Schulabschlüsse 2021 : Abitur im Corona-Jahr: Streit ums Mathe-Abitur

In den meisten Bundesländern sind die Abiturprüfungen inzwischen abgeschlossen. Die Kultusministerkonferenz hatte sich bereits im Januar darauf verständigt, dass die Prüfungen auch im zweiten Corona-Jahr regulär stattfinden. Allerdings gab es in diesem Jahr für die Schülerinnen und Schüler einige Erleichterungen im Sinne eines Nachteilsausgleichs. Das Schulportal stellt vor, wie der Rahmen für das Abi und die anderen Schulabschlüsse 2021 gesteckt ist – und welche Pannen es bei den Abiturprüfungen bislang gibt. Vor allem an den Mathe-Abiturklausuren gibt es in manchen Bundesländern heftige Kritik.

Annette Kuhn / 21. Juni 2021
Abitur 2021 Jugendliche im Raum bei den Prüfungen
Die Abiturprüfungen laufen zum zweiten Mal unter Pandemie-Bedingungen.
©Sebastian Kahnert/dpa

Die Prüfungen für das Abitur und die anderen Abschlüsse finden trotz Corona-Pandemie auch in diesem Schuljahr statt. Darauf haben sich die Kultusministerinnen und Kultusminister bereits im Januar verständigt. Zuvor gab es immer wieder Kritik an diesem Vorgehen – von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und auch von Schülerseite. In einigen Bundesländern sind die Abiturprüfungen inzwischen bereits abgeschlossen, in anderen Bundesländern laufen sie derzeit noch.

Besonderheiten und Kritik beim Abitur 2021

Trotz der beschlossenen Erleichterungen für die Prüfungen zum Abitur 2021 gab es in einigen Bundesländern Kritik, weil Aufgaben zu schwer gewesen sein sollen. Insbesondere um die Abiklausuren in Mathematik gibt es in einigen Bundesländern Streit – vor allem in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpmmern. Die Länder haben darauf unterschiedlich reagiert. Ein paar Pannen gab es bei den Prüfungen zum Abitur außerdem – und die ersten Abiturientinnen und Abiturienten bekommen ein digitales Zeugnis ausgestellt.

Die Voraussetzungen für die Vorbereitung auf das Abitur 2021 und die anderen Abschlussprüfungen waren aber sehr unterschiedlich. Auch wenn in allen Bundesländern für die Abschlussklassen meist Präsenzunterricht möglich war, gab es große Unterschiede bei der Lernbegleitung durch die Schulen und Lehrkräfte, weil auch das Infektionsgeschehen unterschiedlich war. Und auch die Lernbedingungen zu Hause – technische Ausstattung, Lernumgebung und Unterstützung durch das Elternhaus – waren nicht gleich. So haben die Jugendlichen vor dem Abi oder anderen Abschlüsse unterschiedlich gute Voraussetzungen, um sich auf die Prüfungen vorzubereiten.

Daher gab es auch Forderungen, den Abschlussjahrgängen in diesem Jahr einen Corona-Bonus zu geben, also die Abschlussnoten insgesamt anzuheben. Diskutiert wurde auch immer wieder, die Abiturprüfungen abzusagen und stattdessen ein sogenanntes „Durchschnittsabitur“ zu vergeben. Dabei errechnet sich die Abschlussnote aus dem Durchschnitt der in der Oberstufe erbrachten Leistungen. Solche Forderungen gab es bereits im vergangenen Jahr. In einigen EU-Ländern wie Frankreich und den Niederlanden wurden sie auch umgesetzt. Und auch 2021 haben bereits Großbritannien und Schweden die Abschlussprüfungen abgesagt.

Erleichterungen für Abi und andere Abschlussprüfungen

Eine Absage der Abschlussprüfungen sollte es in Deutschland nicht geben. Die KMK hat sich aber auf einen veränderten Rahmen für die Prüfungen verständigt. Dieser Rahmen soll Standards sichern, um die Vergleichbarkeit der Schulabschlüsse zu gewährleisten. Die Länder sollen zugleich individuelle Spielräume bekommen, um die durch die Corona-Pandemie entstandenen Einschränkungen kompensieren zu können. Im Einzelnen ist vorgesehen:

  • Verschiebung von Prüfungsterminen: Die Abiturtermine  und die Termine für andere Abschlussprüfungen können in diesem Schuljahr später stattfinden, um mehr Zeit für die Vorbereitung zu gewinnen. Allerdings haben die Bundesländer hier unterschiedlich große Spielräume – je nachdem, wann die Sommerferien beginnen.
  • Mehr Zeit: Im letzten Kurshalbjahr der Oberstufe und im zweiten Halbjahr der Abschlussklassen in der Sekundarstufe I kann die Anzahl der eigentlich vorgesehenen Klausuren und Klassenarbeiten reduziert werden. Auch während der Prüfungen wird den Schülerinnen und Schülern mehr Arbeitszeit gewährt.
  • Mehr Flexibilität bei Prüfungsinhalten: Es gibt beim Abi 2021 gewisse Abweichungen vom sonst üblichen Zentralabitur. So können die Länder den Schulen eine größere Auswahl von Aufgaben für die zentralen Abiturprüfungen zur Verfügung stellen. Die Lehrkräfte treffen dann eine Vorauswahl. So soll vermieden werden, dass die Prüflinge Aufgaben bekommen, auf die sie sich aufgrund der Unterrichtseinschränkungen nicht vorbereiten konnten. Außerdem kann der mögliche abzufragende Prüfungsstoff beim Abitur 2021 auf bestimmte Themenbereiche reduziert werden. Schulen können den Prüflingen auch mehr Wahlmöglichkeiten bei den Themen geben.
  • Wiederholen ist erlaubt: Die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen an Gymnasien und anderen weiterführenden Schulen sollen wegen der Corona-Pandemie die Möglichkeit bekommen, das Schuljahr zu wiederholen, ohne dass dieses zusätzliche Jahr auf die Schulzeit angerechnet wird. Mit dpa

Aktuelle Bestimmungen in den Bundesländern

Grundsätzlich handelt es sich bei der Verabredung der KMK um einen gemeinsamen Rahmen, der rechtlich aber nicht bindend ist, weil die Bundesländer für die Schulpolitik selbst verantwortlich sind. Die Bundesländer greifen die von der KMK vorgeschlagenen Erleichterungen zum Abitur 2021 und den anderen Schulabschlüssen aber weitgehend auf. Entsprechend haben sie die Bestimmungen für die Abschlussprüfungen, Abiturtermine und Themenauswahl inzwischen angepasst. Das Schulportal stellt hier dar, welche Regelungen es in den einzelnen Ländern zum Abi und den anderen Abschlüssen gab und – soweit gemeldet – welchen Abi-Schnitt es in den Ländern gab.

Die wichtigsten Fragen rund ums Abitur