Corona und Schule : Immer mehr Länder lockern Maskenpflicht

Das Schulportal informiert in diesem News-Blog täglich darüber, wie die Bundesländer zum Schutz gegen Corona an Schulen bei Corona-Tests, Impfungen, Quarantäne oder Luftfiltern verfahren. Um die Maskenpflicht ist zuletzt eine heftige Debatte entfacht. Mit der Abschaffung noch vor den Herbstferien in einigen Bundesländern sind nicht alle einverstanden. Und es gibt auch Zweifel, ob die Corona-Schutzmaßnahmen für den kommenden Winter tatsächlich ausreichend sind, um Präsenzunterricht sichern zu können. Wie ist Ihre Meinung? Machen Sie mit bei unserer neuen Umfrage!

Annette Kuhn 13. Oktober 2021 Aktualisiert am 15. Oktober 2021
Corona Schule Maske auf Schulranzen
Weiterhin ist der Alltag an Schulen von der Corona-Pandemie geprägt. Aber im Unterricht gibt es inzwischen in vielen Ländern keine Maskenpflicht mehr.
©Patrick Pleul/dpa

Umfrage zu Corona-Schutzmaßnahmen

In den Ländern gelten derzeit unterschiedliche Maßnahmen zum Schutz gegen Corona an Schulen. Einige Länder haben die Maskenpflicht gelockert oder sogar abgeschafft. Und auch bei Corona-Tests, Quarantäne-Regeln und Luftfiltergeräten gibt es große Unterschiede. Gerade angesichts der steigenden Zahl der Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen mehren sich Zweifel, ob die Schulen gut genug für die kalten Monate gerüstet sind. Wie sehen Sie das? Machen Sie mit bei unserer neuen Umfrage!

Finden Sie die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen an Ihrer Schule für den kommenden Winter ausreichend?
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Aktueller Stand in den Bundesländern

Auch im neuen Schuljahr gibt es an den Schulen zunächst keinen Normalbetrieb wie vor Corona. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte müssen weiter mit Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie umgehen. Einheitliche Regelungen in den Ländern im Umgang mit Corona an Schulen fehlen dabei zu den meisten Fragen. Hier der aktuelle Stand in den Bundesländern zum Umgang mit Corona an den Schulen (Mit dpa):

Chronik: Überregionale News, Entscheidungen und Reaktionen

Maskenpflicht, 8. Oktober: Die Corona-Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht und Tests an Schulen sind nach Ansicht der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD), weiterhin notwendig. „Die Entscheidung ist nicht, jetzt von einem Tag auf den anderen alle Schutzkonzepte fallenzulassen”, sagte die Brandenburger Bildungsministerin am Freitag nach zweitägigen Beratungen der Kultusministerinnen und Kultusminister in Potsdam. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfehle, an den Masken festzuhalten – anders als die Kinder- und Jugendärzte. „Ich hoffe sehr, dass wir irgendwann diese Maßnahmen nicht mehr brauchen.” Das sei aus ihrer Sicht spätestens irgendwann im nächsten Jahr der Fall. Mit Blick auf das unterschiedliche Vorgehen der Länder zu Lockerungen der Maskenpflicht an Schulen verwies Ernst auf ungleiche Corona-Infektionslagen in den Ländern und auf die Frage der Akzeptanz vor Ort. „Wir sind in einem Korridor der Lockerungsschritte”, sagte die Ministerin. „Aber wir sind in der gleichen Bewegung.”

Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger ist einer Umfrage zufolge für die Abschaffung der Maskenpflicht im Klassenzimmer. 57 Prozent sind der Meinung, dass die Maskenpflicht im Unterricht abgeschafft werden sollte, wie eine Befragung von Infratest-dimap für den ARD-Deutschlandtrend ergab. Bei den Eltern mit schulpflichtigen Kindern sind es sogar 71 Prozent. Lediglich 37 Prozent sind für eine Beibehaltung der Maskenpflicht an Schulen – und nur 27 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder.

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Corona an Schulen, 7. Oktober: Seit August hat es nach Beobachtung des Robert Koch-Instituts (RKI) vermehrt Corona-Ausbrüche an Kitas und vor allem an Schulen gegeben. Die übermittelte Häufigkeit steige in diesem Jahr etwa zwei Monate früher an als im Vorjahr, geht aus dem Wochenbericht des RKI vom Donnerstagabend hervor. Demnach wurden der Behörde für die vergangenen vier Wochen 481 Schulausbrüche gemeldet. Die jüngste Entwicklung insbesondere der vergangenen zwei Wochen lasse sich aber noch nicht gut bewerten, hieß es vor dem Hintergrund möglicher Nachmeldungen. „Beim ansteigenden Trend der Ausbruchshäufigkeit in Kitas und Schulen spielen vermutlich die ausgeweiteten Testaktivitäten und die leichtere Übertragbarkeit der Delta-Variante eine Rolle”, erläutern die Autoren des Berichts.

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Luftfilter, 6. Oktober: Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst (SPD), hält eine Ausstattung mit Luftfiltern in allen Schulen unter Verweis auf Experten nicht für tauglich. „Wir halten uns an die Empfehlungen des Umweltbundesamtes, die eine flächendeckende Ausstattung aller Klassenzimmer mit Luftfiltern nicht für sinnvoll halten, weil wir am Lüften nicht vorbeikommen”, sagte die Brandenburger Bildungsministerin der Zeitung „Prignitzer”. „Wenn Schulträger in Abstimmung mit Eltern der Auffassung sind, mehr Geräte aufstellen zu wollen, steht ihnen das selbstverständlich frei.” Die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder beraten am Donnerstag und Freitag unter anderem über den Einbau von Luftfiltern.

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Schulschließungen, 16. September: Der Unterricht für die rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland war nach einer OECD-Erhebung seit Beginn der Corona-Pandemie bis zum Auslaufen der Schulschließungen im Frühjahr im Schnitt an mehr als 180 Tagen gestört. Das sind zwei Drittel der rund 270 Schultage im untersuchten Zeitraum zwischen Januar 2020 und Mai 2021. Dabei lassen sich deutliche Unterschiede zwischen 2020 und 2021 festmachen: Während die Schulen in Deutschland während des Lockdowns 2020 deutlich weniger von Schulschließungen betroffen waren als andere Länder, waren in Deutschland die Schulen wegen Corona 2021 viel länger geschlossen als im OECD-Schnitt.

Demnach waren etwa Grundschulen im Schnitt 64 Tage geschlossen und 118 Tage nur teilweise geöffnet, also beispielsweise im sogenannten Wechselbetrieb. Weiterführende Schulen waren an 85 Tagen geschlossen und an 98 Tagen nur eingeschränkt in Betrieb, Gymnasien oder Berufsschulen waren 83 Tage zu und 103 Tage nur teilweise geöffnet. Die OECD legte die Daten am Donnerstag im Rahmen ihrer jährlich veröffentlichten Erhebung „Bildung auf einen Blick” vor. Darin werden die Bildungssysteme der 38 OECD- und weiterer Länder miteinander verglichen.

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Quarantäne-Regeln, 7. September: Die Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister der Länder haben sich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Corona-Fällen in Schulen ausgesprochen. Grundsätzlich solle bei einem Fall nicht mehr für den gesamten Klassenverband Quarantäne angeordnet werden, heißt in einem Beschluss nach Beratungen mit dem Bund am Montag. Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt werden und keine Symptome haben, sollen diese demnach frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. Dabei sollen die Gesundheitsämter vor Ort im Einzelfall auch abweichend entscheiden können. Quarantäne-Anordnungen sollen generell „mit Augenmaß” und abhängig von Schutzkonzepten mit Lüftung, Corona-Tests und dem Tragen von medizinischen Masken erlassen werden. Bei übrigen Kindern der Klasse, die nicht als enge Kontaktpersonen eingestuft sind, sollten „für eine gewisse Zeit” intensivierte Tests vorgenommen werden, heißt es in dem Beschluss weiter.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Vereinbarung begrüßt. „Das wird die Akzeptanz der Regeln erhöhen. Richtig ist der Ansatz, dass die Dauer und die Zahl der Betroffenen der Quarantäne maßvoll eingeschränkt werden”, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), hat den Beschluss der Länder für ein einheitlicheres Quarantäne-Konzept zwar grundsätzlich begrüßt, sagt aber auch: „Für mich ist es ganz wichtig, dass das Freitesten mit einem PCR-Test und nicht mit einem Selbsttest passiert, weil wir doch zu oft wissen, dass das Ergebnis der Schnelltests nicht gut genug ist”, sagte die GEW-Chefin RTL/ntv am Dienstag.

Die Vorsitzende des Allgemeinen Schulleitungsverbandes, Gudrun Wolters-Vogeler, sieht den Beschluss der Gesundheitsministerien hingegen kritisch. Im Inforadio des rbb sagte sie: „Sie gehen davon aus, dass die Schülerinnen und Schüler ständig an festen Plätzen arbeiten. Das entspricht nicht moderner Pädagogik.”

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Corona-Impfauskunft, 3. September: Arbeitgeber sollen von Beschäftigten in Schulen künftig Auskunft über eine Corona-Impfung oder eine überstandene Covid-Erkrankung verlangen können. Mit den Stimmen von Union und SPD brachte der Gesundheitsausschuss des Bundestags am Freitag eine entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg. Sie soll am Dienstag im Bundestag beschlossen werden. Das Auskunftsrecht gilt außer in Schulen zum Beispiel auch in Kitas und Pflegeheimen. Das Auskunftsrecht soll nur während der festgestellten epidemischen Lage von nationaler Tragweite gelten, die der Bundestag vergangene Woche für weitere drei Monate verlängert hatte.

Die Bundesschülerkonferenz lehnt wie auch die führenden Bildungsgewerkschaften in Deutschland eine Impfauskunftspflicht für Lehrkräfte ab. „Ich halte nichts davon, jetzt bei den Lehrerinnen und Lehrern die große Abfrage mit den Impfungen zu starten”, sagte der Generalsekretär Dario Schramm der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies, wie die Gewerkschaften zuvor auch schon, auf eine ohnehin hohe Impfbereitschaft bei Lehrkräften. Der Ansatz im Bereich Vorsorge und Impfungen solle jetzt eher sein, Kindern und Jugendlichen ab 12 Impfangebote zum Beispiel an Schulen zu machen, sagte Schramm.

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ifo-Bildungsbarometer, 31. August: Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie spricht sich eine große Mehrheit der Deutschen für eine intensivere Betreuung von Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen  aus. 83 Prozent der für das ifo-Bildungsbarometer 2021 Befragten sieht darin eine wichtige Aufgabe. Außerdem fordern 66 Prozent deutschlandweit einheitliche bildungspolitische Entscheidungen während Corona. Insgesamt fällt die Beurteilung der Corona-Schulpolitik im neuen ifo-Bildungsbarometer recht negativ aus, ganz besonders im Hinblick auf den Umgang mit benachteiligten Schülerinnen und Schülern. 76 Prozent der Befragten halten daher auch staatlich finanzierte Nachhilfeprogramme für angebracht.

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Umfrageergebnis zu Luftfiltern an Schulen

Die Anschaffung von Luftfiltern an Schulen zum Schutz gegen Corona geht nur schleppend voran. Alle Länder haben zwar entsprechende Förderprogramme aufgelegt, aber wie viele Geräte sind tatsächlich schon in den Schulen angekommen? Offenbar noch nicht viele, zeigt eine Umfrage auf dem Schulportal, die von Ende August bis Mitte September lief. Die Umfrage ist inzwischen geschlossen. Hier sehen Sie das Ergebnis:

1036 Personen haben an der Abstimmung teilgenommen.