Coronavirus : Welche Regeln gelten für Schulen?

Immer mehr Menschen haben sich inzwischen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Alle Bundesländer sind inzwischen betroffen. Die Situation hat auch Auswirkungen auf die Schulen. Einige Schulen sind bereits geschlossen. Das Schulportal hat recherchiert, welche Verhaltensregeln in den einzelnen Bundesländern gelten und was das für den Schulalltag und anstehende Klassenfahrten bedeutet.
Aktualisiert: 10. März

Das Wichtigste zum Schuljahresbeginn 2020/21 in den Bundesländern

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Modell des Coronavirus
Die Ausbreitung des Coronavirus hat große Auswirkungen auf den Schulalltag.
©dpa

Aus immer mehr Bundesländern kommen Nachrichten über Menschen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Es löst die Lungenkrankheit COVID-19 aus. Das Robert-Koch-Institut in Berlin aktualisiert ständig die Fallzahlen und seine Risikobewertung. Auch die Liste der Risikogebiete wird täglich vom Robert-Koch-Institut aktualisiert. Die Ausbreitung der Krankheit hat auch Auswirkungen für die Schulen und Kitas. Die Unsicherheit ist hier groß. Die für Schulen zuständigen Bildungsbehörden oder Kultusministerien haben inzwischen an die Bildungseinrichtungen Mitteilungen verschickt, in denen sie über den Infektionsschutz informieren und Verhaltensregeln für Verdachtsfälle nennen. In manchen Bundesländern hat das auch schon Auswirkungen auf bevorstehende Klassenfahrten. Und auch erste Schulschließungen gibt es bereits. Wie in Italien, vorerst sämtliche Schulen des Landes zu schließen, halten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD), aber bislang nicht für angemessen. Die Bildungsmesse didacta, die ursprünglich Ende März auf dem Messegelände in Stuttgart stattfinden sollte, wurde wegen der Ausbreitung des Coronavirus inzwischen abgesagt und soll zu einem späteren Termin stattfinden.

Baden-Württemberg: Das Bundesland ist (Stand 9. März) nach Nordrhein-Westfalen und Bayern bislang am stärksten vom Ausbruch des Coronavirus betroffen. Inzwischen wurden auch einige Schulen in Baden-Württemberg vorübergehend geschlossen. Am 3. März meldete das Kultusministerium, dass die Stornierungskosten für zwingend abgesagte Klassenreisen in Risikogebiete oder vom Gesundheitsamtes empfohlene abgesagte Klassenreisen ins Ausland vom Land Baden-Württemberg übernommen werden. Zusätzlich zu den vom Robert-Koch-Insitut zu Risikogebieten erzielten Regionen empfiehlt das Ministerium für Soziales und Integration in einer aktuellen Mitteilung, das französische Département Haut-Rhin im südlichen Elsass, das an Südbaden grenzt, für Baden-Württemberg zusätzlich wie ein Risikogebiet zu behandeln.

Aufgrund der neuen Bewertung hat das Kultusministerium am 10. März alle Schulen und Kindergärten darüber informiert, dass Personen, die aus dem Département Haut-Rhin zur Schule oder Arbeit nach Baden-Württemberg pendeln, entsprechend der Empfehlung für Reiserückkehrer aus Risikogebieten zunächst für 14 Tage zu Hause bleiben sollen. Bereits vor zwei Wochen hat das Kultusministerium in einem Schreiben an Schulen erklärt, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt zu einem Infizierten hatten, zunächst freigestellt werden sollen. Ihre Bezüge laufen während der Freistellung weiter. Es gibt auch eine spezielle Hotline zum Coronavirus, die werktags von 9 bis 16 Uhr erreichbar ist: Tel. 0711 904-39 555.

Bayern: In Bayern werden ab Montag (16.März) alle Schulen geschlossen. Bayern verzeichnet nach Nordrhein-Westfalen die meisten Coronavirus-Fälle (10. März).  Auf der Website des bayerischen Kultusministeriums gibt es umfangreiche Informationen zum Coronavirus für Schulen sowie ein Merkblatt für Erziehungsberechtigte. Hier heißt es: „Hat die Schule Kenntnis von Verdachts- bzw. Kontaktfällen, nimmt die jeweilige Schulleitung unverzüglich Kontakt mit dem zuständigen Gesundheitsamt auf.“ Vorsorglich sollen Schülerinnen und Schüler, die in den Faschingsferien in Risikogebieten im Urlaub waren, vorerst nicht zur Schule gehen. Weiter gibt es konkrete Handlungsanweisungen zur Hygiene und zu Klassenfahrten. Demnach gilt: „Die Schulen haben hier unter Berücksichtigung der Umstände (insbesondere Zielort und gegebene Situation) zu entscheiden.“ Das Ministerium vrweist außerdem für tagesaktuelle Informationen auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Hier wird unter anderem der Pandemieplan für Bayern vorgestellt. Die Hotline zu Fragen rund um das Coronavirus lautet: Tel. 09131 6808-5101.

Berlin: Schulen und Kitas in Berlin von nächster Woche an stufenweise ihren Betrieb ein. Das teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am 13. März mit. Die Senatsverwaltung für Bildung bezieht sich wie alle Bundesländer auf ihrer Website auf die Informationen des Robert-Koch-Instituts. Zusätzlich wird hier aufgeführt, wie die Abklärung eines Verdachtsfalls konkret aussieht und welche Maßnahmen dabei ergriffen werden. „Die Meldung hat nur zu erfolgen, wenn der Verdacht sowohl durch das klinische Bild als auch durch einen wahrscheinlichen epidemiologischen Zusammenhang begründet ist“, ist dort zu lesen. Bei einem bestätigten Verdacht muss in Berlin das zuständige Gesundheitsamt, die Schul- bzw. Kitaaufsicht sowie die Pressestelle der Senatsverwaltung für Bildung benachrichtigt werden. Als speziellen Tipp zum richtigen Händewaschen gibt es einen Verweis auf die Kampagne „Waschen wie Walter“ des Bundesgesundheitsministeriums. Für Fragen ist täglich von 8 bis 20 Uhr eine Hotline unter Tel. 030 9028-2828 geschaltet.

Brandenburg: Auch in Brandenburg sind inzwischen einige Schulen geschlossen. Betroffen davon ist vor allem Neustadt/Dosse nordwestlich von Berlin. Dort befindet sich auch ein Internat, das Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Bundesgebiet besuchen. Alle Schulämter und Schulen in Brandenburg haben vom Bildungsministerium des Landes ein Schreiben erhalten, das „über die Verantwortlichkeiten in Sachen Coronavirus“ informiert. Darin enthalten sind die Meldepflicht und das Vorgehen, wenn sich bei einer Person in der Schule Symptome zeigen, und es gibt einen Passus zu Schulfahrten. Entscheiden, ob eine geplante Fahrt stattfindet oder vorzeitig beendet wird, sollen die Schulen selbst in Abstimmung mit den Eltern. Ausdrücklich wird betont: „Stornokosten werden nicht übernommen.“

Bremen: Auf Anordnung der Bildungsbehörde wurden bereits Ende vergangener Woche an mehreren Bremer Schulen Klassenfahrten nach Norditalien gestrichen. Weiter heißt es auf der Seite der Behörde: „Alle Schülerfahrten nach Italien von öffentlichen Schulen in der Stadtgemeinde Bremen, die bis zum 31.03.2020 beginnen, sind abzusagen.“ Außerdem nennt die Bildungsbehörde Regeln zu Meldepflicht und Hygienemaßnahmen. Bei weiteren Fragen verweist die Behörde auf die Hotline des Bundesgesundheitsministeriums, die von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und am Freitag bis 12 Uhr unter Tel. 030 346 465 100 erreichbar ist.

Hamburg: In Hamburg sind gerade Frühjahrsferien. Der Unterricht beginnt hier wieder am 16. März. Kurz vor Ferienbeginn hat die Bildungsbehörde alle Schulen in Hamburg noch über den aktuellen Stand des Coronavirus informiert und hat wegen der bevorstehenden Ferien ausdrücklich auf die Informationsseiten des Auswärtigen Amtes für Reisende hingewiesen. Für Reiserrückkehrer und Hamburger, die befürchten, sich infiziert zu haben, steht der Hamburg Service unter Tel. 115 zur Verfügung. Außerdem gibt es eine Hotline unter Tel. 040 428 284 000.

Hessen: Nach dem Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus bei einem Lehrer haben die Behörden zunächst für eine Woche zwei Schulen im Kreis Bad Dürkheim geschlossen. Das teilte das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Die Seite des Kultusministeriums verweist aktuell auf die allgemeinen Hinweise zum Coronavirus auf das zuständige Sozialministerium. Am Dienstag hat das Kultusministerium ein Informationsschreiben an die Schulleitungen geschickt. Darin werden vor allem die Schutzmaßnahmen beschrieben. Außerdem geht es um Meldepflicht und Klassenfahrten. Es wird hier auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Schulpflicht weiter besteht, sofern „eine Schule nicht von den zuständigen Gesundheitsbehörden geschlossen wurde”. Zu den anstehenden Abiturprüfungen, die am 19. März in Hessen beginnen, sollten noch im Laufe dieser Woche weitere Informationen folgen. Und die für die Abschlussprüfungen in anderen Bildungsgängen zuständigen Schulen würden bei Bedarf nach den Osterferien die notwendigen Informationen erhalten. Bei Fragen zum Virus gibt es auch in Hessen eine Hotline unter Tel. 0800-5554666, die täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar ist.

Mecklenburg-Vorpommern: Das Bildungsministerium in Mecklenburg-Vorpommern hat an alle Schulen in einem Schreiben über den Infektionsschutz und über das Vorgehen bei Schulfahrten informiert. Ein generelles Reiseverbot gibt es nicht, jedoch wird ausdrücklich abgeraten von Fahrten in Ländern „mit einer erhöhten Zahl an Krankheitsfällen, wie z. B. nach Norditalien“. Zusätzlich gibt es auf der Seite des Ministeriums Links zu Hygienemaßnahmen und zur aktuellen Lage. Für weitere Fragen wird auf die Hotline des Bundesgesundheitsministeriums (s. Bremen) verwiesen.

Niedersachsen: In Niedersachsen informierte das Gesundheitsministerium am 9. März, dass alle Schulklassen, die von Klassenfahrten aus einem Risikogebiet zurückkehren, vorsorglich in Quarantäne bleiben sollen. Das Kultusministerium hat in einer Basisinformation für Schulen und Kitas alle relevanten Fragen zu Hygienemaßnahmen, Schulfahrten und zu beachtenden Meldewegen auf den Punkt gebracht. Bei Corona-Verdachtsfällen nimmt die Schulleitung unverzüglich Kontakt zum Gesundheitsamt und zur Landesschulbehörde auf. Von Klassenfahrten in betroffene Regionen wird abgeraten.

Nordrhein-Westfalen: In Nordrhein-Westfalen ist der Coronavirus bereits in fast 300 Fällen (Stand 6. März) nachgewiesen worden. Das Kultusministerium verweist auf eine Mail zum Umgang mit dem Virus an alle Schulen, die am 27. Februar verschickt worden ist. Darin wird auf die Möglichkeit der Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen hingewiesen. Ab 26. Februar wurde eine erste Schule in Heinsberg geschlossen, inzwischen sind viele Schulen betroffen. Am Donnerstagabend traf es als jüngsten Fall ein Gymnasium in Münster – die Schule bleibt nun bis einschließlich Dienstag, 17 März, zu. Sofern eine Schule nicht von den Behörden geschlossen wurde, besteht aber weiterhin die Schulpflicht.

Sofern eine Schule nicht von den Behörden geschlossen wurde, besteht die Schulpflicht.

Rheinland-Pfalz: Das Kultusministerium hat ein Informationsschreiben für Schulen und Kitas sowie ein gesondertes Informationsblatt für Eltern herausgegeben. Verhaltensregeln zur Hygiene sollten demnach in den Schulen mit den Schülerinnen und Schülern eingeübt werden. Zusätzlich zu den normalen Hygieneplänen der Schulen sollten Türklinken, Handläufe, Spielzeug, Computertastaturen und Arbeitsflächen gründlich gereinigt werden. Eine Hotline für alle Schulen ist unter Tel. 0261-20546-13300 zu den üblichen Bürozeiten erreichbar. Schulfeste und Klassenfahren müssten zum derzeitigen Zeitpunkt nicht grundsätzlich abgesagt werden.

Saarland: Im Saarland sollen ebenfalls ab Montag alle Schulen vorerst geschlossen bleiben. Das Kultusministerium informiert Schulen ebenfalls über Meldeketten, Schulfahrten und Hygienemaßnahmen. Auch hier sollen in den Schulen beispielsweise zusätzlich Handläufe und Türklinken gereinigt werden. Zur persönlichen Beratung hat das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie unter Tel. 0681 501-4422 eine Telefon-Hotline eingerichtet.

Sachsen: Am 28. Februar hat das Kultusministerium eine Information über empfohlene Infektionsschutzmaßnahmen auf seiner Website veröffentlicht. Darin wird ähnlich wie in den anderen Bundesländern auf Hygieneregeln, auf das Handeln im Verdachtsfall und auf einen sensiblen Umgang mit Schulfahrten hingewiesen.

Sachsen-Anhalt: Im Zuge der vom Land unternommenen Präventivmaßnahmen, die die Ausbreitung des Corona-Virus verhindern sollen, werden ab 10. März Klassenfahrten, schulische Studienfahrten und Schüleraustausche bis zum 31. Mai 2020 ausgesetzt, hieß es am Dienstag aus dem Bildungsministerium. Die Schulleitungen wurden aufgefordert, mit Ausnahme eintägiger Fahrten innerhalb Sachsen-Anhalts, alle Reisen abzusagen. Stornierungskosten werden vom Land übernommen. Auch Sachsen-Anhalt meldete am 9. März erste Infektionen mit dem  Coronavirus. Mehrere Schulklassen sind deshalb bereits in Quarantäne. „Sollten Schulen Kenntnis von Verdachts- bzw. Kontaktfällen haben, greifen einheitliche Abläufe, die für derartige Fälle in den allen Schulen vorliegenden Handlungsleitfäden für Krisenprävention und -intervention beschrieben sind“, heißt es auf der Website. Darüber hinaus wird auf die Telefon-Hotline des Landesamtes für Verbraucherschutz verwiesen: Tel. 0391-2564222. Die Hotline ist von Montag bis Donnerstag, 9 bis 11 Uhr und 13 bis 15 Uhr sowie am Freitag von 9 bis 11 Uhr erreichbar.

Schleswig-Holstein: Die Informationen des Bildungsministeriums beziehen sich vor allem auf Wanderfahrten und Klassenreisen. Das Ministerium hat die Schulen aufgefordert, sorgfältig abzuwägen, ob eine geplante Auslandsfahrt angetreten werden sollte. Zudem müssen Schulleitungen die Schulaufsicht informieren, wenn sich eine Lehrkraft oder eine Schülerin oder ein Schüler mit dem Virus infiziert hat.

Thüringen: Ausführliche Informationen über die wichtigsten Schritte bei einem Corona-Verdachtsfall an der Schule bietet das Bildungsministerium in Thüringen. Für Klassenfahrten gilt, wie in den anderen Bundesländern, den Einzelfall sorgfältig zu prüfen. Die Planungen für neue Fahrten sollten zunächst zurückgestellt werden. Und es gibt Aushänge für Kinder und Eltern mit Hygienetipps zum Download. mit dpa

Auf einen Blick

Hinweise zum Infektionsschutz für Bildungseinrichtungen aus dem Merkblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

  • Halten Sie beim Husten oder Niesen größtmöglichen Abstand – drehen Sie sich am besten weg.
  • Niesen Sie in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch, das Sie danach entsorgen.
  • Vermeiden Sie Berührungen, wenn Sie andere Menschen begrüßen.
  • Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife.
  • Halten sie die Hände vom Gesicht fern, vermeiden Sie es, mit den Händen Mund, Augen oder Nase zu berühren.