Prognose : Lehrkräftemangel spitzt sich weiter zu

Das Schuljahr beginnt an vielen Schulen mit fehlenden Lehrkräften – dieser Mangel wird sich in Zukunft noch verschärfen.

Florentine Anders / 21. August 2018
Infografik zum Thema Lehrkraftmangel an Grundschulen
Die voraussichtliche Zahl der Absolventen kann den Bedarf nicht decken.
©Pia Bublies

Die Zahlen sind alarmierend: Schon jetzt kann der Bedarf an ausgebildeten Lehr­kräften an vielen Grund­schulen wie berichtet nicht mehr gedeckt werden. Und Entspannung ist in den kommenden Jahren nicht in Sicht (siehe Grafik). Im Gegen­teil. Bis 2025 wird die Lücke zwischen Bedarf und Angebot an ausgebildeten Fach­kräften noch größer.

Das geht aus der Studie „Lehrkräfte dringend gesucht—Bedarf und Angebot für die Primarstufe“ hervor, die die Bertelsmann Stiftung zu Beginn dieses Jahres veröffentlichte. Die Autoren Klaus Klemm und Dirk Zorn haben darin den Bedarf an neu einzu­stellenden Grund­schul­lehr­kräften bis zum Jahr 2030/31 abgeschätzt und mit der zu erwartenden Zahl regulärer Absolventen der lehrer­bildenden Hoch­schulen abgeglichen.

Allein um den Unterricht abzudecken würden demnach zwischen 2021/22 und 2025/26 jährlich etwa 9.000 Grund­schul­lehrer­innen und Grund­schul­lehrer benötigt. Der Bedarf ergibt sich aus der Zahl der aus­scheidenden Lehr­kräfte und der wachsenden Zahl an Schülerinnen und Schülern. Die geschätzte Zahl der Absolventinnen und Absolventen, die das Lehr­amts­studium beenden, liegt aber im gleichen Zei­traum nur bei rund 7.000 jährlich. Entspannter wird die Situation laut Studie erst ab dem Schul­jahr 2026/27. Die Autoren gehen davon aus, dass die Zahlen der Grund­schul­kinder dann wieder zurück­gehen werden. Einen großen Über­hang an ausgebildeten Lehr­kräften sehen sie aber auch dann nicht. Denn durch den geplanten Ausbau des Ganz­tags­schul­systems würden laut Prognose bis 2031 zusätzlich 19.000 Lehr­kräfte an Grund­schulen benötigt.

In der Studie werden verschiedene kurz­fristige Maßnahmen vorgeschlagen, um dem akuten Mangel entgegen­zu­wirken. Zum Beispiel könnten Anreize geschaffen werden, damit die vorhandenen Lehr­kräfte die Zahl ihrer Unter­richts­stunden aufstocken oder etwa später in den Ruhe­stand zu gehen.

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