Qualitätsoffensive : Zwei neue Institute für bessere Schulen

Das Kultusministerium in Baden-Württemberg hat die Gründung zweier neuer Schulinstitute für den Bildungssektor bekannt gegeben. Ein entsprechender Antrag der Landesregierung hat den Landtag in Stuttgart passiert. Was die Regierung als positiven Impuls wertet, bewerten Kritiker hingegen als übereilten Aktionismus.

25. Februar 2019
Susanne Eisenmann (CDU)
Im Oktober 2018 präsentierte Susanne Eisenmann (CDU), Kultusministerin von Baden-Württemberg, an der Universität Stuttgart ihr Qualitätskonzept für den Bildungssektor. Nun ist mit dem Votum des Landtages die Einrichtung des "Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung" und des "Instituts für Bildungsanalysen Baden-Württemberg" in die Wege geleitet worden.
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Zum 1. März werden zwei neue Institute für den Bildungssektor in Baden-Württemberg an den Start gehen. Das neue Institut für Bildungsanalysen (IBBW) soll untersuchen, wie es um die Bildungsqualität im Land bestellt ist und dabei bis runter auf die einzelnen Schulen gehen. Das ebenfalls neue Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) soll unter anderem die Lehrerfortbildung verbessern.

Das Konzept der Baden-Württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) für mehr Qualität im Schulunterricht, das mit der Gründung der beiden Institute befördert werden soll, hat trotz großer Kritik der Opposition den Landtag passiert. Die grün-schwarzen Regierungsfraktionen haben vergangene Woche in Stuttgart für das Gesetz gestimmt. SPD, FDP und AfD votierten dagegen.

Initiative ist Ergebnis einer umfassenden Qualitätsdebatte

„Unser Ziel ist ehrgeizig und wir beschreiten einen Weg, für den wir einen langen Atem brauchen, da wir nicht erwarten können, dass wir von heute auf morgen unmittelbar sichtbare Ergebnisse erzielen werden. Doch die Erfahrungen anderer Länder, die ähnliche Schritte bereits erfolgreich umgesetzt haben, belegen, dass wir mit unseren Maßnahmen in Baden-Württemberg auf dem richtigen Weg sind“, urteilt die Kultusministerin.

Das Konzept beruhe auf einer umfassenden Qualitätsdebatte, an der sich eine Vielzahl an Schulpraktikern, Bildungsforschern, Fachleuten aus anderen Bundesländern, Verbänden, Vertretern der Schulverwaltung und der Beratungsgremien beteiligt hätten. Unterstützt wurde und wird das Kultusministerium bei ihrem Vorstoß in der Bildungspolitik durch den wissenschaftlichen Beirat unter Vorsitz des Tübinger Bildungsforschers Ulrich Trautwein, der den Prozess kontinuierlich begleitet hat.

„Das IBBW wird eine verlässliche Datengrundlage für den Dialog von Schulaufsicht und Schulen zur Verfügung stellen“, sagt Günther Klein, neuer Direktor des IBBW. „Bereits in diesem Jahr wird das IBBW eine erste gezielte Aufbereitung von Daten vorlegen. Diese dienen zudem der Entwicklung passgenauer Angebote des Unterstützungssystems.“ Ziel sei, das Schulwesen in Baden-Württemberg wieder an die Spitze zu bringen. Der Fokus liege dabei auf der Qualität des Unterrichts.

Kritiker erwarten keine Verbesserungen in den nächsten zehn Jahren

Kritiker werfen der Landesregierung vor, übereilt gehandelt zu haben. Die Mehrkosten seien, so die SPD, noch nicht klar beziffert, Stellenpläne seien zudem noch in Arbeit. Zudem sei von Experten festgestellt worden, dass es zehn Jahre dauern könne, bis die Qualität des Unterrichts im Land wirklich besser werde.

Ähnlich äußerte sich die Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz. Von der Landesregierung würden funktionierende Strukturen zerschlagen, bevor neue entstünden. Arbeitgeberverbände hingegen begrüßen den Schritt der Landesregierung.

 

(dpa)