Niedersachsen : Bessere Beratung für Schüler auf dem Weg in die Arbeitswelt

Niedersachsen will mit einem neuen Erlass allen Schülerinnen und Schülern einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben ermöglichen.

Antje Tiefenthal / 19. Dezember 2018
Ein junger Mann mit Helm und Schutzkleidung steht auf einer Baustelle
Dank des neuen Erlasses sollen Niedersachsen Schülerinnen und Schüler leichter einen Beruf finden, der zu ihnen passt.
©Armin Staudt/photocase

Niedersachsens Schülerinnen und Schüler erhalten an den Gymnasien und Gesamtschulen des Landes künftig 25 Praxistage, um sich besser auf Ausbildung und Beruf vorbereiten zu können. Bislang war lediglich ein zehntägiges Schülerbetriebspraktikum verpflichtend.

Diese Änderung sieht der kürzlich in Kraft getretene neue Erlass zur Beruflichen Orientierung an den allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufen I und II vor. Jugendliche sollen damit noch besser auf ihren weiteren Lebensweg nach der Schulzeit vorbereitet werden, heißt es dazu in einer Mitteilung des Niedersächsischen Kultusministeriums. „Wir wollen den jungen Menschen unnötige Frustrationserlebnisse durch Ausbildungs- oder Studienabbrüche ersparen. Schule kann einen großen Beitrag dazu leisten, dass Schülerinnen und Schüler einen Beruf finden, der ihren Interessen, Potenzialen und Fähigkeiten entspricht und der auf lange Sicht Freude bereitet. Es ist zudem im Interesse von Betrieben und Wirtschaft, wenn fundierte Berufswahlentscheidungen gefällt werden“, so Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne.

Neben der Ausweitung der Praxistage, die Schulen zum Beispiel auch für den Besuch von Berufsmessen, Börsen-Planspielen oder Schülerfirmen nutzen können, ist das sogenannte „Kompetenzfeststellungsverfahren“ eine weitere zentrale Neuerung des Erlasses. Dieses Verfahren soll den Schülerinnen und Schüler zeigen, was ihre besonderen Stärken, Interessen und Entwicklungspotenziale sind. Eine berufliche Richtung soll laut Niedersächsischem Kultusministerium dabei aber nicht definiert werden: „Vielmehr sollen die Jugendlichen ihre gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um ihre Fähigkeiten und Neigungen besser einschätzen und ausbauen zu können.“

Die Schulen sind jetzt angehalten, Konzepte zur Umsetzung der Beruflichen Orientierung zu entwickeln – unter Einbeziehung außerschulischer Partner. Das Land stellt den Schulen für die Organisation der Zusammenarbeit 1.000 Anrechnungsstunden zur Verfügung. Kultusminister Tonne kündigte an: „Wir werden den Erlass und die Umsetzung eng begleiten und genau hinschauen, ob die gewünschten Erfolge nach und nach einsetzen.“

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