Dieser Artikel erschien am 09.12.2019 in DER SPIEGEL

Hochschulzugang : Fast jeder zweite Studiengang hat einen NC

Die Studienlust ist ungebrochen, der Andrang auf die Hochschulen enorm. Die wehren sich mit Zulassungsbeschränkungen - doch die Auswirkungen in den einzelnen Bundesländern sind höchst verschieden.

Voll besetzter Hörsaal in Karlsruhe
Studenten des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verfolgen in einem Hörsaal einen Vortrag des Astronauten Alexander Gerst.
©Uli Deck/dpa

Fast die Hälfte der Studienangebote an deutschen Hochschulen ist zulassungsbeschränkt: 42,3 Prozent der Studiengänge sind im laufenden Wintersemester mit einem Numerus clausus (NC) versehen. Das geht aus neuen Zahlen der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hervor.

Dafür wurden insgesamt rund 10.500 grundständige Studienangebote daraufhin untersucht, ob es einen NC oder ein Auswahlverfahren gibt. Der prozentuale Anteil der zulassungsbeschränkten Fächer hat sich demnach im Vergleich zum vergangenen Wintersemester kaum verändert, vor einem Jahr lag er bei 42,1 Prozent.

Im Langzeitvergleich allerdings ist der Wert zurückgegangen: Vor zehn Jahren, im Wintersemester 2009/2010, waren noch mehr als 52 Prozent der Studiengänge, die zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führen, mit einem NC belegt.

Die Situation beim Hochschulzugang sei trotz der hohen Nachfrage nach Studienplätzen “derzeit recht stabil”, sagt Peter-André Alt, Präsident der HRK: “Naturgemäß gibt es aber unterschiedlich hohe Hürden zum Wunschstudium, je nach Fach und Standort.”

Tatsächlich unterscheidet sich der NC-Anteil an den Studiengängen je nach Bundesland erheblich. Die meisten Zulassungsbeschränkungen gibt es in Berlin, die wenigsten an den thüringischen Hochschulen. Insgesamt sind die Stadtstaaten bei Studierenden besonders beliebt, so dass hier besonders viele Hürden hochgezogen werden.

Unterschiede bestehen auch zwischen Bachelor und Master: Bundesweit sind den Angaben zufolge 42,5 Prozent aller Bachelorstudiengänge mit einer Zulassungsbeschränkung versehen, bei den Masterstudiengängen sind es dagegen nur 38,9 Prozent. Es gibt deutlich weniger Master- als Bachelorstudiengänge.

Zwischen Universitäten und Fachhochschulen sind nur geringe Unterschiede feststellbar: Während an den Unis 43,5 Prozent der grundständigen Fächer einem Zulassungsverfahren unterlagen, sind es an den FHs 42,4 Prozent.

Bundesland Anteil in %
Berlin 68,2
Bremen 66,2
Hamburg 62,0
Saarland 56,8
Niedersachsen 56,6
Baden-Württemberg 55,6
Schleswig-Holstein 49,5
Deutschland insgesamt 42,3
Hessen 39,5
Nordrhein-Westfalen 38,6
Sachsen 38,6
Brandenburg 32,5
Bayern 30,4
Mecklenburg-Vorpommern 30,3
Sachsen-Anhalt 26,5
Rheinland-Pfalz 25,9
Thüringen 17,3
Quelle: HRK