Schulabschlüsse : Wie sind die Pläne für die Abschlussprüfungen 2021?

Bis die Prüfungen für die Schulabschlüsse in diesem Jahr beginnen, dauert es zwar in fast allen Bundesländern noch einige Wochen. Aber schon jetzt wird heftig darüber diskutiert, wie das Abitur und die Abschlüsse der Sekundarstufe I ablaufen sollen und inwieweit die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie dabei berücksichtigt werden. Die Kultusministerkonferenz hat sich darauf verständigt, die Abschlussprüfungen durchzuführen. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei einige Erleichterungen im Sinne eines Nachteilsausgleichs bekommen. Das Schulportal stellt vor, wie der Rahmen für das Abitur und die anderen Schulabschlüsse 2021 gesteckt ist und wie die Länder ihn füllen. Der Artikel wird regelmäßig aktualisiert.

Annette Kuhn / 03. März 2021
AbiturJugendliche sitzen an Tischen bei den Prüfungen
Schulabschlüsse 2021: In vielen Bundesländern bekommen die Jugendlichen mehr Zeit für die Prüfungen.
©Patrick Pleul/dpa

Die Prüfungen für das Abitur und die anderen Abschlüsse sollen auch in diesem Schuljahr stattfinden. Darauf hat sich die Kultusministerkonferenz (KMK) Ende Januar verständigt. Doch ob es dabei bleibt, hängt auch davon ab, wie sich die Corona-Pandemie und damit die Lage an den Schulen in den kommenden Wochen entwickelt.

Die Lernbegleitung durch die Schulen und Lehrkräfte ist nicht überall vergleichbar. Und auch die Lernbedingungen zu Hause – technische Ausstattung, Lernumgebung und Unterstützung durch das Elternhaus – sind es nicht. Daher haben die Schülerinnen und Schüler unterschiedlich gute Voraussetzungen, um sich auf die Prüfungen vorzubereiten.

Daher gibt es bereits Forderungen, den Abschlussjahrgängen in diesem Jahr einen Corona-Bonus zu geben, also die Abschlussnoten insgesamt anzuheben. Diskutiert wird auch, die Abiturprüfungen abzusagen und stattdessen ein sogenanntes „Durchschnittsabitur“ zu vergeben. Dabei errechnet sich die Abschlussnote aus dem Durchschnitt der in der Oberstufe erbrachten Leistungen. Solche Forderungen gab es bereits im vergangenen Jahr. In einigen EU-Ländern wie Frankreich und den Niederlanden wurden sie auch umgesetzt. Und auch 2021 haben bereits Großbritannien und Schweden die Abschlussprüfungen abgesagt.

Erleichterungen bei den Abschlussprüfungen

Eine Absage der Abschlussprüfungen soll es in Deutschland nicht geben. Die KMK hat sich aber auf einen veränderten Rahmen für die Prüfungen verständigt. Dieser Rahmen soll Standards sichern, um die Vergleichbarkeit der Schulabschlüsse zu gewährleisten. Die Länder sollen zugleich individuelle Spielräume bekommen, um die durch die Corona-Pandemie entstandenen Einschränkungen kompensieren zu können. Im Einzelnen ist vorgesehen:

  • Verschiebung von Prüfungsterminen: Die Termine für die Abschlussprüfungen können in diesem Schuljahr später stattfinden, um mehr Zeit für die Vorbereitung zu gewinnen. Allerdings haben die Bundesländer hier unterschiedlich große Spielräume – je nachdem, wann die Sommerferien beginnen.
  • Mehr Zeit: Im letzten Kurshalbjahr der Oberstufe und im zweiten Halbjahr der Abschlussklassen in der Sekundarstufe I kann die Anzahl der eigentlich vorgesehenen Klausuren und Klassenarbeiten reduziert werden. Auch während der Prüfungen wird den Schülerinnen und Schülern mehr Arbeitszeit gewährt.
  • Mehr Flexibilität bei Prüfungsinhalten: Die Länder können den Schulen eine größere Auswahl von Aufgaben für die zentralen Abiturprüfungen zur Verfügung stellen. Die Lehrkräfte treffen dann eine Vorauswahl. So soll vermieden werden, dass die Prüflinge Aufgaben bekommen, auf die sie sich aufgrund der Unterrichtseinschränkungen nicht vorbereiten konnten. Außerdem kann der mögliche abzufragende Prüfungsstoff auf bestimmte Themenbereiche reduziert werden. Schulen können den Prüflingen auch mehr Wahlmöglichkeiten bei den Themen geben.
  • Wiederholen ist erlaubt: Die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen sollen die Möglichkeit bekommen, das Schuljahr zu wiederholen, ohne dass dieses zusätzliche Jahr auf die Schulzeit angerechnet wird. Mit dpa

 

Aktuelle Bestimmungen in den Bundesländern

Grundsätzlich handelt es sich bei der Verabredung der KMK um einen gemeinsamen Rahmen, der rechtlich aber nicht bindend ist, weil die Bundesländer für die Schulpolitik selbst verantwortlich sind. Die Bundesländer greifen die von der KMK vorgeschlagenen Erleichterungen zum Abitur 2021 und den anderen Schulabschlüssen aber weitgehend auf. Entsprechend haben sie die Bestimmungen für die Abschlussprüfungen inzwischen angepasst. Das Schulportal stellt hier dar, welche Regelungen es nun in den einzelnen Ländern gibt. Der Überblick wird regelmäßig aktualisiert.