Corona-Krise : Corona und Schule: Kommt es wieder zu Schulschließungen?

Die Schulen sollen in der vierten Corona-Welle offen bleiben. Das hat jetzt auch die designierte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) betont. Doch die Corona-Infektionen steigen weiter. Laut Robert-Koch-Institut ist die 7-Tage-Inzidenz bei den bis 14-Jährigen mehr als doppelt so hoch wie im Bevölkerungsschnitt (Stand 25. November). Das Schulportal informiert in diesem Newsblog täglich darüber, wie die Bundesländer zum Schutz gegen Corona an Schulen verfahren. Auch NRW will nach heftigen Auseinandersetzungen nun doch die Maskenpflicht im Unterricht wieder einführen. In einigen Bundesländern mussten Schulen zum Wechselunterricht zurückkehren oder zeitweilig schließen. Der Beginn der Weihnachtsferien wird in Brandenburg und Sachsen-Anhalt vorgezogen, und die Präsenzpflicht ist in den ersten Ländern wieder aufgehoben. Die Zweifel mehren sich dennoch, ob die Corona-Schutzmaßnahmen an den Schulen für den kommenden Winter ausreichen, um Präsenzunterricht sicherzustellen. Wie ist Ihre Meinung: Sollten Schulschließungen in jedem Fall ausgeschlossen werden? Machen Sie mit bei unserer Umfrage!

Annette Kuhn 29. November 2021

Aktueller Stand in den Bundesländern

Auch dieses Schuljahr ist vor allem von der Corona-Pandemie geprägt. Die Schulen sind von einem Normalbetrieb weit entfernt. Überdies fehlten einheitliche Regelungen in den Ländern im Umgang mit Corona. Hier der aktuelle Stand in den Bundesländern (mit dpa):

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Umfrage zu Schulschließungen

Erklärtes Ziel aller Länder ist es, die Schulen in diesem Jahr offenzuhalten. Das hat auch die Kultusministerkonferenz mehrfach betont. Angesichts rasant steigender Corona-Infektionszahlen mussten einzelne Schulen allerdings tatsächlich zumindest tageweise schon wieder schließen oder sind in den Wechselunterricht zurückgekehrt. Einige Stimmen warnen auch davor, dass die jetzigen Corona-Schutzmaßnahmen nicht ausreichen, um die Schulen offen zu halten. Wie ist Ihre Meinung dazu:

Sollten Schulschließungen in jedem Fall ausgeschlossen werden?
Ihre Auswahl
7380 Personen haben an der Abstimmung teilgenommen.

Chronik: Überregionale News, Entscheidungen und Reaktionen

Corona-Ausbrüche an Schulen, 29. November: An den Schulen in Deutschland steigen die Corona-Zahlen. Nach am Montag veröffentlichten Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) waren in der Woche vom 15. bis 19. November 72.000 Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern bekannt. Das waren knapp 30.000 mehr als in der Woche davor. Darüber hinaus waren fast 126.000 von 10 Millionen Schülern in Quarantäne (Vorwoche rund 87.000).

Die KMK legt im Wochenrhythmus Zahlen vor. Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus rund 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit knapp 10 Millionen Schülerinnen und Schülern. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 11 Millionen Schülerinnen und Schüler an rund 40.000 Schulen und Berufsschulen. An knapp 1.000 Schulen gab es demnach Einschränkungen im Präsenzbetrieb. 66 Schulen waren geschlossen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Zahlen seit dem 19. November noch einmal deutlich gestiegen sind.

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Weihnachtsferien, 25. November: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, forderte die Länder auf, nicht einseitig die Weihnachtsferien vorzuziehen, ohne für alle Menschen weitere Kontaktbeschränkungen einzuführen. „Wenn die Bundesländer die Weihnachtsferien vorziehen wollen, dann müsste es aber gleichzeitig auch mehr Kontaktbeschränkungen in der Gesamtgesellschaft geben, also Lockdowns oder Teil-Lockdowns”, sagte Meidinger der „Rheinischen Post”. „Denn so eine Schulschließung light macht ja nur Sinn, wenn das Infektionsgeschehen insgesamt eingedämmt wird, nicht nur in den Schulen.”

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Maskenpflicht, 22. November: Angesichts der vierten Corona-Welle in Deutschland wird zunehmend darüber debattiert, wie ungeimpfte Kinder vor Infektionen geschützt und zugleich Schulschließungen verhindert werden können. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sieht Forderungen nach einer Impfpflicht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Schulen kritisch und befürwortet in der „Rheinischen Post” stattdessen die Maskenpflicht. Er geht davon aus, dass diese zum Schutz gegen Corona an Schulen bis zum Frühjahr gelten muss.

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Schulschließungen, 21. November: Angesichts der verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der vierten Corona-Welle haben Kinder- und Jugendmediziner vor erneuten Schulschließungen gewarnt. „Ich plädiere dringend dafür, den Schulbetrieb während der gesamten vierten Welle aufrechtzuerhalten”, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, der „Rheinischen Post”. Er verwies auf Untersuchungen, wonach die Ansteckung bei Kindern und Jugendlichen eher nicht in den Schulen, sondern hauptsächlich im familiären Umfeld erfolge. Die Schulen trügen im Gegenteil dazu bei, Infektionen bei Kindern zu kontrollieren – vor allem das regelmäßige Testen, Masketragen und die Hygienemaßnahmen seien dabei ausschlaggebend.

Dötsch begrüßte die klare Absage der Ampel-Parteien an erneute Schulschließungen. Es sei zu hoffen, dass sie sich auch dann noch daran erinnerten, wenn sich die Lage weiter verschärfe und weitergehende Maßnahmen notwendig werden sollten.

Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnte vor erneuten harten Einschränkungen für Kinder und Jugendliche. „Diese dürfen niemals erfolgen, bevor nicht alle anderen Maßnahmen des Infektionsschutzes ausgeschöpft sind, dazu gehört etwa auch eine allgemeine Impfpflicht für Erwachsene”, sagte BVKJ-Bundessprecher Jakob Maske der „Rheinischen Post”.

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Gelungener Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht

Schule in Zeiten von Corona: Die Hardtschule Durmersheim in Baden-Württemberg sendet den Unterricht von überall nach überall und ist so in der Lage, flexibel auf unterschiedliche Gegebenheiten zu reagieren. Das Konzept ist auf dem Schulportal ausführlich beschrieben.

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Ausgezeichnete Praxiskonzepte und 121 erfolgreiche Ideen, die Schulen in der Corona-Krise entwickelt haben, finden Sie auf der Schulportal-Seite zum Deutschen Schulpreis 2021.

Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenz, 19. November: Bund und Länder haben sich am 18. November auf eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verständigt. Zur Schule heißt es im Beschluss: „Schülerinnen und Schüler und jüngere Kinder leiden besonders unter den Folgen der Pandemie. Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder sind sich einig darüber, dass weitere Belastungen für Kinder und Jugendliche zu vermeiden und sie gleichzeitig bestmöglich zu schützen sind.”

Aber die Maßnahmen haben Auswirkungen auf den Schulbetrieb, beispielsweise was die Impfungen, das Testen der Lehrkräfte oder auch die Begleitung von Schülergruppen durch Lehrkräfte an außerschulische Lernorte angeht:

Die Impfangebote sollen ausgeweitet werden. Auch Kindern zwischen 5 und 11 Jahren soll nach der Ende November bevorstehenden Zulassung des erforderlichen Impfstoffs und der entsprechenden Verfügbarkeit in der zweiten Dezemberhälfte nach individueller Beratung und Risikoeinschätzung rasch eine Impfung angeboten werden.

Am Arbeitsplatz gilt bundesweit die 3G-Regelung. Die Einhaltung muss kontrolliert und dokumentiert werden. Dass umgeimpfte Lehrkräfte sich zu Hause testen, ist dadurch nicht mehr möglich. Dort wo keine betrieblichen Gründe entgegenstehen, soll die Arbeit vom häuslichen Arbeitsplatz ermöglicht werden. Im Öffentlichen Personennahverkehr und den Zügen des Regional- und Fernverkehrs soll zusätzlich zur geltenden Maskenpflicht die 3G-Regel eingeführt werden. Sofern Fahrgäste nicht geimpft oder genesen sind, müssen sie bei der Nutzung eines Verkehrsmittels einen Nachweis über einen negativen Corona-Schnelltest mit sich führen. Diese gilt dann auch für Lehrkräfte oder andere Begleitpersonen bei Ausflügen mit der Klassen. Ausnahmen für Kinder bis 18 Jahren sind möglich.

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Infektionsschutzgesetz, 19. November: Der Bundestag hat am 18. November das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen. Damit wollen die Ampel-Parteien eine Rechtsgrundlage schaffen, wenn die „Epidemische Lage von nationaler Tragweite” zum 25. November ausläuft. An ihre Stelle tritt ein Katalog von Maßnahmen. Schulen und Kitas dürfen demnach nur bei Corona-Ausbrüchen im Einzelfall geschlossen werden. Der Bundesrat hat das Gesetz am 19. November gebilligt.

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GEW beklagt Versäumnisse, 19. November: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) plädiert weiter dafür, Schulen und Kitas in der Corona-Pandemie offenzuhalten, beklagt aber fehlende Voraussetzungen dafür. Die GEW halte das Ziel für richtig, Schulen und Kitas so lange wie möglich geöffnet zu halten, sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dafür müssten Länder und Kommunen aber endlich die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Das sei bisher nur unzureichend geschehen.

In manchen Hotspots drohe die Situation an den Schulen bereits jetzt aus dem Ruder zu laufen, sagte Finnern. Deshalb müsse die Politik sofort mit absoluter Priorität folgende Maßnahmen in Angriff nehmen: Luftfilteranlagen, eingebettet in Raum-, Lüftungs- und Hygienekonzepte, müssten umgehend eingebaut werden, das Tragen von Masken in den Innenräumen der Schulen sei – trotz aller richtigen pädagogischen Bedenken – eine sinnvolle und wirksame Maßnahme, um Infektionen zu verhindern.

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Infektionsgeschehen an Schulen, 18. November: An den Schulen in Deutschland gab es nach aktuellen Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) zuletzt rund 45.500 bekannte Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern. Darüber hinaus waren in der vergangenen Woche knapp 87.000 von 10 Millionen Schülerinnen und Schülern in Quarantäne. Das geht aus der regelmäßigen Statistik der KMK zur Corona-Situation an den Schulen hervor.

In der Vorwoche waren 23.000 Corona– und 54.000 Quarantäne-Fälle gemeldet worden. Ferienbedingt lagen da allerdings keine Zahlen zu rund 1,5 Millionen Schülerinnen und Schülern und 138.000 Lehrkräften aus Baden-Württemberg vor, die in der aktuellen Statistik enthalten sind.

Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus knapp 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit knapp 10 Millionen Schülerinnen und Schülern. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 11 Millionen Schülerinnen und Schüler an rund 40.000 Schulen und Berufsschulen.

Die Statistik weist außerdem 3.600 Corona-Fälle bei Lehrkräften aus und zusätzlich rund 2.100 Quarantäne-Fälle. Zugrunde liegen hier Angaben zu 878.000 Lehrkräften. In der Vorwoche waren 1.800 Corona– und rund 1.100 Quarantänefälle bei Lehrkräften gemeldet worden.

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Debatte um Impfpflicht, 16. November: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wendet sich gegen eine Corona-Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen. „Der Weg aus der Pandemie führt nur über eine hohe Impfquote in der gesamten Bevölkerung und der Pandemie angemessenen Verhaltensweisen, um sich und andere zu schützen”, sagte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie betonte aber zugleich: „Eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen lehnt die GEW ab.”

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Lehrerverband, 14. November: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat in der sich zuspitzenden Corona-Lage vor Problemen bei der Kontaktnachverfolgung an Schulen gewarnt. „In der Tat ist es so, dass wir in einigen Hotspotgebieten bereits kurz vor einem Kontrollverlust stehen”, sagte Meidinger der „Welt am Sonntag”. „Wir wissen nicht mehr, wie wir Infektionsausbrüche an Schulen eindämmen können. In immer mehr Kommunen sind die Gesundheitsbehörden so überlastet, dass sie nicht mehr in der Lage sind, die Kontaktrückverfolgung bei infizierten Schülerinnen und Schülern durchzuführen. Und die Schulleitungen selbst können keine Quarantäne anordnen.”

Meidinger fügte an, sein Verband bekomme derzeit zahlreiche Beschwerden von Eltern, die beklagten, dass nur infizierte Kinder in die häusliche Isolation geschickt würden und später dann weitere Infektionen aufträten. Von den über Zwölfjährigen sei zwar inzwischen etwa die Hälfte geimpft. Sieben von elf Millionen Schülerinnen und Schüler seien aber nach wie vor ohne Schutz. Das Robert Koch-Institut habe die klare Empfehlung gegeben, in der derzeitigen Situation nicht auf Masken in Unterrichtsräumen zu verzichten. Aber die Hälfte der Bundesländer schere sich nicht darum.

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Leseprobleme, 12. November: In der Pandemie haben viele Kinder der ersten und zweiten Klassen dem Verband Mentor zufolge in den letzten anderthalb Jahren nicht richtig lesen gelernt. Die ehrenamtlichen Kräfte hätten massive Leseprobleme bei Grundschülerinnen und Grundschülern festgestellt, hieß es am Freitag anlässlich einer Fachtagung von „Mentor – Die Leselernhelfer Bundesverband”. Möglichst jede und jeder Erwachsene solle sich mindestens einmal pro Woche ehrenamtlich für Schülerinnen und Schüler engagieren, appellierte der Verband. Der Bedarf sei noch nie so groß gewesen wie aktuell.

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Umfrage zu Corona-Schutzmaßnahmen

Im Oktober haben wir Sie gefragt, ob Sie die Corona-Schutzmaßnahmen an Schulen für den Winter ausreichend finden. Die Umfrage haben wir über sechs Wochen laufen lassen. Interessant ist, dass anfangs noch 30 Prozent der Teilnehmenden, die Schutzmaßnahmen für ausreichend hielten. Zum Ende der Befragung am 12. November waren es nur noch 17 Prozent. Hier sehen Sie das Ergebnis der Umfrage am 12. November auf die Frage: „Finden Sie die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen an Ihrer Schule für den kommenden Winter ausreichend?

5026 Personen haben an der Abstimmung teilgenommen.