Lehrerbildung : Die wichtigsten Zahlen über das Lehramtsstudium

Wie viele Studierende entscheiden sich für das Lehramt? Welche Fächer sind beliebt? Gibt es regionale Unterschiede? Das Deutsche Schulportal gibt einen Überblick über aktuelle Statistiken.

Antje Tiefenthal / 30. April 2018
Auf dem Weg zum Lehrerberuf: Im vergangenen Wintersemester 2017/2018 waren 7 Prozent aller Studienanfänger Lehramtsstudierende.
Auf dem Weg zum Lehrerberuf: Im vergangenen Wintersemester 2017/2018 waren 7 Prozent aller Studienanfänger Lehramtsstudierende.
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7 Prozent aller Studienanfängerinnen und -anfänger studieren auf Lehramt

  • Im Wintersemester 2017/2018 zählte das Statistische Bundesamt insgesamt rund 2,84 Millionen Studierende an Deutschlands Hochschulen.
  • Knapp etwas mehr als 8 von 100 Studentinnen und Studenten haben sich für eine Ausbildung zur Lehrkraft entschieden: Im vergangenen Wintersemester gab es bundesweit rund 236.000 Lehramtsstudierende.
  • Laut Angaben des Statistischen Bundesamts haben im vergangenen Oktober rund 437.000 junge Menschen ihr Studium begonnen – knapp jeder siebte Studierende ist also ein Erstsemester gewesen. Die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger im Lehramtsstudium erscheint auf den ersten Blick dagegen ziemlich gering: Knapp 30.000 Frauen und Männer starteten im vergangenen Herbst in diesem Bereich. Das sind 7 Prozent aller Studienanfänger. Doch der Eindruck täuscht: Lehrkräfte gehören zu den größten akademischen Berufsgruppen.

In Nordrhein-Westfalen gibt es die meisten Studierenden

  • Im bundesweiten Vergleich liegt Nordrhein-Westfalen vorn: Im bevölkerungsreichsten Bundesland der Republik gibt es so viele Studierende wie in keinem anderen – nämlich exakt 768.840 im Wintersemester 2017/2018. Das bedeutet, dass mehr als jeder vierte Studierende Deutschlands an den Hochschulen in Münster, Köln, Düsseldorf, Dortmund und Co eingeschrieben ist.
  • Ähnlich hoch ist im flächenmäßig großen Nordrhein-Westfalen die Zahl der Lehramtsstudentinnen und -studenten: Mit mehr als 65.000 Studierenden stellt das Bundesland mehr als ein Viertel aller angehenden Lehrer.
  • In Mecklenburg-Vorpommern sieht es dagegen ganz anders aus: Während Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste Bundesland ist, rangiert das kleine Land im Nordosten Deutschlands im Einwohner-Ranking auf dem drittletzten Platz. Das spiegelt sich auch in den Hochschul-Zahlen wider: weniger Bevölkerung – weniger Universitäten und Fachhochschulen, weniger Studierende. Nicht ganz 40.000 Studentinnen und Studenten waren zuletzt an den mecklenburgischen Hochschulen eingeschrieben, davon waren knapp 5.000 Lehramtsstudierende.

Geisteswissenschaften sind besonders beliebt, Mathematik und Naturwissenschaften deutlich weniger

In allen Bundesländern sind die Geisteswissenschaften mit großem Abstand die beliebteste Fächergruppe für Lehramtsstudierende: In Nordrhein-Westfalen haben sich 37.460 angehende Lehrerinnen und Lehrer dafür entschieden, in Baden-Württemberg sind es rund 8.200, und auch in Mecklenburg-Vorpommern rangieren die Geisteswissenschaften mit 2.309 Lehramtsstudierenden auf Platz eins.

Mit einigem Abstand folgen danach Mathematik und Naturwissenschaften. In Nordrhein-Westfalen belegen nicht ganz 15.000 Lehramtsstudierende Vorlesungen und Seminare in diesem Bereich – und damit deutlich weniger als die Hälfte derjenigen, die sich für Geisteswissenschaften entschieden haben. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Zahl unter der Tausendergrenze: 731 Frauen und Männer konzentrieren sich in ihrem Studium auf die MINT-Fächer.

Nicht nur das Gefälle zwischen den Geistes- und den Natuwissenschaften ist stark. Auch der Abstand zu den anderen Fächern ist groß. Ein Beispiel: In Mecklenburg-Vorpommern haben zum Beispiel nur etwas mehr als 200 Lehramtsstudierende im vergangenen Wintersemester Kunst als Fach gewählt, in Nordrhein-Westfalen waren es immerhin knapp 1.700.

Die Zahlen für alle Bundesländer hat das Statistische Bundesamt in seinem aktuellen Vorbericht „Studierende an Hochschulen“ aufgeschlüsselt.

Die deutschen Hochschulen bieten mehr als 4.000 Studiengänge für angehende Lehrkräfte

Aktuellen statistischen Daten der Hochschulrektorenkonferenz zufolge haben die deutschen Hochschulen im Wintersemester 2017/2018 rund 19.000 Studiengänge angeboten. Mehr als neun von zehn aller Studiengänge führen zu den Studienabschlüssen Bachelor und Master.

Die Lehramtsstudiengänge nehmen dabei einen großen Anteil ein: Die Statistik zählte für das vergangene Semester exakt 4.250 Studiengänge – also etwas weniger als ein Fünftel aller Studiengänge.

Der Anteil der Bachelor-Studiengänge liegt bei knapp 1.700, die Angebote für einen Masterabschluss liegen mit rund 1.500 Studiengängen nur knapp darunter. Rund 1.100 Lehramtsstudiengänge werden mit einem Staatsexamen abgeschlossen.

Die meisten Bachelor-Angebote für angehende Lehrerinnen und Lehrer gibt es in Nordrhein-Westfalen mit 629 Studiengängen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 408 Studiengängen. Der Abstand zum nächsten Bundesland ist groß: In Niedersachsen könnten Lehramtsstudentinnen und -studenten zwischen 184 Studiengängen wählen. Schlusslichter sind die Länder Sachsen (5), Mecklenburg-Vorpommern (4) und das Saarland (1).

Eine Übersicht über die statistischen Daten zu den Studienangeboten an Deutschlands Hochschulen für das Wintersemester 2017/2018 veröffentlicht die Hochschulrektorenkonferenz hier.

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