Umfrage : Jugendliche wollen mehr Aufklärung zu Fake News

Drei Viertel der Jugendlichen wollen mehr über den Umgang mit Falschnachrichten in sozialen Netzwerken wissen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Vodafone Stiftung. Die Bundesbeauftragte für Digitalisierung, Dorothee Bär, forderte, junge Menschen stärker gegen Desinformation zu wappnen.

Florentine Anders / 10. Oktober 2018
Staatsministerin Dorothee Bär bei der Jugendpressekonferenz
Staatsministerin Dorothee Bär (vorn) stellte sich zusammen mit Ria Schröder (Junge Liberale), Falko Mohrs (SPD) und Terry Reintke (Grüne) den Fragen der Jugendlichen.
©Frederik Ferschke (Vodafone Stiftung)

Jeder zweite Jugendliche wird in den sozialen Medien mindestens einmal pro Woche mit „Fake News“ konfrontiert. Das hat eine repräsentative Umfrage der Vodafone Stiftung ergeben, die am 10. Oktober im Rahmen der ersten „Digitalen Jugendpressekonferenz“ in Berlin vorgestellt wurde. Befragt wurden für die Studie “Engagiert, aber allein” im August 2018 mehr als 600 junge Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren.

Jeder dritte Jugendliche ist sich nicht sicher, ob er die Falschnachricht auch als solche erkennen kann.

Fast ein Fünftel der Befragten stößt laut Umfrage sogar täglich auf Falschnachrichten. Besonders besorgniserregend: Jeder dritte Jugendliche ist sich nicht sicher, ob er die Falschnachricht auch als solche erkennen kann. In der Schule werde der Umgang mit Fake News oder auch Hasskommentaren aus Sicht der jungen Menschen zu wenig thematisiert: 75 Prozent der Befragten wünschen sich, mehr über den Umgang mit „Fake News“ zu wissen. Die meisten der Befragten sehen in den Falschnachrichten eine Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Kinder und Jugendliche dürfen im Umgang mit Falschinformationen und Hassrede im Netz nicht alleine gelassen werden“, sagte Inger Paus, Vorsitzende der Geschäftsführung der Vodafone Stiftung, bei der Vorstellung der Studie.

Um jungen Menschen Gehör zu verschaffen und ihnen die Gelegenheit zu geben, Politikerinnen und Politikern die Fragen zu stellen, die sie zu Social Media und Digitalisierung bewegen, lud die Vodafone Stiftung im Rahmen der Initiative „Klickwinkel – Weite Deinen digitalen Blick“ zu einer Jugendpressekonferenz, an der sich Schülerinnen und Schüler vor Ort oder per Livechat beteiligen konnten.  Auf dem Podium stellten sich die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), der Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs (SPD), die Europaabgeordnete Terry Reintke (Grüne) und die Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Ria Schröder, den Fragen von Jugendlichen.

Kompetenzen der Lehrkräfte müssen gestärkt werden

Staatsministerin Dorothee Bär betonte gegenüber den Jugendlichen: „Ohne Fakten, ohne gemeinsame Realität kann es keinen gemeinsamen Diskurs geben. ,True News‘ von ,Fake News‘ zu unterscheiden, erfordert Medienkompetenz. Wir müssen die jungen Menschen gegen Desinformation wappnen und ihnen klarmachen: Ein Hasskommentar sagt mehr über seinen Autor aus als über die Person, die damit kommentiert wird.“

Auch der SPD-Politiker Falko Mohrs sagte: „Der richtige Umgang mit sozialen Medien gehört auf jeden Stundenplan.“  Der von der Bundesregierung beschlossene Digitalpakt beinhalte deshalb nicht nur Investitionen in die Digitalisierung der Schulen, sondern auch in die Kompetenzen der Lehrer. Ria Schröder von den Jungen Liberalen forderte, dass jede Lehrkraft mindestens einmal im Jahr eine Weiterbildung in Sachen Digitalisierung absolvieren sollte, um immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Auf die Frage von Leo von der Bundesschülerkonferenz, wann denn das Geld aus dem Digitalpakt in den Schulen ankomme, verwies der SPD-Abgeordnete Mohrs darauf, dass dafür erst die Änderung des Grundgesetzes nötig sei. Mohrs ging davon aus, dass diese Änderung noch bis Ende dieses Jahres erfolgen werde.

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