Empfehlungen zum Aufholpprogramm : „Eine zusätzliche Stunde Mathe und eine Stunde Deutsch“

Wie gelingt es, die coronabedingten Lernrückstände aufzuholen? Diese Frage hatte die Kultusministerkonferenz (KMK) an die am 6. Mai berufene Ständige wissenschaftliche Kommission (Stäwiko) weitergegeben. Die Zeit drängt, denn derzeit planen die Länder, wie sie an den Schulen die Gelder für das Aufholprogramm im kommenden Schuljahr einsetzen. Nun liegt die Stellungnahme des neuen wissenschaftlichen Beratungsgremiums zum Corona-Aufholprogramm vor. Im Interview mit dem Schulportal erklärt Felicitas Thiel, Co-Vorsitzende der Stäwiko, die Vorschläge.

Florentine Anders 16. Juni 2021 Aktualisiert am 07. Oktober 2021 1 Kommentar
Mathelehrerin
Die Ständige wissenschaftliche Kommission der KMK empfiehlt, dass sich Schulen beim Aufholen der Lernrückstände vor allem auf mathematische und sprachliche Basiskompetenzen konzentrieren.
©dpa

Schulportal: Zwei Wochen nach ihrer Konstituierung hat die Ständige wissenschaftliche Kommission schon ihre erste Stellungnahme zum Aufholprogramm abgegeben. Wie haben Sie das geschafft?
Felicitas Thiel:
Wir hatten von der KMK den Auftrag bekommen, uns zum Aufholprogramm zu äußern. Wir haben dann unter hohem Zeitdruck, gleich nach der konstituierenden Sitzung, eine erste Stellungnahme zum Corona-Aufholprogramm erarbeitet. Hier haben wir eine Priorisierung der Maßnahmen auf drei Ebenen empfohlen: Konzentration auf die Gruppen von Kindern und Jugendlichen, die besonders große Lernrückstände haben, Konzentration auf Anfangsphasen und Übergänge in der Bildungslaufbahn und Konzentration auf Basiskompetenzen, die unverzichtbar sind für Anschlusslernen. Alle Mitglieder der Kommission haben sich hier eingebracht, was angesichts der vollen Terminkalender alles andere als selbstverständlich ist. Dabei hat sich bewährt, dass einerseits die Mitglieder jeweils Expertise für einen bestimmten Bildungsabschnitt mitbringen, andererseits aber auch eine gemeinsame Grundauffassung darüber haben, was erfolgreiches Lernen ausmacht.

Bildungsforscherin Felicitas Thiel, Co-Vorsitzende der Stäwiko
©privat

Aus den Erfahrungen mit der kurzfristigen Erstellung der Stellungnahme zum Aufholpaket konnten wir schon viel lernen, was gute Arbeits- und Abstimmungsprozesse betrifft, sowohl nach innen als auch mit der Kultusministerkonferenz. Das hat erst einmal sehr gut funktioniert.

Einige Vorschläge sind politisch brisant, wie etwa die Empfehlung auf fachlich qualifiziertes Personal zu setzen, oder auch sich auf Mathe und Deutsch zu konzentrieren? Wie sah die Reaktion der Kultusministerinnen und Kultusminister aus?
Wir haben die Stellungnahme sehr konstruktiv mit der Kultusministerkonferenz diskutiert. Es ist klar, dass so kurz vor Ende des Schuljahrs nicht mehr alles umgesetzt werden kann, aber es sind auch Vorschläge für eine längerfristig angelegte Strategie zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit großen Lernrückständen enthalten.

Sie empfehlen, die Mittel aus dem Aufholprogramm vor allem den Risikoschülerinnen und Risikoschülern aus sozial benachteiligten Familien zukommen zu lassen. Das Geld soll nicht auf alle Schulen gleichmäßig, sondern nach Sozialindikatoren verteilt werden. Sind da Proteste vorprogrammiert? Schließlich hatten ja alle Schülerinnen und Schüler unter dem Corona-Schuljahr zu leiden.
Die Daten, die bisher zu den Folgen der Corona-Pandemie vorliegen, sind relativ eindeutig: Sowohl bei der Leistungsentwicklung als auch bei der psychosozialen Entwicklung haben vor allem die Kinder besonders gelitten, die zu Hause keine anregende Lernumgebung haben. Dort kumulieren die Risikofaktoren. Sie wohnen in engen Wohnungen, die Eltern kommen häufig mit der Situation selbst schlecht klar. Kinder aus bildungsnahen Familien konnten da grundsätzlich ganz anders gefördert werden. Auch dort gab es natürlich Stress in den Familien, aber die größten Einbußen haben die Kinder, die von zu Hause keine oder nur sehr wenig Unterstützung erhalten konnten. Deshalb ist es wichtig, die Mittel vor allem für die Gruppen einzusetzen, die sie am dringendsten brauchen.

Die Basiskompetenzen bilden die Grundlage für soziales Lernen und für gesellschaftliche Partizipation. Wenn das nicht gesichert ist, dann scheitert auch die Integration ins Berufsleben.

Sie empfehlen auch einen besonderen Fokus auf mathematische und sprachliche Basiskompetenzen. Sind die anderen Kompetenzen weniger wichtig?
Etwa 20 bis 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben bereits vor Corona die Mindeststandards in Mathe und Deutsch nicht erreicht. Das bedeutet, ihnen fehlt die Grundlage für das Weiterlernen, auch in den anderen Fächern. Gegenwärtig ist ja wieder häufig zu hören, man müsse das soziale Lernen fördern und dürfe die Kinder nicht mit der Entwicklung von Basiskompetenzen traktieren. Ich halte diesen Gegensatz für grundfalsch. Wenn die Basiskompetenzen fehlen, dann kann ich meine Interessen nicht ausdrücken, keine Konfliktlösungsprozesse anstrengen und nicht das Vorgehen planen, um meine Ziele zu erreichen. Die Basiskompetenzen bilden die Grundlage für soziales Lernen und für gesellschaftliche Partizipation. Wenn das nicht gesichert ist, dann scheitert auch die Integration ins Berufsleben. Deshalb denken wir, dass es sehr wichtig ist, die Mittel auf die Phasen der Übergänge im Bildungsverlauf und auf die Basiskompetenzen, auf die es ankommt, zu konzentrieren.

Wie sollen die Schulen dabei am besten vorgehen? Sollen die Stundenpläne umgeschrieben werden?
Wir schlagen für die Grundschulen eine sehr moderate Anpassung der Stundentafel für das nächste Schuljahr vor, und zwar eine zusätzliche Stunde Mathe und eine Stunde Deutsch. Dafür sollten die Schulen innerhalb der Kontingentstundentafel selbst Verschiebungen vornehmen. Die Erhöhung der Stunden in den beiden Kernfächern kommt allen Kindern zugute. Die Lehrkräfte sollten im Unterricht allerding auch stärker differenzieren. Leistungsstarke Kinder können in bestimmten Phasen des Unterrichts auch digitale Selbstlerntools nutzen, während die schwachen stärker individuell gefördert werden. Auch in der Sekundarstufe I sollten in Schulen, bei denen deutliche Lernrückstände diagnostiziert wurden, möglichst Poolstunden für zusätzliche Mathe- und Deutschstunden genutzt werden. Wir sehen allerdings das Problem, dass Sekundarschulen häufig nicht genug Mathematiklehrer haben, um den Stundenumfang in diesem Fach zu erhöhen. Deshalb ist es hier besonders wichtig, qualitativ hochwertige ergänzende Förderangebote zu machen, die diejenigen, die einen Unterstützungsbedarf haben, auch erreichen.

Wie sollen die ergänzenden Förderungen gestaltet werden?
Zusätzlich zu den Unterrichtsstunden an Grundschulen und weiterführenden Schulen empfehlen wir Kleingruppen-Tutorien für Kinder und Jugendliche, die besonders große Lücken haben. Diese müssen intelligent mit dem Unterricht verzahnt sein, das kann nicht von beliebigen Nachhilfeinstituten übernommen werden. Man braucht bei der Förderung fachdidaktische Kenntnisse. Zudem müssen evaluierte Materialien genutzt werden, die in den vergangenen Jahren entwickelt worden sind. Zum Beispiel für das Programm „Mathe sicher können“ oder „Lesen macht stark“.

Wir wissen aus Studien, dass Nachhilfe wenig bringt, wenn sie nicht mit dem Unterricht verschränkt ist und wenn die Personen, die sie durchführen, nicht qualifiziert sind.

Ist die Empfehlung, für diese zusätzliche Förderung nur qualifiziertes Personal einzusetzen, überhaupt umsetzbar? Viele Bundesländer wollen beim Aufholprogramm auf Studierende setzen.
Auf der Grundlage der bestehenden Programme kann man Personal für ergänzende Förderung relativ schnell qualifizieren. Deshalb schlagen wir ein dreischrittiges niedrigschwelliges Online-Modul zur Qualifizierung vor. Diejenigen, die sich online qualifiziert haben und ein entsprechendes Zertifikat haben, können dann von den Schulen rekrutiert werden. Das ist ein sehr pragmatischer Vorschlag. Die Universitäten könnten solche Qualifizierungsmodule zum Beispiel gemeinsam mit Landesinstituten entwickeln. Es könnten sich auch mehrere Bundesländer zusammentun und die Qualifizierung gemeinsam anbieten. In den forschungsbasierten Materialien ist Förderung eng mit Diagnostik verzahnt. Das ist ein Vorteil, aber man muss auch die fachdidaktischen Grundlagen kennen.

Können auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Nachhilfeinstituten eine Option sein?
Zunächst sollte man versuchen, Lehramtsstudierende und pensionierte Lehrkräfte zu gewinnen. In einigen Bundesländer, wie etwa Berlin, sind allerdings schon jetzt sehr viele Lehramtsstudierende oder auch pensionierte Lehrkräfte für den Vertretungsunterricht eingesetzt. Deshalb muss man hier auch unorthodox darüber nachdenken, andere Gruppen einzubeziehen, zum Beispiel Organisationen wie Teach-First oder Nachhilfeinstitute. Bedingung sollte aber eine Qualifizierung vorab sein. Alles andere wäre verschwendetes Geld. Wir wissen aus Studien, dass Nachhilfe wenig bringt, wenn sie nicht mit dem Unterricht verschränkt ist und wenn die Personen, die sie durchführen, nicht qualifiziert sind.

Wie können die Schulen sicherstellen, dass die zusätzlichen Förderangebote auch von jenen genutzt werden, die sie am nötigsten brauchen? Bei den Sommerschulen waren es häufig Kinder aus bildungsnahen Familien, die davon Gebrauch gemacht haben.
Genau deshalb ist es so wichtig, dass die Förderung vor allem in der Schule stattfindet. Die Lehrkräfte kennen die Eltern, sie können mit ihnen sprechen und erklären, warum die Teilnahme für ihr Kind so wichtig ist. Zudem muss das Angebot mit einer psychosozialen Unterstützung verzahnt werden. Die Kinder, die die größten Lernrückstände haben, haben in ihrer Schullaufbahn ja bereits häufiger Misserfolg erlebt und häufige Misserfolge können zu Rückzug oder zu einer Ablehnung des Fachs führen. Gerade für die ergänzenden Angebote ist es deshalb wichtig, dass sie von den Kindern nicht als zusätzliche Last erlebt werden. Die Angebote sollten aus diesem Grund wo immer das geht in den Ganztag integriert und so gestaltet werden, dass sie Spaß machen und Erfolgserlebnisse ermöglichen. Grundsätzlich ist es auch wichtig, die Schülerinnen und Schüler bei der Bewältigung von Misserfolgen und bei der Selbstregulation zu unterstützen. Das kann in den Kleingruppen ganz gut gelingen, wenn das Personal entsprechend geschult ist.

Viele Schulen wissen noch gar nicht, wo durch Corona die größten Lernrückstände entstanden sind. Sollten diese jetzt systematisch erfasst werden?
Wir haben dazu in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern eine relativ schlechte Datenlage. Es wäre sehr wichtig, sich jetzt ein genaues Bild über die Lernstände zu verschaffen. Monitoring brauchen wir auch fortlaufend während der Förderprogramme. Hier muss regelmäßig getestet werden, wie sich der Lernfortschritt entwickelt. Wenn wir jetzt ein Zusatzförderprogramm einführen, sollten wir schauen, wie groß der Nutzen von solchen Maßnahmen ist, um erfolgreiche Modelle langfristig zu übernehmen. Was die Ermittlung des Förderbedarfs in den einzelnen Klassen betrifft, kann auch informelle Diagnostik eingesetzt werden. Wir haben den Ländern außerdem empfohlen, VERA-Tests im nächsten Schuljahr verpflichtend durchzuführen.

Wir haben den Ländern außerdem empfohlen, VERA-Tests im nächsten Schuljahr verpflichtend durchzuführen.

Viele Lehrkräfte betrachten Lernstandserhebungen wie VERA 3 und 8 als lästige Zusatzbelastung. Gerade während der Corona-Pandemie haben viele Bundesländer die Vergleichsarbeiten ausgesetzt. Kann die Stäwiko die Akzeptanz erhöhen?
Gezielte Förderung setzt eine gute Diagnose voraus. Ich bin ehrlich gesagt immer ein wenig ratlos, wenn ich mit der Skepsis vieler deutscher Lehrkräfte gegenüber datenbasiertem Handeln konfrontiert werde. Niedersachsen hat die Vergleichsarbeiten 2019 sogar ausgesetzt. Schauen Sie in die Schweiz. Dort ist es ganz anders. Diagnostik ist in der Schweiz selbstverständlich. Das hat damit zu tun, dass die Lehrkräfteausbildung in der Schweiz, insbesondere im Primarbereich, viel stärker an der Entwicklungspsychologie und der Lehr-Lernpsychologie orientiert ist.

Welche langfristigen großen Herausforderungen im Bildungssystem sehen Sie? Wo möchten Sie persönlich Schwerpunkte setzen?
Wir werden die Themen in der Kommission diskutieren und abstimmen. Ich will dieser Abstimmung nicht vorgreifen und kann Ihnen deshalb nur sagen, welche Themen ich mir persönlich vorstellen könnte. Ein Thema wird sicher die Nutzung der Potentiale digitaler Lernumgebungen in der Schule und anderen Bildungseinrichtungen sein. Ein anderes Thema, das mich persönlich sehr interessiert, ist die Bestandsaufnahme zur datenbasierten Qualitätssicherung im Bildungsbereich. Auch eine Betrachtung der Reformen der Lehrkräftebildung und des Quer- und Seiteneinstiegs wäre lohnenswert. Ganz besonders dringlich ist die Sicherung der Basiskompetenzen für Kinder mit großen Lernrückständen und Entwicklungsverzögerungen. Wir können es uns nicht leisten, eine relevante Gruppe einer Generation abzuhängen.

Von den einen wird die Stäwiko als eine Revolution im föderalen Bildungssystem gefeiert, andere befürchten das Gremium könne ein zahnloser Tiger bleiben, da die Kultusministerien nicht verpflichtet sind, den Empfehlungen zu folgen. Wie lässt sich verhindern, dass die Empfehlungen wirkungslos bleiben?
Mit dem Begriff „Revolution“ gehe ich persönlich sehr vorsichtig um. Ich glaube aber, dass eine solche Kommission ein sehr wichtiger Motor für gezielte Veränderung auf der Grundlage von wissenschaftlichen Befunden sein kann. Ich glaube an die Kraft des empirisch begründeten Arguments. Das ist das, was wissenschaftliche Politikberatung in die Waagschale werfen kann. Dabei gilt es auch, die Grenzen von Wissenschaft und die Unterschiede zwischen wissenschaftlicher Beratung und politischer Entscheidung deutlich zu machen. Nicht alles, was wir empfehlen, wird eins zu eins umgesetzt werden und wenn etwas nicht oder nicht sofort umgesetzt wird, heißt das auch nicht, die Beratung ist gescheitert. Man braucht manchmal einen längeren Atem. Am Ende geht es auch nicht nur um die Politik. Veränderungen im Schulsystem – oder in anderen Bereichen des Bildungssystems – sind nur wirksam, wenn die einzelnen Lehrkräfte im Unterricht aktiv werden. Hier wird die Qualität von Lernen maßgeblich beeinflusst. Das heißt die Empfehlungen müssen immer auch die Lehrkräfte überzeugen.

Wird die Bildungslandschaft in den Ländern nun vergleichbarer, weil sich Politik auf eine gemeinsame wissenschaftliche Basis stützt?
Das denke ich schon. Wir wissen ja inzwischen viel über guten Unterricht. Auf dieser Grundlage wurden auch diagnostische Tools und Fördermaßnahmen insbesondere für Kernfächer entwickelt, die die Länder teilweise auch schon implementiert haben. Wir haben in den letzten Jahren im deutschen Schulsystem auch große Fortschritte durch die verbindliche Einführung von Standards nicht nur für die Schule, sondern auch für die Lehrkräftebildung gemacht. All diese Maßnahmen, die auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt wurden, tragen zur Vergleichbarkeit bei und helfen, Qualität zu sichern und weiterzuentwickeln. Und die Qualität des Unterrichtshandelns von Lehrkräften ist zentral für die Qualität des Systems.

Deshalb ist es mir auch wichtig, dass wir vor allem Maßnahmen zur Verbesserung von Lehr-Lernprozessen in den Blick nehmen und uns nicht – wie der Bildungsrat in den 1970er Jahren – in Strukturdebatten oder in eine fundamentale Föderalismuskritik treiben lassen.

Was steht jetzt bei der Stäwiko als Nächstes auf der Agenda?
Die Kommission wird sich Anfang Juli in einer Klausursitzung über die aus ihrer Sicht zentralen Themen verständigen und über eine Geschäftsordnung abstimmen. Wir müssen auch die Prozesse der Erarbeitung von Gutachten und Stellungnahmen diskutieren. Die Themen werden mit der Kultusministerkonferenz abgestimmt, damit wir nicht an dem Bedarf der Politik und der Praxis vorbei beraten.

Was meinen Sie?

Zur Person

  • Felicitas Thiel ist Professorin für Schulpädagogik und Schulentwicklungsforschung an der FU Berlin. Am 25. Mai wurde sie zusammen mit Bildungsforscher Olaf Köller an die Spitze der Ständigen wissenschaftlichen Kommission (Stäwiko) der Kultusministerkonferenz gewählt.
  • In der Politikberatung ist Thiel eine gefragte Expertin. Sie gehörte zum Beispiel der von der Bildungsverwaltung in Berlin eingesetzten Qualitätskommission unter Leitung von Olaf Köller an. Zudem arbeitete sie an Ad-hoc-Stellungnahmen der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Corona-Krise mit.
  • Seit 2014 ist sie Herausgeberin der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft.

Was ist die Ständige wissenschaftliche Kommission (Stäwiko)?

  • Im Herbst 2020 hat die KMK die Einrichtung einer „Ständigen wissenschaftlichen Kommission“ beschlossen. Anfang Mai 2021 wurden die 16 Mitglieder berufen, 12 von ihnen sind befristet gewählt und vier sind ständige Mitglieder qua Amt. Die Kommission setzt sich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit unterschiedlicher Expertise zusammen, die die gesamte Bildungskette abbilden.
  • Auf ihrer ersten konstituierenden Sitzung Ende Mai hat das Gremium die Berliner Bildungsforscherin Felicitas Thiel undden Kieler Bildungsforscher Olaf Köller zu Vorsitzenden der Kommission gewählt.
  • Die Empfehlungen der unabhängigen Stäwiko sollen für mehr Qualität und Vergleichbarkeit im Bildungssystem sorgen. Bildungspolitische Entscheidungen sollen somit stärker auf wissenschaftlicher Basis getroffen werden. Eine erste Stellungnahme hat die Stäwiko am 11. Juni 2021 zum Corona-Aufholprogramm an Schulen abgegeben.
  • Bis zur Einrichtung und vollständigen Arbeitsaufnahme einer eigenen Geschäftsstelle wird die Stäwiko ihre Stellungnahmen und Empfehlungen auf der KMK-Homepage veröffentlichen. Dies gilt auch für das weitere Informationsangebot wie die Darstellung ihrer Aufgaben, die Arbeitsgrundlagen sowie das Verzeichnis der Kommissionsmitglieder. Die Seite https://www.kmk.org/kmk/staewiko.html wird in Verantwortung der Stäwiko betrieben.