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Ländervergleich : IQB-Bildungstrend – Die wichtigsten Ergebnisse

Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends sind alarmierend. Die Kompetenzen in Deutsch und Mathematik haben sich bei Kindern in der vierten Klasse dramatisch verschlechtert. Je nach Kompetenzbereich verfehlen im Schnitt 18 bis 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Mindeststandards. Dabei zeigt der aktuelle Bildungstrend, dass die Leistungen in fast allen Ländern nachgelassen haben, allerdings in deutlich unterschiedlichem Umfang. Zugleich ist die Schere zwischen sozial benachteiligten und Kindern mit Zuwanderungshintergrund gegenüber Kindern aus privilegierteren Familien weiter aufgegangen. Das Schulportal hat die wichtigsten Ergebnisse aus dem IQB-Bildungstrend 2021 zusammengefasst und gibt einen Überblick über das Abschneiden der einzelnen Bundesländer.

Annette Kuhn 17. Oktober 2022 Aktualisiert am 07. November 2022 3 Kommentare
Inhalt

Nach 2011 und 2016 hat der IQB-Bildungstrend 2021 zum dritten Mal untersucht, inwieweit Viertklässlerinnen und Viertklässler die bundesweit geltenden Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) in den Fächern Deutsch und Mathematik für den Primarbereich erreichen. Die Testergebnisse werden fünf verschiedenen Kompetenzstufen zugeordnet: unter Mindeststandard, Mindeststandard, Regelstandard, Regelstandard Plus und Optimalstandard.

Im Vergleich zur letzten Datenerhebung 2016 ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die den Regelstandard in den Kompetenzbereichen Lesen, Zuhören und Orthografie sowie Mathematik erreichen, 2021 im Schnitt zwischen 8 und 10 Prozent gesunken. Gleichzeitig hat der Anteil der Kinder, die am Ende der vierten Klasse den Mindeststandard verfehlen, in allen Bereichen zwischen 6 und 8 Prozentpunkten zugenommen.

Soziale Schere geht weiter auseinander

Dieser Leistungsabfall ist in allen Bundesländern zu verzeichnen, allerdings nicht überall in gleichem Umfang. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind bei den getesteten Kompetenzen nach wie vor sehr groß. Die Autorinnen und Autoren des IQB-Bildungstrends haben berechnet, dass der Kompetenzunterschied zwischen dem Land mit dem höchsten (Bayern) und dem Land mit dem niedrigsten Mittelwert (Bremen) bis zu einem Schuljahr Lernzeit in Lesen und Zuhören entspricht. Bei Orthografie umfasst die Spanne etwa zwei Drittel eines Schuljahres und in Mathematik drei Viertel eines Schuljahres.

Und der IQB-Bildungstrend macht außerdem deutlich, dass die Schere zwischen Kindern mit einem Zuwanderungshintergrund und aus sozioökonomisch benachteiligten Familien gegenüber Kindern aus privilegierteren Familien weiter aufgegangen ist.

Besonders gut schneiden in allen Kompetenzbereichen die Schülerinnen und Schüler in Bayern und Sachsen ab. Auch Hamburg liegt zum Teil weit vorn. Schlusslicht ist – wie schon 2016 – in fast allen Kompetenzbereichen Bremen. Deutlich schlechter als fünf Jahre zuvor schneiden außerdem die Viertklässlerinnen und Viertklässlern in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen ab. Hier liegen die Werte überall klar unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Die wichtigsten Ergebnisse zum IQB-Bildungstrend 2021

Lesen

57,6 Prozent der Viertklässlerinnen und Viertklässler erreichen in ganz Deutschland den Regelstandard, 18,8 Prozent scheitern am Mindeststandard. Aber auch hier ist die Spanne zwischen den Ländern groß. Während in Sachsen 12,9 Prozent, in Bayern 14,1 Prozent und in Schleswig-Holstein 15 Prozent die Mindestanforderungen verfehlen, scheitern in Bremen 31 Prozent daran. In Berlin sind es 27,2 Prozent und in Nordrhein-Westfalen 21,6 Prozent.
Den Optimalstandard im Lesen erreichen bundesweit knapp 8 Prozent der Schülerinnen und Schüler. In Bayern (11,4), Sachsen (11,3) und Hamburg (10,9) sind es jeweils um die 11 Prozent, in Thüringen aber nur 4,2 und in Brandenburg 5,7 Prozent.

Zuhören

58,9 Prozent der Kinder erreichen bundesweit den Regelstandard im Kompetenzbereich Zuhören, die Mindeststandards verfehlen 18,3 Prozent. Sachsen schneidet am besten ab, und am Schluss stehen Berlin und Bremen. In Berlin verfehlen 27,1 Prozent der Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen den Mindeststandard, und nicht einmal die Hälfte (48,4 Prozent) erreicht den Regelstandard. Dahinter folgt gleich Bremen mit 27,4 bzw. 49,4 Prozent. Zum Vergleich Sachsen: Hier verfehlen 10 Prozent die Mindeststandards und 68,1 Prozent erreichen die Regelstandards. Beim Optimalstandard liegt Hamburg mit 13 Prozent vorn, gefolgt von Bayern mit 11,3 Prozent. In Brandenburg erreichen hingegen 4,8 Prozent der Viertklässlerinnen und Viertklässler den Optimalstandard, nur wenig darüber liegen Thüringen (5,4) und Sachsen-Anhalt (5,7).

Orthografie

Im Kompetenzbereich Orthografie fallen die Ergebnisse bundesweit am schlechtesten aus. 30,4 Prozent verfehlen die Mindeststandards, nur 44,4 Prozent erreichen die Regelstandards. Die Spannweite zwischen den Ländern ist hier enorm: In Berlin und Brandenburg verfehlt fast jedes zweite Kind die Mindeststandards (46,1 Prozent), in Bayern sind es „nur“ 20,5 Prozent. In Bayern erreichen 58 Prozent der Kinder die Regelstandards, in Berlin und Brandenburg sind es jeweils nur etwa 30 Prozent. Beim Optimalstandard liegen Berlin mit 3,4 und Schleswig-Holstein mit 3 Prozent ganz hinten. Bayern erzielt mit 8,3 Prozent auch nur einen Höchstwert im einstelligen Bereich.

Mathematik

Nur etwas mehr als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler erreichen bundesweit die Regelstandards (54,8 Prozent). Fast 22 Prozent aller Kinder in den vierten Klassen verfehlen hingegen die Mindeststandards. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind groß. In Bremen bleiben sogar 35,6 Prozent der Kinder in den vierten Klassen unter dem Mindeststandard, in Berlin sind es 34,5 Prozent, in Brandenburg 29,2 Prozent und in Nordrhein-Westfalen 28,1 Prozent. In Bayern liegen bei 13,2 Prozent der Kinder die Leistungen unter den Mindeststandards. Den Optimalstandard erreichen im Durchschnitt 10,5 Prozent. Nur die Hälfte der Bundesländer erreicht hier Werte im zweistelligen Bereich. In Sachsen sind es 15,9 und in Bayern 14,5 Prozent, in Berlin hingegen nur 6,7 und in Brandenburg sogar nur 6,5 Prozent.

Entwicklungen seit 2016

Bundesweit ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die am Ende der vierten Klasse die Mindeststandards verfehlen, in allen getesteten Kompetenzbereichen gegenüber 2016 gestiegen: Im Lesen und in der Mathematik um jeweils 6 Prozent, im Zuhören und in der Orthografie um 8 Prozent. Die Spanne zwischen den Ländern ist dabei erheblich. So ist der Anteil der Kinder, die in Mathematik an den Mindeststandards scheitern, in Brandenburg um 14,5 Prozent gestiegen, in Rheinland-Pfalz aber nur um knapp 2 und in Hamburg um 2,5 Prozent. Bremen hat so gut wie keinen Anstieg zu verzeichnen, dennoch ist hier der Anteil mit 35,6 Prozent am höchsten.

Im Kompetenzbereich Orthografie ist die Spanne noch größer. In Brandenburg ist der Anteil der Kinder, die die Mindeststandards nicht erreichen, zwischen 2016 und 2021 um 22,5 Prozent gestiegen, in Hamburg nur um 3 Prozent.

Gemessen am Lernzuwachs, der innerhalb eines Schuljahres zu erwarten ist, entspricht der Kompetenzrückgang zwischen 2016 und 2021 bundesweit im Lesen etwa einem Drittel Schuljahr, im Zuhören einem halben Schuljahr, in der Orthografie einem Viertel Schuljahr und in Mathematik etwas mehr als einem Viertel Schuljahr.

Entwicklungen in den Ländern

Einen dramatischen Rückgang bei den Kompetenzen erleben Berlin und Brandenburg. In Berlin erreichen die Viertklässlerinnen und Viertklässler 2021 in allen Kompetenzbereichen die Regelstandards seltener, und sie verfehlen häufiger die Mindeststandards als im Bundesdurchschnitt. Damit steht Berlin neben Bremen im Ländervergleich ganz hinten. Am größten fallen die Kompetenzrückgänge allerdings in Brandenburg aus. Dennoch sind die Werte in Brandenburg in den meisten Kompetenzbereichen noch deutlich besser als in Berlin.

Hamburg verzeichnet beim IQB-Bildungstrend von allen Ländern wohl die größte Erfolgskurve. 2011 gehörte Hamburg wie die anderen Stadtstaaten Berlin und Bremen zu den Schlusslichtern, hat sich inzwischen aber weit nach oben abgesetzt. „Ob dies etwas mit der Strategie einer datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung zu tun hat, die das Land in mehr als 20 Jahren konsequent etabliert und weiterentwickelt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen“, schreiben die Autorinnen und Autoren im Bericht zum IQB-Bildungstrend. Es erscheine jedoch plausibel, dass in einem System, in dem die Entwicklung zentraler Rahmenbedingungen, Verläufe und Ergebnisse schulischer Bildungsprozesse kontinuierlich beobachtet wird, auf Veränderungen gezielter reagieren und frühzeitig intervenieren könne.

Insgesamt sind die Werte neben Hamburg nur noch in Rheinland-Pfalz und Bremen relativ stabil geblieben. Bremen ist allerdings weiter im Ländervergleich das Schlusslicht.

Sozialer Status und Bildungshintergrund

Mithilfe von Fragebögen wurden beim IQB-Bildungstrend auch der soziökonomische Status und das kulturelle Kapital der Eltern erfasst. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen, inwieweit die Kompetenzen der Kinder vom sozialen Status und vom Bildungshintergrund der Eltern abhängen. Nach Analyse der Autorinnen und Autoren des Bildungstrends erreichen Kinder aus Familien mit einem höheren sozioökonomischen Status im Durchschnitt höhere Kompetenzwerte. Diese sozialen Disparitäten sind im Jahr 2021 stärker ausgeprägt als in früheren Erhebungen. Vor allem gegenüber 2016 haben sie sich deutlich verstärkt.

Zuwanderungshintergrund und sprachliche Voraussetzungen

Auch bei Kindern mit Zuwanderungshintergrund, vor allem bei denen, die eine andere Sprache als Deutsch zu Hause sprechen, lassen sich laut IQB-Bildungstrend deutlich stärkere Kompetenzrückgänge feststellen als bei Kindern ohne Zuwanderungshintergrund und mit Muttersprache Deutsch. Im IQB-Bildungstrend werden folgende Gruppen unterschieden:

  • Schüler:innen ohne Zuwanderungshintergrund: beide Eltern sind in Deutschland geboren.
  • Schüler:innen der zweiten Zuwanderungsgeneration: beide Elternteile sind im Ausland geboren, das Kind selbst ist in Deutschland geboren.
  • Schüler:innen der ersten Zuwanderungsgeneration: sowohl beide Elternteile als auch das Kind selbst sind im Ausland geboren.

Von Kompetenzrückgängen betroffen sind besonders Kinder der ersten Generation, die selbst im Ausland geboren wurden. Bei ihnen zeigen sich deutliche Lernrückstände in allen Kompetenzbereichen, besonders aber im Bereich Zuhören. Das lasse sich vor allem darauf zurückführen, dass Kinder, die zu Hause eine andere Sprache sprechen als Deutsch, gerade in der Zeit des Homeschoolings während der Pandemie weniger Gelegenheit hatten, ihre deutschsprachigen Kompetenzen weiterzuentwickeln, sagte Petra Stanat, wissenschaftliche Leiterin des IQB bei der Vorstellung des Bildungstrends.

„Bezogen auf den anzunehmenden Lernzuwachs variieren die Lernrückstände von Kindern der ersten Generation etwa zwischen einem dreiviertel Schuljahr und mehr als zwei Schuljahren und für Kinder der zweiten Generation ungefähr zwischen einem Drittel Schuljahr und eineinhalb Schuljahren“, heißt es im IQB-Bildungstrend.

Bundesweit hat sich der Anteil von Kindern mit Zuwanderungshintergrund seit 2011 um 14 Prozent erhöht. Insgesamt lag der Anteil der Viertklässlerinnen und Viertklässler, die zu Hause immer Deutsch sprechen, 2021 nur noch bei knapp 62 Prozent. 2016 waren es noch 73 Prozent und fünf Jahre zuvor 84 Prozent.
Die sprachliche Förderung habe daher eine große Bedeutung, um Kindern den Zugang zu Bildungsangeboten zu ermöglichen, heißt es im Bericht zum IQB-Bildungstrend.

Corona-Pandemie

Der große Kompetenzrückgang zwischen 2016 und 2021 in allen Ländern lässt vermuten, dass dabei auch die pandemiebedingten Einschränkungen im Schulbetrieb eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Darum hat sich Petra Stanat, Direktorin des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin, schon im Sommer bei der Veröffentlichung des Vorabberichts zum IQB-Bildungstrend im Interview mit dem Deutschen Schulportal dafür ausgesprochen, bei den Corona-Aufholmaßnahmen besonders die Sicherung von sprachlichen und mathematischen Basiskompetenzen zu fokussieren. Sie sagte aber auch: „Eine nachhaltige Verringerung des Anteils von Schüler:innen, die nicht die Mindeststandards erreichen, wird man durch temporäre Programme wohl nicht erreichen. Hierfür brauchen wir kohärente, langfristig angelegte Strategien mit klaren Zielen, konkreten Umsetzungsplänen und einem begleitenden Monitoring.“

Die zwischen April und August 2021 getesteten Viertklässlerinnen und Viertklässler waren zu Beginn der Pandemie in der dritten Klasse und haben über ein Jahr durchschnittlich etwa 32 Wochen Fern- oder Wechselunterricht erlebt. Das heißt, mehr als drei Viertel eines Schuljahres hatten sie keinen regulären Präsenzunterricht. Während des Testzeitraums waren die Schulen in manchen Bundesländern auch noch im Lockdown bzw. Wechselunterricht. daher konnten für Mecklenburg-Vorpommern auch keine belastbaren Daten erhoben werden.

Die Pandemiebedingungen erklären zumindest auch zum Teil, wieso laut IQB-Bildungstrend besonders Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien und aus Familien, in denen wenig Deutsch gesprochen wird, auffällig schlechtere Leistungen zeigen als der Durchschnitt. Gerade diese Kinder hatten meist deutlich weniger Gelegenheiten, ihre Sprachfähigkeiten in Deutsch zu stärken und schlechtere Lernbedingungen als Kinder aus privilegierteren Familien. Das hat zuvor schon das Deutsche Schulbarometer zur Corona-Krise gezeigt. Viermal wurden Lehrkräfte für dieses Längsschnittuntersuchung im Auftrag von der Robert Bosch Stiftung zur Situation an den Schulen während der Pandemie befragt.

Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen

Mädchen weisen in den Kompetenzbereichen in Deutsch höhere Werte auf, Jungen demgegenüber in Mathematik. In der Orthografie ist der Vorsprung bei den Mädchen am höchsten. Das entspricht den Testergebnissen von 2016 und 2011 und ist in allen Ländern ähnlich.

Diese Tendenz korreliert auch mit motivational-emotionalen Merkmalen. So weisen Mädchen laut IQB-Bildungstrend ein höheres Selbstkonzept im Fach Deutsch und Jungen in Mathematik auf. Mit dem fachspezifischen Selbstkonzept ist die Einschätzung der Kinder im Hinblick auf ihre Fähigkeiten in diesem Fach gemeint. In Mathematik sind Mädchen demnach ängstlicher als Jungen. Bei Deutsch lassen sich solche Unterschiede nicht feststellen.

Bei beiden Geschlechtern gleichermaßen zeigt sich aber im IQB-Bildungstrend 2021 ein insgesamt niedriger ausgeprägtes Selbstkonzept als 2016.

Sprachförderung früher beginnen

In ihrem Fazit fordern die Autorinnen und Autoren des IQB-Bildungstrends, das Augenmerk vor allem auf die Sicherung der Mindeststandards zu legen, damit Schülerinnen und Schüler, die aufgrund von ungünstigeren Lernausgangslagen ein besonderes Risiko haben, nicht abgehängt werden: „Damit die für einen erfolgreichen Übergang in die Sekundarstufe I grundlegenden Mindestanforderungen perspektivisch von allen Schüler:innen erreicht werden, erscheint es wichtig, die bundesweit geltenden Mindeststandards der KMK genauer auszuarbeiten und ihre Rolle als Grundlage der Qualitätsentwicklung in Schulen deutlich zu stärken.“ Dazu gehört, dass Kinder mit ungünstigeren Lernvoraussetzungen bereits vor Eintritt in die Schule gezielter gefördert werden als bisher. Vor allem die Sprachförderung müsse früher einsetzen. Auch Karin Prien (CDU), die KMK-Vorsitzende 2022, betonte in ihrem Statement zum IQB-Bildungstrend, dass wir zu spät im Bildungsverlauf mit systematischer Diagnostik und differenzierter Förderung beginnen. Wir investieren in Deutschland zu wenig in den Elementarbereich. Bereits in der Kita müssen wir insbesondere den Erwerb und die Förderung von Deutsch als Bildungssprache und Vorläuferfähigkeiten im Bereich Mathematik in den Blick genehmen. 

So haben die Kinder in den Ländern abgeschnitten

Reaktionen auf den IQB-Bildungstrend 2021

Auf einen Blick

  • Im IQB-Bildungstrend 2021 hat das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Auftrag der Kultusministerkonferenz zum dritten Mal untersucht, inwieweit Viertklässlerinnen und Viertklässler die bundesweit geltenden Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) in den Fächern Deutsch und Mathematik für den Primarbereich erreichen. Durch einen Vergleich mit den Ergebnissen des IQB-Ländervergleichs 2011 und des IQB-Bildungstrends 2016 ist es möglich, zu prüfen, inwieweit sich das Kompetenzniveau der Kinder in den vergangenen fünf beziehungsweise zehn Jahren verändert hat.
  • Am IQB-Bildungstrend 2021 haben 26.844 Schülerinnen und Schüler am Ende der vierten Jahrgangsstufe in 1.464 Grund- und Förderschulen aus allen 16 Bundesländern teilgenommen. Die Datenerhebung fand zwischen April und August 2021 statt. Im Fach Deutsch wurden die Kompetenzbereiche „Lesen“, „Zuhören“ und „Orthografie“ geprüft, im Fach Mathematik fünf inhaltsbezogene Kompetenzbereiche.
  • Ausgenommen von der Datenerhebung waren Kinder, die zum Testzeitpunkt weniger als ein Jahr Deutschunterricht hatten, sowie Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“.
  • Die Testleistungen werden fünf Kompetenzstufen zugeordnet: unter Mindeststandard, Mindeststandard, Regelstandard, Regelstandard Plus und Optimalstandard.
  • Neben den Testaufgaben bekamen die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern auch einen Fragebogen. Hier wurde vor allem nach soziodemografischen Merkmalen und Lernbedingungen in den Familien gefragt.
  • Im Juni 2022 wurde bereits ein Kurzbericht mit ersten Ergebnissen für Deutschland insgesamt vorgestellt, nun liegen die Daten auch für die einzelnen Bundesländer vor. Sie können hier auf der Seite des IQB heruntergeladen werden.
  • Von April bis Juli 2022 fanden die Erhebungen in den neunten Klassen für den IQB-Bildungstrend 2022 statt. Überprüft wird das Erreichen der Bildungsstandards der KMK in den Fächern Deutsch, Englisch, Französisch. Die Ergebnisse werden im Herbst 2023 vorgestellt.