Umgang mit der Pandemie : Corona und Schule: Wie geht es nach den Sommerferien weiter?

Die Corona-Regeln an den Schulen sind inzwischen überall ausgelaufen. Abstandsregeln, Maskenpflicht und Corona-Testpflicht gelten an den Schulen nicht mehr. Auch freiwillige Tests finden kaum noch statt. Doch angesichts wieder rasant ansteigender Infektionszahlen mehren sich die Zweifel, ob es beim Verzicht auf sämtliche Schutzmaßnahmen nach den Sommerferien bleiben kann. Das Schulportal gibt hier einen Überblick über die aktuelle Lage an den Schulen und die Pläne der Bildungspolitik für den Umgang mit der Corona-Pandemie im neuen Schuljahr.

Annette Kuhn 10. Mai 2022 Aktualisiert am 28. Juni 2022
Inhalt
Mädchen beim Schnelltest in der Schule zum Schutz gegen Corona
Kommt die Testpflicht nach den Sommerferien an die Schulen zurück?
©Federico Gambarini/dpa

Aktuelle Nachrichten zum Umgang der Schulen mit der Pandemie

Maskenpflicht, 25. Juni: Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat davor gewarnt, die Maskenpflicht als Allheilmittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie anzusehen. Man muss prüfen, wie verhältnismäßig etwas in einer bestimmten Lage ist, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Studien belegten, dass Kinder, gerade im Grundschulalter, Schwierigkeiten beim Spracherwerb hätten, wenn sie und die Lehrerinnen und Lehrer Maske trügen. Man müsse das eine gegen das andere abwägen. Die Politikerin betonte aber auch, dass es nicht darum gehe, die Maske zu verdammen.

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Neues Schuljahr, 24. Juni: Bei ihrer letzten Sitzung in diesem Schuljahr hat die Kultusministerkonferenz (KMK) betont, dass auch im neuen Schuljahr flächendeckende Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie ausgeschlossen bleiben sollen. Einen Tag erklärte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP): Eine flächendeckende Schulschließung darf es nicht mehr geben.

Die KMK-Vorsitzende und schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sagte nach der Sitzung der Kultusministerkonferenz aber auch: „Sollte sich das Pandemiegeschehen erneut verstärken, wird mit Augenmaß und nach Abwägung aller zu berücksichtigenden pädagogischen und infektiologischen Gesichtspunkte über die mögliche Wiedereinführung von Schutzmaßnahmen entschieden.“ Sie verwies in diesem Zusammenhang auch auf den Corona-Expertenrat, der Anfang Juni eine Stellungnahme zum Umgang mit Corona im Herbst und Winter 2022/23 abgegeben hat. Die Expertinnen und Experten haben dabei Handlungsempfehlungen für drei Corona-Szenarien gegeben – von einer harmloseren Variante bis zu einer gefährlicheren Variante. Entsprechend sollten auch die Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung von Corona zum Einsatz kommen. Das aktuelle Infektionsschutzgesetz gilt noch bis zum 23. September 2022.

Weil viele Schülerinnen und Schülern noch immer unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden und zum Teil große Lernrückstände aufweisen, hat sich die Kultusministerkonferenz dafür ausgesprochen, das Bundesprogramm „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ in Bezug auf Lernrückstände sowie psychosoziale Effekte im Schulbereich mit weiteren 500 Millionen Euro zunächst bis zum Ende des Schuljahres 2023/2024 zu verlängern.

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Vorbereitung auf den Herbst, 10. Juni: Der Lehrerverband warnt vor Nachlässigkeit bei der Vorbereitung auf den Corona-Herbst. Die Politik müsse jetzt handeln, damit man auf alle möglichen Szenarien an den Schulen effektiv reagieren könne, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der Rheinischen Post. Eine starke Zunahme von Infektionen bedeute für die Schulen eine individuelle Gesundheitsgefährdung für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und wieder die Gefahr hoher Personalausfälle bis hin zu Unterrichtskürzungen und teilweisen Schließungen. Einige Tage zuvor hatte die Chefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Maike Finnern, von Bund und Ländern mehr Tempo bei der Vorbereitung von Corona-Maßnahmen für den Herbst gefordert. Das Infektionsschutzgesetz läuft am 23. September aus. Bis dahin müsse es eine Neuregelung geben, sagte Finnern dem Radiosender Bayern 2. Es sei wichtig, ein Infektionsschutzgesetz zum Umgang mit Corona zu entwerfen, in dem die Möglichkeiten da seien, dass in Innenräumen – und damit auch in Schulen – wenn es denn notwendig ist, eine Maskenpflicht und eine Testpflicht zu einzuführen , sagte die Gewerkschafterin.

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Probealarm für Online-Unterricht, 10. Mai: Der Deutsche Lehrerverband regt eine Art Probealarm für Online-Unterricht an den Schulen an, um auf einen möglichen neuen Corona-Lockdown vorbereitet zu sein. Ähnlich wie die verpflichtend vorgeschriebenen Feueralarmübungen sollte auch an Schulen von Zeit zu Zeit probeweise getestet werden, ob der gleichzeitige Distanzunterricht für alle Schüler im Bedarfsfall wirklich funktionieren würde, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der Düsseldorfer Rheinischen Post.

Auch müsse es den Bundesländern möglich sein, die Maskenpflicht an den Schulen regional oder landesweit einzuführen. Zudem pocht Meidinger auf einen flächendeckenden Einbau von Raumluftfilteranlagen in Unterrichtsräumen und den Ausbau des schnellen Internets. Er kritisierte, dass fast alle Bundesländer inzwischen die Corona-Pflichttests für Schülerinnen und Schüler abgeschafft hätten.

Repräsentative Umfragen zur Lage der Schulen in Deutschland

Daten zu allen Ausgaben des Deutschen Schulbarometers auf einen Blick

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Stand in den Bundesländern

Nach mehr als zwei Jahren Pandemie haben die Schulen im zweiten Halbjahr dieses Schuljahres zum Normalbetrieb zurückgefunden. Derzeit sind die Maßnahmen zum Schutz gegen Corona an Schulen in allen Ländern abgeschafft. Dabei soll es möglichst auch im neuen Schuljahr bleiben, aber durch die stark steigenden Infektionszahlen kurz vor den Sommerferien ergreifen erste Länder auch schon Vorkehrungen für den Herbst. Hier der aktuelle Stand in den Bundesländern (mit dpa):