Kultusministerkonferenz : Länder fordern mehr Demokratiebildung in der Schule

Die Demokratieerziehung an Schulen verbessern – so lautet das erklärte Ziel der Kultusministerkonferenz (KMK) in diesem Jahr. Die Kultusministerinnen und Kultusminister haben sich deshalb jetzt auf gemeinsame Empfehlungen zur Stärkung der Demokratiebildung in der Schule verständigt. Eine Idee von vielen: Das gesellschaftliche Engagement von Schülerinnen und Schülern soll auch im Zeugnis gewürdigt werden.

Antje Tiefenthal / 09. November 2018
Kinder strecken ihre Arme und Hände nach oben
Wenn Schülerinnen und Schüler in Entscheidungsprozesse miteingebunden sind, erlernen sie dabei zum einen demokratische Teilhabe und erfahren dabei zum anderen Selbstwirksamkeit.
©Getty Images

Mehr Demokratie- und Menschenrechtsbildung in Unterricht und Schulalltag, mehr Wertschätzung für gesellschaftlich engagierte Schülerinnen und Schüler und eine umfassendere Unterstützung für Schulen im Bereich Demokratieerziehung: Auf diese Pläne haben sich die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder in einem gemeinsamen Papier geeinigt.

Bereits 2009 hatte die KMK die Empfehlungen „Demokratie als Ziel, Gegenstand und Praxis historisch-politischer Bildung und Erziehung in der Schule“ veröffentlicht, die jetzt grundlegend überarbeitet worden sind. Im Mittelpunkt stand damals die intensivere Beteiligung von Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Schulbetriebs. In der aktuellen Fassung steht eine noch stärkere Verankerung der Demokratieerziehung im Fokus. Damit reagiert die Kultusministerkonferenz (KMK) auf aktuelle politische Herausforderungen und neue gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. „Digitalisierung ist eine Triebfeder der gesellschaftlichen Entwicklung, ein verbindendes Element und eine Chance zur Partizipation. Sie kann jedoch auch durch Fake News, Hate Speech oder Social Bots zur Einschränkung von Privatheit und Selbstbestimmung sowie der freiheitlich-demokratischen Entwicklung führen“, heißt es in dem Papier.

Demnach sehen es die Kultusministerinnen und Kultusminister „als eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe an, Lehrkräfte in ihrem Bemühen zur Demokratiebildung, der Erziehung zu Menschenrechten und im Eintreten für Toleranz, Respekt und Mitmenschlichkeit im Sinne des Grundgesetzes zu unterstützen“, wird Helmut Holter, Präsident der KMK, in einer dazu veröffentlichten Mitteilung zitiert. Doch nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch die Schülerinnen und Schüler selbst sollen nach den Plänen der KMK künftig mehr Unterstützung erhalten. Junge Menschen sollen dazu ermutigt und befähigt werden, sich für den demokratischen Rechtsstaat zu engagieren und entschieden gegen menschenfeindliche und antidemokratische Haltungen  einzutreten. So soll zum Beispiel das gesellschaftliche Engagement von Schülerinnen und Schülern auf dem Zeugnis gewürdigt werden.

Das vollständige Papier mit den aktualisierten Handlungsempfehlungen zur Demokratieerziehung finden Sie auf der Website der Kultusministerkonferenz.

Mehr zum Thema

Das Schulportal berichtet regelmäßig über das Thema „Demokratieerziehung“. Eine Auswahl:

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Auch aktuelle Themen der Kultusministerkonferenz spielen auf dem Schulportal eine Rolle – in Interviews, Gastbeiträgen oder Berichten greift die Redaktion relevante Inhalte regelmäßig auf:

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