Newsblog : Das Wichtigste zum Schuljahresbeginn in den Bundesländern

In den vielen Bundesländern hat der Unterrichtsbetrieb bereits wieder begonnen. Wie das Schulhalbjahr zuvor, wird auch das Schuljahr 2020/21 von der Corona-Pandemie geprägt sein. Die Bundesländer haben sich zwar darauf verständigt, dass der Mindestabstand in der Schule entfallen soll, aber in den meisten Bundesländern wird es eine Maskenpflicht geben. Regelbetrieb trotz Corona-Pandemie ist das Ziel – aber das bedeutet „nicht Regelbetrieb wie vor der Pandemie”, hat der Bildungsforscher Kai Maaz im Interview mit dem Schulportal gewarnt. In diesem Newsblog halten wir Sie regelmäßig über die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen zum Schuljahresbeginn in den Bundesländern auf dem Laufenden.

15. September 2020
Kinder in der Schule mit Masken
Auch in Schleswig-Holstein hat die Schule wieder begonnen. Das Bildungsministerium dort hat sich gegen eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes entschieden. Aber es gibt eine entsprechende Empfehlung - zunächst für die ersten zwei Wochen des Schulbetriebs.
©Gregor Fischer/dpa

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert.

Das Schuljahr 2020/21 hat in allen Bundesländern inzwischen wieder begonnen. Damit beenden wir diesen Newsblog, in dem wir in den vergangenen sechs Wochen täglich darüber informiert haben, wie die Schulen unter Pandemie-Bedingungen den Unterrichtsbetrieb nach den Sommerferien wieder aufgenommen haben. Wir werden Sie weiter in unserer aktuellen Berichterstattung über die wichtigsten Themen im neuen Schuljahr auf dem Laufenden halten.

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Die Landesregierung will bis auf Weiteres von einer Maskenpflicht in den Klassenzimmern absehen. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) zeigte sich am Dienstag zufrieden mit dem Verlauf des Schulstarts diese Woche. Es habe keine Rückmeldung von Schulen gegeben, dass es vor Ort Probleme gegeben hätte.

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Berlin, 15. September: Die Lehrkräfte in Berlin sollen mit Laptops ausgestattet werden. Dafür will das Land entsprechende Bundesmittel aus dem Mitte August verkündeten Digitalpakt nutzen, wie Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag nach der Sitzung des Senats mitteilte. Aus dem 500-Millionen-Euro-Programm für die Ausstattung von Lehrkräften mit dienstlichen, mobilen Endgeräten sollen für Berlin in 2021 rund 25,7 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Außerdem sollen Berlins Schulen CO2-Messgeräte bekommen. Sie sollen künftig erkennen helfen, wann es Zeit zum Lüften ist. Das ist während der Corona-Pandemie umso wichtiger, weil häufiges Lüften als Maßnahme empfohlen wird, das Risiko zu senken, sich mit dem Covid-19-Virus zu infizieren.

„Wenn der CO2-Gehalt in der Raumluft steigt, verfärbt sich die Anzeige von Grün über Gelb auf Rot”, sagte Martin Klesmann, Sprecher der Senatsbildungsverwaltung, der „Berliner Morgenpost” über die Funktionsweise der Messgeräte. Spätestens bei Gelb-Rot sollten die Fenster geöffnet werden, möglichst auch die Tür, damit Durchzug entsteht. Die Anschaffung der Messgeräte laufe über die Senatsbildungsverwaltung. Laut Bildungsverwaltung bekommt aber nicht jeder Klassenraum ein eigenes CO2-Messgerät; infrage kommen etwa besonders große Lerngruppen oder Räume, die sich schlecht lüften lassen.

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Digitale Unterrichtsmaterialien können nun in einer frei zugänglichen, neuen Mediathek im Internet heruntergeladen werden. Zum Start stellt die Mediathek MUNDO rund 30.000 Medien bereit, wie das zuständige FWU Institut für Film und Bild in Grünwald bei München mitteilte. „Lehrende, Lernende und Erziehungsberechtigte finden über MUNDO Filmmaterial, Audios, Bilder, Arbeitsblätter, Animationen und Interaktionen sowie komplette Lerneinheiten”, so das FWU. Zu den Quellen zählten Stiftungen, wie die Siemens- und die Joachim Herz Stiftung, Community-Portale wie Geogebra und Serlo, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und viele weitere, redaktionell ausgewählte Quellen für Bildungsmedien.

Bund und Länder hatten sich darauf verständigt, das Medienportal bereitzustellen. Den entsprechenden Auftrag an das FWU hatten die 16 Länder erteilt, wie die Kultusministerkonferenz am Montag in Berlin mitteilte. Das aus den Mitteln des Digitalpakts Schule finanzierte Portal stelle qualitativ und lizenzrechtlich geprüfte Unterrichtsmedien zur Verfügung.

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rund 4.500 Schulen für 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie mehr als 35.000 Lehrkräfte hat der Schulalltag wieder begonnen. Ab Klasse fünf und an den weiterführenden Schulen gilt Maskenpflicht auf sogenannten Begegnungsflächen wie Schulfluren, Aula und Toiletten. Im Unterricht soll auf Masken verzichtet werden. An Grundschulen sind Masken ebenfalls nicht vorgeschrieben. Das Abstandsgebot an den Schulen gilt nicht mehr. Das Kultusministerium setzt stattdessen auf das sogenannte Kohortenprinzip.

Etwa 102.500 Kinder haben in Baden-Württemberg im Laufe dieser Woche ihren ersten Schultag. Die große Mehrheit – 96.300 – startet an einer Grundschule. Damit werden voraussichtlich etwas mehr Mädchen und Jungen an Grundschulen eingeschult als im Vorjahr (94.020), wie das Statistische Landesamt am Montag mitteilte. Weitere 4.400 Kinder mit besonderem Förderbedarf besuchen sonderpädagogische Zentren. 1.800 beginnen ihre Schulzeit an einer privaten Freien Waldorfschule.

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Digitalisierung, 14. September: Die Schulen in Deutschland sind einer Umfrage zufolge nur schlecht auf mögliche neue Schließungen wegen der Corona-Pandemie vorbereitet. Wie eine repräsentative Befragung durch den Digitalbranchenverband Bitkom zeigt, geben die Bürger den Schulen im Durchschnitt gerade mal die Schulnote 4,3 bei der Frage, wie sie die Vorbereitungen auf einen „möglichen neuen Lockdown” mit Blick auf die Aufrechterhaltung des Unterrichts beurteilen. Von Eltern schulpflichtiger Kinder gibt es nur ein „mangelhaft” (4,6). Der Stand der Digitalisierung (Geräte, Internetanbindung oder digitale Unterrichtsinhalte) an den Schulen wird lediglich mit „ausreichend” bewertet (4,2 Eltern, 4,2 alle Befragten).

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Rheinland-Pfalz, 13. September: Über die vor wenigen Tagen geschaffene Schulbus-Börse gehen die Meinungen auseinander. Kern des Projekts ist es, das Gedränge der Schüler in den oft überfüllten Fahrzeugen mit Blick auf die Corona-Infektionsgefahr zu lindern, indem zusätzlich zu den regulären Fahrzeugen Reisebusse eingesetzt werden, die wegen der Corona-Krise unbenutzt auf den Höfen stehen. Nach Einschätzung des Verbandes der privaten Verkehrsbetriebe Mobilität & Logistik Rheinland-Pfalz (Molo), der die Börse organisiert, und des Verkehrsministeriums, das die Gelder dafür bereitstellt, ist die Aktion erfolgreich aus den Startlöchern gekommen.  Das Land fördert über die Schulbus-Börse bis zu 250 Fahrzeuge und übernimmt 90 Prozent der Finanzierung, den Rest müssen die Kommunen als Schulträger drauflegen.

Doch auch nach der Einführung der Schulbus-Börse ist Landeselternsprecher Reiner Schladweiler mit der Situation unzufrieden. „Wir haben höchstens eine minimale Verbesserung”, sagte Schladweiler der Deutschen Presse-Agentur.  Obwohl immer mehr Eltern-Taxis unterwegs seien, blieben die Busse zu voll. Die in der Börse anvisierten 220 bis 250 Busse reichten bei Weitem nicht aus. „Wir fordern 1000 Busse in die Busbörse”, sagte er.

Der Landeselternbeirat habe deshalb eine entsprechende Petition an den Landtag gestartet, die unter anderem auch eine Reduzierung der Stehplätze in den Bussen fordert, berichtete Schladweiler.

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Thüringen, 12. September: Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) will in Thüringen bessere Beratungsangebote für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger im Lehramt etablieren. Nach Angaben des Bildungsministeriums soll im Zuge der Lehrergewinnungskampagne ab 2021 eine Beratungsstelle geschaffen werden.

Seit dem 1. Januar 2020 wurden den Daten nach 129 Seiteneinsteigende an Schulen eingestellt; das macht einen Anteil von 15,8 Prozent an den bis zum 24. August erfolgten 817 Neueinstellungen aus. Im Vorjahr lag die Quote bei 6,3 Prozent.

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Bayern, 11. September: Wenige Tage nach dem Schulstart in Bayern sind insgesamt 44 Lehrkräfte und 66 Schülerinnen und Schüler im Freistaat positiv auf das Coronavirus getestet worden. 227 Lehrerinnen und Lehrer sowie 1.066 Schülerinnen und Schüler wurden in Quarantäne geschickt, eine Schule musste komplett schließen. Das teilte das Kultusministerium am Freitag in München mit, wies aber darauf hin, dass es sich um eine Momentaufnahme mit Stand Donnerstagabend handle, die nicht unbedingt tagesaktuell sei. Erst am Dienstag hatte die Schule in Bayern wieder begonnen. In Bayern gibt es 1,65 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie 150.000 Lehrkräfte an 6.000 Schulen.

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Bayerns Grundschülerinnen und Grundschüler erhalten vom laufenden Schuljahr an vereinfachte Zeugnisse. Wie Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Donnerstag mitteilte, soll ein „Gesamttextfeld” Schwerpunkte im Unterricht und fächerübergreifende Kompetenzen besser und flexibler abbilden. Bisher waren Texte zu jedem einzelnen Fach nötig. Bis Klasse drei kann zudem ein dokumentiertes Lernentwicklungsgespräch nicht nur das Zwischen-, sondern auch das Jahreszeugnis ersetzen.

Viertklässlerinnen und Viertklässler erhalten zwar weiter ein Zeugnis mit Ziffernnoten, müssen aber vor dem Wechsel auf die weiterführenden Schulen nur noch 18 statt 22 Probearbeiten ablegen. So könne man den Übergang für Schülerinnen und Schüler entzerren und Lehrkräfte entlasten, sagte Piazolo.

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Fast 200 Lehrerinnen und Lehrer sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Brandenburgs Schulen sind aufgrund der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus vom Unterricht befreit. 187 Lehrkräfte und acht weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Ende August ein Attest vorgelegt und gehören zur Risikogruppe, wie Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Donnerstag im Bildungsausschuss mitteilte. Das seien weniger als ein Prozent.

Mit Blick auf die Teststrategie sagte Ernst, diese habe sich bewährt. In Brandenburg können sich Lehrerinnen und Lehrer von Anfang August bis Ende November bis zu sechsmal testen lassen. Dafür erhalten sie entsprechende Berechtigungsscheine, mit denen sie zu ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt gehen können.

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Baden-Württemberg, 10. September: Die Schulen im Land leiden weiterhin unter einer knappen Personaldecke. Von mehr als 5.900 zu besetzenden Lehrerstellen an den öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen konnten nicht alle besetzt werden, wie Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Es gebe noch 645 offene Stellen, davon fast die Hälfte an Grundschulen. Die Einstellungsverfahren liefen aber noch bis Ende September.

Mit Blick auf die andauernde Corona-Pandemie versprach Eisenmann einen verlässlichen Fernunterricht für das neue Schuljahr. Man habe klare Grundlagen geschaffen mit Stundenplan und Unterlagen, sagte die CDU-Politikerin. Man habe 16,6 Millionen Euro für weitere Vertretungslehrerinnen und -lehrer investiert, um den coronabedingten Ausfall von Lehrkräften abfedern zu können. Die Mittel für 300.000 Laptops seien abgerufen worden, viele Geräte sollen bereits ab Montag Schülerinnen und Schülern zur Verfügung stehen. Rund sechs Prozent der Lehrerinnen und Lehrer fehlten pandemiebedingt im Präsenzunterricht, aber weniger als ein Prozent der Schülerinnen und Schüler.

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Corona-Test
In Niedersachsen können sich Lehrkräfte bis zu den Herbstferien bis zu zweimal testen lassen.
©Moritz Frankenberg/dpa

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Baden-Württemberg, 10. September: Der Philologenverband sieht die Schulen im Land nicht für einen Regelbetrieb in Pandemie-Zeiten gerüstet. Nur mit großem Glück werde man im kommenden Schuljahr ohne die Schließung ganzer Schulen auskommen, sagte der Landesvorsitzende Ralf Scholl am Donnerstag in Stuttgart. Dass an Schulen Teile geschlossen werden müssen, davon könne man fest ausgehen. Das sogenannte Kohortenprinzip funktioniere an Gymnasien nicht – in der Oberstufe seien Schülerinnen und Schüler in jedem Kurs mit anderen Schülerinnen und Schülern zusammen. Gebe es dort eine Infektion, werde die ganze Kursstufe dichtgemacht, sagte Scholl. Das Kultusministerium arbeite nach wie vor nach dem Prinzip Hoffnung und schöpfe nicht alle Möglichkeiten aus, um den Regelbetrieb zu schützen. So hätte man nach den Ferien für die ersten beiden Wochen eine Maskenpflicht auch im Unterricht verordnen können.

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Die Stornokosten für abgesagte Klassenreisen sollten Eltern nach Auffassung der SPD auch im neuen Schuljahr vom schleswig-holsteinischen Bildungsministerium ersetzt bekommen. „Der Antragsschluss für die Storno-Erstattung von Reisen, die im letzten Schuljahr hätten stattfinden müssen, war der 14. August”, sagte SPD-Bildungsexperte Martin Habersaat. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) solle bald Bilanz ziehen und auch eine Regelung für Klassenreisen im neuen Schuljahr vorlegen, die vor der Corona-Krise gebucht wurden, forderte er.

Um persönliche Härten zu vermeiden, konnten Eltern in Schleswig-Holstein eine Erstattung der Stornokosten beim Ministerium beantragen. Die Ministerin habe diese Regelung auf Klassenfahrten im Schuljahr 2019/20 begrenzt, kritisierte Habersaat. „Vor der Corona-Krise wurden aber auch Fahrten für das jetzt begonnene Schuljahr gebucht, die jetzt abgesagt werden oder bereits abgesagt wurden”, erläuterte der Politiker.

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Zu den Herausforderungen der Schulen unter Corona-Bedingungen soll es erneut ein Spitzengespräch im Kanzleramt geben. Für den 21. September ist ein Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und den Kultusministerien der Länder geplant. Schwerpunkt des Treffens soll demnach sein, technische und organisatorische Voraussetzungen für eine möglichst rasche Digitalisierung aller Schulen zu schaffen.

Nach Auskunft der Kultusministerkonferenz (KMK) wollen offenbar alle 16 Ressortchefs an dem Bildungsgipfel teilnehmen. Bei einem ersten kleinen „Schulgipfel” Mitte August waren lediglich Vertreterinnen und Vertreter aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bayern, Sachsen und Schleswig-Holstein dabei. Formale Beschlüsse wurden damals nicht gefasst.

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Sachsen, 9. November: Die nach der Richtlinie Digitale Schulen in Sachsen zur Verfügung stehenden Mittel sind fast ausgeschöpft. Bislang seien für die 250 Millionen Euro, die ausgereicht werden sollen, 448 Anträge mit einem Volumen von 227 Millionen Euro bereits bewilligt worden, teilte das Kultusministerium am Mittwoch in Dresden mit. Insgesamt seien 463 Anträge im Umfang von 238 Millionen Euro eingegangen. Gefördert werden vorrangig die digitale Infrastruktur in Schulen wie Verkabelung, Schulserver oder drahtlose Netzwerke. Aber auch die Anschaffung von interaktiven Tafeln, Displays oder von Laptops, Notebooks und Tablets wird unterstützt.

Auch das Geld aus dem Sofortausstattungsprogramm des Bundes geht zur Neige. Aus diesem Programm stehen Sachsen zusätzlich 28 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln für mobile Endgeräte an den Schulen zur Verfügung. Bislang sind den Ministeriumsangaben zufolge 551 Anträge im Umfang von rund 28 Millionen Euro eingegangen, von denen 542 mit einem Volumen von 27 Millionen Euro bereits bewilligt wurden. Die Endgeräte werden von den Schulträgern beschafft, die diese den Schulen zur Verfügung stellen. Die Schulen entscheiden dann, welchen Schülern die Geräte leihweise zur Verfügung gestellt werden.

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Brandenburg, 9. September: Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) hat einen Antrag von zwei Schulkindern abgelehnt, die aus Angst wegen einer Ansteckung mit dem Corona-Virus vom Unterricht an ihrer Schule befreit werden wollten. Die beiden sieben und neun Jahre alten Schüler hatten, vertreten durch ihre Eltern, vor dem Gericht einen Antrag auf Eilrechtsschutz eingelegt. Das Gericht lehnte den Antrag ab. Es bestehe kein allgemeiner Anspruch auf Befreiung von der Pflicht zur Teilnahme am Präsenzunterricht, teilte das Verwaltungsgericht am Mittwoch mit (VG 1 L 435/20).

Die Eltern der beiden Schüler hatten bei der Grundschule und dem Schulamt zuvor beantragt, die Kinder vom Unterricht in der Schule zu befreien. Als Grund gaben sie die auf Grund der Corona-Pandemie bestehende Gefahrenlage an und dass sie Angst vor einer Ansteckung hätten. Grundschule und Schulamt forderten die Eltern daraufhin auf, durch ein ärztliches Attest nachzuweisen, dass sie oder die beiden Kinder zur Risikogruppe gehörten. Da die Eltern kein Attest vorlegten, lehnten die Behörden die Befreiung ab. Da die Kinder auch weiterhin nicht zum Unterricht erschienen, wurde eine Schulversäumnisanzeige erstattet.

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In Nordrhein-Westfalen hat nach Angaben des Schulministeriums jede zehnte Schule in der Corona-Krise Probleme bei der notwendigen Belüftung der Unterrichtsräume. Pro Schule seien rund zehn Prozent der Räume betroffen, teilte das Ministerium am Dienstag mit. Dort könnten die Fenster „aufgrund möglicher baulicher Mängel nicht in ausreichendem Maße für eine intensive Belüftung genutzt werden”, hieß es. Das Ergebnis ist Teil einer Abfrage zum Unterrichtsbetrieb, die um Fragen zur Belüftungssituation in den Unterrichtsräumen ergänzt wurde.

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Baden-Württemberg, 8. September: Damit die Kinder nicht so eng beieinander sitzen, will das Land zum Schutz vor Corona-Infektionen zusätzliche Schulbusse zum Start ins neue Schuljahr finanzieren. In einem Brief, der der „Schwäbischen Zeitung” vorliegt, verspricht das Verkehrsministerium, 80 Prozent der Kosten zusätzlicher Busfahrten zu tragen. Bis Jahresende sollen bis zu zehn Millionen Euro zur Verfügung stehen.

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Seit dem Schulstart Anfang August sind nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Mecklenburg-Vorpommern etwa 13.000 Kinder und Jugendliche mit akuten Erkältungssymptomen ärztlich behandelt worden. Bei knapp einem Viertel davon sahen sich die Ärztinnen und Ärzte veranlasst, Corona-Tests vorzunehmen. Keiner davon fiel positiv aus. Das geht aus der aktuellen Statistik des Landesamtes in Rostock hervor. Lediglich zum Ende der Sommerferien waren bei zwei erkälteten Kindern Infektionen festgestellt worden.

In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Kinder mit Schnupfen, leichtem Husten und geringfügig erhöhter Temperatur die Schule und auch die Kita weiter besuchen. Bei Fieber und schwerer ausgeprägten Erkältungssymptomen sollen sie nach den von der Landesregierung herausgegebenen Handlungsempfehlungen aber zu Hause bleiben und einem Arzt vorgestellt werden.

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Digitalunterricht, 8. September: Den Schulen in Deutschland ist der Übergang zum Online-Unterricht in der Coronakrise in einem internationalen Vergleich schwerer gefallen als in anderen Ländern. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter Eltern in Deutschland, Australien, Großbritannien, Italien, Kanada, Mexiko und Singapur im Auftrag des Technologieunternehmens Citrix. Danach lief nur bei zehn Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland der Wechsel zum Online-Unterricht reibungslos.

Deutschland landete im Vergleich mit den anderen sechs Ländern auf dem letzten Platz. Aber selbst in Singapur, dem Land mit dem besten Wert, berichteten nur 30 Prozent von einem problemlosen Übergang zum Online-Unterricht, gefolgt von Australien (25 Prozent), Mexiko und Großbritannien (jeweils 19 Prozent) sowie Kanada (16 Prozent) und Italien mit 14 Prozent.

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Rheinland-Pfalz, 8. September: Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich mindestens 10.000 der etwa 41.000 Lehrer in Rheinland-Pfalz zum Thema Digitale Schule fortgebildet. Dafür gab es 486 Online-Veranstaltungen, wie Ministeriumssprecherin Sabine Schmidt sagte. In diesen Zahlen nicht enthalten seien Fortbildungen, die Schulen intern organisierten sowie analoge Angebote. In den Sommerferien haben etwa zehn Prozent der Lehrerinnen und Lehrer an einer Fortbildung zum Thema Digitalität teilgenommen, fast zehnmal so viele wie sonst.

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Mecklenburg-Vorpommern, 7. September: Eine bis in den Januar reichende Testserie unter Erzieherinnen und Erziehern, Lehrkräften, Kindern und Jugendlichen soll Aufschluss geben über die Rolle von Kitas und Schulen bei der Ausbreitung des Coronavirus in Mecklenburg-Vorpommern. Wie die Ministerien für Bildung und für Soziales am Montag in Schwerin mitteilten, sollen jeweils 300 Erwachsene und Kinder in den Regionen Rostock und Greifswald in die Mitte September beginnenden Tests einbezogen werden. Die Ergebnisse würden dann durch Experten der Universitätskliniken in Greifswald und Rostock wissenschaftlich ausgewertet.

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Baden-Württemberg, 7. September: Es sind nur noch wenige Tage bis zum Ende der Sommerferien, aber die Bildungsgewerkschaft GEW sieht die Schulen im Südwesten immer noch schlecht gewappnet für den Unterricht unter Corona-Bedingungen. Eines der größten Probleme: Wegen des Lehrermangels und der Corona-Risikogruppen fehlten derzeit so viele Lehrkräfte wie noch nie in den Klassenzimmern, sagte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz am Montag in Stuttgart. Voraussichtlich könnten sechs Prozent der Lehrkräfte mit Attest und weitere drei Prozent Schwangere nicht im Präsenzunterricht sein.

Eine Befragung unter Schulleitungen aller Schularten in Baden-Württemberg ergab den Angaben der GEW  zufolge, dass trotz deutlich verschärfter Hygieneregeln nur an wenigen Schulen die Putzkolonnen aufgestockt wurden. Demnach gaben 80 Prozent der Leiter an, dass kein zusätzliches Reinigungspersonal von den Kommunen als Schulträger bereitgestellt worden sei. An knapp 20 Prozent der befragten Schulen gibt es laut Umfrage zusätzliches Personal, um die Hygiene-Auflagen durch die Corona-Verordnungen umzusetzen.

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Bayern, 7. September: Am Dienstag geht für 1,65 Millionen Schülerinnen und Schüler  im Freistaat wieder der Unterricht los. Die etwa 6200 Schulen im Land mussten sich diesmal noch intensiver als sonst auf den Beginn des Schuljahrs vorbereiten, gibt es wegen der Corona-Pandemie doch zahlreiche Auflagen und Abweichungen vom gewohnten Ablauf. Grundsätzlich besteht auf dem Schulgelände nun eine Maskenpflicht für alle Personen, die für die Schülerinnen und Schüler allerdings im Regelfall nicht während des Unterrichts gilt. Zudem sollen sämtliche Räume mindestens alle 45 Minuten intensiv gelüftet werden. Im Klassenzimmer gibt es nun eine feste, frontale Sitzordnung. Stifte, Lineale oder ähnliches dürfen nicht ausgetauscht werden. Eine Sonderregel gilt wie berichtet während der ersten neun Schultage dieses Schuljahres: Mit Blick auf die Gefahren durch Reiserückkehrer müssen die Masken ab der fünften Jahrgangsstufe bis zum 18. September auch im Unterricht getragen werden.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München lehnte am Montag einen Eilantrag ab, mit dem ein Gymnasiast die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung während des Unterrichts kippen wollte.

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Rheinland-Pfalz, 6. September: Eine deutliche Mehrheit der Schülerinnen und Schüler hat nach eigenen Angaben von einer Teilnahme an der ersten Sommerschule in Rheinland-Pfalz profitiert. Fast 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler fühlten sich danach besser auf das neue Schuljahr vorbereitet.

Nahezu 60 Prozent der Jungen und Mädchen sagten, sie seien in Deutsch besser geworden, in Mathe seien es sogar mehr als zwei Drittel (68,2 Prozent). Grundlage ist eine Befragung von rund 1.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Sommerschule.

Rund die Hälfte der Jungen und Mädchen, die die Sommerschule besucht haben, waren Grundschüler. Ein Viertel kam aus Gymnasien, 14 Prozent aus Realschulen plus sowie knapp elf Prozent aus Integrierten Gesamtschulen.

„Die Sommerschule war ein Gewinn für alle Beteiligten”, sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). „Rund 75 Prozent der befragten Schüler gaben an, sich gerne wieder bei einem Ferien-Lernangebot anzumelden.” Daher werde es auch eine Herbstschule in Rheinland-Pfalz geben.

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Von Grundschulen kamen die meisten Kinder bei der Sommerschule in Rheinland-Pfalz.
©Boris Roessler/dpa

Bildungsgarantie, 5. September: Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat die anderen Bundesländer aufgefordert, Eltern eine Bildungs- und Betreuungsgarantie für ihre Kinder auch bei wieder steigenden Corona-Infektionszahlen zu geben. Die Familien dürften kein weiteres Mal eine Notsituation wie beim Lockdown fürchten müssen, sagte Stamp der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Das Virus darf Familien nicht dauerhaft überfordern und Zukunftschancen unserer Kinder zerstören.” Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) müssten diesen bundesweiten Konsens jetzt organisieren. Er sei bereit, sie dabei zu unterstützen. „Eine solche bundesweite Bildungs- und Betreuungsgarantie muss auch auf die Tagesordnung des nächsten Treffens der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten”, verlangte Stamp.

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Thüringen, 4. September: Fast die Hälfte aller Thüringer Schulen sind inzwischen an die zentrale Schulcloud angeschlossen. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie habe sich die Zahl von zuvor 25 Pilotschulen auf nunmehr 463 von insgesamt 980 Schulen erhöht, teilte das Hasso-Plattner-Institut als Entwickler des Angebots am Freitag in Potsdam mit. Weitere 225 Schulen hätten Beim Thüringer Institut für Lehrerfortbildung einen Zugang beantragt. Ziel sei es, möglichst alle Thüringer Schulen in die Cloud aufzunehmen, erklärte dessen Direktor Andreas Jantowski: „Denn neben dem Distanzunterricht wird sie zur zentralen Plattform für die Lehrerfortbildung ausgebaut.”

Über die Cloud können den Angaben nach digitale Inhalte verschiedener Anbieter einfach und sicher von den Schulen genutzt werden. Dazu gehört auch ein Videokonferenzsystem. In den nächsten Wochen würden weitere Hilfsmittel ergänzt, um digitalen Unterricht abwechslungsreich und effizient gestalten zu können, hieß es.

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Die Schülerinnen und Schüler in Deutschland sollen auch weiterhin trotz Pandemie möglichst wie gewohnt zur Schule gehen. Dabei können weiter von Land zu Land unterschiedliche Regeln zum Schutz vor einer Corona-Infektion gelten. Nur wenn die Maßnahmen nicht gegen eine Ausbreitung der Pandemie helfen, „kommt es zur vollständigen Umstellung auf Distanzunterricht”, heißt es in einem neu aufgelegten Rahmen für aktualisierte Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen, den die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Berlin veröffentlichte. Wann genau das gegebenenfalls sein soll, ist dem Papier nicht zu entnehmen.

Auch für weitere Aspekte haben sich die Ländern auf einheitliche Regelungen verständigt: In den Unterrichtsräumen soll mindestens alle 45 Minuten eine Lüftung durch vollständig geöffnete Fenster über mehrere Minuten stattfinden – „wenn möglich auch öfter während des Unterrichts”.

Der Mindestabstand von 1,5 Metern soll möglichst bei Besprechungen, Konferenzen und Schulveranstaltungen eingehalten werden.

Im Schulbetrieb soll es möglichst feste Gruppen (Kohorten) geben. Sie könnten helfen, im Infektionsfall die Kontakte und Infektionswege nachzuverfolgen.

Grundsätzlich sollen auch Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte mit Grunderkrankungen in die Schule kommen. „Eine generelle Zuordnung zu einer Risikogruppe ist laut RKI nicht möglich. Vielmehr erfordert dies eine individuelle ärztliche Bewertung der Risikofaktoren”, heißt es in dem KMK-Papier. Auch Schülerinnen und Schüler mit Grunderkrankungen können grundsätzlich vor Ort im Präsenzunterricht beschult werden, so die KMK. Besondere Hygienemaßnahmen für sie seien „zu prüfen”. Eine Befreiung könne es entsprechend jeweiliger Länderregelungen gebe, Betroffene sollen dann ein entsprechendes Angebot im Distanzunterricht erhalten.

Was die Masken für Mund und Nasen betrifft, stellt die KMK fest: „Die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird von den Ländern in Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsgeschehen ausgesprochen und bei Bedarf in Absprache mit den zuständigen Gesundheitsbehörden auf den Unterricht ausgeweitet.” Im Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen könnten Masken auf dem gesamten Schulgelände angeordnet werden, wenn sich Kohorten mischen können. „Im Klassenraum ist davon abzusehen.” In einem eingeschränkten Betrieb soll es den Wegfall von Arbeitsgemeinschaften und Veränderungen beim Ganztagsangebot geben.

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NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) erteilt einer erneuten flächendeckenden Schließung von Bildungseinrichtungen in der Corona-Krise eine Absage. Er gebe den Familien „eine Bildungs- und Betreuungsgarantie: Es wird keine landesweite Schließung von Kitas und Schulen mehr geben”, sagte der stellvertretende NRW-Ministerpräsident der „Rheinischen Post”. Das gelte auch, wenn die Infektionszahlen im Winter wieder stiegen.

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Das Singen und das Musizieren mit Blasinstrumenten wird in Baden-Württemberg trotz der strengen Corona-Auflagen im neuen Schuljahr erlaubt. Musizieren im Unterricht sei unter bestimmten Voraussetzungen auch in geschlossenen Innenräumen wieder gestattet, teilte das Kultusministerium am Donnerstag in Stuttgart mit. Unter anderem müsse ein Mindestabstand von zwei Metern in alle Richtungen eingehalten werden, heißt es zudem in der neuen Corona-Verordnung „über den Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen“. Außerdem wird empfohlen, dass zwischen Lehrekräfte und Schülerinnen und Schülern eine durchsichtige Schutzwand installiert wird.

In der Verordnung werden die verschärften Hygieneregeln für den Unterricht formuliert, der Landtag muss sie noch in Kraft setzen. Unter anderem muss demnach regelmäßig gelüftet werden, zudem müssen Instrumente nach dem Unterricht desinfiziert und Einmaltücher benutzt werden.

Den Schulchören erteilte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hingegen zunächst eine Absage: Wegen der Dynamik des Infektionsgeschehens seien keine jahrgangsübergreifenden Angebote und Aktivitäten wie zum Beispiel Schulchöre und Schulorchester zugelassen. „Mir ist völlig bewusst, dass der Verzicht auf gerade diese Angebote für musikbegeisterte Schülerinnen und Schüler sowie die Musiklehrkräfte eine herausfordernde Situation darstellt”, bedauerte die Ministerin. Vor den Herbstferien werde die Lage erneut bewertet, versprach sie.

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Bayern, 3. September: Wenige Tage vor Beginn des neuen Schuljahres hat das bayerische Kultusministerium Regeln zum Schulbesuch erkälteter Kinder und Jugendlicher veröffentlicht. Demnach dürfen die Schülerinnen und Schüler bei leichten Symptomen wie Schnupfen und gelegentlichem Husten erst dann in die Schule, wenn sie binnen 24 Stunden kein Fieber entwickelt haben. So lange müssen sie zu Hause bleiben beziehungsweise werden nach Hause geschickt, wie aus dem überarbeiteten Rahmen-Hygieneplan des Ministeriums hervorgeht. Kranke Kinder mit Fieber, Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, starken Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall müssen auf jeden Fall zu Hause bleiben.

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Thüringen, 3. September: Nach Drohungen von mutmaßlichen Corona-Leugnern gegen einen stellvertretenden Schulleiter in Ilmenau sieht Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) eine Grenze überschritten. „Schule ist ein geschützter Raum. Deshalb müssen solche politischen Auseinandersetzungen woanders geführt werden”, sagte Holter am Donnerstag bei einem Treffen an der Goethe-Schule in Ilmenau.

Der dort kommissarisch eingesetzte Schulleiter Robby Krämer hatte einen Schüler des Gymnasiums verwiesen, der sich weigerte, im Schulgebäude eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Seitdem erhielt Krämer mehrere E-Mails, Anrufe und Nachrichten von mutmaßlichen Corona-Leugnern – teils auch auf sein privates Handy.

In Thüringen gilt im Unterricht keine Pflicht, eine Maske zu tragen – in den Schulgängen und an Orten, wo viele Menschen auf engem Raum aufeinandertreffen, aber schon.

Holter sprach von einem Einzelfall, wies aber darauf hin, dass ein Schreiben mit „pseudowissenschaftlichen Abhandlungen” an mehrere Thüringer Schulen mit verschickt worden sei, wie er sagte. „Die Schreiben deuten darauf hin, dass es hier um eine konzertierte Aktion geht”, sagte Holter. Das Thema solle auch beim nächsten Gespräch der Kultusministerinnen und Kultusminister am Freitag besprochen werden.

Das Schreiben wurde von der „Bürgerinitiative Eltern stehen auf, Regionalgruppe Thüringen” verschickt. Holter sagte, es sei nicht ausgeschlossen, dass das Schreiben auch in anderen Bundesländern verschickt wurde.

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Baden-Württemberg, 2. September:Das baden-württembergische Kultusministerium stellt weitere 16,6 Millionen Euro zur Verfügung, um während der Corona-Pandemie Präsenzunterricht zu ermöglichen. Anfang August hatten die Regierungspräsidien bereits 6 Millionen Euro für Verträge mit Vertretungslehrkräften erhalten. Wie das Ministerium am Mittwoch mitteilte, sollen noch in dieser Woche weitere 5,5 Millionen Euro verteilt werden, bis Ende des Schuljahres 2020/21 weitere 11,1 Millionen.

„Vertretungslehrkräfte sind in der aktuellen Situation wichtiger denn je”, betonte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) der Mitteilung zufolge. Rund sechs Prozent der Lehrkräfte im Südwesten haben ein ärztliches Attest, das sie vom Präsenzunterricht befreit, heißt es in der Mitteilung. Diese Lehrerinnen und Lehrer seien nicht etwa freigestellt, sondern müssten Fernunterricht anbieten und Kolleginnen und Kollegen etwa durch Unterrichtsvorbereitungen oder Übernahme von Korrekturen unterstützen.

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In diesem Schuljahr sollen Lehrkräfte mehr. Hinweise für die Abschlussprüfungen bekommen, um die Schülerinnen und Schüler besser auf die Prüfungen zum Abitur und für die Mittlere Reife vorzubereiten.
©Thomas Warnack/dpa

Die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern bekommen wegen der Corona-Schulschließungen deutlichere Hinweise als sonst auf den Inhalt der Abschlussprüfungen im kommenden Jahr. Damit könnten die Lehrerinnen und Lehrer ihre Schülerinnen und Schüler gezielter auf das Abitur und die Mittlere Reife vorbereiten, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums am Mittwoch in Schwerin.

Die sogenannten Vorabhinweise auf die Schwerpunkte der Abschlussprüfungen gibt es demnach jedes Jahr, jetzt sollen sie aber deutlicher und gezielter sein, weil den Schülerinnen und Schülern aufgrund der Schulschließungen der Stoff nicht im gewohnten Umfang und der gewohnten Tiefe vermittelt werden konnte. Das Abitur und die Mittlere Reife würden aber nicht leichter werden als in den Vorjahren.

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Brandenburg, 2. September: In Brandenburg fehlen angesichts steigender Schülerzahlen nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) über 300 Stellen für Lehrkräfte. Mit Beginn des Schuljahres werden über 4.000 Schülerinnen und Schüler mehr in den Schulen unterrichtet, als das Bildungsministeriums für das Schuljahr prognostiziert hatte, betonte Günther Fuchs, GEW-Landeschef, am Mittwoch in einer Mitteilung. Das sei Grundlage für die personelle Ausstattung der Schulen.

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In Sachsen lassen sich in der Corona-Krise nur wenige Lehrerinnen und Lehrer mit einem Attest vom Unterricht befreien. Zu Beginn des neuen Schuljahres haben lediglich 668 von mehr als 33.000 Lehrerinnen und Lehrern ein entsprechendes Attest vorgelegt, teilte das Kultusministerium am Mittwoch nach einer vorläufigen Erhebung des Landesamtes für Schule und Bildung ‎mit. Trotz Attest wollen aber 338 Lehrer auf eigenen Wunsch Präsenzunterricht erteilen. Damit fehlt etwa ein Prozent der Pädagogen im Unterricht.

Eine Schule darf laut einer Entscheidung des Wiesbadener Verwaltungsgerichts keine „dringende Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht” aussprechen. Dafür gebe es keine Rechtsgrundlage, teilte das Verwaltungsgericht Wiesbaden am Mittwoch mit. Die Richter gaben damit dem Eilantrag eines Schülers teilweise statt.

Da die „dringende Empfehlung” über eine „einfache Bitte oder Empfehlung” hinausgehe, „würde eine Form von Zwang ausgeübt, die dazu führe, dass im Falle einer Abweichung mit Sanktionen oder gar diskriminierendem Verhalten durch den Lehrkörper mit hoher Wahrscheinlichkeit zu rechnen sei”, hieß es in der Begründung. Der Beschluss (Az.: 6 L 938/20.WI) ist noch nicht rechtskräftig.

Zwar sei die Schule verpflichtet, einen eigenen Corona-Hygieneplan aufzustellen. Sie habe aber missachtet, dass nach der aktuellen Verordnung des Landes ein Mund-Nasen-Schutz im Unterricht gerade nicht zwingend zu tragen sei. Das Tragen von Masken im Unterricht habe damit eine Ausnahme zu sein und nicht der Regelfall, erklärte das Verwaltungsgericht. Einzelne Schulen dürften davon nicht abweichen.

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Schleswig-Holstein, 1. September: Die Landesregierung stellt den Schulen 7,5 Millionen Euro für eine Personal-Offensive zur Verfügung, damit sie Corona-Auswirkungen bewältigen können. Das zusätzliche Geld soll für den Vertretungsfonds und die pädagogische Umsetzung digitaler Maßnahmen an Schulen, für mehr Stellen für Quereinsteigerinnen und -einsteiger und für deren Betreuung sowie für mehr für Teilzeiterhöhungen eingesetzt werden. „Corona stellt uns alle und insbesondere die Schulen im ganzen Land vor immense Herausforderungen, aber wir lassen sie damit nicht allein“, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am 1. September.

Es sei das gemeinsame Ziel, dass so viel wie möglich Präsenzunterricht gestaltet werden könne. „Damit wir das schaffen, auch wenn Corona-bedingt nicht alle Lehrkräfte eingesetzt werden können, bedarf es zusätzlicher finanzieller Mittel, die uns vom Parlament jetzt für die Aufstockung des Vertretungsfonds zur Verfügung gestellt worden sind.

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Bayern, 31. August: Das Kultusministerium hat wegen der Corona-Warn-App seine Richtlinien zur Nutzung von Smartphones in der Schule geändert. Nach den neuen Vorgaben dürfen Bayerns Schülerinnen und Schüler ihre Handys während der Unterrichtszeit eingeschaltet lassen, um die Corona-App der Bundesregierung auch in dieser Zeit nutzen zu können, erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Montag. Die Geräte müssten „jedoch stumm geschaltet sein und während des Unterrichts in der Schultasche verbleiben”, heißt es auf der Informationsseite des Ministeriums im Internet.

Damit hat das Ministerium seine bisherige Linie geändert. Zuvor war noch der Regensburger Jugendbeirat mit einer entsprechenden Initiative gescheitert.

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Nach dem Ende der Maskenpflicht im Unterricht dürfen Schulleiterinnen und Schulleiter in Nordrhein-Westfalen die bisherige staatliche Anordnung nicht eigenmächtig verlängern. Das stellte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag bei Erläuterung der neuen Coronaschutzverordnung für NRW in Düsseldorf klar.

Am weiterführenden und berufsbildenden Schulen dürfen Schulleiterinnen und Schulleiter  von diesem Dienstag an lediglich ein „Maskengebot” aussprechen, das nicht verpflichtend ist. Zuvor hatten mehrere Schulen angekündigt, an der Maskenpflicht festhalten zu wollen oder sie weiter zu empfehlen.

Landesweit gilt die Pflicht weiterhin in Schulgebäuden und auf dem Schulgelände, bis die Schüler ihren festen Sitzplatz im Klassenzimmer eingenommen haben – und auch, wenn sie ihn verlassen. Es bleibe auch bei festen Gruppen, sagte Gebauer. Freiwillig könnten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte allerdings für sich entscheiden, die Maske vorsichtshalber im Unterricht weiter zu tragen. Dem zolle sie Respekt.

Zwar wären auch Luftfilter eine gute Lösung, würden bei rund 3.000 Euro Kosten pro Klasse allerdings „Unsummen verschlingen”, sagte Gebauer.

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Bayern, 31. August: Nach dem Ende der Sommerferien gilt in Bayerns Schulen zunächst für neun Schultage eine Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht. Dies teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag nach Beratungen mit Eltern-, Lehrer- und Schülervertreterinnen und -vertretern in München mit. Von der Maskenpflicht seien einzig Grundschülerinnen und Grundschüler ausgenommen.

Die Maskenpflicht zum Auftakt des Schuljahres ist Teil des Hygienekonzeptes, mit dem der Regelbetrieb an den Schulen aufrechterhalten werden soll. Dazu gehört, dass zur Minimierung der Ansteckungsrisiken zudem in den Gebäuden und überall dort, wo kein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, eine Pflicht zum Tragen des Mund-Nase-Schutzes gibt.

Markus Söder
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt am Bildungsgipfel in der bayerischen Staatskanzlei teil.
©Peter Kneffel/dpa

Sollte in einer Region auch nach den neun Tagen hohe Fallzahlen geben, kann die Maskenpflicht im Unterricht auch regional begrenzt verlängert oder neu verhängt werden. Ziel sei es, den Regelunterricht auch in der Krise bestmöglich aufrechtzuerhalten. Der Unterricht beginnt in Bayern am 8. September

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Nordrhein-Westfalen, 31. August: An diesem Montag gilt für die Kinder und Jugendlichen der weiterführenden und berufsbildenden Schulen ein letztes Mal Maskenpflicht im Unterricht. Damit endet in Nordrhein-Westfalen eine umstrittene Corona-Schutzmaßnahme, die es flächendeckend bislang in keinem anderen Bundesland gibt. Für Grund- und Förderschüler der Primarstufe galt sie auch in NRW nicht.

Der Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und die Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) wollen am Montagmittag Einzelheiten der neuen, ab morgen geltenden Corona-Schutzstrategie vorstellen.

Einzelne Schulen kündigten aber schon an, die Maskenpflicht im Unterricht zunächst beibehalten zu wollen.

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Bayern, 30. August: Bayerns Schülerinnen und Schüler dürfen auch in Zukunft in der Regel nicht ihre Smartphones zur Nutzung der Corona-Warn-App in der Schule einschalten. Der Regensburger Jugendbeirat ist mit einer entsprechenden Initiative gescheitert. Das Kultusministerium in München betonte, dass nur in Einzelfällen der Nutzung der Corona-App erlaubt werden könne, wenn Lernende sich dadurch sicherer fühlten. Grundsätzlich ist die Nutzung der Handys auf dem Schulgelände den Kindern und Jugendlichen im Freistaat verboten, wenn die Geräte nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden.

Am 8. September beginnt im Freistaat wieder der Unterricht. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat für Montag zu einem Bildungsgipfel in München eingeladen. Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, wo in Schulen Masken getragen werden müssen und welche sonstigen Hygieneauflagen den Regelbetrieb mit Präsenzunterricht sichern sollen. Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) forderte, mit Maßnahmen wie Maskenpflicht, Plexiglaswänden und Einzeltischen einen sicheren Präsenzunterricht zu gewährleisten. Sämtliche organisatorische und technische Möglichkeiten müssten ausgeschöpft werden, hieß es in einer Mitteilung vom Sonntag.

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Einschulung
Ein Mädchen verlässt am Samstag nach der Einschulungsfeier ihre zukünftige Schule in Dresden.
©Robert Michael/dpa

Einschulungen, 29. August: In mehreren Bundesländern wurden am Samstag die Erstklässlerinnen und Erstklässler eingeschult. Um die Teilnehmerzahl überschaubar zu halten und die Abstandsregeln einzuhalten, gab es in vielen Schulen mehrere Durchgänge bei den Einschulungsfeiern. Allein in Sachsen wurden am Samstag nach Angaben des Kultusministerium 39.500 Kinder eingeschult. In Niedersachsen waren es 72.500 Mädchen und Jungen. Einschulungen gab es außerdem in Sachsen-Anhalt und Bremen. In Thüringen werden die Erstklässlerinnen und Erstklässler am Montag in den Grundschulen begrüßt.

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Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht hat die Maskenpflicht an den Schulen außerhalb der Klassenräume bestätigt. Diese Pflicht verletze nicht das Erziehungsrecht der Eltern, das auch den Schutz des Kindeswohls umfasst, entschieden die Richter am Freitag unter Verweis auf das Grundgesetz (Az. 3 MR 37/20). „Durch das Tragen einer Maske ist keine Kindeswohlgefährdung zu befürchten; denn in das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes … wird dadurch nicht eingegriffen.”

Der 3. Senat wies einen Eilantrag von Eltern eines Schülers der zweiten Klasse ab. Die Antragsteller hatten beantragt, die Maskenpflicht vorläufig außer Kraft zu setzen.

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Hessen, 28. August:Eine Schülerin aus dem Main-Taunus-Kreis hat sich erfolgreich vor Gericht dagegen gewehrt, im Unterricht eine Mund-Nase-Bedeckung tragen zu müssen. Das Verwaltungsgericht Frankfurt gab einem entsprechenden Eilrechtsschutzbegehren statt (5 L 2149/20.F).

Die Anordnung der Schule sei als Allgemeinverfügung anzusehen, die die Schülerinnen und Schüler „in ihrer ihrer allgemeinen Handlungsfreiheit einschränkt”, teilte das Gericht am Freitag mit. Daher könne die Schülerin Widerspruch gegen die angeordnete Maskenpflicht einlegen und sich dann auf die sogenannte aufschiebende Wirkung dieses Widerspruchs berufen. In der Praxis hat die Gerichtsentscheidung allerdings nur noch am Montag Wirkung: Denn die entsprechende Anordnung der Schule ist bis zum 31. August befristet.

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Brandenburg, 28. August: Drei Wochen nach dem Schulbeginn will das Brandenburger Bildungsministerium eine Kampagne für die Maskenpflicht an den Schulen starten. Unter dem Motto „Maske macht Schule” sollen die Kinder und Jugendlichen auf einem Plakat mit einem freundlich zwinkernden Emoji aufgeklärt werden, wo sie eine Maske tragen müssen und wo nicht. In Brandenburg gilt die Maskenpflicht in Schulgebäuden außerhalb der Unterrichtsräume und der Pausenhöfe. Bilder zur Kampagne sollen von Samstag an zum Herunterladen bereitstehen, die Plakate den Schulen von Dienstag an zur Verfügung gestellt werden, wie das Bildungsministerium am Freitag mitteilte.

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Schulbusse, 28. August: Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus in Hessen hat sich der Landeselternbeirat besorgt wegen überfüllter Busse und Bahnen auf den Schulwegen in vielen Regionen gezeigt. „Das ist eine Katastrophe”, sagte der Vorstandsvorsitzende des Landeselternbeirats Hessen, Korhan Ekinci, der Deutschen Presse-Agentur. Es könne nicht sein, dass für die Schulen sorgsam Hygienepläne mit Maskenpflicht teils auch im Unterricht und anderen Maßnahmen ausgearbeitet würden und die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur und von der Schule eng gedrängt in Bussen und auch manchen Zügen stehen oder sitzen müssten, so Ekinci.

Auch in anderen Bundesländern ist der Schulbusverkehr ein Problem. Das Verkehrsministerium in Rheinland-Pfalz hat zwar in der vergangenen Woche eine Bus-Börse mit 250 zusätzlichen Fahrzeugen angekündigt, aber noch ist keine Entspannung in Sicht. Auch hier hatten die Eltern Alarm geschlagen wegen der Zustände in den Bussen. „Die stehen wirklich wie die Heringe”, sagte Landeselternsprecher Reiner Schladweiler der Deutschen Presse-Agentur.  Täglich bekomme er 12 bis 15 Beschwerden wegen der Busse.

Im Saarland sollen nach Angaben der Landesregierung rund 100 zusätzliche Busse zur Schülerbeförderung eingesetzt werden, um die Ansteckungsgefahr mit Corona in voll besetzten Bussen zu minimieren.

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Bund und Länder, 27. August: In Deutschlands Schulen sollen künftig einheitliche Regeln zum Schutz gegen Corona-Infektionen gelten. Zunächst gibt es damit aber keine bundesweite Linie bei der Maskenpflicht für Schüler und Lehrer. Die Hygienevorschriften im Schulbetrieb sollen künftig nach einheitlichen Maßstäben erfolgen, beschlossen Bund und Länder am Donnerstag in einer Schaltkonferenz. Die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beauftragten die Kultusministerkonferenz, sich hierauf zu verständigen. An den Schulen in Nordrhein-Westfalen gibt es eine weitgehende Maskenpflicht auch im Unterricht, in vielen anderen Ländern im Klassenraum nicht.

Schleswig-Holstein, 27. August: Schleswig-Holstein hat die strikten Corona-Vorgaben für Kita-und Schulkinder, schon bei geringsten Anzeichen von Schnupfen oder Husten zu Hause zu bleiben, etwas gelockert. Der neue Schnupfenplan sieht vor, dass Kinder, die lediglich simple Schnupfensymptome zeigen, in  die Schulen und in die Kitas gehen können, hieß es aus dem Gesundheitsministerium am Donnerstag. Und musste bisher ein Kind 48 Stunden symptomfrei sein, so kann es jetzt schon nach 24 Stunden wieder in die Kita oder Schule.

Die neue gemeinsame Empfehlung des Bildungs- und des Gesundheitsministeriums gilt seit Donnerstag. „Kein Ausschlussgrund” für den Kita- oder Schulbesuch sind neben einfachem Schnupfen und laufender Nase auch Halskratzen, leichtes gelegentliches Husten oder Räuspern.

Die 24-Stunden-Regelung wurde auch mit fast allen anderen Bundesländern mit dem Ziel einer größeren Vereinheitlichung der Regelungen abgestimmt.

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Sachsen-Anhalt, 26. August: Für rund 200.000 Schülerinnen und Schüler sowie Tausende Lehrkräfte beginnt in Sachsen-Anhalt am Donnerstag das neue Schuljahr. Geplant ist täglicher Unterricht im möglichst normalen Betrieb. Als Corona-Schutzmaßnahme gilt von Donnerstag an für zwei Tage auf allen Schulgeländen eine Maskenpflicht, allerdings nicht während des Unterrichts. Von Montag an legen Schulleitungen selbst die Schutzvorkehrungen fest.

Mit mehreren Programmen will Sachsen-Anhalt den digitalen Unterricht vorantreiben. Zum neuen Schuljahr starten 17 sogenannte Netzwerkschulen, in denen Konzepte für digitalen Unterricht getestet werden sollen, wie das Bildungsministerium mitteilte. Am Donnerstag stattete Bildungsminister Marco Tullner (CDU) unter anderem dem Werner-von-Siemens-Gymnasium in Magdeburg einen Besuch ab, das zu den ausgewählten Schulen gehört.

Zudem habe das Land im Sommer Software, interaktive Materialien und Medien beschafft, die bei digitalen Unterrichtsformaten helfen sollen, hieß es. Dafür seien 1,3 Millionen Euro investiert worden. Online sei ein Digicampus eingerichtet worden, auf dem Lehrkräfte Infos über Fortbildungen und erste Infomaterialien fänden.

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Die Ausstattung der Lehrerinnen und Lehrer mit Dienstlaptops soll nach dem Willen der großen Koalition aus dem Corona-Aufbauprogramm der EU finanziert werden. Auf diesen 750 Milliarden Euro schweren Fonds hatten sich Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten verständigt. Die Spitzen von Union und SPD vereinbarten bei ihrem Koalitionstreffen am Dienstagabend in Berlin, dass aus diesem Topf „eine digitale Bildungsoffensive” finanziert werden solle. Rund 500 Millionen Euro sollen allein für die Ausstattung von Lehrkräften mit digitalen Endgeräte veranschlagt werden.

Neben der Anschaffung von Laptops ist laut Koalition der Aufbau einer bundesweiten Bildungsplattform geplant, „die einen geschützten und qualitätsgesicherten Raum für hochwertige digitale Lehrinhalte, für die Durchführung von Unterricht und Konferenzen, für die Kommunikation sowie für Prüfungen und Prüfungsnachweise bilden soll”, wie es im Beschlusspapier des Koalitionsausschusses heißt.

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Baden-Württemberg stattet seine Lehrerinnen und Lehrer mit 23,7 Millionen Masken aus. Ab Ende August werden die Mund-Nasen-Bedeckungen an 2.800 weiterführende Einrichtungen wie Gesamtschulen, Berufsschulen und Gymnasien geliefert. Grundschulen werden nicht ausgestattet, dort gilt allerdings auch keine Maskenpflicht. An weiterführenden Schulen gilt sie im neuen Schuljahr, das in Baden-Württemberg am 14. September beginnt, nicht im Unterricht, aber auf Fluren, Pausenhöfen sowie in Treppenhäusern und Toiletten.

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In Baden-Württemberg werden alle Lehrkräfte an weiterführenden Schulen mit Masken ausgestattet.
©Marijan Murat/dpa

Thüringen, 26. August: Am Montag (31. August) startet auch in Thüringen wieder der reguläre Schulbetrieb. Dann tritt auch eine neue Verordnung in Kraft. Demnach müssen weder Schülerinnen und Schüler noch Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht eine Maske tragen. Allerdings ist eine Bedeckung in allen Situationen Pflicht, wo Menschen dicht beisammen sind, also zum Beispiel beim Raumwechsel, in den kleinen Pausen und in der Mensa-Warteschlange. Außerdem sieht die neue Verordnung vor, dass bei steigenden Infektionszahlen das Tragen von Masken im Unterricht vom Bildungsministerium angeordnet werden kann. In Schulbussen müssen die Schüler ohnehin bereits Mund-Nasen-Bedeckungen verwenden.

Mit dem Start des Regelbetriebes müssen prinzipiell auch Lehrerinnen und Lehrer wieder in die Schule zurückkommen, die wegen Vorerkrankungen oder wegen ihres Alters ein erhöhtes Risiko haben. Sie können per Antrag bei der Schulleitung eine Schutzausrüstung bekommen. „In der Regel sind das FFP2-Schutzmasken. Es kann aber auch zum Beispiel ein Visier zum Schutz sein”, sagte ein Ministeriumssrecher. Die Schulen seien bereits jetzt angehalten, zu prüfen, wie viele Lehrer Risiko-Merkmale tragen. Lehrkräfte können sich diese durch ein Attest vom Hausarzt bescheinigen lassen.

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Sachsen, 26. August: Am kommenden Montag (31. August) beginnt auch in Sachsen wieder für rund 485.600 Kinder und Jugendliche die Schule. Im Unterricht müssen die sächsischen Schülerinnen und Schüler keine Maske tragen. Jede Schule kann aber selbst regeln, ob es eine Verpflichtung zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung außerhalb der Klassenräume gibt. Eltern und externe Partner sind verpflichtet, während ihres Aufenthaltes auf dem Schulgelände eine Maske zu tragen. Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, muss täglich dokumentiert werden, wenn sich eine nicht zur Schule gehörende Person dort länger als 15 Minuten aufhält.

Was passiert, wenn an einer Schule ein Corona-Fall auftritt, entscheidet das örtliche Gesundheitsamt. Dazu werden mit Hilfe von Tests Informationsketten nachvollzogen und entsprechende Maßnahmen ergriffen. Das kann die Quarantäne einer Lerngruppe, Klasse oder auch die Schließung der gesamten Schule bedeuten, so das Kultusministerium.

Am Anfang des Schuljahres soll der aktuelle Lernstand geprüft werden. Daran anknüpfend sollen dann Maßnahmen ergriffen werden, um das Versäumte nachzuholen. Nach Einschätzung des Kultusministeriums bieten die Lehrpläne genügend Spielraum, versäumten Lernstoff im Unterricht nachzuholen. Aber auch Ganztagsangebote können genutzt werden, um Lücken auszugleichen.

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Bremen, 25. August: Am Donnerstag beginnt in Bremen das neue Schuljahr. Im Schulgebäude gilt dann die Maskenpflicht. Im Unterricht allerdings könne darauf verzichtet werden, weil jede Schule verpflichtet sei, ein Belüftungskonzept einzuhalten, hieß es am Dienstag aus der Bildungsbehörde. Als feste Bezugsgruppen für die Schülerinnen und Schüler sind Kohorten vorgesehen. Das kann zum Beispiel ein Jahrgang sein. Die Kohorte soll sich möglichst nicht mit anderen Schülergruppen (Kohorten) vermischen.

Von den ingesamt 232 zu besetzenden Stellen an den allgemeinbindenden Schulen sind zum Schulbeginn noch 62 Stellen unbesetzt (27 Prozent). Ingesamt wurden 43 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger eingestellt. Gemessen an der Zahl der neu zu besetzenden Stellen sind das 18,5 Prozent.

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Niedersachsen, 25. August: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen wird in Niedersachsen der Ruf nach einer Maskenpflicht für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler auch im Unterricht lauter. „Wenn die Kinder und Jugendlichen ungeschützt in die Schulen gehen, dann rechne ich mit verheerenden größeren Ausbrüchen”, sagte der Kinder- und Jugendmediziner Thomas Buck, der Vorstandsmitglied der Ärztekammer Niedersachsen ist. Es sei eine Illusion zu glauben, dass nur gesunde Kinder zur Schule gehen. Nur ganz wenige junge Menschen hätten nach einer Infektion mit dem Coronavirus schwere Symptome. „Die meisten Kinder und Jugendlichen werden symptomfrei sein, aber sie können Überträger sein.” An diesem Donnerstag starten die Schulen im Land in voller Klassenstärke.

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Bremen, 24. August: An den öffentlichen Schulen des Landes Bremen sollen Lehrkräfte sowie alle Schülerinnen und Schüler Tablets bekommen. Von diesem Montag an werden die ersten Geräte an Lehrerinnen und Lehrer verteilt, wie das Bildungsressort der Hansestadt mitteilte. Nach den Lehrkräften sollen ab September alle Schülerinnen und Schüler der öffentlichen Schulen des Bundeslandes mit Tablets ausgestattet werden. Die ersten Geräte gehen an rund 30.000 Kinder und Jugendliche, die in sozial schwierigen Haushalten leben. „In weiteren Tranchen werden dann auch alle übrigen rund 60.000 Schülerinnen und Schüler mit einem iPad ausgestattet”, hieß es.

Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD,l), überreicht am Montag Lehrerin Carina Ritter vor der Grundschule Oderstraße ein neues Tablet.
©Sina Schuldt/dpa

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Brandenburg, 24. August: Der monatelange Lockdown wegen der Corona-Pandemie hat nach Einschätzung von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in den Schulen eine Schub in Richtung Lernen mit digitalen Medien ausgelöst. Auch die Bereitschaft in den Lehrerkollegien, sich mit digitalen Lernmanagement-Systemen zu beschäftigen, sei gewachsen. „Wir hatten für dieses Schuljahr zunächst 100 Schulen in der Pilotphase, inzwischen sind es schon 422 und bis Ende des Schuljahres werden es 500 sein”, sagte Ernst. Ihr Ministerium könne die Schulcloud Brandenburg im kommenden Schuljahr dann „vermutlich” allen Schulen anbieten. Dort können Unterrichtsinhalte eingestellt und die Kommunikation gewährleistet werden, auch über Videokonferenzen. In Brandenburg gibt es rund 900 Schulen.

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Der Bayerische Philologenverband (bpv) fordert mit Blick auf die kühlere Jahreszeit Raumluftreiniger für Klassenzimmer zum Schutz vor Coronaviren. An vielen Schulen gebe es keine Anlagen, die einen wiederholten Luftaustausch in den Räumen gewährleisten könnten, sagte ein bpv-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in München. In modernen Gebäuden könne man oft nicht mal schnell das Fenster aufreißen, um frische Luft reinzulassen. Auch CO2-Ampeln hält der Verband für sinnvoll. Sie messen in Räumen die Konzentration von Kohlendioxid und zeigen an, wann gelüftet werden sollte.

Laut bpv gibt es Geräte ab 2.000 Euro, man bräuchte also bis zu 100 Millionen Euro, um allein die rund 50.000 Klassenzimmer in Bayern damit auszustatten. Vermutlich sei diese Summe aber niedriger, da es an einigen Schulen bereits ausreichende Lüftungssysteme gebe.

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Niedersachsen, 24. August: Kurz vor Unterrichtsstart in Niedersachsen am Donnerstag werden zunehmend Befürchtungen laut, dass ganze Schulen wegen des Coronavirus schnell wieder geschlossen werden könnten. Verbände wie die Lehrerorganisationen Bildung und Erziehung (VBE) forderten, dass angesichts der Rückkehr zum Regelbetrieb mit allen Schülerinnen und Schülern verschärfte Hygienemaßnahmen und ein verbesserter Infektionsschutz dringend geboten seien. Der Hygieneplan des Kultusministeriums reiche bei weitem nicht aus, sagte VBE-Landesvorsitzende Franz-Josef Meyer am Wochenende.

Auch erste Kommunen wie Osnabrück fordern strengere Regeln zum Maskentragen, etwa nach dem Vorbild von Nordrhein-Westfalen, wo Schülerinnen und Schüler auch im Unterricht eine Schutzmaske tragen müssen. In Niedersachsen wird dies zunächst nur dort Pflicht sein, wo in den Schulen ein Abstand von 1,50 Meter zu anderen nicht möglich ist, etwa auf engen Fluren.

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In Bochum bleibt eine Gesamtschule am Montag komplett geschlossen, weil eine Lehrerin positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Da sie noch am Freitag in der Schule war und es am Wochenende nicht vollständig gelungen sei, alle Kontaktpersonen zu ermitteln und zu benachrichtigen, sei die vorsorgliche Schließung der gesamten Heinrich-Böll-Gesamtschule beschlossen worden, teilte die Stadt am Sonntag mit. Am Montag werde mit den Tests der ermittelten Kontaktpersonen begonnen und über weitere Maßnahmen beraten.

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Mecklenburg-Vorpommern, 23. August: Im Schweriner Bildungsministerium gibt es Überlegungen, in der bevorstehenden Erkältungszeit flächendeckend Fiebertests bei den Schülerinnen und Schülern vorzunehmen. „Wir führen gerade Gespräche mit den Gesundheitsexperten und prüfen das ernsthaft”, sagte ein Ministeriumssprecher. Zunächst hatte die „Ostsee-Zeitung” (Samstag) berichtet. Ziel sei es, den täglichen Regelbetrieb in Schulen in den kommenden Herbst- und Wintermonaten aufrechterhalten zu können und flächendeckende Schulschließungen zu vermeiden.

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Berlin, 23. August: Berlins Bildungsstaatssekretärin Beate Stoffers (SPD) will mehr Schülerinnen und Schüler mit Tablets ausstatten. Wie sie am Sonntag im rbb-Inforadio ankündigte, werde Berlin im September eine entsprechende Initiative im Bundesrat starten. Allein in Berlin lebe jedes dritte Kind in Armut – deshalb sei es wichtig, mobile Endgeräte über Sozialleistungen zu finanzieren. In Berlin wurden bereits 9.000 Tablets für bedürftige Kinder angeschafft. Nun sollen 40.000 weitere Tablets für Schülerinnen und Schüler  bestellt werden.

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Schleswig-Holstein, 22. August:  Bisher gab es im Norden nur eine dringende Empfehlung, an den Schulen eine Maske zu tragen. Das wird ab Montag anders. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte in Schleswig-Holstein müssen von Montag an Masken in der Schule tragen – aber nicht im Unterricht. Dazu hat das Kabinett in Kiel wie angekündigt eine Ergänzung der Corona-Bekämpfungs-Verordnung verabschiedet. Darin ist nun eine Regelung enthalten, die eine Mund-Nase-Bedeckungspflicht auf dem Gelände aller Schulen vorsieht, teilte ein Regierungssprecher am Samstag mit.

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Die von der NRW-Landesregierung wegen der Corona-Pandemie für die Kommunen organisierten zusätzlichen 1.000 Schulbusse werden nach Angaben des Verbands Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen (NOW) bislang kaum genutzt. Nach einer ersten groben Schätzung seien bisher rund 80 Prozent noch nicht abgerufen worden, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Christian Gladasch, am Samstag der dpa. Die Maßnahme der Landesregierung war zunächst für die 43 Schultage bis zu den Herbstferien vorgesehen. Dafür sollen 13,5 Millionen Euro bereitgestellt werden, hieß es vom Verkehrsministerium.

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Brandenburg, 22. August: In Brandenburg haben sich mehr als 260 Schülerinnen und Schüler, die als Risiko-Patienten gelten, wegen Corona vom Unterricht in der Schule abgemeldet. Das sind 0,09 Prozent der insgesamt 294.000 Schülerinnen und Schüler im Land, wie das Bildungsministerium mitteilte. Sie erhielten über ihre Schule einen individuell abgestimmten Plan zum Distanzunterricht, hieß es.

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Zum besseren Schutz vor Corona-Infektionen fordern die Grünen im bayerischen Landtag nach dem Ende der Sommerferien den Einsatz von mehr Schulbussen. „Die meisten Kinder und Jugendlichen fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule. Und in Zeiten von Corona sind überfüllte Schulbusse unzumutbar”, sagte der Abgeordnete Martin Stümpfig am Freitag in München. Aus diesem Grund seien zusätzliche Busse für den Schulbetrieb, zur Entzerrung und auch zur Unterstützung der flexiblen Unterrichtsmodelle nötig. Die Staatsregierung müsse daher ihren Anteil an den Beförderungskosten von bisher 60 Prozent erhöhen, sagte Stümpfig. Die Kosten für zusätzliche Busse blieben sonst alleine an der jeweiligen Kommune hängen.

Schulbus mit Kindern
©Marijan Murat/dpa

Aus anderen Bundesländern kommen ähnliche Forderungen. Die Linke im Landtag in Mecklenburg-Vorpommern hatte Anfang der Woche vorgeschlagen, zusätzlich Taxis zur Beförderung der Schülerinnen und Schüler einzusetzen. In Rheinland-Pfalz soll eine Busbörse ab kommender Woche den Schulbusverkehr entzerren. Der Verband Mobilität und Logistik Rheinland-Pfalz habe die Kapazitäten seiner Mitglieder abgefragt und könne zurzeit 170 Busse stellen. Die Kapazität ließe sich bei Bedarf auch noch steigern, sagte Geschäftsführer Guido Borning. Am Donnerstag hatten die rheinland-pfälzische Staatskanzlei und das Verkehrsministerium angekündigt, Kreise und Kommunen bei der Bestellung zusätzlicher Fahrzeuge für den Schulverkehr zu unterstützen. Bis zu 250 Busse werde das Land mit bis zu 90 Prozent finanzieren.

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Das Verwaltungsgericht in Schleswig hat acht Eilanträge von Lehrerinnen und Lehrern abgelehnt, die mit Blick auf die Corona-Pandemie vom Präsenzunterricht an ihrer Schulen befreit werden wollten. Das Gericht hatte in seinen Beschlüssen von Donnerstag festgestellt, dass ein Anspruch auf Befreiung nur dann besteht, wenn der Präsenzunterricht für die Betroffenen trotz der getroffenen Schutzmaßnahmen unzumutbar ist (Aktenzeichen 12 B 45/20 u.a.). Die bloße Zugehörigkeit zu einer der Personengruppen, bei denen allgemein häufiger schwere Krankheitsverläufe beobachtet würden, genüge nicht.

Die Hygienemaßnahmen der Schulen, an denen die erfolglosen Antragsteller unterrichten, sind dem Gericht zufolge ausreichend.  Die Lehrerinnen und Lehrer hätten keinen Anspruch darauf, an ihrer Schule eine „Nullrisiko-Situation” vorzufinden. Einen allumfassenden Gesundheitsschutz während der aktuellen Pandemie könne es nicht geben und gebe es auch in zahlreichen anderen Tätigkeitsbereichen nicht.

Zu den abgelehnten Klagen gehört auch die einer Lehrerin aus dem Kreis Segeberg, die wegen einer Lungenerkrankung zu einer Risikogruppe gehört und die nach einem Gerichtsbeschluss von Anfang August vorerst keinen Präsenzunterricht geben musste.

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Thüringen, 20. August: Der Thüringer Lehrerverband (tlv) hat mehr Unterstützung für Schulen zur Bewältigung der Corona-Krise angemahnt. Er sei sich sicher, dass die Schulen die neuen Aufgaben, die im Regelbetrieb in der Corona-Pandemie auf sie zukämen, meistern werden, sagte der Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbands Rolf Busch am Donnerstag. Es gebe keinen Grund in einen Panik-Modus zu verfallen. „Aber ich bleibe dabei: Ich erwarte eine bessere Unterstützung”, sagte Busch.

Er stellte in Frage, wie in Thüringen zum Start des neuen Schuljahres am 31. August für ausreichend Schutz von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern gesorgt werden kann. Ihm sei kein anderer Arbeitsplatz bekannt, wo man Zeit mit 20 bis 30 Menschen auf begrenztem Raum verbringe „und wo Abstandsgebot und Mund-Nasen-Schutz bei der Arbeit nicht mehr vorgeschrieben sind”, sagte Busch. Jede Kassiererin sitze wenigstens hinter einer Plexiglasscheibe.

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Mecklenburg-Vorpommern, 20. August: Die Bildungsgewerkschaft GEW hält es angesichts des wegen Corona eingeschränkten Unterrichts für nahezu ausgeschlossen, lehrplangerecht zu unterrichten. Sie bringt deshalb eine Ausdehnung der Schulzeit ins Gespräch. Den Abschlussklassen 10 und 12 fehlten wegen der Schulschließungen im Frühjahr Kenntnisse und Noten. Und auch im neuen Schuljahr gebe es vielfach nur verkürzten Unterricht. „Wenn man die Lernzeit nicht verlängern will, indem man die Schulen auch am Samstag öffnet, dann wären ein 11. und 13. Schuljahr eine Option”, sagte GEW-Landeschef Maik Walm am Donnerstag in Schwerin.

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Eine Woche vor dem Schulstart in Sachsen-Anhalt haben Schulleitungen sowie Schülervertreterinnen und Schülervertreter das Corona-Schutzkonzept des Landes kritisiert. Es brauche starke einheitliche Vorgaben, zum Beispiel zur Maskenpflicht, sagte die Chefin des Schulleitungsverband Sachsen-Anhalt, Ines Petermann, der Deutschen Presse-Agentur.

Sachsen-Anhalt schreibt nur am ersten und zweiten Schultag eine Maskenpflicht auf dem Schulgelände vor, die aber nicht im Unterricht gilt. Danach sollen die Schulleitungen entscheiden, ob und wie die Pflicht in ihren Einrichtungen weiter gilt. Erster Schultag ist der 27. August.

©Marijan Murat/dpa

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) begründete die kurze einheitliche Pflicht damit, dass zunächst alle Kinder und Jugendlichen ein Formular zu ihrem Gesundheitszustand, zur möglichen Rückkehr aus Risikogebieten und zu Corona-Kontakten ausfüllen und zu den neuen Hygieneregeln belehrt werden sollen. Wer die Bögen nicht zurückgegeben hat, darf das Schulgelände nicht mehr betreten.

Aus Sicht der Schulleiterinnen und Schulleiter ist das schwierig umzusetzen. „Wir sind darauf angewiesen, dass Eltern uns die Wahrheit sagen und korrekt die Fragebögen ausfüllen”, sagte Petermann. Auch die Schülerinnen und Schüler äußerten sich skeptisch über den Plan. „Zwei Tage helfen nicht um festzustellen, ob jemand infiziert ist”, sagte der Vorsitzende des Landesschülerrats, Felix Schöpf. Er sprach sich dafür aus, außerhalb der Klassenräume generell das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorzuschreiben.

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Schülerinnen und Schüler, die in Baden-Württemberg wegen der Corona-Epidemie nicht in die Schule gehen wollen, dürfen auch im neuen Schuljahr ausschließlich zu Hause lernen. „Wir hatten zuletzt keine Präsenzpflicht für die Schülerinnen und Schüler. Stand heute haben wir das auch nicht für das kommende Schuljahr vorgesehen”, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) der „Rhein-Neckar-Zeitung” in der Ausgabe von  Donnerstag. „Die Schulpflicht gilt aber!”

Wer nicht am Präsenzunterricht teilnehmen könne, der müsse zu Hause den Unterrichtsstoff lernen und Aufgaben erledigen. Laut Kultusministerium lag vor den Sommerferien der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die dem Unterricht fernblieben, weil sie selbst ein erhöhtes Risiko für einen besonders schlimmen oder tödlichen Verlauf einer Corona-Infektion haben oder in einem Haushalt mit einer gefährdeten Person leben, unter einem Prozent. Bei Lehrerinnen und Lehrern, die sich vom Präsenzunterricht befreien lassen wollen, gilt nach wie vor eine Attestpflicht.

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Ein Kieler Schüler, der gegen das Tragen einer Maske im Unterricht Widerspruch eingelegt hat, muss die Mund-Nasen-Bedeckung vorerst nicht aufziehen. Der Widerspruch habe aufschiebende Wirkung, weswegen die Verpflichtung ihm gegenüber vorläufig nicht durchgesetzt werden könne, stellte das Verwaltungsgericht in Schleswig am Mittwoch fest. Für andere Schülerinnen und Schüler hat die Entscheidung den Angaben zufolge keine unmittelbaren Auswirkungen. (Az.: 9 B 23/20)

In Schleswig-Holstein gab es bislang nur eine dringende Empfehlung, Masken in den Schulen zu tragen. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sagte aber am Mittwoch: „Wir werden nun umgehend beraten, wie eine etwaige Änderung der Rechtsgrundlage aussehen könnte, um verbindliche Regeln zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im Schulbereich zu ermöglichen.” Ab Montag soll es dann Pflicht sein, eine Mund-Nasen-Bedeckung im Schulgebäude zu tragen. Nur während des Unterrichts darf die Maske abgenommen werden.

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Einschulung Kind mit Schultüte
Viele Erstklässlerinnen und Erstklässler hatten in diesem Jahr keine Einschulungsuntersuchung.
©Ralf Hirschberger/zb/dpa

Wegen einer Überlastung der Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie sind nach Angaben Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD) die meisten Erstklässlerinnen und Erstklässler in diesem Schuljahr ohne die eigentlich obligatorischen Schuleingangsuntersuchungen in die Schule gekommen. „Die meisten haben es nicht geschafft, die Schuleingangsuntersuchungen durchzuführen”, sagte Ute Teichert, Vorsitzende des BVÖGD, im Interview mit RTL und ntv. Nur in ganz wenigen Bundesländern sei versucht worden, die Untersuchungen in der Lockerungsphase nachzuholen.

In den Schuleingangsuntersuchungen beurteilen Ärztinnen und Ärzte der Gesundheitsämter, ob ein Kind die körperlichen und sozialen Voraussetzungen erfüllt, um im Schulalltag bestehen zu können. Erkennen die Ärzte einen Förderbedarf, melden sie das im Regelfall den Schulen.

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Schleswig-Holsteins Bildungsministerium will die Digitalisierung an den Schulen beschleunigen. Damit die Fördermittel schneller fließen können, gibt es nach einer Mitteilung vom Mittwoch zehn zusätzliche Stellen für die Ausweitung der Medienberatung am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen. Eine Million Euro bekomme der IT-Verbund der Kommunen, der die Schulträger in Ausstattungsfragen berät. Auch die Antragstellung soll erleichtert werden.

„Wir sind darauf vorbereitet, dass Lernen in der Distanz auch im neuen Schuljahr ein wichtiger Teil schulischen Lebens sein kann”, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Ihr Haus habe in den vergangenen Wochen mit Hochdruck daran gearbeitet, die einzelnen Vorhaben zur Verbesserung der Ausstattung schneller auf den Weg zu bringen. Die Landesregierung hat 15 Millionen Euro für die Förderung des digitalen Lernens an Schulen zur Verfügung gestellt.

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Niedersachsen, 19. August: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat Lehrerinnen und Lehrer ausdrücklich davor gewarnt, in Corona- Risikogebiete zu reisen. „Wenn Lehrkräfte sich zu Beginn ihrer Reise wissentlich in ein Risikogebiet begeben, dann tragen sie das Risiko und die Konsequenzen selber”, sagte der SPD-Politiker der „Neuen Osnabrücker Zeitung” . „Das kann zum Beispiel zum Verdienstausfall führen, wenn Quarantänemaßnahmen notwendig sind und nicht aus dem Homeoffice gearbeitet werden kann.”

Mit Blick auf eine Maskenpflicht im Unterricht zeigte sich Tonne weiter skeptisch. „Es gibt nach meiner festen Überzeugung sehr seriöse Argumente gegen die Maske im Klassenzimmer.” An ganz vielen Stellen sei man in der Schule darauf angewiesen, Mimik zu sehen. Im Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht zum Beispiel sei es wichtig, das ganze Gesicht zu sehen.

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Brandenburg, 18. August: Zwei Schulen mussten in Brandenburg nach Corona-Infektionen schließen müssen. Um weitere Infektionen zu verhindern, hat ein Gymnasium in Frankfurt (Oder) auf Anweisung des Gesundheitsamtes den Lehrbetrieb eingestellt. Sowohl unter den Schülerinnen und Schülern als auch unter den Lehrkräften gebe es jeweils einen bestätigten positiven Corona-Fall, sagte Oberbürgermeister René Wilke (Linke) der Deutschen Presse-Agentur.

Alle 860 Schüler des Karl-Liebknecht-Gymnasiums wurden am Dienstagmorgen nach Hause geschickt, wie Schulleiter Torsten Kleefeld bestätigte. Eine Quarantäneanordnung des Gesundheitsamtes gebe es zunächst nicht. Das Gymnasium soll laut Kleefeld für eine Woche geschlossen bleiben. Bereits seit Freitag ist eine ganze Schulklasse der Einrichtung für 14 Tage in Quarantäne.

Auch eine Grundschule in Wittenberge (Prignitz) wurde nach Corona-Infektionen vorsorglich geschlossen. Ein Mann aus Wittenberge wurde positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Am Dienstag teilte der Kreis mit, auch seine Familie sei mit ihren Kindern positiv auf COVID-19 getestet worden. Daraufhin habe der Kreis die komplette Schließung der Elblandgrundschule angeordnet, die die Kinder besucht hatten. Am Mittwoch sollen alle Kinder und Mitarbeitende der Schule getestet werden.

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Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt sollen nach den Sommerferien zwei Tage lang Masken in den Schulgebäuden tragen. Das hat das schwarz-rot-grüne Kabinett am Dienstag in Magdeburg entschieden. Die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht gilt auf dem gesamten Schulgelände, nicht aber während des laufenden Unterrichts, wie Bildungsminister Marco Tullner (CDU) sagte. Sachsen-Anhalt kehrt am 27. August aus den Sommerferien zurück.

Nur an den ersten beiden Schultagen soll die Maskenpflicht gelten. Danach können die Schulleitungen festlegen, ob und wie weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz auf dem Schulgelände getragen werden muss. Damit setzte sich Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) nicht mit ihrem Vorschlag durch, vorsichtshalber zwei Wochen Maskenpflicht an den Schulen anzuordnen.

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Der Landesschülerrat Sachsen (LSR) hat für den Schulbeginn während der Corona-Pandemie eine dreiwöchige Übergangszeit mit verschärften Hygieneauflagen vorgeschlagen. Der Schulbesuch für alle sei wichtig und richtig, denn nach wie vor funktioniere Schule nur mit Unterricht vor Ort, sagte die LSR-Vorsitzende Joanna Kesicka am Dienstag. „Das bedeutet aber nicht, überstürzt zu reagieren, insbesondere nach der Urlaubszeit.”

Konkret geht es dem LSR darum, dass in den ersten drei Wochen auf dem Schulgelände außerhalb des Unterrichtes eine Maskenpflicht und zugleich die Abstandsregel von 1,5 Metern gilt. „Die Aufteilung in zeitlich versetzte Lerngruppen sehen wir in den genannten ersten drei Wochen nach Schuljahresbeginn deswegen als sinnvoll an”, betonte Kesicka.

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Nach anhaltender Kritik von Eltern und Lehrkräften an vollen Schulbussen und Gedränge an den Haltestellen in Corona-Zeiten hat die Linke im Landtag den Einsatz von Taxis vorgeschlagen. „Es ist klar, dass sich die Zahl der Schulbusse nicht einmal so eben verdoppeln lässt, um die Abstandsregelungen auch auf dem Schulweg einzuhalten”, sagte die Vorsitzende der Oppositionsfraktion, Simone Oldenburg, am Montag. Auch die Zahl der Busfahrerinnen und Busfahrer sei begrenzt. Ihre Idee: „Taxiunternehmen, die in der Corona-Krise erhebliche Umsatzeinbußen haben, könnten ohne weiteres für die reguläre Schülerbeförderung gerade auf dem Lande eingesetzt werden.”

Dazu müsse die Landesregierung rasch erheben, wo der Bedarf am höchsten sei und wie viele Taxis in einer Region zur Verfügung stünden. „Mit diesen müssen dann entsprechende Beförderungsverträge abgeschlossen werden”, forderte Oldenburg. Die Kosten soll nach Oldenburgs Vorstellung das Land übernehmen. Das „Bündnis für gute Schule” aus Lehrer-, Eltern- und Schülervertreterinnen und -vertretern erneuerte am Montag die bereits wiederholt vorgetragene Kritik an übervollen Schulbussen.

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Berlin, 17. August: Etwa drei Prozent der Lehrkräfte in den Berliner Schulen stehen derzeit nicht für den klassischen Unterricht zur Verfügung. Das seien deutlich weniger als zunächst geschätzt, teilte die Senatsverwaltung für Bildung am Montag unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage mit. Dafür hatte die Schulaufsichte die Angaben von den Berliner Schulen abgefragt. Es geht dabei um Lehrkräfte, die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie nicht in der Schule unterrichten können, weil sie an einer Grunderkrankung leiden und ein ärztliches Attest vorgelegt haben.

Vor dem Beginn des neuen Schuljahres war die Bildungsverwaltung von mindestens sieben Prozent der Lehrkräfte ausgegangen, die nicht für den Unterricht vor der Klasse zur Verfügung stehen. Diese Lehrkräfte seien nicht krankgeschrieben, erklärte die Bildungsverwaltung mit Blick auf das nicht klassisch unterrichtende Personal. Rund zwei Prozent arbeiteten im Homeoffice, gut ein Prozent übernimmt den Angaben zufolge andere Aufgaben in der Schule.

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Schulstart, 17. August: In drei weiteren Bundesländern – in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland – hat an diesem Montag das neue Schuljahr begonnen. In allen drei Bundesländern tragen die Schülerinnen und Schüler im Schulgebäude eine Mund-Nasen-Bedeckung. Nur während des Unterrichts dürfen sie sie abnehmen. Die 1,5-Meter-Abstandsregel gilt zwar nicht mehr, allerdings soll dieser Abstand weiterhin bei Konferenzen oder Schulveranstaltungen eingehalten werden.

Im Saarland kann der Lernstoff aus dem vergangenen Schuljahr noch bis zu den Herbstferien nachgeholt werden. Auch ansonsten rät das dortige Bildungsministerium zu einem „angepassten Umgang mit den Lehrplänen”. Es solle weder „zu einer übermäßigen Häufung von Unterrichtsinhalten und zu vermittelnden Kompetenzen, noch zu vermehrtem Zeitdruck kommen”.

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neues Schuljahr Schultüten
In einem Gymnasium in Hessen liegen in einem Korb für die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler kleine Schultüten parat.
©Arne Dedert/dpa

Bundesbildungsministerin, 16. August: Lehrkräfte aus Corona-Risikogruppen sollten nach den Worten von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) in der Pandemie nicht unzumutbaren Belastungen ausgesetzt werden. „Wichtig für jeden Arbeitgeber ist, auf die Gesundheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu achten”, mahnte Karliczek in der „Welt am Sonntag”. „Wir brauchen die Kompetenz aller Lehrerinnen und Lehrer. Dabei müssen wir sicherstellen, dass die Arbeit für sie nicht zu einem persönlichen Risiko wird.” Der Deutschen Presse-Agentur sagte sie weiter: „Das tun wir in der Bundesregierung, und das tun die Länder in ihrer Zuständigkeit.”

Besonders in Schleswig-Holstein gibt es einen Konflikt darum zwischen der Landesregierung und der Lehrerschaftgewerkschaft GEW: Von 2000 Attesten wurden dort nach GEW-Angaben nur 100 akzeptiert.

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Berlin, 15. August: Unter besonderen Bedingungen haben am Samstag tausende Berliner Kinder ihre Einschulung gefeiert. In diesem Schuljahr gibt es 36.800 Erstklässlerinnen und Erstklässler, so viele wie seit 1993 nicht. Bei den Feiern galten wegen der Corona-Pandemie Abstandsvorgaben und Teilnehmerbegrenzungen. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) verteidigte in einer Grundschule die Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen. Der Senat werde das Infektionsgeschehen im Blick behalten. „Wenn sich die Situation verschlechtern sollte, werden wir natürlich Anpassungen vornehmen”, sagte Scheeres.

In der ersten Woche des neuen Schuljahres hatte es an mehreren der 900 Schulen in Berlin Corona-Fälle gegeben. Ein Gymnasium wurde kurzzeitig komplett geschlossen. Von diesem Montag an soll ein Hygienebeirat über Fragen des Infektionsschutzes während der Corona-Krise beraten.

Einschulung Berlin Neues Schuljahr
15.08.2020, Berlin: Berlins BildungssenatorinSandra Scheeres (SPD) bei einer Einschulungsfeier am Samstag.
©Jörg Carstensen/dpa

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Hessen, 14. August: Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) rechnet damit, dass im neuen Schuljahr bis zu sechs Prozent der Lehrkräfte mit Verweis auf ihr besonderes Corona-Risiko für den Unterricht in der Schule ausfallen. Diese Prognose fuße auf den Erfahrungen in anderen Bundesländern, sagte er am Freitag in Wiesbaden. Bei den Schülerinnen und Schülern gehe er bislang von einer Quote von unter fünf Prozent aus, die zu einer Corona-Risikogruppe zählen und daher per Attest vom Unterricht in der Schule freigestellt werden. „Wenn Corona nicht wäre, gingen wir sehr entspannt in das neue Schuljahr”, sagte Lorz mit Blick auf die Lehrerversorgung.

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Ergebnisse des Schulgipfels, 14. August: Schnelles Internet für Schulen, bezahlbarer Internetanschluss für Schülerinnen und Schüler sowie Laptops für Lehrerinnen und Lehrer: Mehrere Kultusminister haben am Donnerstagabend mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) Hilfen für eine bessere Bildung vereinbart.

Formale Beschlüsse wurden zwar nicht gefasst. Es sind erst weitere Abstimmungsprozesse zwischen Bund und Ländern nötig. Konkret ist geplant, dass jeder Lehrer einen Dienstlaptop bekommt und jedem Schüler ein günstiger Zugang zum Internet ermöglicht wird, der maximal zehn Euro im Monat kosten soll. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrsministerium solle außerdem jede Schule in Deutschland zügig an schnelles Internet angeschlossen werden. Es wird demnach mit Kosten von rund 500 Millionen Euro gerechnet.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte am Freitag, sie habe bereits Telekommunikationsanbieter angeschrieben und darum gebeten, günstige Tarife zu ermöglichen, damit Schülerinnen und Schüler online lernen könnten, deren Eltern bisher keine Netzanbindung bezahlen könnten.

Die Deutsche Telekom will für Schülerinnen und Schüler einen Internettarif mit einer 10-Euro-Flatrate zum digitalen Lernen anbieten. Es gehe um einen Mobilfunktarif ausschließlich mit Datennutzung und unbegrenztem Volumen, sagte ein Telekom-Sprecher am Freitag in Bonn. Der Tarif sei nur für Bildungsinhalte nutzbar. „Netflix kann man damit nicht abrufen.” Welche Schüler dieses Angebot erhalten können, sollten die Schulen und Schulträger entscheiden.

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Saarland, 14. August: Für knapp 120.000 Schülerinnen und Schüler beginnt im Saarland am 17. August der Unterricht ohne Abstandsgebot und Masken im Klassenzimmer. Sie halte eine Maskenpflicht im Unterricht „angesichts der aktuellen Infektionslage im Saarland derzeit für nicht notwendig und auch für pädagogisch nicht sinnvoll”, sagte die Saarlands Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) in Saarbrücken. Ein Zurück zum normalen Schulalltag gebe es noch nicht. Nötig sei „ein angepasster Umgang mit den Lehrplänen”. Inhalte aus dem Schuljahr 2019/20 könnten noch fortgesetzt werden, der Stoff solle bis zu den Herbstferien nachgeholt werden.

Das Ministerium habe in einem ersten Schritt 1.000 Tablets als Notfallreserve bestellt, um nach den Ferien einer eventuellen pandemiebedingten Quarantänesituation direkt Geräte zur Ausleihe zur Verfügung stellen zu können, hieß es. In einem zweiten Schritt solle eine Geräte- und Medienleihe aufgebaut werden, die die Schulbuchausleihe ablösen werde – um mittelfristig alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte mit digitalen Geräten auszustatten.

Derzeit geht das Ministerium davon aus, dass 1,4 Prozent der Lehrkräfte nicht für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehen, weil sie zu eine Risikogruppe gehören. Diese Lehrkräfte würden aus dem Homeoffice digital unterrichten. Im kommenden Schuljahr werden auch bis zu 100 Lehrkräfte als coronabedingte Lehrkräfte-Reserve zur Verfügung stehen. Sie seien befristet für ein Jahr eingestellt.

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Zum Start der Brandenburger Schulen im regulären Betrieb haben sich nur wenige Lehrer wegen des Corona-Risikos vom Unterricht in den Schulen abgemeldet. „0,9 Prozent der Lehrer können coronabedingt nicht am Unterricht teilnehmen”, erläuterte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags. Bei knapp 21.000 Lehrerinnen und Lehrern im Land wären das rund 200 Pädagogen, die wegen des Corona-Risikos von zu Hause arbeiten oder in besonders geschützten Bereichen der Schulen tätig sein müssten.

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Berlin, 13. August: Alle Lehrerinnen und Lehrer des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums im Bezirk Treptow-Köpenick sowie eine Schulklasse sollen noch am Donnerstag auf das Coronavirus getestet werden. Das teilte der zuständige Bezirksstadtrat Bernd Geschanowski am Donnerstag mit. Die Schule war am selben Tag geschlossen worden, nachdem eine Lehrkraft angegeben hatte, positiv getestet worden zu sein.

Tom Erdmann, Berliner Vorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW, lobte die angekündigten Tests. „Da hat das Gesundheitsamt gut und richtig reagiert”, sagte er. Die nächsten regulären Testtermine für Lehrkräften wären erst Anfang September gewesen.

Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Schulgebäude
Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium ist die erste Schule in Berlin, die am Donnerstag wegen Corona im neuen Schuljahr schließen musste.
©Britta Pedersen/dpa

Geschanowski zufolge lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einschätzen, wann das Gymnasium wieder öffnen kann. Das Gesundheitsamt des Bezirks werde über das weitere Vorgehen entscheiden, wenn die Testergebnisse vorliegen.

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Bundesfamilienministerin, 13. August: Schulschließungen dürfen nach den Worten von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) in der Corona-Pandemie nur das letzte Mittel sein. „Das ist für Eltern, Lehrer und Schüler keine leichte Situation, die wir unter allen Umständen verhindern wollen”, sagte sie am Donnerstag. Wenn es Schließungen geben sollte, dann nicht flächendeckend, sondern punktuell oder regional. Darüber sei anhand der Situation und des Infektionsgeschehens zu entscheiden.

Wichtig sei auch, dass sowohl Lehrkräfte als auch Erzieherinnen und Erzieher die Möglichkeit hätten, sich auf das Coronavirus testen zu lassen – und dass das auch finanziert werde. Aber auch jeder einzelne habe eine Verantwortung, erklärte die Familienministerin. „Das heißt, ein fieberndes Kind muss zu Hause bleiben.”

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und mehrere Kultusminister aus den Ländern beraten an diesem Donnerstag im Kanzleramt über die Lage an den Schulen unter Corona-Bedingungen. Bei dem Gespräch am späten Nachmittag gehe es um einen „informellen Austausch” zu den Herausforderungen, vor denen die Schulen in Zeiten der Pandemie stünden, hatte Regierungssprecher Steffen Seibert angekündigt.

Beschlüsse sind demnach nicht zu erwarten. Seibert hatte darauf verwiesen, dass Bildung und Schulen Ländersache seien und auch nicht alle Kultusminister der Länder bei dem Treffen anwesend seien. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nehmen die Kultusminister aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Schleswig-Holstein und Sachsen teil.

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Berlin, 12. August: Kurz nach dem Schulstart in Berlin gibt es inzwischen mehrere Corona-Fälle. Insgesamt sind mindestens acht Schulen betroffen. Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums im Bezirk Treptow-Köpenick bleibt am Donnerstag komplett geschlossen. An den anderen Schulen befinden sich jetzt Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler einzelner Klassen in Quarantäne. Der erste Fall war am Montag in einer Gemeinschaftsschule in Lichterfelde aufgetreten.

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Nordrhein-Westfalen, 12. August: Wegen eines Corona-Falls ist die Sekundarschule in Dorsten am ersten Tag des neuen Schuljahres geschlossen geblieben. Eine Lehrerin habe sich angesteckt, sie befinde sich in Quarantäne, sagte ein Sprecher des Kreisgesundheitsamtes am Mittwoch. Die Lehrerin habe an den Tagen vor dem Schulbeginn an mehreren Konferenzen teilgenommen. Insgesamt seien 43 Kontaktpersonen ermittelt worden, die im Laufe des Tages getestet würden. Wegen Personalmangels sei am Mittwoch kein Schulbetrieb möglich gewesen.

MAskenpflicht Schüler auf dem Flur
Nordrhein-Westfalen startet mit einer Maskenpflicht auch während des Unterrichts ins neue Schuljahr.
©Guido Kirchner/dpa

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Hessen, 12. August: In Hessen müssen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte mit Beginn des neuen Schuljahres an diesem Montag außerhalb der Klassenzimmer sogenannte Alltagsmasken auf dem Schulgelände tragen. Das Land macht den Schulen damit einheitliche Vorgaben wegen der Corona-Pandemie, wie Staatskanzlei und Kultusministerium am Mittwoch in Wiesbaden mitteilten.

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