5. Dezember : Nina Altmaier: „Irgendwie gruselig real”

Mit der richtigen Antwort auf unser Quiz und einer kleinen Portion Glück können Sie heute „Jugend ohne Gott” von Ödön von Horváth gewinnen. Nina Altmaier stellt den 80 Jahre alten Klassiker vor, der auch im 21. Jahrhundert erschreckend aktuell ist. Nina Altmaier hat für das Schulportal Facebook und Twitter betreut.

Nina Altmaier Nina Altmaier / 05. Dezember 2018
Ödön von Horváth: „Jugend ohne Gott”, dtv, 176 Seiten.

Ein Lehrer einer weiterführenden Schule bemerkt bei der Korrektur einer Klassenarbeit, dass sich einer seiner Schüler diskriminierend gegenüber Menschen mit dunkler Hautfarbe äußert. Weil die Haltung des Schülers aber der vorherrschenden Haltung des aktuellen Mediendiskurses entspricht, entscheidet er sich, die Bemerkung bei der Korrektur zu ignorieren. Trotzdem spricht er den Schüler am nächsten Tag auf seine diskriminierenden Äußerungen an – und wird daraufhin vom Schüler und dessen Vater vor der Schulleitung denunziert.

Packt man diese Geschichte in einen modernen Sprachgebrauch, könnte sie fast im Kontext des Diskurses um die AfD-Meldeportale für Lehrer stehen. Doch eigentlich beschreibt der erste Absatz aber die erste Szene von Ödön von Horváths Roman „Jugend ohne Gott“ aus dem Jahr 1938. Der Roman erzählt von einem Lehrer, der mit der nationalsozialistischen Ideologie seiner Schüler und dem eigenen Glauben an Gott hadert. Als schließlich während eines Zeltlagers ein Schüler erschlagen wird und der Lehrer in den Fall verwickelt wird, ist er gezwungen, sich seinen Zweifeln zu stellen.

„Jugend ohne Gott“ im Jahr 2018 zu lesen, ist aber vor allem ein bisschen so, wie 2016 nach der Trump-Wahl „1984” von George Orwell zu lesen: irgendwie gruselig real. Auch wenn die Sprache nicht mit der Zeit gegangen ist und heute nicht mehr als politisch korrekt bezeichnet werden kann, bleibt der Inhalt auch im 21. Jahrhundert relevant: „Ich weiß es nur zu gut“, sagt der Vater des diffamierenden Schülers zum Protagonisten, „auf welchen heimlichen Wegen und mit welchen perfiden Schlichen das Gift ihrer Humanitätsduselei unschuldige Kinderseelen zu unterhöhlen trachtet.“ 2018 hätte er die „perfiden Schlichen” vielleicht „Fake News“ genannt – und den Lehrer einen „Gutmenschen“.

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Zur Person

Nina Altmaier hat Medienwissenschaft an der Universität Trier studiert und als freie Journalistin bei einer Regionalzeitung gearbeitet. Zuletzt hat Nina Altmaier für das Schulportal Facebook und Twitter betreut.

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