Fortbildung : Online-Kurs zeigt individuelle Förderung

Das neue digitale Selbst­lern­angebot „Vielfalt fördern“ beantwortet Lehr­kräften oder Studierenden per Videos zentrale Fragen zum Umgang mit der wachsenden Hetero­genität im Klassen­zimmer. Das Angebot ist kosten­los und für alle Interessenten frei verfüg­bar.

Florentine Anders / 04. Oktober 2018
Drei Lehrer schuaen auf einen Computerbildschirm
Gemeinsam im Kollegium oder allein – der neue Online-Kurs „Vielfalt fördern“ ist kostenlos und für alle jederzeit zugänglich.
©Getty Images

Die Vielfalt in den Lern­gruppen wächst, doch viele Lehr­kräfte fühlen sich unzureichend vor­bereitet auf diese Heraus­forderung. Jetzt gibt es ein neues digitales Selbst­lern­angebot, das zeigt, wie individuelle Förderung im Unter­richt gelingen kann. Jede Lehr­kraft kann jeder­zeit und kosten­los auf den Online­kurs „Viel­falt fördern“ zugreifen. Im Mittel­punkt der Lern­videos steht die Frage, wie man im Unter­richt den unter­schiedlichen Potenzialen der Kinder und Jugendlichen gerecht werden kann.

Der Selbstlernkurs oder auch MOOC (Massive Open Online Course) richtet sich nicht nur an Lehrer­innen und Lehrer, sondern bei­spiels­weise auch an Lehr­amts­studierende oder an Quer­ein­steiger und Quer­ein­steiger­innen. Auch Eltern, die Ein­blicke in schulische Lern­prozesse erhalten möchten, können sich für das Angebot anmelden.

Der auf sechs Wochen angelegte Kurs beinhaltet Kapitel wie „Teams bilden“, „Potenziale entdecken“ oder „Lern­prozesse gemeinsam gestalten“, die man in einem virtuellen Spazier­gang durch­schreitet. Die Inhalte sind in Form von Schulter­blick-Videos und Experten­gesprächen auf­bereitet, zudem werden Erklär­videos, Informations­texte, Materialien und Literatur­hin­weise angeboten. „Dabei nehmen die Teil­nehmer­innen und Teil­nehmer an den verschiedenen Stationen ihres Lern­spazier­gangs unter­schiedliche Perspektiven ein. Und sie haben die Möglich­keit, sich in Foren selbst ein­zu­bringen und Erfahrungen aus­zu­tauschen“, sagt die Projekt­leiterin Tamara Sturm-Schubert vom Landes­institut QUA-LiS in NRW.

Das starke Interesse zeigt, dass das digitale Angebot auf einen großen Bedarf trifft: Seit März wurden die sechs Kapitel nach­einander frei­gestaltet und inzwischen sind schon mehr als 500 Teil­nehmer­innen und Teil­nehmer registriert. Selbst in Öster­reich, Polen oder Tschechien gibt es registrierte Nutzer­innen und Nutzer.

Der Online-Kurs, der vom E-Learning-Anbieter „oncampus“ der Fach­hoch­schule Lübeck um­gesetzt wurde, stützt sich auf Inhalte und Erfahrungen des Fort­bildungs­programms „Vielfalt fördern“, das bereits flächen­deckend in NRW angeboten wird. Der Kurs soll jedoch keine Fort­bildung ersetzen, betont Sturm-Schubert. Vielmehr sei er als niedrig­schwelliges Einstiegs­angebot gedacht, das man allein zu Hause oder auch gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen in der Schule nutzen könne. Im Ideal­fall vertiefen die Schulen mit dem gesamten Kollegium das Thema in der schul­internen Fort­bildung „Viel­falt fördern“. Diese wurde, wie auch der MOOC, vom Schul­ministerium in Nord­rhein-Westfalen (NRW) und der QUA-LiS NRW in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung entwickelt. In NRW haben bereits mehr als 150 Schulen mit Sekundar­stufe I das zwei­jährige Fort­bildungs­programm durch­laufen. Seit diesem Schul­jahr gibt es das Angebot auch für die Grund­schulen in NRW.

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