ausgabe). Es gebe keine andere Wahl, wenn die Infektionszahlen in Deutschland nicht sinken würden. „Im Gegenzug müssten die Sommerferien um drei Wochen gekürzt werden.”

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Kultusministerkonferenz, 19. Dezember: Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD), hat Beratungen mit ihren Amtskollegen vor dem nächsten Treffen der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Anfang Januar angekündigt. „Die Kultusministerkonferenz wird sich im Vorfeld der Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin zum weiteren Verlauf des Schuljahrs 2020/2021 beraten und abstimmen”, sagte Hubig der „Rheinischen Post” (Samstag-Ausgabe). Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz ist für den 5. Januar geplant.

Der Bundeselternrat forderte derweil mit Blick auf eine mögliche Verlängerung des Lockdowns über den 10. Januar hinaus Konzepte für eine möglichst rasche Rückkehr zum Präsenzunterricht. „Es ist vermutlich damit zu rechnen, dass der momentane Shutdown über den 10. Januar andauern wird”, sagte die Vizechefin des Bundeselternrates, Sabrina Wetzel, der „Rheinischen Post”. Die Schulen müssten sich verstärkt darauf einstellen, etwa an Grundschulen Unterricht in kleinen Gruppen und digitalen Unterricht für die älteren Schülerinnen und Schüler anzubieten.

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Baden-Württemberg, 18. Dezember: Das Kultusministerium hat an die Lehrerinnen und Lehrer im Land Masken verteilt, die mittlerweile nicht mehr nach Europa importiert werden dürfen. Bei den Lehrkräften gibt es nun Zweifel an der Sicherheit der Schutzmasken. Sowohl das Kultus- als auch das Sozialministerium versichern jedoch, die Masken seien geprüft und sicher.

Es handle sich dabei um Filterschutzmasken mit chinesischer Norm KN95, teilte eine Sprecherin des Kultusministeriums am Freitag mit. Die Masken seien bereits im Frühjahr beschafft worden, als auch Schutzausrüstung eingeführt werden durfte, die nicht den formalen Vorgaben der EU entsprochen habe, gab das Sozialministerium in einer Stellungnahme bekannt. Seit Ende August dürfen solche Masken, wie sie in den vergangenen Tagen an die Lehrkräfte in Baden-Württemberg verteilt wurden, nicht mehr in die EU importiert werden. Das Sozialministerium habe die Masken vor der Auslieferung einer Zertifikatsprüfung und einer technischen Prüfung unterzogen. Das Kultusministerium gehe davon aus, dass der Schutz der Masken mit der Norm für sogenannte FFP2-Masken vergleichbar sei, hieß es.

Bei den Lehrerinnen und Lehrern gibt es daran durchaus Zweifel. Das Kultusministerium habe zahlreiche kritische Rückfragen von Schulen zu den Schutzmasken erhalten, teilte die Sprecherin mit.

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In den Weihnachtsferien lässt das bayerische Kultusministerium die digitale Lernplattform Mebis einem umfangreichen sogenannten „Lasttest” unterziehen. Damit soll die Stabilität der Plattform bei hohen Zugriffszahlen geprüft werden. Mebis war nach dem Lockdown ab Mittwoch zeitweise nicht oder nur nach Wartezeiten erreichbar, weil sich wegen der Schulschließungen viele Schülerinnen und Schüler am Vormittag gleichzeitig angemeldet hatten.

Am Samstag und Sonntag würden die Systeme mit externen IT-Firmen umfassend durchleuchtet, teilte das Ministerium am Freitag in München mit. Der Test sei der erste Schritt zu weiteren Maßnahmen, um die Erreichbarkeit der Plattform für den ab 11. Januar zu erwartenden Distanz- oder Wechselunterricht zu verbessern.

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Saarland, 18. Dezember: Wegen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hat das saarländische Bildungsministerium die Regelungen für die Prüfungen zum Hauptschul- und mittleren Bildungsabschluss angepasst. Anstatt landesweit zentraler Abschlussprüfungen in den Fächern Deutsch, Mathe und Fremdsprachen werde es schulzentrale Abschlussarbeiten geben, teilte das Ministerium am Freitag mit. Nach den Klausuren könnten die Schülerinnen und Schüler ihre Leistungen in bis zu drei Fächern bei einer freiwilligen mündlichen Prüfung verbessern. Die schriftlichen Arbeiten finden vom 14. bis 20. Mai statt.

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Die meisten Eltern sind dem Aufruf, ihre Schulkinder schon in dieser Woche zum Distanzlernen zu Hause zu behalten, nach Angaben des niedersächsischen Kultusministeriums gefolgt. Der Anteil der in den Klassenräumen unterrichteten Schüler liege über alle Schulformen hinweg „deutlich unter zehn Prozent”, sagte ein Ministeriumssprecher in Hannover unter Berufung auf eine stichprobenartige Abfrage in den Schulen vom Freitagmorgen. Auch für die Notbetreuung am kommenden Montag und Dienstag gebe es wenige Anmeldungen.

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Lehrerverband, 18. Dezember: Nach den Pannen bei digitalen Lernplattformen für den Distanzunterricht von Schulen hat der Lehrerverband kritisiert, dass jedes Land sein eigenes System hat. „Ich verstehe bis heute auch nicht, warum jedes Land hier das Rad neu erfinden muss. Da hätte es eigentlich einer gemeinsamen Anstrengung bedurft”, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger am Freitag dem ZDF-„Morgenmagazin”.

In mehreren Ländern hatte es seit Beginn des neuerlichen Lockdowns Ausfälle bei den Plattformen gegeben. „Es ist auch leider im letzten halben Jahr wenig dafür getan worden, dass diese Lernplattformen dann entsprechend aufgerüstet werden, und das rächt sich jetzt”, so Meidinger. Die Politik habe nicht erkannt, wie wichtig Digitalisierung von Schulen sei. Sie habe eher auf die Wirtschaft als auf die Schulen geschaut und ausgeblendet, dass wieder eine Phase des Distanzlernens kommen könne. An 60 Prozent der Schulen gebe es nach wie vor kein schnelles Internet.

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Nordrhein-Westfalen, 18. Dezember: Fast zwei Drittel der rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen sind nach den Schulschließungen auf Distanz unterrichtet worden. Zum Stichtag 16. Dezember hätten nur noch 38 Prozent der Schülerinnen und Schüler am Präsenzunterricht teilgenommen, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten Eltern bei Schülerinnen und Schülern der unteren Jahrgänge bis Stufe sieben seit Montag die Wahl, ob ihre Kinder in der Schule oder von zu Hause aus am Unterricht teilnehmen. Für ältere Schülerinnen und Schüler ab Klasse acht war das Lernen Distanzunterricht verbindlich. Der Unterricht endet in NRW wie in den meisten anderen Bundesländern schon zwei Tage früher an diesem Freitag und beginnt zwei Tage später als ursprünglich geplant am 11. Januar. Nur bei unaufschiebbaren Klassenarbeiten und Klausuren müssen Schülerinnen und Schüler auch noch in der kommenden Woche am 21. und 22. Dezember in die Schulen kommen.

Wie es dann im Januar weitergeht, hänge von den nächsten Beratungen der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 5. Januar ab, so Gebauer. Bei diesen Beratungen soll das weitere Vorgehen nach dem 10. Januar abgestimmt werden. Damit die Schulen sich auf den Betrieb im neuen Jahr vorbereiten können, sollten diese „zeitnah” informiert werden.

Die Lehrergewerkschaft GEW verlangt unterdessen klare Konzepte und verlässliche Perspektiven für die Schulen bis zu den Osterferien. Die Doppelbelastung der Lehrkräfte aus gleichzeitigem Präsenz- und Distanzunterricht müsse ein Ende haben, sagte die Landesvorsitzende Maike Finnern. Es sei illusorisch zu glauben, dass ab dem 11. Januar wieder Präsenzunterricht für alle Schüler stattfinde. Die Landesregierung müsse noch vor dem Jahreswechsel ein tragfähiges Rahmenkonzept vorlegen, das das gesamte restliche Schuljahr 2020/21 in den Blick nehme.

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Saarland, 17. Dezember: Die Abiturprüfungen im Saarland beginnen im Frühjahr etwas später als geplant. Wie das Bildungsministerium am Donnerstag in Saarbrücken mitteilte, gehen die schriftlichen Prüfungen am 23. April statt am 12. April los. Die mündlichen Prüfungen sind nun für den Zeitraum vom 30. Juni bis 9. Juli angesetzt und damit zwei Wochen später als ursprünglich vorgesehen. Die Abiturientinnen und Abiturienten sollen so etwas mehr Zeit zur Vorbereitung bekommen, weil Unterricht wegen der Pandemie ausgefallen sei und sie deshalb keine Nachteile haben sollen.

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Lernplattform Berlin, 17. Dezember: Nicht nur in Bayern, auch in anderen Bundesländern gibt es weiterhin Probleme mit den Lernplattformen. Auch in Berlin war es am Donnerstag zunächst nicht möglich, sich in die digitale Plattform Lernraum Berlin einzuloggen, wie viele Nutzerinnen und Nutzer berichteten. Lernraum Berlin ist die vom Senat als datensicher empfohlene Plattform. Andere User wiesen darauf hin, dass der Anmeldeprozess besser funktioniert habe als am Vortag, aber die Systeme teils so langsam liefen, dass nicht alle Angebote ohne Weiteres nutzbar seien. Inzwischen stehe die Plattform aber wieder zur Verfügung, versicherte ein Sprecher der Bildungsverwaltung.

Ursache für die Probleme seien nach einer ersten Analyse die strikten Sicherheitseinstellungen gewesen, die dazu geführt hätten, dass der Aufbau der verschlüsselten Verbindung zu lange gedauert habe. Auf der Webseite selbst war zu lesen, es werde daran gearbeitet, die Plattform den neuen Anforderungen anzupassen. Die Anzahl der gleichzeitigen Zugriffe habe sich am Mittwoch – dem Beginn Schulschließungen deutlich gesteigert.

Probleme und Überlastungen auf  den Lernplattformen gab es auch in anderen Bundesländern, zum Beispiel in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

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Mebis, 17. Dezember: Auch am Donnerstag gibt es weiterhin Schwierigkeiten bei der Lernplattform Mebis in Bayern. Wie schon am Mittwoch hieß es, aktuell meldeten sich viele Nutzerinnen und Nutzer gleichzeitig an, teilte das Service-Team am Morgen auf Twitter mit. „Dadurch kommt es leider zu langen Wartezeiten.” Das Einloggen dauert sehr lang, andere Nutzer flogen kurzerhand wieder aus dem System raus.

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In mehreren Bundesländern sind nach den Schulschließungen die digitalen Lernplattformen ausgefallen. Mit dem Wechsel vieler Schülerinnen und Schüler in den Distanzunterricht traten auf mehreren Online-Portalen, über welche Aufgaben und Unterrichtsmaterial verteilt werden, Probleme auf.

Die störanfällige Lernplattform Mebis in Bayern ist zum Start des Lockdowns am Mittwochmorgen ausgefallen. Die Ursache sei noch unbekannt, sagte ein Sprecher des bayerischen Kultusministeriums. Nach dem Einloggen wurden Wartezeiten von bis zu 15 Minuten angezeigt, doch der Nutzer gelangte auch danach nicht auf die gewünschte Webseite. „Aktuell melden sich sehr viele Nutzerinnen und Nutzer gleichzeitig an der Lernplattform an. Dadurch kommt es leider zu langen Wartezeiten. Alle anderen Mebis-Teilangebote stehen voll zur Verfügung”, hieß es auf der Webseite. Bei Mebis hatte es in der Vergangenheit immer wieder Probleme gegeben. Über die staatliche digitale Plattform sollen Bayerns Schüler eigentlich Lerninhalte abrufen, vor allem, wenn wie seit Mittwoch in den Schulen kein Unterricht vor Ort stattfindet. Auch schon zu Beginn der Schulschließungen im März fiel die Plattform mehrfach aus.

Am ersten Tag der Schulschließungen ist auch in Sachsen-Anhalt die Lernplattform des Landes wegen hoher Nachfrage zusammengebrochen. Es habe ähnlich wie in anderen Bundesländern am Mittwoch Schwierigkeiten gegeben, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums. Grund sei die hohe Zahl an Zugriffen auf den Server. Noch am Mittwoch begannen Experten damit, die Systeme zu warten und konnten das Problem zunächst beheben.

Auch im Saarland fiel die Lernplattform für Tausende Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte zeitweise aus. Sie sei wegen der vielen Zugriffe wahrscheinlich überlastet gewesen, sagte am Mittwoch ein Sprecher des Bildungsministeriums in Saarbrücken. Im Laufe des Vormittags sei die Plattform „Online Schule Saarland” wieder erreichbar gewesen. Es werde daran gearbeitet, dass sich dieses Problem nicht wiederhole.

Zu Beginn der Schulschließungen gab es außerdem Probleme in Berlin mit der digitalen Plattform Lernraum Berlin. Etliche Schülerinnen und Schüler  sowie Lehrerinnen und Lehrer, die das System für das schulische Lernen von zu Hause aus nutzen wollen, konnten sich dort am Mittwoch nicht anmelden, wie Nutzer unter anderem in sozialen Netzwerken berichteten. Bei anderen funktionierte das nur mit Verzögerung.

Auch Mecklenburg-Vorpommern meldete am Mittwoch Störungen bei der Lernplattform. Der Zugriff der Schulen auf das Lernmanagementsystem sei am Mittwoch sprunghaft angestiegen, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Schwerin. Diese „enorme Nutzung” habe dazu geführt, dass die Server, auf denen „itslearning” laufe, an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen seien und die Arbeit mit dem System zeitweise nicht möglich gewesen sei.

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Schulschließungen Mädchen vor einer Schule
Die Schulen sind bundesweit seit Mittwoch geschlossen. Bereits angesetzte Klassenarbeiten dürfen aber zum Beispiel in Hamburg trotz Schulschließungen noch geschrieben werden.
©Ulrich Perrey/dpa

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann will die Schulen nach Ende des harten Corona-Lockdowns am 11. Januar – wenn irgendwie möglich – wieder öffnen. Doch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist skeptisch. „Wo wir sind am 11. Januar, wird man sehen”, sagte der Regierungschef am Dienstag in Stuttgart. Eisenmann hatte dem SWR gesagt: „Der Plan ist Präsenzunterricht. Der Plan ist, dass die Kinder vor Ort in der Schule beschult werden.” Und weiter: „Wir hoffen, durch diesen harten Lockdown die Zahlen natürlich bis zum 10. Januar deutlich nach unten drücken zu können. Unabhängig von den Inzidenzzahlen muss Schule dann wieder angeboten werden können.” Sie sagte aber auch mit Blick auf die Hotspot-Strategie des Landes: „Wir haben ja Konzepte bei hohen Inzidenzen mit Präsenzunterricht und einzelne Klassen im Wechselunterricht.”

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern auf einen längeren Ausnahmezustand an den Schulen auch nach den Weihnachtsferien eingestimmt. Er gehe davon aus, dass es wegen Corona auch nach dem 10. Januar noch Wechselunterricht geben werde, sagte Söder am Dienstag in einer Regierungserklärung im Landtag in München. Er verlangte, dass Wechsel- und Distanzunterricht im neuen Jahr problemlos funktionieren müssen. „Meine klare Botschaft: Bis zum Januar muss dann genau geklärt sein, dass es im Wechsel- und Distanzunterricht keine Missverständnisse und keine Probleme gibt”, sagte Söder. „In drei Tagen was zu organisieren ist nicht einfach, aber bis 10. Januar muss das alles stehen.”

Am Montag, also kurz nach der Bund-Länder-Entscheidung zur Schließung der Schulen ab Mittwoch, hatte ein Schreiben des Kultusministeriums für Aufregung gesorgt, in dem es für alle Jahrgangsstufen mit Ausnahme der Abschlussklassen unter anderem hieß: „Distanzunterricht findet in den betreffenden Klassen nicht statt.”

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Niedersachsen, 15. Dezember: Das niedersächsische Kultusministerium hat am Dienstag in einer Pressemitteilung angekündigt, wie es an den Schulen des Landes nach den Schulschließungen und den Weihnachtsferien ab 11. Januar weitergehen soll.  Die weiterführenden Schulen starten demnach niedersachsenweit im Wechselunterricht in den Schuljahrgängen 5 bis 12 nach Szenario B (Hybrid- oder Wechselunterricht) in geteilten Klassen. Für Schülerinnen und Schüler der 13. Schuljahrgänge, für die Abiturprüfungen anstehen, gilt dann wieder Präsenzunterricht nach Szenario A (Regelbetrieb). Die Jugendlichen tragen allerdings eine Mund-Nase-Bedeckung im Unterricht.

An den Grundschulen soll auch Unterricht im eingeschränkten Regelbetrieb nach Szenario A stattfinden, auch hier unter Ausweitung der Maskenpflicht auf den Unterricht. „Sollte das jeweils zuständige Gesundheitsamt an einer Grundschule eine Infektionsmaßnahme verhängen und mindestens einer Klasse Quarantäne verordnen, wechselt die Schule unverzüglich für 14 Tage in das Szenario B. Diese Regelungen gelten bis Ende des Schulhalbjahres am 31. Januar 2021″, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

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Lernsax ist für Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte in Sachsen ein wichtiger Kommunikationsweg und eine Plattform, über die Unterricht erteilt wird und Lernstoff abgerufen werden kann. An den ersten beiden Tagen des Lockdowns – in Sachsen gelten die Schulschließungen bereits seit Montag – musste Fernunterricht also ohne die Lernplattform stattfinden. Schon im Frühjahr gab es mehrere Störungen.

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Lehrkräfte sollten nach Ansicht des baden-württembergischen Landesverbands Bildung und Erziehung (VBE) früher geimpft werden. Der Lehrerverband fordert von der Kultusministerkonferenz, sich für einen Platz auf der dritten Stufe in der Impf-Reihenfolge der Ständigen Impfkommission einzusetzen. Bislang seien Lehrer in der vierten von sechs Stufen eingeordnet.

Weil zu Beginn noch nicht genug Impfstoff für alle verfügbar sein dürfte, sollen verschiedene Bevölkerungsgruppen bevorzugt geimpft werden. Der finale Entwurf der Impfkommission ist nach Angaben einer Sprecherin des Robert Koch-Instituts noch nicht veröffentlicht. In Medienberichten war jedoch bereits die Rede von sechs Kategorien.

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Brandenburg, 15. Dezember:  Seit Montag können Eltern in Brandenburg darüber entscheiden, ob ihr Kind im Präsenzunterricht in der Schule oder im Distanzunterricht zu Hause lernen soll. Die Pflicht zum Besuch des Präsenzunterrichts hat das Bildungsministerium bis zum Beginn der Weihnachtsferien am 18. Dezember aufgehoben. Am Dienstag teilte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) mit: „Unser Appell an die Eltern ist angekommen: Laut ad-hoc-Abfrage waren gestern geschätzt nur noch rund 55 Prozent der Schülerinnen und Schüler in den Schulen präsent, alle anderen sind zu Hause geblieben”.

Im neuen Jahr will das Land dann erstmal komplett auf Distanzunterricht umstellen. Ausnahmen soll es dann nur für die Abschlussklassen und die Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ geben.

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Franziska Giffey, 15. Dezember:  Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) fordert, Kitas und Schulen vorrangig zu behandeln, wenn es wieder zu Lockerungen der strengen Corona-Beschränkungen kommt. „Wenn wir wieder Schritte der Lockerung nehmen können, dann muss es wieder zu einem vollständigen Angebot in Kitas und Schulen kommen. Das ist die oberste Priorität”, sagte sie am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin”.

Giffey appellierte angesichts der bevorstehenden Schulschließungen in Deutschland erneut an die Arbeitgeber, Familien zu unterstützen. Die Ministerin sagte, die Ausstattung für das Lernen von Schülern zu Hause sei „ausbaufähig”. Im Vergleich zum Frühjahr gebe es aber an vielen Stellen eine Weiterentwicklung. „Wir sind ein Stück weiter als im Frühling.”

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Schulschließungen Franziska Giffey
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey
©Gregor Fischer/dpa

Mit weniger Klassenarbeiten will die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Nordrhein-Westfalen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte entlasten. „Es ist eine Illusion, dass wir ein normales Schuljahr haben”, sagte die NRW-Landesvorsitzende Maike Finnern der „Rheinischen Post” (Ausgabe von Dienstag). Sie sei der festen Überzeugung, dass man nicht am 11. Januar mit dem normalen Unterricht weitermachen werde. „Deshalb wäre jetzt dringend eine Abkehr vom Dogma des Präsenzunterrichts notwendig. Es gibt doch zahlreiche gute Konzepte”, sagt Finnern.

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Lehrerverband, 15. Dezember: Heinz-Peter Meidinger, der Präsident des Lehrerverbands, wirft den Landesregierungen und Schulministerien in der Corona-Pandemie ein „teilweise katastrophales Krisenmanagement” vor. Man habe es versäumt, sich auf die erneuten Schulschließungen und eine neue Phase des Wechselunterrichts vorzubereiten, etwa durch mehr Tempo bei der digitalen Modernisierung der Schulen, sagte er der „Passauer Neuen Presse” (Ausgabe von Dienstag). Bei der Versorgung der Schulen mit schnellem Internet würden die Schulen nicht viel besser da als im März dieses Jahres dastehen. Meidinger forderte daher von der Politik „die Vorlage eines Gesamtkonzepts, wie in Pandemiezeiten die Bildungsqualität und die Zukunftschancen unserer Kinder und Jugendlichen gesichert werden können.”

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An Berliner Schulen soll während des gesamten Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine Notbetreuung für jüngere Kinder angeboten werden – auch während der Weihnachtsferien. Das kündigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Montag bei einer Sondersitzung des zuständigen Ausschusses im Abgeordnetenhaus an. Demnach soll das Angebot für diejenigen Schülerinnen und Schüler während der Schulschließungen gelten, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Dazu zählen etwa das Gesundheitswesen, Polizei, Feuerwehr oder Verkehrsbetriebe. Im Blick sind dabei in erster Linie Kinder, die eine Grundschule bis einschließlich 6. Klasse besuchen.

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Nordrhein-Westfalen, 14. Dezember: Die coronabedingte Umstellung des Schulbetriebs ist am Montag in Nordrhein-Westfalen aus Sicht der Landeselternkonferenz „chaotisch” angelaufen. Nach Angaben der Vorsitzenden des Verbandes, Anke Staar, gab es Verwirrung darüber, ob Klassenarbeiten in den kommenden Tagen ausgesetzt würden oder doch geschrieben werden müssten. Für die Lehrkräfte sei die Lage belastend, weil sie nun parallel ein Angebot im Klassenraum aufrechterhalten müssten und zugleich Kinder zu Hause unterrichten sollten.

Nach der Neuregelung haben bei Schülerinnen und Schülern der unteren Jahrgänge bis Stufe 7 die Eltern die Wahl, ob die Kinder am Montag und Dienstag in der Schule oder von zu Hause aus am Unterricht teilnehmen. Für ältere Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 ist das Lernen zunächst für die kommenden Tage bis zu den Ferien vollständig auf Distanz umgestellt, wie Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bereits am vergangenen Freitag mitgeteilt hatte.

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Bayern, 14. Dezember: Das Kabinett in Bayern ist am Montagvormittag zusammengekommen, um neue Maßnahmen aufgrund des Bund-Länder-Beschlusses von Sonntag auf den Weg zu bringen. Von Mittwoch an werden demnach alle Kitas geschlossen, die Schulen wechseln bis Freitag möglichst in den Distanzunterricht. Während der landesweiten Schulschließungen in Bayern wird es aus Sicht der Landesregierung eine großzügige Notbetreuung geben. Das kündigten Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) und Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) nach der Kabinettssitzung am Montag in München an. An den Schulen soll es eine Notbetreuung für Kinder der Jahrgangsstufen eins bis sechs geben, sowie für Schüler der Förderschulen und Kinder mit Behinderungen.

Während der Schulschließungen in Bayern will die Staatsregierung Angebote für das Distanzlernen zur Verfügung stellen. Im Rahmen des bundesweiten harten Corona-Lockdowns und der kompletten Einstellung des Präsenzunterrichts ab Mittwoch (16. Dezember) setze man verstärkt den Fokus auf „selbstständiges Wiederholen, Üben und Vertiefen”, sagte Michael Piazolo. Abschlussklassen oder berufliche Schulen sollen aber bis zum letzten Schultag vor den Ferien am 18. Dezember von Lehrerinnen und Lehrern direkt gestalteten Distanzunterricht bekommen.

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Rheinland-Pfalz, 14. Dezember: Das Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz hat Lehrerinnen und Lehrer gebeten, in dieser Woche den Fernunterricht für die ersten Wochen im neuen Jahr vorzubereiten. Für die drei Tage von Mittwoch bis Freitag heißt es in einem am Montag verschickten Rundschreiben an alle Schulleitungen zur Aufhebung der Präsenzpflicht: „Schülerinnen und Schüler, die zu Hause bleiben können, sollen zu Hause bleiben.” Eltern sollen der Schule mitteilen, wenn sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Vor den Weihnachtsferien sei kein pädagogisches Angebot zur häuslichen Arbeit mehr vorgesehen, erklärte das Bildungsministerium nach den Beschlüssen zur Verschärfung der Corona-Maßnahmen vom Sonntag.

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Niedersachsen, 14. Dezember: Schülerinnen und Schüler werfen der Politik einen Schlingerkurs im Umgang mit dem Unterricht in der Corona-Krise vor. „Die Inkonsequenz der Landesregierung und des Kultusministeriums gefährdet nicht nur das Weihnachtsfest, sondern auch den Grundsatz guter Bildung: Stabilität und Planbarkeit”, sagte der Vorsitzende des niedersächsischen Landesschülerrats, Florian Reetz, am Montag.

Mit Blick auf die Fortsetzung des Unterrichts im Januar fordert der Schülerrat daher nun frühzeitig eine klare Linie. Man müsse sich darauf einstellen, dass kein Präsenzunterricht möglich sei, sodass „ein Weg gefunden werden muss, der pädagogisch tragfähiger ist”, wie die stellvertretende Vorsitzende Marike Leder sagte. Der Schlüssel dafür sei das Szenario B genannte Wechselmodell mit geteilten Klassen im Präsenzunterricht und im Fernunterricht. Auch in anderen Bundesländern übten die Schülervertreterinnen und Schülervertreter Kritik an dem Hin und Her in der Bildungpolitik während der Corona-Pandemie.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte am Sonntag bei der Verkündung des verschärften Lockdowns an die Eltern appelliert, ihre Kinder zu Hause zu behalten. Die Schulen sollten spürbar leerer werden, sagte Weil.

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Hamburg, 14. Dezember: Der Senat hatte am Sonntag beschlossen, dass die Türen der Schulen in Hamburg grundsätzlich bis zu den Weihnachtsferien geöffnet bleiben. Allerdings wurde die Schulpflicht ab Mittwoch zunächst bis zum 10. Januar ausgesetzt. Volljährige Schüler und Eltern sollen sich verbindlich festlegen, ob sie beziehungsweise die noch minderjährigen Kinder trotz Lockdowns zur Schule gehen. „Aus organisatorischen Gründen wird die Teilnahme wochenweise festgelegt”, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Schreiben von Landesschulrat Thorsten Altenburg-Hack an die Schulleitungen. Dazu sollen die Schulen «eine verbindliche Rückmeldung der Sorgeberechtigten oder der volljährigen Schülerinnen und Schüler» einholen.

Bis Dienstag finde noch regulärer Unterricht statt. „Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler bereiten in dieser Zeit den Fernunterricht für die Tage vom 16. bis 18. Dezember 2020 sowie vom 5. bis 8. Januar 2021 vor und klären, welche Schülerinnen und Schüler Fernunterricht bzw. Präsenzunterricht erhalten»”, schrieb Altenburg-Hack.

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Berlin, 13. Dezember: In Berlin gibt es ab einschließlich Mittwoch, 16. Dezember, keine Präsenzpflicht mehr an den Schulen. Das betrifft alle Jahrgänge. Stattdessen soll „schulisch angeleitetes Lernen zu Hause” von den Schulen angeboten werden, wie es in einer Pressemitteilung der Senatsbildungsverwaltung von Sonntag heißt. In den Grundschulen soll es auch während der Schulschließungen eine Notbetreuung geben. „Bereits angesetzte Klassenarbeiten und Klausuren können auch in diesen Tagen vor Ort in der Schule geschrieben werden”, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

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Mecklenburg-Vorpommern, 13. Dezember: In Mecklenburg-Vorpommern können Schülerinnen und Schüler bis zur 6. Klasse allerdings grundsätzlich weiterhin in die Schule kommen. Sie sollen dann dort Aufgaben erhalten, die auch ihre Klassenkameradinnen und Klassenkameraden zu Hause erledigen, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums mitteilte. Es wird aber dringend darum gebeten, dass alle Schüler, sofern möglich, von Mittwoch an von zu Hause aus lernen sollen. Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse sollen in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns bereits von Montag an per Internet von zu Hause aus lernen.

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Sachsen-Anhalt, 13. Dezember: In Sachsen-Anhalt sehen die Pläne vor, dass Schulen ab Mittwoch eine Notbetreuung einrichten. Für Schülerinnen und Schüler bis zur 6. Klasse soll der Unterricht dann ausfallen, ältere Schülerinnen und Schüler sollen von zu Hause unterrichtet werden, wie das Bildungsministerium am Sonntag mitteilte.

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Thüringen, 13. Dezember: Am Freitag hatte Thüringen bereits beschlossen, dass in einzelnen Regionen des Landes aufgrund der hohen Inzidenz die Schulen bereits ab 14. Dezember in den Distanzunterricht wechseln. Ab 21. Dezember sollte dann in allen Schulen im Land der Präsenzunterricht enden. In Thüringen wurden der letzte Schultag nicht wie in den meisten Bundesländern auf den 18. Dezember vorverlegt. Am Sonntag zog die rot-rot-grüne Landesregierung noch einmal nach: Nun werden bereits von Mittwoch an Schulschließungen umgesetzt: Schülerinnen und Schüler müssen ihren Schulstoff zu Hause lernen. Der Präsenzunterricht an den Schulen werde ausgesetzt, teilte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) mit. Ausnahmen gebe es für Klassenarbeiten und Klausuren, die für den Schulabschluss 2021 unaufschiebbar sind, hieß es beim Ministerium. Diese dürfen unter Einhaltung der Hygienebestimmungen stattfinden. Für Kinder der Klassenstufen 1 bis 6 und der Förderschulen werde bei Bedarf eine Notbetreuung angeboten.

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Baden-Württemberg, 13. Dezember:  Hier beginnen die Ferien für die jüngeren Kinder nun früher. Wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Sonntag bestätigten, werden die Weihnachtsferien nach vorn verlegt, um weitere Kontakte zu vermeiden. Nur für Abschlussklassen solle es ab 16. Dezember Fernunterricht geben. „Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge werden im verbleibenden Zeitraum bis zu Beginn der regulären Weihnachtsferien am 23. Dezember verpflichtend im Fernunterricht unterrichtet”, teilte Eisenmann mit. Außerdem sei eine Notbetreuung von Kindern geplant. Eisenmann erklärte: „Für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 1 bis 7, deren Eltern zwingend darauf angewiesen sind, wird im Zeitraum 16. bis 22. Dezember an den regulären Schultagen eine Notbetreuung eingerichtet.” Sachsens Regierung hatte schon am Dienstag aufgrund der extrem gestiegenen Corona-Fallzahlen angekündigt, die Schulen ab 14. Dezember geschlossen zu halten. Die Schülerinnen und Schüler sollten dann Fernunterricht bekommen, so Ministerpräsident Michael Kretschmer. Die Schließung gilt mindestens bis zum 10. Januar.

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Brandenburg, 13. Dezember: In Brandenburg wird die Präsenzpflicht an den Schulen ab Montag, 14. Dezember, aufgehoben. Bis zum regulären Beginn der Ferien am 18. Dezember findet demnach Unterricht statt, aber die Sorgeberechtigten können entscheiden, ob ihr Kind am Präsenzunterricht in der Schule teilnimmt. Ausgenommen sind die Abschlussklassen . Sie sollen weiterhin in Präsenz unterrichtet werden. Auch die Förderschulen mit dem Schwerpunkt „geistige Entwicklung“ bleiben geöffnet.

Vom 4. bis zum 10. Januar 2021 gilt das Distanzlernen dann in Brandenburg für alle Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 1. Für Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1 bis 4 soll während der Schulschließungen eine Notbetreuung organisiert werden. Es besteht eine Pflicht zur Teilnahme am Distanzunterricht.

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Schulschließungen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sitzen bei der Pressekonferenz
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller bei der Pressekonferenz am Sonntagvormittag.
©Bernd von Jutrczenka/dpa

Bund-Länder-Beschluss, 13. Dezember: Nach nur einer Stunde Videokonferenz traten am Sonntagvormittag traten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der zurzeit amtierender Chef der Ministerpräsidentenrunde ist, vor die Presse. Sie verkündeten einen harten Lockdown, der ab Mittwoch, 16. Dezember gelten soll Das heißt auch: Ab diesem Tag sind die Schulen wieder geschlossen. Die Schulschließungen betreffen alle Jahrgänge. „Wir sind zum Handeln gezwungen”, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der anschließenden Pressekonferenz. Notbetreuungen würden trotz der Schulschließungen bereitgestellt und Regelungen zum Distanzlernen angeboten werden. Lediglich für Abschlussklassen „können gesonderte Regelungen erlassen werden”, sagte sie.

Die Maßnahmen sollen bis mindestens 10. Januar andauern. Ziel bleibe es, die Inzidenz runterzubringen. Sie nannte als angestrebten Wert eine 7-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen oder weniger. Wie es nach dem 10. Januar weitergehe, ließe sich erst Anfang des Jahres sagen.

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Kultusministerkonferenz, 11. Dezember: Nach ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr wollte sich die Kultusministerkonferenz noch nicht auf einen Kurs in Sachen Schulschließungen festlegen. Alle Lebensbereiche müssten in Falle eines harten Lockdowns gleichermaßen in den Blick genommen werden, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin, Stefanie Hubig (SPD), am Freitag lediglich. Die Bildungsministerinnen und Bildungsminister würden dann ihren Teil dazu beitragen. Ansonsten verwies sie auf die Bund-Länder-Schalte am Sonntag.

Hubig betonte am Freitag aber auch, dass im Falle von Schulschließungen „die Ferien nicht verlängert werden sollen“, sondern dass es höchstens eine Befreiung von der Präsenzpflicht geben könne und Fern- oder Wechselunterricht vor oder hinter die ursprünglich geplante Ferienzeit gesetzt werden sollte. Sie sagte außerdem: „Die Maßnahmen zur Pandemiebeschränkung müssen möglichst kurz gehalten werden.“

Besondere Aufmerksamkeit müssten im Falle von Schulschließungen die Schülerinnen und Schüler der Grundschulen, der 5. und 6. Klassen sowie der Abschlussklassen bekommen. Sie sollten möglichst schnell wieder in den Regelbetrieb zurückkehren. Darauf hatte die KMK schon am Freitag hingewiesen. Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) erinnerte in diesem Zusammenhang auf die großen Schwierigkeiten, die vor allem jüngere Schülerinnen und Schüler sowie Kinder und Jugendliche, die in beengten Wohnverhältnissen leben, beim Lernen zu Hause im Frühjahr gehabt hätten: „Uns wundert, wie schnell das in Vergessenheit geraten ist.“ Mit dpa

1 Kommentar

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#1 – 19.01.2021 Erik R.

Ffp2 nicht richtig

Guten Tag, im Artikel wird behauptet das Tragen von ffp2 Masken sei beschlossen. Aufgrund solcher Falschinformationen müssen wir uns mit leugnen und querdenkern rumschlagen. Wer schreibt denn soetwas? Ist der Artikel eventuell vor Abschluss der aktuellen Maßnahmenbesprechung verfasst worden? Richtig ist die Einigung auf den Mundschutz Typ II gem. EN 14683 sprich op maske günstig im 100er Pack. Ffp2 sei weder ausreichend verfügbar noch umsetzbar, 70 min tragen, 30 min pausieren das währe nicht umsetzbar. Wird hier aber so propagiert......mfg