Buch-Tipp

Sammelrezension : Die Zukunft von Schule und Bildung gestalten

Die Auswahl der sechs Bände für diese Sammelrezension verdeutlicht, dass es nicht den einen Weg für die Gestaltung der Zukunft von Schule und Bildung geben kann. Schulentwicklung lebt auch von der Vielfalt der Lösungs- ansätze, der an Bildung Beteiligten und der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen. So unterschiedlich die Perspektiven auf die Zukunft von Schu- le und Bildung und die Zugänge zum Thema sind, eint doch alle Bände der gemeinsame Tenor, dass jetzt die Zeit zu handeln ist, um Schule neu zu denken und neu zu gestalten.

Der Artikel ist in der Pädagogik 1/2022 „Visualisieren“ erschienen.

Generation Greta: Was sie denkt, wie sie fühlt und warum das Klima erst der Anfang ist

Klaus Hurrelmann, Erik Albrecht: Generation Greta. Was sie denkt, wie sie fühlt und warum das Klima erst der Anfang ist, Beltz 2020, 271 Seiten, 19,95 Euro

Jugendforschung als Zukunftsforschung: In Generation Greta analysieren die Autoren Klaus Hurrelmann und Erik Albrecht, in welcher Weise sich die Generation Z – nach der Jahr- tausendwende Geborene und von ihnen auch als Generation Greta bezeichnet – den für sie besonders drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen stellt.

Mit der Fridays-for-Future-Bewegung wird ein hochaktuelles Beispiel gewählt. Die Autoren erklären, was hinter dem steckt, was als Schüler:innenbewegung gestartet ist und sich zu einer globalen Protestbewegung gegen die aktuelle Klimapolitik und darüber hinaus entwickelt hat. Die Leser:innen werden dazu eingeladen, in die Denkweisen einer Generation einzutauchen, der sie nicht angehören, deren Zukunft sie jedoch maßgeblich mitgestalten: Welchen Einfluss hat der Zustand der Gesellschaft?

Welche Rolle spielt die Politik? Welchen Stellenwert nehmen digitale Medien und soziale Netzwerke ein? Und inwiefern kann oder sollte das Bildungssystem auf die daraus abzuleitenden Bedürfnisse junger Menschen reagieren?

Konkrete und inspirierende Umsetzungsbeispiele beschreiben aus dem Blickwinkel der jeweils beteiligten Schüler:innen zum einen zeitgemäße Medienbildung und an die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen anschlussfähige Lernformate und Unterrichtsmethoden. Zum anderen werden Herausforderungen und ein Nachholbe- darf bei der Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie bei der Professionalisierung von Pädagog:innen offengelegt.

Die 18. Shell-Jugendstudie von 2019, an der einer der beiden Autoren beteiligt war, steht im Fokus der Ausführungen. Durch Beschreibungen aus teilnehmenden Beobachtungen und Zitate aus Gesprächen mit Jugendlichen werden die empirischen Ergebnisse anschaulich dargestellt. Zusätzlich werden die Kapitel durch Passagen aus medialen und populärwissenschaftlichen Diskursen angereichert. Einige Argumente und Beschreibungen wirken ein wenig pauschalisierend. Dadurch entsteht der Eindruck, dass den Autoren der eigene Perspektivwechsel

auf eine andere Generation nicht immer leichtfällt. Der Facettenreichtum der Beschreibungen wird zudem ein wenig dadurch geschmälert, dass die Autoren vornehmlich auf den Teil der Generation Z fokussieren, der der gehobenen Mittelschicht und dem Bildungsbürgertum  (S. 65) zugeordnet wird, während die Ausführungen zu den Verlierern dieser Generation eher vage bleiben.

Auch wenn die Generation Greta die Gestaltung ihrer Zukunft selbst an- packt, gibt dieser Band nicht nur pädagogisch interessierten Leser:innen deutliche Hinweise auf die Bedürfnisse und Zukunftsvisionen junger Menschen, um sie in ihrem Bestreben zu unterstützen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Generation Greta durch den Einfluss der Corona-Pandemie entwickeln wird.


Future Fridays – Warum wir das Schulfach Zukunft brauchen

In sieben Kapiteln und einem Exkurs diskutiert Olaf-Axel Burow in Future Fridays – Warum wir das Schulfach Zukunft brauchen, weshalb und wie sich Schule verändern muss, um sich proaktiv mit Zukunftsherausforderungen auseinandersetzen zu können. Anhand von Beispielen aus der Wirtschaft, aktuellen Theorien und Modellen zu Veränderungsprozessen und ganz konkret am Beispiel des Unterrichtsfachs Zukunft zeigt der Autor, wie Schule Experimentier- und Gestaltungsräume bieten kann, die es ermöglichen, existenzielle Herausforderungen und Lebensfragen wie beispielsweise Klimawandel und soziale Ungleichheit zu thematisieren. Zielperspektive ist dabei, diese Themen so zu bearbeiten, dass sich Schüler:innen zu selbstbestimmten Gestalter:innen ihrer Zukunft entwickeln können.

Burow fordert auf der Grundlage theoretischer Konzepte, praxisnaher Ansätze und aktueller Studien eine umfassende Veränderung und Entwicklung von Schule.

Olaf-Axel Burow: Future Fridays – Warum wir das Schulfach Zukunft brauchen, Beltz 2020, 112 Seiten, 16,95 Euro

Im Mittelpunkt der Entwicklung stehen für ihn fächerübergreifendes, problembasiertes Lernen und Kompetenzentwicklung im Sinne der 21st Century Skills. Er gibt konkrete Hinweise und macht Vorschläge für die erfolgreiche Weiterentwicklung von Schule, z. B. die Ausbildung zum Future Designer oder die Durchführung einer Zukunftswerkstatt,

um unverschulte Räume in Schule und Unterricht zu implementieren, in denen aktuelle und zukunftsgewandte Themen bearbeitet werden können. Für Schulen, die sich einen ersten Eindruck von ihrer Zukunftsfähigkeit machen möchten, steht als Zusatzmaterial ein Test zur Verfügung. Für eine tiefergehende Analyse der eigenen Stärken und Schwächen erscheint das Material allerdings eher nicht geeignet.

Das Buch macht Lust auf Schulentwicklung und darauf, Schule und Unterricht gänzlich zu verändern. Deutlich wird, dass die grundlegende Veränderung von Schule ein couragiertes, entschlossenes und kreatives Denken und Handeln erfordert. Die intendierte Radikalität und Komplexität des Veränderungsprozesses könnte indes überfordernd auf Leser:innen wirken, die bisher wenig Erfahrungen mit Schulentwicklung gemacht haben. Deshalb sei darauf hingewiesen, dass Schulentwicklung auch im Kleinen beginnen kann, um Schritt für Schritt einen fundamentalen Wandel zu er- reichen. Eine Inspiration dazu bietet Burows Appell: Sei visionär! Sei lei- denschaftlich! Mach’s einfach! (S.61) Lehrer:innen haben längst nicht mehr allein die Rolle der Vermittler:innen von Fachwissen inne, sondern auch die Rolle der Schulentwickler:innen – oder, wie Burow es beschreibt, der Future Designer.


Schule weiter denken: Was wir aus der Pandemie lernen

Kai Maaz, Michael Becker-Mrotzek (Hrsg.): Schule weiter denken. Was wir aus der Pandemie lernen, Dudenverlag 2021, 160 Seiten, 15 Euro

Die Pandemie als Brennglas für besondere Herausforderungen und blinde Flecken im Schulsystem: Die Autor:innen des von Kai Maaz und Michael Becker-Mrotzek herausgegebenen Sammelbandes Schule weiter denken stellen sich die Frage, wie die Veränderungen und angestoßenen Prozesse in Schule während der COVID-19-Pandemie weiterentwickelt und welche Postulate für zukunftsfähiges Lernen aus den Erfahrungen dieser Krisenzeit abgeleitet werden können.

Der Band beginnt mit einem Problemaufriss, in den die Sichtweisen einer Schulleitung, einer Lehrkraft, von Eltern und Schüler:innen über Schule und Distanzlernen während der Pandemie einfließen. Im Anschluss diskutieren Expert:innen aus Bildungswissenschaft und -verwaltung Erfahrungen aus der Pandemie für die Entwicklung von Schule und Unterricht auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse.

So werden die dringlichsten Herausforderungen des Schulsystems herausgearbeitet, die auch postpandemisch besondere Beachtung finden sollten:

Professionalisierung der Lehrkräfte im Rahmen der digitalen Transformation, Chancenungleichheit und soziale Benachteiligung, selbstständiges Lernen, die Rolle der Schulleitungen, Schulen als lernende Organisationen sowie die Gestaltung von nachhaltigen Entwicklungen auf allen Ebenen des Systems.

Die Beiträge des Bandes diskutieren Missstände, die zum Teil bereits vor der Pandemie offenkundig waren. Dabei geht es den Autor:innen erkennbar darum, die während der Pandemie gemachten Erfahrungen als Katalysatoren für tiefgreifende systemische Veränderungen zu nutzen. Für eine solche ganzheitliche Weiterentwicklung von Schule sind alle beteiligten Ebenen des Bildungssystems einzubeziehen – auch abseits von Krisensituationen. So wird beispielsweise deutlich, dass die Steuerungsebene Freiräume eröffnen und gleichzeitig Unterstützung und Orientierung bieten muss, damit Schulen flexibel und schnell auf Herausforderungen reagieren können.

Die Leser:innen erhalten in diesem Buch wissenschaftsbasiert konkrete Ideen und Impulse. Besonders span- nend für Schulpraktiker:innen dürften die Beiträge zur sprachlichen und mathematischen Bildung (Kapitel 7 und 8) sein. Exemplarisch wird in diesen Kapiteln dargestellt, wie sprachliche und mathematische Bildung im Dis- tanzlernen und unter Einsatz digitaler Tools und Materialien gelingen kann. Trotz der verschiedenen Perspektiven, die der Band abdeckt, kommen die Sichtweisen der Schulpraktiker:innen, Eltern und Schüler:innen, die zu Beginn eingeholt wurden, in den weiteren Beiträgen leider etwas zu kurz.


Mythos Bildung: Die ungerechte Gesellschaft, ihr Bildungssystem und seine Zukunft

In Mythos Bildung analysiert Aladin El-Mafaalani aus unterschiedlichen Perspektiven, wieso das deutsche Bildungssystem es nicht schafft, soziale Ungleichheit systematisch zu berücksichtigen, in der Folge auszugleichen und damit Chancengleichheit herzustellen. Die Ausführungen von El-Mafaalani sind nicht grundlegend neu, jedoch werden die Auswirkungen bestehender Chancenungleichheit im deutschen Bildungssystem vor dem Hintergrund einer Analyse aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen neu diskutiert. Dazu gibt der Autor umfassende Einblicke in das Leben von Kindern, Jugendlichen und Familien aus benachteiligten Milieus und fordert die Leser:innen heraus, sich mit deren Leben und Alltag auseinanderzusetzen. Die Darstellungen stimmen nachdenklich und sensibilisieren auf behutsame und detaillierte Weise für die Heraus- forderungen, Spannungsfelder und Paradoxien, mit denen Benachteiligte konfrontiert sind.

Aladin El-Mafaalani: Mythos Bildung: Die ungerechte Gesellschaft, ihr Bildungssystem und seine Zukunft,Kiepenheuer & Witsch 2020, 320 S., 20 Euro

Auch wenn Forderungen und Handlungsempfehlungen im Fokus stehen, entlasten El-Mafaalanis Ausführungen letztlich das Bildungssystem und insbesondere die einzelne Lehrkraft von Verantwortung, denn Bildung wird nicht zum Allheilmittel für gesellschaftliche Herausforderungen erhoben. So liegt der Schwerpunkt auf realistischen, pragmatischen Veränderungen des Schulsystems – Veränderungen, die laut Autor sofort funktionieren (S. 203) und die von den im Bildungssystem aktiven Personen angestoßen und umgesetzt werden können. Beispielsweise werden Lehrer:innen zur Einrichtung von Patensystemen und multiprofessionellen Teams, zur verstärkten Arbeit im Ganztag und zu einer Fokussierung auf den Unterricht ermutigt.

Diese Ermutigung wird durch die Forderung nach einer stärkeren finanziellen Förderung des Bildungssystems gerahmt. Mythos Bildung  zeigt eindrücklich, dass viele gesamtgesellschaftliche Einflussfaktoren zur Chancenungleichheit beitragen, die nicht ohne Weiteres verändert werden können. Jedoch
wird gleichermaßen deutlich, dass alle Akteur:innen im Bildungssystem einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Chancengleichheit leisten und schon kleine Veränderungen einen bedeu- tenden Unterschied für Schüler:innen ausmachen können. So realistisch und pragmatisch die formulierten Handlungsempfehlungen sind, so zaghaft sind sie zum Teil auch. Vielleicht sogar zu zaghaft, um Möglichkeitsräume zu öffnen für einen mutigen und grundlegenden Wandel von Schulen. Neben den exemplarisch beschriebenen Konzepten, die Schulen gemeinsam mit außerschulischen Partnern umsetzen, hätten Beispiele innovativer Schulen sichtbar machen können, wie es gelingt, Schule so umfassend zu ändern, dass Chancenungleichheit reduziert oder zumindest nicht weiter verschärft wird.


Wie Bildung gelingt – Ein Gespräch

Harald Lesch, Ursula Forstner: Wie Bildung gelingt. Ein Gespräch, wbg 2020, 144 S., 20 Euro

Harald Lesch und Ursula Forstner verknüpfen in Wie Bildung gelingt zwei Gesprächsstränge miteinander: Ein realer Dialog zwischen Lesch und dem Philosophen Wilhelm Vossenkuhl wird mit einem fiktiven Dialog zwischen Forstner und dem längst verstorbenen Philosophen Alfred North Whitehead (1861-1947) verflochten. Diskutiert wird dabei das aktuelle Schul- und Bildungssystem mit dem Ziel, Impulse für ein Umdenken abzuleiten.

Die vier Diskutant:innen stellen konsequent Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung, die Bildung erfahren sollen, um individu- elle und gesellschaftliche Herausfor- derungen in einer komplizierten und komplexen Welt meistern zu können.

Wie ein roter Faden zieht sich die Kritik an der Ökonomisierung von Bildung durch das Buch, die dazu führe, Kinder und Jugendliche wie Maschinen(S. 33) zu behandeln, die es zu perfektionieren gelte. Schule soll – hier sind sich die Diskutant:innen einig – den Grundstein für erfüllende Biografien legen und ideenreiche Pioniere [hervorbringen], die die Welt braucht (S. 105). Lehrer:innen werden entsprechend aufgefordert, Freiräume für das Gedeihen der Fantasie in der Schule zu eröffnen und diese zu schützen. Das Buch schließt mit dem Appell an alle Lehrenden, Enthusiasmus zu wecken und die Umgebung für Entdeckungen, Eigeninitiative und Selbstdisziplin zu schaffen (S. 125).

Besonders ist, dass Whiteheads Ansätze aus dem frühen 20. Jahrhundert durch kluge Argumentationslinien in den Dialogen auf die heutige Schule übertragen werden. Für Leser:innen, die mit den Originaltexten Whiteheads nicht vertraut sind, ist jedoch die Kontextualisierung der Zitate nicht immer nachvollziehbar. Dennoch inspiriert die Diskussion seiner Thesen und fordert auf eher ungewöhnliche und oftmals auch humorvolle Art und Weise dazu auf, Fragen an den Bildungsbegriff und die derzeitige Verfasstheit von Schule zu stellen, aktuelle Strukturen sowie das eigene Verständnis von Wissen und Bildung kritisch zu hinterfragen. Die Leser:innen werden angeregt, die entwickelten Ideen weiterzudenken und beispielsweise auf fächerübergreifenden Unterricht oder alternative Formen der Leistungsbeurteilung zu beziehen. Auf dieser Grundlage lassen sich wiederum gesamtgesellschaftliche und pädagogische Haltungsfragen diskutieren. Auch für Leser:innen, die sich schon intensiv mit der Thematik beschäftigt haben, bietet das Buch Anregungen für einen interdisziplinären Diskurs.


Schule verändern – jetzt!

Kati Ahl widmet sich in Schule verändern – jetzt! drängenden Themen der Schulentwicklung und versucht gemeinsam mit Expert:innen, die Vision einer zukunftsfähigen Schule zu kreieren. Durch präzise formulierte Fragestellungen, die an aktuelle Diskurse im Bildungsbereich anschließen und die ganze Spannweite des Themenfelds berücksichtigen, gelingt es der Autorin, ein detailliertes und vielschichtiges Bild der komplexen Herausforderungen im Bildungssystem zu skizzieren. Dabei greift sie auch Entwicklungen während der Corona-Pandemie auf, insbesondere in Hinblick auf die Digitalisierung des Unterrichts.

Die Autorin wählt dafür einen multiperspektivischen Ansatz, indem sie Interviews mit Vertreter:innen relevanter Akteursgruppen führt. Renommierte Personen aus Bildungswissenschaft und Good Practice von Schule sowie Eltern und Schüler:innen kommen zu Wort, wodurch die Auseinandersetzung mit den komplexen Fragestellungen lebendig wird. Die Gesprächspartner:innen der Autorin sind sich einig, dass sich Schule verändern muss, um den gesellschaftlichen Herausforderungen und den Bedürfnissen von Schüler:innen gerecht zu werden und zukunftsfähig zu sein.

Kati Ahl: Schule verändern – jetzt! Wegweisende Antworten auf drängende Fragen, Kallmeyer/Klett 2020, 232 Seiten, 22,95 Euro

Neben beeindruckenden Ideen und visionären Veränderungsimpulsen werden konkrete Anregungen gegeben, wie eine nachhaltige Veränderung in Schule gelingen kann. Farblich abge- setzt werden weiterführende Informa- tionen und kurze Exkurse zu zentralen fachlichen Aspekten angeboten, sodass eine breite Leser:innenschaft angespro- chen wird. Die verschiedenen Impulse, Ideen, Visionen und Erfahrungswerte aus den umfangreichen Gesprächen kondensiert Ahl zu 17 pointierten Thesen für die Veränderung von Schule, die in den von ihr konzipierten BETA- Zirkel als ein Konzept zur Schulentwicklung (S. 215) münden.

In dem Bestreben, allen relevanten Themen Raum zu geben, bleiben die Auseinandersetzungen stellenweise an der Oberfläche. Vielleicht hätten kontroverse Positionen den Diskurs an einigen Stellen zusätzlich bereichern können. Dennoch wird der breite Erfahrungsschatz der Autorin nicht zuletzt durch ihre Fähigkeit deutlich, treffende Fragen zu formulieren und gemeinsam mit ihren Interviewpartner:innen spannende Perspektiven aufzuzeigen.

Zur Person

Corinna Gottmann ist Mitarbeiterin im Bildungsbereich der Robert Bosch Stiftung und im Handlungsfeld „Bildungssystem“ tätig. Sie studierte Psychologie und forschte anschließend an verschiedenen universitären und außeruniversitären Einrichtungen zu Prozessen der Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie zu schulübergreifender Vernetzung. Darüber hinaus war sie Dozentin in der Lehrkräfteaus- und -weiterbildung tätig und lässt sich berufsbegleitend zur systemischen Supervisorin und Coachin weiterbilden.

Maren Krempin ist Mitarbeiterin im Handlungsfeld „Bildungseinrichtungen“ im Fördergebiet Bildung der Robert Bosch Stiftung. Nach dem Studium der Germanistik und Anglistik in Mannheim und Greensboro/USA leitete sie Projekte an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis an der Universität Mannheim und am Mannheimer Zentrum für empirische Mehrsprachigkeitsforschung (MAZEM gGmbH). Sie verantwortete Konzeption, Implementierung und Evaluation von Sprachförderkonzepten im Elementar- und Primarbereich. Außerdem leitete sie den Fortbildungsbereich und konzipierte Fortbildungsangebote sowie Train-the-Trainer-Maßnahmen mit unterschiedlichen inhaltlichen Zielsetzungen.

Simon Moses Schleimer ist Mitarbeiter im Handlungsfeld „Bildungseinrichtungen” im Fördergebiet Bildung der Robert Bosch Stiftung. Er studierte Germanistik und Geografie für das Lehramt an Gymnasien. Er promovierte am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität Marburg und war dort, an der Universität Leipzig und an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in der Lehrer:innenausbildung tätig. Lehr- und Forschungserfahrung sammelte er an der Salahaddin University-Erbil, der Hebrew University of Jerusalem und der Universiti Sains Malaysia.