Blog : Krieg in der Ukraine – Was Schulen jetzt wissen müssen

Hunderttausende Geflüchtete kommen aus der Ukraine nach Deutschland. Das stellt Schulen vor Herausforderungen. Wie können die Schülerinnen und Schüler integriert werden, wie können Online-Angebote aus der Ukraine genutzt werden, und wie können Schulen mit Ängsten und Traumata umgehen? Zu diesen und vielen anderen Fragen gibt es in diesem Blog fortlaufend aktualisierte News, Hintergrundberichte vom Deutschen Schulportal und von anderen Medien sowie Termine für Online-Veranstaltungen für Lehrkräfte.

Florentine Anders 06. April 2022 Aktualisiert am 10. August 2022
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08. August: Nordrhein-Westfalen – Kurz vor Ferienende hat der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert, dass nicht für alle schulpflichtigen Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen am Mittwoch die Schule wieder losgeht: Nämlich für die in den Landeseinrichtung untergebrachten Geflüchteten. Diese fielen hinten runter, ihnen werden Bildungschancen in Schulen und Kitas systematisch verwehrt, sagte der Landesgeschäftsführer des Paritätischen NRW, Christian Woltering, am Montag. Laut NRW-Schulgesetz besteht die Schulpflicht für geflüchtete Kinder erst, sobald sie einer Gemeinde zugewiesen sind. Sind sie noch in einer Aufnahmeeinrichtung untergebracht, fallen sie also durchs Raster.

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03. August: Die Zahl der in Deutschland aufgenommenen Schüler aus der Ukraine hat gut fünf Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs die Marke von 150.000 überschritten. Wie die Kultusministerkonferenz (KMK) am Dienstag mitteilte, waren in der vergangenen Woche 150.071 geflüchtete Kinder und Jugendliche an Schulen in Deutschland angemeldet. Die meisten sind bisher in Bayern (27.523), Nordrhein-Westfalen (24.662) und Baden-Württemberg (21.392) untergekommen. Die Zahlen sind seit dem Überfall auf die Ukraine Ende Februar stetig angestiegen.

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02. August: Die ersten ukrainischen Geflüchteten haben an der Goethe-Universität Frankfurt einen Hochschulzugangstest absolviert, der erforderlich ist, um ein Studium in der Ukraine aufzunehmen oder fortzuführen. Die Goethe-Universität gehört zu den insgesamt sechs Standorten in Deutschland, an denen solche Online-Examina durchgeführt werden. Insgesamt werden in dieser Woche und an zwei weiteren Folgetagen bis zu 800 ukrainische Schülerinnen und Schüler an den Tests teilnehmen – am ersten Tag waren es bereits knapp 180.

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27. Juli: Bayern – Kurz vor Beginn der Sommerferien in Bayern äußert Michael Schwägerl vom Bayerischen Philologenverband Zweifel, ob die für die Willkommensklassen geschaffenen Stellen besetzt werden können. Als problematisch betrachtet er auch, dass in den Willkommensklassen an den weiterführenden Schulen alle Altersgruppen zusammen sitzen. Beim Deutschlernen vielleicht noch kein Problem – in Mathe und Englisch hingegen gebe es enorme Spreizungen.

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14. Juli: Sachsen – Sachsen will im kommenden Schuljahr mehr digitale Angebote für Schüler aus der Ukraine machen. Damit solle Unterricht trotz des Lehrermangels abgesichert werden, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Donnerstag im Landtag. Laut Piwarz sind in Dresden und Leipzig die Kapazitäten zur Aufnahme nahezu gänzlich ausgeschöpft. Man müsse sich darauf einstellen, dass ukrainische Schüler länger an den hiesigen Schulen blieben und rechne mit einer Dunkelziffer von 4.000 bis 5.000 Schülern, die noch nicht angemeldet sind. Als größte Herausforderung nannte Piwarz den Bedarf an Lehrkräften.

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13. Juli: Baden-Württemberg – Auch Kultusministerin Theresa Schopper rechnet mit einem starken Zuwachs von ukrainischen Kindern und Jugendlichen an den Schulen nach den Sommerferien. Derzeit würden 19.000 geflüchtete Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine im Land unterrichtet. Diese Zahl werde im neuen Schuljahr womöglich auf über 30.000 steigen, erklärte die Grünen-Politikerin. Viele der Ukrainerinnen und Ukrainer hoffen noch auf eine baldige Rückkehr. Das ist auch absolut verständlich. Man müsse sich aber auch auf das Szenario einstellen, dass der Krieg anhalte und die Zahl der Kinder und Jugendlichen an den Schulen weiter zunehme. Die etwa 11.000 Schulpflichtigen, die bisher noch nicht in Baden-Württemberg beschult wurden, haben teilweise am Fernunterricht in der Ukraine teilgenommen. Das Ministerium rechnet aber damit, dass sie nach den Sommerferien in die deutsche Schule gehen werden. Schopper hofft darauf, dass sie bei einem Anstieg schnell Lehrerinnen und Lehrer findet. Eine Chance stellen die Lehrkräfte dar, die aus der Ukraine kommen – allerdings spricht nur die Hälfte der bisher bei uns registrierten Lehrkräfte Deutsch.  Man setze sich dafür ein, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) weiter Sprachkurse anbiete.

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11. Juli: Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, befürchtet, dass nach den Sommerferien Schulen durch eine wachsende Zahl ukrainischer Schülerinnen und Schüler überlastet werden könnten. Die Schulpflicht für Kinder aus dem Ausland beginne spätestens nach sechs Monaten. Dies bedeute einen weiteren Zuwachs von ukrainischen Schülerinnen und Schülern in den Schulen, über die 140.000 hinaus, die sich bereits im System befinden, sagte Beckmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Dieser erwartbare Anstieg trifft auf ein Bildungssystem, das durch jahrelange finanzielle Unterversorgung in dramatischer Weise personell geschwächt ist , sagte Beckmann. Grundsätzlich sei es richtig, Schülerinnen und Schülern, die in Deutschland bleiben wollten, Angebote zum Erlernen der deutschen Sprache zu unterbreiten, sagte Beckmann. Allerdings wollten viele Ukrainerinnen und Ukrainer möglichst schnell in ihre Heimat zurückkehren. Diesen Menschen ist mit Deutschkursen wenig geholfen. Sie benötigen vielmehr Angebote und Strukturen, die ihnen helfen, an Bildungsangeboten aus der Ukraine teilzunehmen , sagte Beckmann.

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10. Juli: Sachsen – Nach den Sommerferien soll laut Kultusministerium der Unterricht für ukrainische Schülerinnen und Schüler einheitlicher werden als bisher. Hauptaufgabe sei dann das Erlernen der deutschen Sprache. Unterricht auf Ukrainisch solle es nur noch ergänzend geben. Nach wie vor werden dringend Lehrkräfte gesucht. Die vielen Tausend zusätzlichen Schülerinnen und Schüler seien eine Be- und Überlastung für das Bildungssystem , teilte das Ministerium mit. Wir haben ohnehin mit dem Lehrermangel zu kämpfen. Die zusätzlichen Schüler bringen das System an die Grenze und darüber hinaus , erklärte eine Sprecherin.

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06. Juli: Die Zahl der in Deutschland aufgenommenen Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine nähert sich gut vier Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs der 150.000er Marke. Wie die Kultusministerkonferenz (KMK) am Dienstag mitteilte, waren in der vergangenen Woche 146.321 geflüchtete Kinder und Jugendliche an Schulen in Deutschland angemeldet, ein Zuwachs von 2.263 im Vergleich zur Vorwoche. Die meisten sind bisher in Bayern (26.976), Nordrhein-Westfalen, wo bereits Sommerferien sind (24.662), und Baden-Württemberg (19.198) untergekommen. Die Zahlen sind seit dem russischen Überfall auf die Ukraine Ende Februar stetig angestiegen. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa elf Millionen Schülerinnen und Schüler.

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29. Juni: Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) rechnet nach den Sommerferien mit einem weiteren Anstieg von geflüchteten Schülerinnen und Schülern aus der Ukraine. Viele Bundesländer sind mit der Schulpflicht bisher pragmatischer umgegangen, auch weil die Kinder digital aus der Ukraine unterrichtet wurden, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Aber nach den Sommerferien wird die Schulpflicht sicher überall greifen und es wird schon deshalb mehr ukrainische Schülerinnen und Schüler geben.

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27. Juni: Mecklenburg-Vorpommern – Ab dem kommenden Schuljahr setzt das Land laut Bildungskonzeption auf Vorklassen in sogenannten Standortschulen. Dies sind bestimmte Schulen, die in einem Gebiet für die Aufnahme der ukrainischen Schülerinnen und Schüler zuständig sind. In den Vorklassen haben die Schüler 20 Stunden Unterricht pro Woche – davon mindestens 10, in denen sie Deutsch als Fremdsprache lernen. Darüber hinaus entscheiden die Schulen, ob sie die Kapazitäten haben, um die Schülerinnen schon teilweise in reguläre Klassen zu integrieren oder ob sie anderweitige schulische Angebote machen. Die Schüler sollen ein, höchstens aber zwei Jahre in den Vorklassen bleiben. Der Unterricht soll durch digitale Angebote ergänzt werden. Zudem könnten die Schülerinnen und Schüler auch die digitalen Angebote des ukrainischen Bildungssystems in Anspruch nehmen. Neben zusätzlichen Lehrkräften sollen mehr als 100 sogenannte Alltagshelfer und -helferinnen vorrangig in den Klassen eins bis sechs Lehrkräfte bei alltäglichen Tätigkeiten unterstützen.

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24. Juni: Die Kultusministerkonferenz (KMK) beriet am 23. Juni über Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf die Schulen und den Hochschulbereich. Zur Beschulung schutzsuchender Kinder und Jugendlicher aus der Ukraine im Schuljahr 2022/2023 sagte die Präsidentin der KMK Karin Prien im Anschluss an das Plenum: „Die Länder haben schnell und effektiv reagiert, um den Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine zu helfen. Vom Ausbruch des Krieges im Februar bis zur Einstellung der ersten ukrainischen Lehrkraft vergingen nur vier Wochen. Wir sind uns einig, dass die baldige Integration in den Regelunterricht eine unerlässliche Grundvoraussetzung für schutzsuchende Kinder und Jugendliche aus der Ukraine im Schuljahr 2022/2023 ist. Dabei gelten die Vorgaben der Länder zur Schulpflicht. Es gibt flankierend die Möglichkeit, dass schutzsuchende Schülerinnen und Schüler zusätzlich Online-Lernangebote ihres Heimatlandes wahrnehmen und so gegebenenfalls auch nationale Abschlüsse anstreben können.“

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22. Juni: Mecklenburg-Vorpommern – In Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen Betreuungsengpass an Kitas und Schulen für ukrainische Kinder und Jugendliche. Wie die Vorsitzende des Flüchtlingsrats, Ulrike Seemann-Katz, mitteilte, haben nur 91 von 2.143 Kindern im Kita-Alter (Stand Mitte Mai) einen Betreuungsplatz. Mit mangelnden Kapazitäten sind demnach auch Eltern von Schulkindern konfrontiert. Die Vorsitzende des Flüchtlingsrats berichtet von Schwierigkeiten bei der Einschulung, sowohl aufgrund von Personalmangels, Raummangels oder aber weil ukrainischen Eltern die in Deutschland geltende Form der Schulpflicht nicht geläufig ist. Laut Seemann-Katz gibt es in der Ukraine zwar eine Unterrichtspflicht, die jedoch kann auch durch Heim- oder Fernunterricht erfüllt werden kann.

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21. Juni: Berlin – Für geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine bietet die Senatsverwaltung für Bildung gemeinsam mit freien Trägern das Ferienprogramm  Fit für die Schule PLUS Ferienschule an. Dabei erhalten die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen Lernangebote, um sich auf den Schulbesuch in Berlin vorzubereiten.

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20. Juni: Bayern – Kultusminister Michael Piazolo (Frei Wähler) hat am Montag ein Konzept zur Bestuhlung der aus der Ukraine geflüchteten Schülerinnen und Schüler vorgestellt: In den Jahrgangsstufen 1 bis 4 nehmen die Kinder am regulären Unterricht der Grundschulen teil, ergänzt durch Angebote zur Sprachförderung im Rahmen des Konzepts DeutschPLUS.  Für Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen, die die deutsche Sprache erst erlernen oder die ihre Sprachkenntnisse noch verbessern, werden im Schuljahr 2022/2023 sogenannte „Brückenklassen“ neu eingerichtet. Die Brückenklassen wurden aus den Pädagogischen Willkommensgruppen weiterentwickelt. Ziel ist der möglichst rasche Spracherwerb, weshalb in den Brückenklassen der Schwerpunkt auf der intensiven Deutschförderung (zehn Wochenstunden Pflichtunterricht „Deutsch als Zweitsprache“) liegt. Daneben stehen Mathematik und Englisch auf dem Stundenplan. Der Wechsel in den Regelunterricht einer weiterführenden Schulart soll nach intensiven Beratungsangeboten im Laufe eines Schuljahres stattfinden. Die Brückenklassen werden an Mittelschulen, Realschulen, Wirtschaftsschulen und Gymnasien eingerichtet.

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17. Juni: Sachsen-Anhalt – Das Bildungsministerium von Sachsen-Anhalt informierte am Freitag über einen Erlass zur Schulpflicht ukrainischer Kinder. Demnach ist in Vorbereitung des kommenden Schuljahres die Anmeldung aller schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, bis zum Beginn der Sommerferien erforderlich. Unabhängig von den in der Ukraine bestehenden Regelungen gelten bezüglich der Schulpflicht die Regelungen des Schulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt. Konkret heißt das: Alle aus der Ukraine geflüchteten Kinder, die im Zeitraum vom 01.07.2015 bis zum 30.06.2016 geboren wurden, werden mit Beginn des Schuljahres 2022/2023 schulpflichtig und nehmen nach der Einschulung am 27.08.2022 teil. Schülerinnen und Schüler, die bis zum 30.06.2012 geboren und im Schuljahr 2021/2022 in einer Grundschule in Sachsen-Anhalt angemeldet sind, werden durch die derzeit besuchte Grundschule über die zur Auswahl stehenden weiterführenden Schulen, schulübergreifenden Ankunftsklassen und zum Anmeldeverfahren informiert.

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15. Juni: Bis zum 12. Juni verzeichneten die 16 Bundesländer insgesamt 134.704 geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine an den Schulen. Das geht aus der von der KMK veröffentlichten Statistik hervor. Im Vergleich zur Vorwoche war das ein Anstieg um 1.243 Schülerinnen und Schüler. Allerdings meldeten Bayer, Baden-Württemberg und das Saarland wegen der Ferien keine neuen Zahlen.

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13. Juni: Um geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine in den Schulalltag integrieren zu können, fordert der Deutsche Lehrerverband ein langfristiges Konzept und Hilfe des Bundes. Ohne ein massives Unterstützungspaket des Bundes werden die Länder diese Aufgabe nicht schultern können , sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Sonntag). Vielfach hänge es ausschließlich von der Situation vor Ort ab, ob ein Kind in eine Regelklasse oder in eine eigene Willkommensklasse komme, in welchem Umfang es Deutschunterricht gebe und welche zusätzlichen personellen und finanziellen Mittel zur Verfügung stünden, beklagte Meidinger. Die Kultusministerkonferenz müsse ein Konzept mit klaren Inhalten erstellen und Zusagen geben, wie viel Personal und Geld die Schulen zusätzlich bekommen sollen.

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10. Juni: Hessen – Für eine bessere Integration von geflüchteten ukrainischen Kindern und Jugendlichen an Hessens Schulen fordert die Schülervertretung mehr niedrigschwellige Angebote abseits des Unterrichts. Dies könnte etwa Sport sein, gemeinsames Musizieren oder einfach eine Möglichkeit für Gespräche in den Pausen, sagte die Landesschulsprecherin Jessica Pilz. Die Integration der Geflüchteten an den Schulen gelinge unter anderem wegen der Sprachbarrieren nur stockend. Es sei zudem ungünstig, dass die Sprachklassen für die Neuankömmlinge oft räumlich getrennt von den übrigen Klassen seien. Schulsprecher Julian Damm sagte, der Wille, Deutsch zu lernen, sei bei vielen ukrainischen Jugendlichen und Kindern nicht allzu groß, da sie eigentlich so schnell wie möglich zurück in ihre Heimat möchten. Er schlug vor, die älteren Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine in Englisch zu unterrichten. Diese Sprache lernten sie an den Schulen in ihrer Heimat. Nach den Worten von Damm könnten Flüchtlinge so womöglich gemeinsam mit deutschen Jugendlichen am bilingualen Unterricht teilnehmen.

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09. Juni: Mehrere deutsche Hochschulen werden in diesem Jahr ihre Räumlichkeiten und Infrastruktur für studieninteressierte Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung stellen, um standardisierte  Prüfungen für die Aufnahme und eine Fortsetzung des Studiums an ukrainischen Hochschulen durchzuführen. Die Online-Examina werden zwischen dem 22. Juli und dem 3. Oktober 2022 in einheitlich festgelegten Zeitabschnitten an insgesamt sechs Standorten in Deutschland stattfinden: in Berlin, koordiniert von der Humboldt-Universität, sowie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Universität Hamburg, der Universität zu Köln und der Universität Leipzig. In München wurde das Kulturzentrum „Gorod“ von dem ukrainischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft selbst gewonnen. Es wird erwartet, dass in Deutschland etwa 5.500 Personen an den Tests teilnehmen werden. Die Prüfungen werden zeitgleich in der Ukraine und in den europäischen Ländern durchgeführt, in denen Geflüchtete Schutz gefunden haben.

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08. Juni: Der New Ukrainian Schoolhub informiert in englischer und ukrainischer Sprache über die verschiedenen Schulsysteme der europäischen Länder und über Online-Lernplattformen oder digitalisierte Materialien für ukrainische Schülerinnen und Schüler. Die Plattform wird von der European EdTech Alliance e.V. und dem Learning Together Project umgesetzt.

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05. Juni: Niedersachsen – Angesichts der Aufnahme ukrainischer Kinder und Jugendlicher an Niedersachsens Schulen und Kitas fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mehr Personal für diese Einrichtungen. Wir müssen deutlich mehr Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer ausbilden und diese auch anständig bezahlen , sagte Mehrdad Payandeh, Vorsitzender des DGB-Bezirks Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt, der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Um die Aufnahme von ukrainischen Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, hatte die Landesregierung die Vorgaben für Schulen und Kitas gesenkt. So wird an den Kitas beispielsweise zunächst bis Ende Juli ein Kind mehr pro Gruppe erlaubt. Ob diese Regelung verlängert wird, steht laut Kultusministerium noch nicht fest. Der DGB-Vorsitzende betonte, dass dies eine Ausnahmesituation sei und es verheerend wäre, diese Vorgaben dauerhaft zu senken. Dies würde zu Lasten des Personals und aller Kinder gehen.

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31. Mai: Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat bisher rund 5,9 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Rund 610.000 von ihnen sind bisher in Deutschland registriert. Dabei handelt es sich vor allem um Frauen und Kinder. So dürften sich inzwischen mindestens 3,5 Prozent der ukrainischen Minderjährigen hierzulande aufhalten. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Vorausgesetzt, die Betreuungsbedingungen werden beibehalten, sind demnach mindestens 13.500 Lehrkräfte notwendig, um für die schulpflichtigen geflüchteten Kinder Kapazitäten im deutschen Bildungssystem zu schaffen. Der größte Bedarf entstehe für die fünften bis zehnten Klassen: Hier müssten bundesweit 4.000 neue Klassen entstehen, für die rund 7.000 Lehrkräfte notwendig sind. Je länger der Krieg in der Ukraine anhält, desto mehr Personen könnten in Deutschland Schutz suchen. Daher nimmt die Studie auch in den Blick, was es bedeuten würde, wenn sich fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine hierzulande aufhalten würden. In diesem Fall würden 19.400 weitere Lehrkräfte benötigt.

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30. Mai: Geflüchtete aus der Ukraine haben ab dem 1. Juni einen Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen. Diese können dann für maximal sechs Monate bewilligt werden. Bislang erhält diese Gruppe geringere Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Damit können die Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg nach Deutschland geflüchtet sind, künftig von den Jobcentern beraten und zu Bewerbungen vermittelt werden.

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23. Mai: Niedersachsen –Mehr als 900.000 Euro investiert das Land Niedersachsen in musikalische Begabungsförderung für Kinder aus geflüchteten ukrainischen Familien. Entsprechende Angebote sollten in dem Programm Wir machen die Musik gefördert werden. Seit Jahren arbeiten niedersächsische Musikschulen für dieses Programm mit Kindertagesstätten und Grundschulen zusammen. In der Corona-Pandemie mussten viele Termine ausfallen, die entsprechenden Mittel von 916.300 Euro können laut Kultusministerium nun für zusätzliche Angebote an musikinteressierte Kinder im laufenden Unterrichtsjahr genutzt werden.

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20. Mai: Baden-Württemberg – seit dem 19. Mai ist die aktuelle Rahmeninformation für die Schulen zur Beschulung geflüchteter Kinder und Jugendlicher aus der Ukraine online. Als digitales Nachschlagewerk bündelt sie Hinweise, Hilfestellungen und Unterstützungsinstrumente, um die Arbeit vor Ort zu erleichtern. Die Informationen werden fortlaufend aktualisiert und der dynamischen Situation angepasst.

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19. Mai: Berlin – In einigen Berliner Bezirken fehlen bereits Schulräume für ukrainische Kinder und Jugendliche. In Mitte seien vorerst die Raumkapazitäten in den Schulen ausgeschöpft, sagte Schulstadträtin Stefanie Remlinger (Grüne). Geplant sei nun, in der kommenden Woche drei der Willkommensklassen in einer Musikschule und zwei in einem Jugendclub zu unterrichten. Die Bildungsverwaltung habe den Bezirken eine Checkliste zukommen lassen, welche öffentlichen Räume außerhalb von Schulen für ukrainischen Schülerinnen und Schüler in Frage kämen, teilte ein Sprecher der Bildungsverwaltung mit. Laut einem Tagesspiegel -Bericht gibt es ähnliche Probleme wie in Mitte auch in Pankow und Marzahn-Hellersdorf. Auch in Tempelhof-Schöneberg werden die Kapazitäten für die 196 ukrainischen Kinder knapp, wie eine Sprecherin mitteilte. In Berlin gehen mittlerweile mehr als 3.000 ukrainische Kinder und Jugendliche zur Schule.

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18. Mai: Die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder haben Leitlinien für die Beschulung von Geflüchteten aus der Ukraine verabschiedet, die zunächst bis zu den Sommerferien gelten. Die Länder wollen damit sicherstellen, dass sie im Rahmen der bestehenden Konzepte zur Integration den Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine zu ihrem Recht auf Bildung verhelfen. Die Leitlinien betreffen die Schulpflicht, den Spracherwerb, die Beschäftigung ukrainischer Lehrkräfte, ukrainisches Lehrmaterial sowie die psychologische und soziale Betreuung.

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17. Mai: Bundesweit werden 113.584 Mädchen und Jungen aus der Ukraine an den Schulen unterrichtet. Das übermittelten die Länder der Kultusministerkonferenz bis zum 15. Mai. Im Vergleich zur Vorwoche ist das eine Steigerung um 7.715 Schülerinnen und Schüler. Bayern (22.301), Nordrhein-Westfalen (20.362) und Baden-Württemberg (16.316) melden weiterhin die bisher meisten Aufnahmen. KMK-Präsidentin Karin Prien (CDU) hatte Mitte April eine mögliche Größenordnung von bis zu 400.000 geflüchteten Schülern genannt, die an den Schulen unterkommen könnten.

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16. Mai: Bayern –Viele Lehrerinnen, die als Flüchtlinge aus der Ukraine nach Deutschland gekommen sind, wollen einer Umfrage des Bayerischen Philologen-Verbandes (bpv) bleiben und auch in Deutschland arbeiten. Der Verband hat nach eigenen Angaben vom Montag knapp 500 Personen befragt, die ihre Kontaktdaten bei der Aktion Ukrainische Lehrkräfte gesucht hinterlassen hatten. Die Zahlen zeigen, dass sich so gut wie alle Lehrkräfte längerfristig in Deutschland einbringen wollen, sagte der bpv-Vorsitzende Michael Schwägerl. Der Verband habe alle Kontakte an die zuständigen Stellen weitergegeben. Nur ein Viertel stehe aber bisher in Kontakt mit einer deutschen Schule. Auch Deutschkurse seien offenbar Mangelware – obwohl die Verständigung nicht das Hauptproblem sei. Die meisten Lehrkräfte aus der Ukraine könnten Englisch, Deutsch oder beides.

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15. Mai: Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) will allen ukrainischen Schülern, die kurz vor dem Abschluss stehen, diesen in Deutschland ermöglichen. Der taz am wochenende sagte sie: Ich wünsche mir, dass alle Schülerinnen und Schüler, die kurz vor ihrem Abschluss stehen, diesen auch in Deutschland machen können. Denn er ist Grundvoraussetzung, um eine Berufsausbildung oder ein Studium aufnehmen zu können. Das sollten wir ihnen unbedingt ermöglichen. Sie sei dazu im Gespräch mit ihren ukrainischen Amtskollegen und den Ländern. Es gebe noch viele Details zu klären – etwa, wer die Abschlussprüfungen koordiniere und sie abnehme. Es geht dabei um ukrainische Abschlüsse. Stark-Watzinger sprach sich auch dafür aus, ukrainische Lehrkräfte, die nach Deutschland geflüchtet sind, rasch in den Schuldienst zu integrieren. Wir müssen jetzt die Berufsabschlüsse von ukrainischen Lehrern schnell anerkennen. Eine Möglichkeit seien auch sogenannte Hybridmodelle. Dabei könnten sie sofort als vollwertige Arbeitskräfte eingesetzt werden und fehlende Qualifikationen berufsbegleitend nachholen.

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14. Mai: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte eine rasche Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in den Regelunterricht. Willkommens-, Intensiv- oder Sprachklassen können nur eine Übergangslösung sein, sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Für ein gutes Integrationsangebot bräuchten die Schulen dringend Unterstützung – mehr Personal, zusätzliche Räume und eine Aufstockung der Sachmittel.

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12. Mai: Die Zahl der aus der Ukraine geflüchteten Kinder und Jugendlichen, die an Schulen in Deutschland aufgenommen wurden, hat die Marke von 100.000 überschritten. Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) zufolge, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, lag die Zahl der Kinder und Jugendlichen in der vergangenen Woche bei inzwischen 105.869. Bayern (20 695), Nordrhein-Westfalen (18 232) und Baden-Württemberg (15 393) meldeten die bisher meisten Aufnahmen. KMK-Präsidentin Karin Prien (CDU) hatte Mitte April eine mögliche Größenordnung von bis zu 400.000 geflüchteten Schülern genannt, die an den Schulen unterkommen könnten.

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10. Mai: Die Ukraine geht weiterhin davon aus, dass nach Deutschland geflüchtete Kinder und Jugendliche wieder in ihre Heimat zurückkehren. Der ukrainische Bildungsminister Serhiy Shkarlet habe diese Erwartung am Dienstag in einem Gespräch mit Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) betont, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Shkarlet habe sich in dem Video-Telefonat für die Unterstützung bedankt.

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10. Mai: Angesichts der von der Robert Bosch Stiftung veröffentlichten Ergebnisse der Umfrage „Das Deutsche Schulbarometer Spezial – Geflüchtete ukrainische Schüler:innen an deutschen Schulen“, sagte der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE),  Udo Beckmann: Die Rückmeldungen, die wir aus unseren Landesverbänden erhalten, zeigen, dass sich die Situation in den Schulen durch die anhaltende Zuwanderung von Woche zu Woche deutlich verschärft.  Zudem gestalte sich die Lage in den Ländern sehr unterschiedlich. So zeichneten sich beispielsweise in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Niedersachsen besondere Herausforderungen ab, da hier derzeit bereits überproportional viele Schülerinnen und Schüler aufgenommen wurden.

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o9. Mai: Mecklenburg-Vorpommern – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Mecklenburg-Vorpommern sieht den Bildungserfolg von geflüchteten Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine gefährdet. In Kitas und Schulen mangle es an Personal, Geld, Platz und Sachmitteln sowie allgemein an einem guten Überblick über den tatsächlichen Bedarf, teilte die Gewerkschaft am Freitag bei der Vorstellung eines Positionspapiers mit. Um die Herausforderungen zu meistern, fordert sie einen besseren Austausch zwischen den Bildungsträgern. Der Gewerkschaft zufolge gibt es ein starkes Stadt-Land-Gefälle bei der Aufnahme von Geflüchteten in den Schulen. Die GEW habe angesichts von fehlendem Personal und fehlenden Stundenzuweisungen bereits Hilferufe erhalten.

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06. Mai: Bayern – Mittlerweile sind an Bayerns Schulen bereits mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine angekommen. Über Bayern verteilt haben die Schulen hierfür bis heute schon rund 1.000 Pädagogische Willkommensgruppen eingerichtet – über alle Schularten hinweg. Mehr als 2.500 Willkommenskräfte konnten bereits für die Arbeit in den Willkommensgruppen gewonnen werden. Rund 900 unter ihnen besitzen auch ukrainische Sprachkenntnisse.

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06. Mai: Das ukrainische Bildungsministerium veröffentlicht auf der Seite Ukraine: Support to education and science in wartime wöchentlich Berichte zum aktuellen Stand von Bildung und Wissenschaft in englischer und ukrainischer Sprache. Demnach seien aktuell 102 Schulen in der Ukraine zerstört. Auf der Website gibt es auch Informationen über Online-Angebote des Bildungsministeriums.

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02. Mai: Mecklenburg-Vorpommern – In Mecklenburg-Vorpommern werden vom 2. Mai an ausländische Lehrkräfte ohne die gehobenen Deutschkenntnisse des üblicherweise verlangten Niveaus C1 eingestellt. Sie sollen als Vertretungskräfte unterstützend in den Klassen arbeiten.  Bewerberinnen und Bewerber müssen laut Schulbehörde nur grundständige Deutschkenntnisse haben. Außerdem sollen sie die Muttersprache der von ihnen betreuten Kinder beherrschen. Die Vertretungskräfte sollen zur Unterstützung im Unterricht eingesetzt werden. Wer über den C1-Sprachnachweis verfügt, kann sich auch auf reguläre Lehrerstellen bewerben. Das Angebot als Vertretungskraft richtet sich bewusst an alle ausländischen Lehrkräfte, nicht nur an jene ukrainischer Herkunft. Ukrainische Schulkinder in Mecklenburg-Vorpommern werden  nach deutschem Lehrplan unterrichtet. Eine Ausnahme seien Jugendliche in ihrem Abschlussjahr. Sie sollen sich über ukrainischen Online-Unterricht auf ihre ukrainischen Abschlussprüfungen vorbereiten.

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02. Mai: NRW – Um den Unterricht für die Geflüchteten sicherzustellen, seien in NRW laut Bildungsministerium für das laufende Schuljahr bereits 867 zusätzliche Stellen zugewiesen worden. Im kommenden Schuljahr wolle man weitere 1.052 Stellen bereitstellen. Im Bildungsministerium seien Planungen für eine Ausweitung des Angebots herkunftssprachlichen Unterrichts Ukrainisch in Gang gekommen, hieß es aus Düsseldorf. Zudem hätten die Bezirksregierungen Stellen für ukrainischsprachige Lehrkräfte ausgeschrieben.

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28. April: In Litauen ist eine kostenlose Online-Schule für geflüchtete Kinder aus der Ukraine an den Start gegangen. Finanziell unterstützt wird das Angebot von der litauischen Hauptstadt Vilnius. Zugriff auf die Online-Plattform haben auch geflüchtete Schülerinnen und Schüler in anderen europäischen Ländern. Der Digital-Unterricht (per Livestream oder Aufzeichnung) für alle Jahrgangsstufen richtet sich nach den ukrainischen Lehrplänen und wird von ukrainischen Lehrkräften angeboten.

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27. April: Sachsen – In Dresden hatte am Montag die erste ukrainische Schule ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist an eine Grundschule und eine Oberschule in Dresden angegliedert. Der Schwerpunkt liege darin, Vorbereitungsklassen zu bilden, um ukrainische Kinder in ihrer Herkunftssprache und systematisch in Deutsch zu bilden, sagte Hagen Kettner, Leiter des Landesamtes. Das sei eine anspruchsvolle Aufgabe. Denn nur etwa zehn Prozent der bisher eingestellten Lehrkräfte hätten Deutschkenntnisse. Insgesamt verfüge das Gebäude über 16 Unterrichtsräume und könne Platz für bis zu 400 Kinder bieten.

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27. April: Berlin – Die maßgeblichen digitalen Angebote für die Berliner Schulen stehen nun auch in ukrainischer und russischer Sprache zur Verfügung. Dazu gehören die Lernplattformen Lernraum Berlin und Itslearning, die Videokonferenzsoftware Big Blue Button, das digitale Klassenbuch Webuntis sowie auch das in Vorbereitung befindliche Berliner Schulportal. Damit sollen Schutzsuchende aus der Ukraine die wichtigsten Informationen zum Berliner Schulbetrieb erhalten. Sie können sich zum Beispiel nun besser über einzelne Fächer informieren oder vertiefende Kurse wahrnehmen.

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26. April: Baden-Württemberg – Lehrkräfte in Baden-Württemberg sollen nach dem Willen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann künftig etwas weniger in Teilzeit arbeiten können. Die Landesregierung prüfe derzeit, ob die Mindestarbeitszeit für Beamtinnen und Beamte in Teilzeit erhöht werden kann. Dabei gehe es darum, den Lehrermangel zu bekämpfen. In den vergangenen zwei Monaten seien etwa 9.000 ukrainische Kinder und Jugendliche nach Baden-Württemberg geflüchtet, die nun betreut und unterrichtet werden müssten, erklärte der Regierungschef. Auch deswegen würden dringend mehr Lehrkräfte gebraucht.

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24. April: Die Einbindung von Lehrkräften für ukrainische Schülerinnen und Schüler kommt einem Medienbericht zufolge in Deutschland voran. Wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf Länderzahlen berichtete, wurden etwa in Bayern bereits 200 Willkommenskräfte mit ukrainischen Sprachkenntnissen eingestellt – in Sachsen 122, in Berlin 30 und in Hamburg 23. Auch die Zahl der Bewerbungen von ukrainischen Lehrkräften sei hoch. Zwei Monate nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine werden demnach nach KMK-Angaben in Deutschland 61.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Die designierte Familienministerin Lisa Paus dringt darauf, Geflüchteten aus der Ukraine die Arbeit an Schulen und Kitas zu erleichtern. Viele Ukrainerinnen, die kommen, sind bestens qualifiziert. Eine Hürde ist aber die Anerkennung der qualifizierenden Abschlüsse , sagte die Grünen-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

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20. April: Schülerinnen und Schüler, die fluchtbedingt ihren Sekundarschulabschluss in der Ukraine nicht abschließen können, können sich in Deutschland dennoch für ein Studium bewerben. Dies hat die Kultusministerkonferenz beschlossen. Anlass für diesen Beschluss ist, dass im Jahr 2022 in der Ukraine keine regulären staatlichen Prüfungen zum Erwerb des Sekundarschulabschlusses II stattfinden und dass Geflüchtete aus der Ukraine ihr Schuljahr oder Studienjahr nicht regulär abschließen können.

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20. April: Die Schul- und Bildungsclouds der Länder Niedersachsen, Brandenburg und Thüringen stehen ab sofort auch auf Ukrainisch zur Verfügung. Um nach Deutschland geflüchteten Schülerinnen und Schülern aus der Ukraine sowie ukrainischen Lehrkräften eine weitere schulische Lernplattform zu bieten, hat der Schulcloud-Verbund den Dienstleister Dataport AöR mit der Übersetzung der Plattform beauftragt.

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19. April: Baden-Württemberg – Für die Integration ukrainischer Kinder fordert der Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg schnell und unbürokratisch Integrationskräfte. Das könnten sogenannte Alltagsbegleiter, Traumapädagogen, Ergotherapeuten oder Ukrainisch sprechende Zusatzkräfte sein, die in eine Kita passen, sagte die Vereinsvorsitzende Anja Braekow der Badischen Zeitung. Auch die Sprachförderung müsse mitgedacht werden. Das Hauptproblem sei aber fehlende Zeit. Selbst wenn eine Kita-Fachkraft etwa dank einer Fortbildung Know-how im Bereich Trauma-Arbeit habe, fehle aufgrund knapper Ressourcen die Zeit, dieses Wissen ans Kind zu bringen, sagte Braekow.

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15. April: Bildungsgewerkschaften forderten von der Politik Klarheit bei der Unterrichtung von ukrainischen Kindern. Da sich die personelle und räumliche Situation an den Schulen ständig weiter zuspitzt, erwarte ich von der Kultusministerkonferenz, dass sie nicht nur den Bedarf vorrechnet, sondern auch sagt, was sie konkret tun wird, sagte der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, RND. Die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, forderte im RND: Die Schulen brauchen jetzt so zügig wie möglich zusätzliche finanzielle und personelle Ressourcen, um die Herausforderung zu meistern, perspektivisch mehrere Hunderttausend geflüchtete ukrainische Schülerinnen und Schüler zu integrieren. Es seien Bund, Länder und Kommunen gefordert.

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14. April: Deutschland muss sich aus Sicht der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien, auf bis zu 400.000 geflüchtete ukrainische Schüler einstellen und bräuchte dafür 24.000 LehrkräfteDie Bundesregierung geht davon aus, dass eine Million Menschen aus der Ukraine nach Deutschland kommen könnte. Davon werden sicherlich 40 Prozent Schülerinnen und Schüler sein, sagte Prien, die Bildungsministerin in Schleswig-Holstein ist, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Das wären dann bis zu 400.000 junge Menschen, denen wir im deutschen Schulsystem erst einmal gerecht werden müssen, so die CDU-Politikerin weiter. Sie rechne damit, dass ungefähr 60 Lehrkräfte pro 1.000 Schüler  gebraucht werden. Für 400.000 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine  wären das 24.000 Lehrer, zumindest wenn man man im Bereich der Willkommensklassen weiter mit kleinen Gruppengrößen arbeiten wolle. Bis zum 10. April hatten die Schulen bundesweit laut KMK-Statistik 58.225 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine aufgenommen.

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13. April: Zur zügigen Arbeitsmarktintegration Geflüchteter aus der Ukraine steht das Antragsverfahren für die Zeugnisbewertung der Kultusministerkonferenz ab sofort auch auf ukrainischer Sprache zur Verfügung. Zusätzlich bietet die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) im Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK) für Geflüchtete aus der Ukraine ein Plausibilisierungsverfahren bei fehlenden Dokumenten an. So können Antragstellende, die ihren Hochschulabschluss nicht durch Zeugnisse nachweisen können, bei festgestellter Plausibilität ebenfalls eine Zeugnisbewertung erhalten. Die Bewertung wird gegen eine Gebühr von 200 Euro angeboten.

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12. April: NRW – Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat am 11. April für NRW ein Rahmenkonzept zur Beschulung ukrainischer Kinder und Jugendlicher vorgestellt. Gebauer betonte, das Erlernen der deutschen Sprache habe oberste Priorität. Die Deutsch-Förderung könne zunächst komplett in einer eigenen Lerngruppe erfolgen. Möglich sei zudem ein paralleles Lernen in einer Regelklasse und zugleich in einer Deutsch-Lerngruppe – oder auch ein Spracherwerb nur im Rahmen des Regelunterrichts. Sobald die Deutschkenntnisse ausreichen, werden die ukrainischen Schüler dann der Schulform zugewiesen, die zu ihrem Lernstand und ihrer Entwicklung passen. Darüber sollen die unterrichtenden Lehrkräfte entscheiden.

Ältere zugewanderte Schüler (Sekundarstufe II) aus der Ukraine sollen – sofern sie wegen mangelnder Deutschkenntnisse nicht dem Unterricht in der Oberstufe folgen können – in Internationalen Förderklassen der Berufskollegs erst Deutsch lernen. Für die Anerkennung ukrainischer Abschlüsse ist bis zum Mittleren Schulabschluss die Bezirksregierung Köln zuständig. Ob eine Berechtigung für einen Hochschulzugang vorliege, prüfe künftig die Bezirksregierung in Düsseldorf. Laut Gebauer wird auch herkunftssprachlicher Unterricht vorbereitet.

Für die neu angekommenen Grundschüler stehen auch Angebote der offenen Ganztagsbetreuung bereit. Wenn die Kommunen hier aufstocken wollten, könne das Land noch Plätze zur Verfügung stellen. Es brauche zudem zusätzliche Lehrer – und so werbe man etwa unter Pensionären, Lehramtsstudenten und den rund 5.600 fertig ausgebildeten Lehrkräften, die bisher nicht eingestellt seien. Bald soll es Ausschreibungen gezielt für ukrainische Lehrkräfte unter den Geflüchteten geben.

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11. April: Stuttgart – Der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg hat davor gewarnt, die geflüchteten Kinder aus der Ukraine in den Schulen zu isolieren. Man müsse so schnell wie möglich dafür sorgen, dass sie auch mit anderen Kindern in Kontakt treten, sagte Verbandssprecher Michael Gomolzig. Die Schulen im Südwesten haben bislang Tausende Kinder in den Unterricht aufgenommen, wie das Kultusministerium mitteilte. Vor wenigen Tagen hatte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) angekündigt, die mehr als 2.000 Vorbereitungsklassen an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen aufstocken zu wollen.

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8. April: Berlin – Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sollen ab dem 1. Juni staatliche Grundsicherung erhalten, also die gleichen Leistungen wie etwa Hartz-IV-Empfänger. Darauf haben sich Bund und Länder auf dem gemeinsamen Gipfel am 7. April geeinigt. Darüber hinaus unterstützt der Bund die Länder und Kommunen im Jahr 2022 laut Beschluss mit zwei Milliarden Euro für Mehraufwendungen für die Geflüchteten aus der Ukraine. Eine Milliarde Euro davon sind unter anderem für die Kinderbetreuung, Beschulung sowie Gesundheits- und Pflegekosten vorgesehen.

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7. April: Hessen – Hessen wirbt um ukrainische Lehrerinnen und Lehrer, um die geflüchteten Kinder und Jugendlichen zu unterrichten. Es hätten sich bereits 170 Menschen bei den Schulämtern gemeldet, die aus dem ukrainischen Bildungssystem kommen, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Rund 100 dieser Lehrerinnen und Lehrer hätten angegeben, auch über Deutschkenntnisse zu verfügen. Da sie für den Unterricht der ukrainischen Kinder zum Einsatz kommen sollen, sei es nicht zwingend erforderlich, dass sie als Lehrkräfte in Hessen anerkannt werden müssen. Uns reicht in diesem Fall aus, dass sie im ukrainischen Bildungssystem in irgendeiner Form professionell pädagogisch tätig waren, sagte der Kultusminister. Ergänzend zu dem bisherigen System der Intensivklassen sollen die geflüchteten Kinder mit einem neuen und freiwilligen Sprach- und Kulturunterricht in ukrainischer Sprache darin unterstützt werden, den Bezug zum ukrainischen Unterricht nicht zu verlieren.

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6. April: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Berlin spricht sich dafür aus, die Herkunftssprache in schulische Bildungsangebote für Geflüchtete grundsätzlich zu integrieren. Das Konzept für den Schulbesuch von geflüchteten Kindern und Jugendlichen sollte entsprechend überarbeitet werden. „Für Kinder und Jugendliche, die aus einem anderen Land nach Berlin kommen, sollte eine Kombination von gemeinsamem Unterricht mit der gezielten Förderung im Deutschlernen aber auch mit erstsprachlichen Angeboten angestrebt werden“, erklärte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW Berlin.

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6. April: Die Schulen und Berufsschulen in Deutschland haben inzwischen mehr als 40.000 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine aufgenommen. Das zeigen wöchentlich erhobene Zahlen, die am Mittwoch von der Kultusministerkonferenz (KMK) veröffentlicht wurden. Die Bundesländer meldeten demnach in der vergangenen Woche genau 41.170 an ihren Schulen registrierte Kinder und Jugendliche aus der Ukraine. Mit 8.421 Anmeldungen liegt Bayern an der Spitze. Bis auf Thüringen liegen inzwischen aus allen Bundesländern Zahlen vor. Die KMK veröffentlicht diese seit der vergangenen Woche regelmäßig auf ihrer Internetseite.

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5. April: NRW – Das nordrhein-westfälische Schulministerium wirbt auch um Ruheständler und Lehramtsstudierende, um Unterricht für geflüchtete ukrainische Kinder sicherzustellen. In einer Rundmail an die Schulen rief das Düsseldorfer Ministerium dazu auf, das Gewinnen zusätzlicher Personalressourcen zu unterstützen. Konkret gehe es darum, Lehrerinnen und Lehrer zu einem späteren Eintritt in den Ruhestand zu bewegen oder Lehrkräfte aus der Rente für eine befristete Tätigkeit an die Schulen zurückzuholen. Ebenso könne eine vorzeitige Rückkehr aus einer Beurlaubung helfen, Kinder und Jugendliche aus der Ukraine zu unterrichten. Wer in Teilzeit arbeite, solle auf eine Aufstockung der Stundenzahl angesprochen werden.

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5. April: Saarland – Um die Integration ukrainischer Schüler:innen in den saarländischen Schulen zu fördern, können die Schulen auch Mittel des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ nutzen. Wenn das im Rahmen des Aktionsprogramms zugewiesene Schulbudget bereits verplant ist und weiterer Bedarf besteht, können die Schulen formlos zusätzliche Mittel beim Ministerium für Bildung und Kultur (MBK) beantragen. Hierfür stehen 200.000 Euro zur Verfügung.

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4. April: Hamburg – Knapp 1.000 aus der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche sind inzwischen an Hamburgs Schulen angekommen. Die Behörde rechnet mit noch deutlich mehr, braucht deshalb Lehrkräfte. Ältere Kinder und Jugendliche an den Schulen lernen zunächst in Willkommensklassen, erhalten dort vor allem Deutschunterricht, ehe sie spätestens nach einem Jahr in eine Regelklasse wechseln. Für sie seien bereits 68 Klassen eingerichtet worden, weitere 42 Klassen gingen in den nächsten Tagen an den Start. Jüngere Schülerinnen und Schüler werden der Behörde zufolge direkt in die Vorschule oder die Klassenstufen 1 und 2 eingeschult. Für jede zusätzliche Schulklasse seien an weiterführenden Schulen rund 1,3 und an Grundschulen 1,04 zusätzliche Lehrkräfte nötig. In den Willkommensklassen würden zusätzlich vier bis fünf Wochenstunden Ukrainisch-Unterricht angeboten. Der Großteil des Unterrichts werde jedoch auf Deutsch gehalten.

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29. März: Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) hat eine Stellungnahme zur Integration geflüchteter ukrainischer Kinder und Jugendlicher in Kitas und Schulen veröffentlicht. „Die Kernforderung ist: Alle Kinder und Jugendlichen sollten so bald wie möglich nach ihrer Ankunft die Kita oder Schule besuchen. Dort können sie Deutsch lernen, ihren Bildungsweg fortsetzen, Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen und Hilfe bei der Bewältigung möglicher Traumata erhalten“, erklärt Olaf Köller, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaft und Mathematik (IPN) und Co-Vorsitzender der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission.

Davon ausgehend formuliert die Stellungnahme konkrete Empfehlungen für die folgenden Themen:

  1. Unterstützung bei der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen
  2. Sprachförderung in der Bildungssprache Deutsch und Zugang zum Fachunterricht
  3. Bildungsangebote in ukrainischer Sprache als unterrichtsergänzende Angebote
  4. Förderung der Integration in neue Freundschaftsnetzwerke
  5. Entwicklung von Qualifizierungs- und Weiterbildungsangeboten für ukrainische Lehrkräfte
  6. Möglichkeiten der digitalen Beschulung und Prüfungen auf der Grundlage der ukrainischen Curricula

Die komplette Stellungnahme „Unterstützung geflüchteter Kinder und Jugendlicher aus der Ukraine durch rasche Integration in Kitas und Schulen“ finden Sie hier.

mit dpa

 

Neu auf dem Schulportal

Veranstaltungskalender

30. August 2022, 16 Uhr: Vielfalt im Kollegium: Ankommen internationaler Lehrkräfte gestalten
Die Online-Veranstaltung auf dem Campus des Deutschen Schulpreises beschäftigt sich mit den Fragen: Wie können die Erfahrungen mit internationalen Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften auch für die aktuelle Situation mit ukrainischen Lehr- und Fachkräften genutzt werden? Mit dabei: Marit Nina Martinez, Projektkoordinatorin Lehrkräfte PLUS, Universität Duisburg-Essen, Zentrum für Lehrkräftebildung, Christina Siebert-Husmann Projektkoordinatorin „Lehrkräfte Plus Bochum“, Professional School of Education, Ruhr-Universität Bochum und Jens Stiller, Schulleiter Dreilinden-Gymnasiums, Berlin-Zehlendorf.

Ukraine-Initiative der Robert Bosch Stiftung und der Bertelsmann Stiftung

Im Rahmen einer gemeinsamen Initiative unterstützen die Robert Bosch Stiftung und die Bertelsmann Stiftung deutsche Schulen und Lehrkräfte dabei, geflüchtete Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine aufzunehmen und zu unterrichten. In Abstimmung mit der Kultusministerkonferenz schaffen beide Stiftungen dazu ein digitales Informationsangebot. Mehr Informationen finden Sie hier.