Dieser Artikel erschien am 07.06.2019 in der taz
Autorin: Kaija Kutter

Abi-Eklat in mehreren Bundesländern : Bessere Noten in Mathe

In zwölf Bundesländern gab es Protestpetitionen, weil Schüler das Mathe-Abi zu schwer fanden. Einige Klausuren werden jetzt besser bewertet.

Schüler bestreiken das Mathe Abi
In Hamburg wird nach dem Protest die Bewertungsskala verschoben
©dpa

Die Mathe-Abiturienten in Hamburg, Bremen und dem Saarland können aufatmen. Ihre Klausuren werden etwas besser bewertet als geplant, wie diese Woche bekannt wurde. Der Grund: Nicht nur Schul­leiter und Lehrer, auch das Institut zur Qualitäts­entwicklung im Bildungs­wesen (IQB) in Berlin erkannte an, dass ein Teil der zentral gestellten Aufgaben auf Grund­kurs-Niveau zu text­lastig und zu umfang­reich für die zur Verfügung stehende Zeit waren.

Bundesweit hatte es Anfang Mai Protestpetitionen in zwölf Bundes­ländern gegeben, weil Schüler von Bayern bis Kiel die dies­jährigen Mathe-Aufgaben zu schwierig fanden. In Hamburg wird jetzt die Bewertungs­skala verschoben. Eine Schülerin, die zunächst 7 Punkte hatte, kommt so auf 9 Punkte. Auch im Saarland und Bremen gibt es eine leicht „mildere“ Bewertung.

Doch Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) erklärte, es gebe keine Noten-Korrektur. Die Aufgaben seien zwar anspruchs­voll, aber lösbar. Auch Schleswig-Holstein und Bayern sehen keinen Handlungs­bedarf.

Der Flicken­teppich an Reaktionen erklärt sich schlicht daraus, dass jedes Land ein anderes Abi schrieb. Nur Hamburg nahm zu 100 Prozent Aufgaben aus dem zentralen Aufgaben­pool und Bremen nahezu. Nieder­sachsen hingegen hatte zur Hälfte eigene Aufgaben gestellt; Schleswig-Holstein zu einem Drittel.

Ab 2021 soll die Entnahme der Pool-Aufgaben verbindlicher geregelt sein. Darauf hatten sich die Kultus­minister­konferenz (KMK) 2018 verständigt. Das Abitur stand auch in dieser Woche auf der Tages­ordnung der KMK. „Es haben sich alle 16 Bundes­länder erneut zum gemeinsamen Aufgaben­pool bekannt“, sagte der amtierende Vorsitzende Ralph Alexander Lorz (CDU) am Freitag.

Das Ziel sei ein einheitlicher Standard für alle Länder. „Ab 2021 gilt: Wenn ein Land Aufgaben aus dem gemeinsamen Pool entnimmt, dürfen diese nicht mehr modifiziert werden.“ Ob ein Land aus dem Pool Aufgaben nimmt, soll freiwillig bleiben.