Newsblog : Corona und Schule: Maskenpflicht ist entfallen, Testpflicht noch nicht überall

Die Corona-Regeln an den Schulen sind fast überall ausgelaufen. Abstandsregeln und Maskenpflicht an den Schulen gelten nicht mehr. Auch die Corona-Testpflicht gibt es nur noch vereinzelt, Tests werden meist nur noch freiwillig angeboten. Das Schulportal informiert hier darüber, wie die Lockerungen in den Bundesländern konkret aussehen und wie sich der Wegfall der Maskenpflicht und anderer Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen an Schulen auswirkt.

Annette Kuhn 10. Mai 2022
Inhalt

Aktuelle Nachrichten

Probealarm für Online-Unterricht, 10. Mai: Der Deutsche Lehrerverband regt eine Art Probealarm für Online-Unterricht an den Schulen an, um auf einen möglichen neuen Corona-Lockdown vorbereitet zu sein. Ähnlich wie die verpflichtend vorgeschriebenen Feueralarmübungen sollte auch an Schulen von Zeit zu Zeit probeweise getestet werden, ob der gleichzeitige Distanzunterricht für alle Schüler im Bedarfsfall wirklich funktionieren würde, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der Düsseldorfer Rheinischen Post.

Auch müsse es den Bundesländern möglich sein, die Maskenpflicht an den Schulen regional oder landesweit einzuführen. Zudem pocht Meidinger auf einen flächendeckenden Einbau von Raumluftfilteranlagen in Unterrichtsräumen und den Ausbau des schnellen Internets. Er kritisierte, dass fast alle Bundesländer inzwischen die Corona-Pflichttests für Schülerinnen und Schüler abgeschafft hätten.

Repräsentative Umfragen zur Lage der Schulen in Deutschland

Daten zu allen Ausgaben des Deutschen Schulbarometers auf einen Blick

Mehr Daten

Stand in den Bundesländern

Nach mehr als zwei Jahren Pandemie haben die Schulen zum Normalbetrieb zurückgefunden. Hier der aktuelle Stand in den Bundesländern (mit dpa):

Chronik: Überregionales, Entscheidungen und Reaktionen

Abschlussprüfungen, 31. März: Lehrerverbände befürchten wegen des Wegfalls der coronabedingten Maskenpflicht an Schulen Probleme bei den Abschlussprüfungen. So sieht der Philologenverband einen Sprung der Krankheitszahlen voraus. Das gefährdet nicht nur die Unterrichtsversorgung insgesamt, sondern ist auch ein Risiko für das diesjährige Abitur, sagte der Chef des Verbandes für die Gymnasiallehrer, Ralf Scholl, den Stuttgarter Nachrichte.

Auch die Lehrkräfte an Berufsschulen sehen im Verzicht auf einen verpflichtenden Mundschutz ab kommender Woche ein erhebliches Risiko für die Abschlussprüfungen an ihrer Schulart. Wir haben von April bis zum Juli rund 120.000 Abschlussprüfungen vor uns und befürchten, dass durch den Wegfall der Schutzmaßnahmen sehr viel schiefgehen wird,sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Berufsschullehrer, Gerhard Fechner.

++++++++++++++++++++

Coronabedingte Ausfälle, 24. März: Bildungsgewerkschaften warnen davor, dass die Schulen angesichts der Corona-Pandemie und des zurzeit hohen Infektionsgeschehens an ihre Belastungsgrenze kommen. Die Zahl der Krankmeldungen wird in den nächsten Wochen weiter steigen, weil die Corona-Schutzmaßnahmen weitestgehend fallen sollen beziehungsweise bereits einkassiert worden sind, sagte Anja Bensinger-Stolze, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dies sei eine falsche Entscheidung der Politik. Bensinger-Stolze betonte: Wir appellieren an alle politisch Verantwortlichen, an der Maskenpflicht ebenso wie an Hygiene- und Testkonzepten festzuhalten, damit die Situation nicht aus dem Ruder läuft. Die Lehrkräfte arbeiten bereits jetzt am Limit.

Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, warnte vor einem Teufelskreis, denn die verbliebenen Lehrkräfte, die nicht krank seien, würden immer stärker belastet. T eilweise werden Stundenpläne wochenweise ausgegeben, da eine längerfristigere Planung nicht mehr möglich ist, sagte Beckmann.

++++++++++++++++++++

Teilweise Ende der Corona-Regeln, 18. März: Ungeachtet hoher Infektionszahlen hat der Bundestag am Freitag ein geändertes Infektionsschutzgesetz beschlossen, mit dem die meisten bundesweiten Corona-Schutzregeln ab 20. März wegfallen. Auch in den Schulen ist dann keine Maskenpflicht mehr vorgesehen. Es ermöglicht den Ländern aber, übergangsweise noch zwei weitere Wochen bis zum 2. April die meisten Schutzmaßnahmen beizubehalten. Davon machen viele Länder Gebrauch. Die Corona-Testpflicht könnte an den Schulen noch weiter bestehen bleiben.

++++++++++

Studie zu Corona-Folgen, 22. Februar: JuCo 3, die dritte Online-Befragung von Jugendlichen vom Dezember 2021 ergibt, dass sich einige Jugendliche in der Corona-Pandemie inzwischen politisch mehr gehört fühlen; allerdings hat die Mehrheit nach wie vor den Eindruck, dass sie politische Entscheidungen nicht beeinflussen kann. Außerdem vermerken einige Jugendliche positiv, dass ihre Schulen nun digital besser ausgestattet seien.

Insgesamt zeigt die Studie allerdings auch, dass die lange Dauer der Pandemie bei den jungen Menschen deutliche Spuren hinterlassen hat: Noch immer erfahren viele von ihnen starke Einschränkungen in Bildung und Freizeit. Das Lernen fällt vielen schwer. Der Anteil der jungen Menschen, der Angst vor der Zukunft hat, hat sich im Laufe des Jahres 2021 sogar noch einmal erhöht. Mehr als 20 Prozent der Befragten geben an, professionelle Hilfe- und Beratungsangebote zu brauchen, jedoch nicht über ein entsprechendes Angebot zu verfügen.

+++++++++++++++++++

Klassenwiederholungen, 21. Januar: Während der Corona-Pandemie haben deutlich weniger Kinder eine Klassenstufe wiederholt. Laut Statistischem Bundesamt lag das unter anderem an veränderten Versetzungsregelungen. Wie das Amt am Freitag berichtete, wiederholten im Schuljahr 2020/21 an allgemeinbildenden Schulen 93.100 Schülerinnen und Schüler eine Klasse – entweder freiwillig oder weil sie nicht versetzt wurden. Das waren 50.500 weniger als im Schuljahr davor.

Damit sank die Quote der Wiederholerinnen und Wiederholer bundesweit von 2,3 Prozent im Schuljahr 2019/20 auf zuletzt 1,4 Prozent. Aufgrund von Unterrichtsausfällen, Wechsel- und Distanzunterricht wurden in vielen Bundesländern besondere Regeln in Hinblick auf die Versetzung eingeführt. So wurde die Versetzung vielfach nicht mehr an die schulischen Leistungen geknüpft , ordneten die Statistiker ein.

Die Quote ging in allen Bundesländern zurück. Am höchsten war sie, wie in den Vorjahren, in Bayern – 26.500 Schülerinnen und Schüler beziehungsweise 2,8 Prozent besuchten dort im Schuljahr 2020/2021 erneut ihre Klassenstufe. Am niedrigsten war die Quote in Berlin, hier wiederholten nur 2.500 Schülerinnen und Schüler die Klassenstufe, weniger als ein Prozent. Die Versetzung wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt.

++++++++++++++++++++